Metaphysik und Naturphilosophie im 17. Jahrhundert
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Metaphysik und Naturphilosophie im 17. Jahrhundert

Francis Glissons Substanztheorie in ihrem ideengeschichtlichen Kontext

  1. 305 Seiten
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Metaphysik und Naturphilosophie im 17. Jahrhundert

Francis Glissons Substanztheorie in ihrem ideengeschichtlichen Kontext

Über dieses Buch

Die neuscholastische Metaphysik spielt für die Philosophie im 17. Jahrhundert eine herausragende Rolle; zeitgleich formieren sich die Anfänge des modernen wissenschaftlichen Weltbildes. Diese Studie untersucht die Bedeutung der Schulmetaphysik für die Entstehung der neuen Naturphilosophie. Entgegen einer verbreiteten Ansicht in der Historiographie wird gezeigt, dass die Schulphilosophie nicht bloß einen Störfaktor qualifizierten Wissenserwerbs darstellt. Am Beispiel Francis Glissons (ca. 1597-1677) weist die Arbeit stattdessen nach, wie einer der führenden Wissenschaftler seiner Zeit das Projekt einer scholastisch rückversicherten Naturphilosophie verfolgte, um seine innovative Forschung auf eine neue theoretische Grundlage zu stellen. Francis Glisson, Medizinprofessor in Cambridge, Präsident der Londoner Ärztekammer und Gründungsmitglied der Royal Society, führte über Jahrzehnte die anatomische Forschung in England an. 1672 veröffentlichte er allerdings eine Substanztheorie, die der Neuscholastik des Francisco Suárez (1548-1617) verpflichtet war. Unter Aufarbeitung zeitgenössischer originalsprachlicher Literatur sowie unveröffentlichen Manuskriptmaterials wird vorgeführt, unter welchen philosophischen und methodologischen Grundannahmen Glisson sein Selbstverständnis als Wissenschaftler mit seiner retrospektiven Substanztheorie vereinbaren konnte.

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Information

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort
  2. In den Fußnoten verwendete Abkürzungen
  3. 1. Einleitung
  4. 1.1 Glisson als »Scholastiker«: Metaphysik und Naturphilosophie im 17. Jahrhundert
  5. 1.2 Glisson als Anatom: Aktivitäten in Cambridge und London
  6. 1.3 Glisson als »Baconianer«: Naturgeschichte der Selbstbewegungen
  7. 1.4 Forschungsstand und Methode
  8. 2. Medizintheoretische Vorlagen von Glissons Begriff der natürlichen Perzeption
  9. 2.1 Influxus und Ubiquität der Naturalvermögen im Galenismus der Renaissance
  10. 2.2 »ovum ipsum sponte sua«: William Harvey und die Suisuffizienz des Foetus
  11. 2.3 Ein Rezipient von Hermetismus und Stoa: Johann Baptist van Helmont
  12. 3. Glissons Naturbegriff im Zeichen seines Suárezianismus
  13. 3.1 Die seins- und distinktionstheoretischen Voraussetzungen der Substanztheorie Glissons
  14. 3.2 Die »Anatomie« der Substanz: Materialismus und Dynamisierung der Natur
  15. 4. »vestibulum Monadologiae«? Selbstsein und Fremdbezug
  16. 4.1 Der Begriff der potentia substantialis und das Paradigma der spirituellen Vermögensdreiheit
  17. 4.2 »qualis est entitas, talis est idea«: die Isomorphie von perzipierender Substanz und Perzeptionsinhalt
  18. 4.3 perceptio naturalis und sensus animalis: Glisson und die »Platoniker«
  19. 4.4 Exkurs: Glisson und die Geistmetaphysik
  20. 4.5 Individuation als Selbstkonföderation: idea und lex, series und memoria
  21. 4.6 »ideam et motum non realiter differre«: materielle Selbstgeneration und Autarkie der Natur
  22. 4.7 Der Solipsismus der Substanz und Glissons Kausalitätsmodell
  23. 4.8 Relationalität: eine Denkfigur in Metaphysik, Naturphilosophie, Politik
  24. 5. Masse, Ausdehnung, Geist: Anwendungen in der Physik
  25. 5.1 quantitas interminata: der Paduaner Averroismus im England der »wissenschaftlichen Revolution«
  26. 5.2 plica materiae: der Dichtebegriff im Dynamismus
  27. 5.3 Transformation eines Begriffes: die unbestimmte Quantität als quodditas
  28. 6. Schlußbetrachtungen
  29. 6.1 Glisson als »Animist«? Zum Naturbegriff im Neustoizismus
  30. 6.2 Immanenz versus Transzendenz
  31. Literaturverzeichnis
  32. Im Literaturverzeichnis verwendete Abkürzungen
  33. Texte Francis Glissons
  34. Quellentexte anderer Autoren
  35. Forschungsliteratur
  36. Personenregister