
Dynastengeschichte und Verwandtschaftsbilder
Die Adelsfamilie in der volkssprachigen Literatur des Mittelalters
- 386 Seiten
- German
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Dynastengeschichte und Verwandtschaftsbilder
Die Adelsfamilie in der volkssprachigen Literatur des Mittelalters
Über dieses Buch
Die vorliegende Arbeit zur Rolle der Adelsfamilie in der volkssprachigen Literatur des Mittelalters ist als eine Art literarhistorische Erprobung einer mentalitätsgeschichtlichen Themenstellung gedacht. Sie bezieht sich auf Überlegungen sowohl der historischen Familienforschung als auch der neueren familienhistorisch orientierten literarhistorischen Diskussion, die in den letzten drei Jahrzehnten die Entwicklung und Umstrukturierung der mittelalterlichen Adelsfamilie ins Zentrum eines mentalitätsgeschichtlichen Interesses gerückt und zunehmend auch für die Entstehung und Verbreitung der volkssprachigen Literatur des Mittelalters verantwortlich gemacht hat (Kap.I).
In Auseinandersetzung mit diesem familienhistorischen Forschungsparadigma werden zwei Linien verfolgt: Einerseits geht es um die Bedeutung der 'historischen' Adelsfamilie als Initiator, Förderer wie auch Thema volkssprachiger Texte, wie sie sich in einer Reihe literarischer Zeugnisse volkssprachiger Familiengeschichte (Kap.II), aber auch in einigen wenigen Beispielen höfischer Dichtung dokumentiert, die bekannte historische Adelsfamilien in ihrer mehr oder weniger sagenhaft-imaginären Geschichte zum literarischen Thema machen (Kap.III). Andererseits werden die typenspezifisch sehr unterschiedlich konturierten 'literarischen' Bilder von Familie und Verwandtschaft in ihren möglichen historischen Implikationen ausgelotet (Kap.IV).
Häufig gestellte Fragen
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Information
Inhaltsverzeichnis
- Abkürzungen
- Einleitung
- I. Die mittelalterliche Familie als Forschungsproblem
- 1. Mittelalterliche Familie und Familienforschung
- 2. Historische Familienforschung und mittelalterliche Literatur
- 3. Die Adelsfamilie in der literarhistorischen Diskussion
- II. Die historische Adelsfamilie und die Literarisierung ihrer Geschichte
- 1. Adel und Stifterchronik: zur historischen Problematik
- 2. Deutsche Fürstengenealogie und Stifterchronik
- Die ›Gandersheimer Reimchronik‹ des Priesters Eberhard
- Volkssprachige Babenbergergenealogien des 13. Jahrhunderts in ihrem lateinischen Umfeld
- ›Der stiffter bůch‹ von Allerheiligen
- Familiengeschichte in klösterlichen Traditionsbüchern des 14. Jahrhunderts
- 3. Geschlechtergeschichte als Herrschafts- und Landesgeschichte
- Die Geschichte des normannischen Herzogsgeschlechts: der ›Roman de Rou‹ von Wace
- Von den Weifengenealogien zur ›Braunschweigischen Reimchronik‹
- Egmonder Stifterchronik und Landeshistoriographie: die ›Rijmkroniek‹ der Grafen von Holland
- Die Babenberger im ›Fürstenbuch‹ des Jans Enikel
- III. Die historische Adelsfamilie in der höfischen Dichtung
- 1. Schwanritter und Melusine: höfische Dichtung als historische Geschlechtermythologie
- 2. Die ›Histoire de Guillaume le Maréchal‹ und der ›Fouke le Fitz Waryn‹: Familiengeschichte als Ritterbiographie
- 3. Literarisches Mäzenatentum als Familientradition: die Gönnerfamilie in der höfischen Dichtung
- IV. Die Adelsfamilie als Thema der höfischen Dichtung
- 1. Familie und Verwandtschaft in der höfischen Literatur: gattungsspezifische Ausdifferenzierung
- Verwandtschaft als Betrug: die Tierdichtungen vom Fuchs und Wolf
- Vriunde unde mâge im ›Nibelungenlied‹
- Brüdergruppen und Neffenkollektive: das Beispiel der Wilhelmsepen
- Komplexe Verwandtschaftssysteme: von Chrétiens ›Conte du Graal‹ zu Wolframs ›Parzival‹
- Chanson de geste und Höfischer Roman: Wolframs ›Willehalm‹
- 2. Historische Konturen der literarischen Familiendarstellung
- Ausblick: Familie und Verwandtschaft als Paradigma einer mentalitätsgeschichtlichen Literaturbetrachtung?
- Literaturverzeichnis
- Register