Cognitio symbolica
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Cognitio symbolica

Lamberts semiotische Wissenschaft und ihre Diskussion bei Herder, Jean Paul und Novalis

  1. 296 Seiten
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Cognitio symbolica

Lamberts semiotische Wissenschaft und ihre Diskussion bei Herder, Jean Paul und Novalis

Über dieses Buch

In der Wissenschaftsgeschichte des 18. Jahrhunderts steht die deutsche Tradition sprachbasierter Erkenntnistheorie im Schatten der primär rationalistischen Strömungen. Der an Leibniz' Begriff der cognitio symbolica ebenso wie an den englischen Empirismus Bacons und Lockes anknüpfende Ansatz gerät dabei in den Hintergrund, obwohl diese Traditionslinie, die sowohl rationalistische als auch empiristische Elemente vereinbart, bis zum Ende des 18. Jahrhunderts fortbesteht. Dies hat weitreichende Konsequenzen sowohl für die Philosophie- und Literaturgeschichte als auch für die literaturwissenschaftliche Detailforschung, da weder Herders Erkenntnistheorie noch die poetologischen Konzeptionen des 'Anti-Klassikers' Jean Paul und des Frühromantikers Novalis ohne Kenntnis der theoretischen Voraussetzungen erklärt werden können.

Unter Auswertung empirisch belegbarer Quellen wie handschriftliche Nachlässe, Briefwechsel und Zitate wird die Entwicklung eines semiotischen Wissensbegriffs bis zu seinen Ursprüngen im 17. Jahrhundert zurückverfolgt und schrittweise nachvollzogen: Die theoretische Ausbildung erfolgt um 1760 durch den für die Wissenschaftsgeschichte des 18. Jahrhunderts höchst bedeutsamen Philosophen und Naturwissenschaftler Johann Heinrich Lambert (1728-1777). Eine systematische und historische Analyse der zentralen Schrift Herders "Eine Metakritik zur Kritik der reinen Vernunft" aus dem Jahr 1799 ergibt, daß Lamberts Ansatz in Herders Entwurf der Zeichenabhängigkeit allen menschlichen Denkens konsequent rezipiert wird. Schließlich müssen die poetologischen Konzeptionen Jean Pauls in der "Vorschule der Ästhetik" und in Novalis' "Theoretischem Werk" in die genannte Traditionslinie eingebunden werden. Infolgedessen sind besonders die Begriffe des Witzes und der Ironie Jean Pauls sowie der romantische Kritik-Begriff Novalis', der seine Enzyklopädistik stützt, wesentlich schärfer zu fassen als bisher.

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Information

Jahr
2015
ISBN drucken
9783484365223
eBook-ISBN:
9783110239935

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
  2. 1. Einführung in Ansatz und Gegenstand der Arbeit
  3. 2. Die allgemeine Struktur und Systematik von Erkenntnistheorien
  4. 3. Die historischen Bezüge zwischen Lambert, Herder, Jean Paul und Novalis
  5. 4. Herders erkenntnistheoretischer Ort in der Folge Lamberts
  6. 5. Die theoretische Basis der Poetik Jean Pauls
  7. 6. Die Fundierung der Enzyklopädistik des Novalis
  8. ERSTER TEIL: Erkenntnis- und Sprachtheorie um 1800: Herders Metakritik und ihre Quellen
  9. I. Erfahrung und Verstand
  10. 1. Die Erkenntniskräfte des Menschen und die Bedeutung der Entwicklung von Sprache für das Denken
  11. 1.1. Herders »Physiologie der Erkenntniskräfte«
  12. 1.2. Sprache und Denken: Das Wort als Merkmal des Verstandes in der Metakritik
  13. 1.2.1. Johann George Sulzers Untersuchungen zu Entwicklung und Funktion der Sprache
  14. 1.2.2. Johann Heinrich Lamberts Begründung der Notwendigkeit von Zeichen für das Denken
  15. 2. Begriffe des Verstandes und ihr sprachlicher Ausdruck
  16. 2.1. Die Kategorien als reine Verstandesbegriffe bei Kant in der kritischen Perspektive Herders
  17. 2.2. Die Kategorien als Ergebnis menschlicher Verstandeshandlungen in Herders Metakritik
  18. 2.2.1. Die Kategorie des Seins
  19. 2.2.2. Die Kategorie der Eigenschaften
  20. 2.2.3. Die Kategorie der Kraft
  21. 2.2.4. Die Kategorie des Maßes
  22. 2.3. Grammatische Kategorien der Sprache: Johann Werner Meiners Philosophische Sprachlehre
  23. 3. Das Zusammenwirken der Erkenntniskräfte
  24. 3.1. Herders Auseinandersetzung mit Kants Entwurf
  25. 3.2. Die »symbolische Erkenntnis« in ihrer Vermittlungsrolle zwischen Sinnlichkeit und Verstand: Lamberts Theorie der Metapher
  26. II. Die Vernunft und ihr Werkzeug, die Sprache
  27. 1. Ausbildung und Wahrheit von Vernunftideen
  28. 1.1. Die allgemeinen Begriffe der Vernunft
  29. 1.1.1. Die Aufgabe der Vernunft: Herders Entwurf der Begriffskonstruktion
  30. 1.1.2. Das Allgemeine und Besondere: Lamberts Bestimmung wissenschaftlicher Begriffe
  31. 1.2. Synthese und Analyse als Methoden der Begriffsoperation
  32. 1.2.1. Herders Kritik an Kants synthetischen Urteilen a priori
  33. 1.2.2. Kant und Lambert: Zwei Antworten auf die Preisfrage des Jahres 1763
  34. 1.2.3. Grundbegriffe, Lehrbegriffe und Postulate: Johann Heinrich Lamberts Konzeption einer »mathesis universalis«
  35. 1.3. Das Problem der Erkenntnis a priori/a posteriori
  36. 1.3.1. Herders Kritik an Kants a priori-Begriff
  37. 1.3.2. Lamberts Interpretation der Begriffe des a priori und a posteriori
  38. 2. Die Sprache als Werkzeug der Vernunft
  39. 2.1. Probleme der Sprache: Herders Sprachkritik
  40. 2.2. Der Einfluß von Sprache auf wissenschaftliche Erkenntnis: Lamberts Semiotik
  41. 2.3. Verwendungsweisen der Sprache: Herders Forderung der Angemessenheit des Sprachniveaus
  42. 2.4. Umgangssprache und Wissenschaftsprache in der Tradition Leibniz’
  43. ZWEITER TEIL: Die Umsetzung von Erkenntnis- und Sprachtheorie in Jean Pauls Ästhetik
  44. Vorbemerkung
  45. I. Der »Stoff« und die Sprache der Dichtung
  46. 1. Der Grundsatz der »poetischen Nachahmung« der Wirklichkeit
  47. 1.1. Die Bedeutung der Dichtung für die Verbindung von Wirklichkeitserfahrung und Geist
  48. 1.2. Die erkenntnistheoretische Grundannahme Jean Pauls
  49. 2. Der Stil als sinnlich-anschauliche Sprachform
  50. 2.1. Die Metapher bei Jean Paul
  51. 2.1.1. Die Metapher als konstitutives Element des Sprachsystems
  52. 2.1.2. Die Rolle der Metapher in der historischen Sprachentwicklung
  53. 2.2. Die Erkenntnis der Ähnlichkeit von Körper und Geist im Witz
  54. 2.3. Das Vergleichen als universelles Vermögen des Menschen
  55. II. Die »Form« und Aufgabe der Dichtung
  56. 1. Der Roman als »poetische Enzyklopädie«
  57. 2. Die Bedeutung des Humors für die Form des Romans
  58. Ausblick: Lamberts Erkenntnistheorie in ihrer Bedeutung für Das philosophische Werk Novalis’
  59. 1. Der Entwurf der Enzyklopädistik bei Novalis
  60. 2. Die theoretische Fundierung des Enzyklopädie-Projektes: Novalis’ Exzerpte aus der Dianoiologie
  61. 3. Die Umsetzung der Erkenntnistheorie und Logik Lamberts in Novalis’ Enzyklopädistik
  62. 4. Der Kritik-Begriff in der romantischen Kunsttheorie Novalis’
  63. Abschließende Bemerkungen
  64. Anhang
  65. 1. Der handschriftliche Nachlaß Herders: Auszüge aus Werken Lamberts sowie Aufzeichnungen und Bemerkungen von Herder
  66. 2. Das Herder-Inventar in dem handschriftlichen Nachlaß Lamberts
  67. 3. Jean Pauls Exzerpte aus Lamberts Werken
  68. Literaturverzeichnis
  69. 1. Primärliteratur
  70. 2. Sekundärliteratur

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