Ikonographie und Sprachbild
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Ikonographie und Sprachbild

Zur reformatorischen Flugschrift »Der gestryfft Schwitzer Baur«

  1. 410 Seiten
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Zur reformatorischen Flugschrift »Der gestryfft Schwitzer Baur«

Über dieses Buch

Zentraler Gegenstand dieser Untersuchung ist die anonyme, 1522 bei Pamphilus Gengenbach in Basel gedruckte Flugschrift »Der gestryfft Schwitzer Baur«. Ziel ist es, die spezifische Qualität dieser in der Forschung bis jetzt kaum beachteten Flugschrift so umfassend wie möglich darzustellen - einer Schrift, die sich als wichtiges Dokument der Literatur und bildenden Kunst der Zeit erweist. Einleitend wird die Gattung der reformatorischen Flugschrift anhand ausgewählter Schriften aus der Offizin Pamphilus Gengenbachs skizziert. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Produktions- und Rezeptionskontext der Flugschriften, was zur Frage führt, ob der gemeine Mann vermehrt auch als Subjekt des reformatorischen Kommunikationsprozesses betrachtet werden muß. Der zweite Teil bringt neben einer rhetorischen Analyse des Textes eine - reich bebilderte - Interpretation des Titelholzschnitts. Erweist sich die mittelalterliche Homiletik als zentral für die Konstitution des Textes, so läßt sich auch die Ikonographie des Holzschnitts in Bildtraditionen einordnen. Neue reformatorische Ideen in altem Gewand - ein Rezept, das große Wirksamkeit garantiert. Der dritte Teil greift drei Themen und Sinnbilder der Flugschrift auf und stellt sie in einen weiten literar- und sprachhistorischen sowie kultur- und mentalitätsgeschichtlichen Kontext: Laienbildung und das Verhältnis der Sprachen Deutsch und Latein, die Darstellung der biblischen Bileams-Eselin in Wort und Bild und die Frage nach der Bedeutung der metaphorischen Wendung »gestryfft«. Letzteres erhellt einen blinden Fleck historischer Semantik. Eine ausführlich kommentierte Edition der Flugschrift »Der gestryfft Schwitzer Baur« schließt die Untersuchung ab.

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Information

Jahr
2013
ISBN drucken
9783484365841
eBook-ISBN:
9783110929089

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort
  2. Einleitung
  3. ERSTER TEIL. Die frühe Reformation als Kommunikationsprozeß
  4. 1 Die reformatorische Flugschrift – Am Beispiel ausgewählter Flugschriften aus der Basler Offizin Pamphilus Gengenbachs
  5. 2 Zu weiteren Medien im Dienst der Verbreitung reformatorischer Ideen in der Schweiz
  6. 3 Wer konnte reformatorische Flugschriften überhaupt lesen? – Bemerkungen zum eidgenössischen Bildungswesen am Vorabend der Reformation
  7. ZWEITER TEIL. Die Flugschrift Der gestryfft Schwitzer Baur – Eine exemplarische Analyse und Interpretation
  8. 4 Der gestryfft Schwitzer Baur in der Forschung und eigener Ansatz
  9. 5 Argumentation und Polemik – Zur Konstruktion der Flugschrift
  10. 5.1 Textsorte und literarische Form
  11. 5.2 Inhalt und Aufbau
  12. 5.3 Polemische Rhetorik und ars praedicandi
  13. 5.4 Zur Technik der Argumentation
  14. 5.5 Ergebnis
  15. 6 Der Titelholzschnitt
  16. Exkurs: Zur ikonographischen Tradition des grünen und dürren Baumes
  17. 7 Das Geschichtsverständnis in Text und Bild
  18. 8 Der gestryfft Schwitzer Baur - Ein Text zwischen Fiktion und Faktizität
  19. 8.1 Das Gesellschaftsbild in Der gestryfft Schwitzer Baur
  20. 8.2 Die Figur des »Schwitzer Baur« - Fiktion oder Faktizität?
  21. DRITTER TEIL. Zentrale Themen und Sinnbilder der Flugschrift Der gestryfft Schwitzer Baur in ihrem literarhistorischen und soziokulturellen Kontext
  22. 9 Laienbildung als ein kontrovers diskutiertes Thema im Spätmittelalter und in der Reformationszeit
  23. 9.1 Der Laie und die Bibel
  24. 9.2 Das Prinzip der Erfahrung
  25. 9.3 »... in tütscher sprach macht man kein doctor / aber in der latinischen sprach krönt man vyl esel...« - Lateinische Gelehrsamkeit und deutscher Wissensdurst
  26. 10 Was bedeutet »gestryfft«? – Von der Beziehung zwischen dem Optischen und dem Sozialen
  27. 10.1 Historische Semantik und Metaphorik
  28. 10.2 Zur Mode und Semiotik gestreifter Kleider
  29. 10.3 Zum metaphorischen ›gestreift‹ und zu seiner Semantik
  30. 11 Zur literarischen und ikonographischen Tradition der Bileams-Eselin vom Spätmittelalter bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts
  31. 11.1 Einleitung – Der Esel zwischen Narrheit und Weisheit
  32. 11.2 Die Bileams-Eselin im Dienst der mittelalterlichen und humanistischen Kirchenkritik
  33. 11.3 Die Bileams-Eselin als Schlagwort und Schlagbild der Reformationspublizistik
  34. 11.4 Die Bileams-Eselin als Teil der laus asini bei Agrippa von Nettesheim, Sebastian Franck und Daniel Sudermann
  35. 11.5 Rembrandts Gemälde Der Prophet Bileam und die Eselin -Schluß
  36. Der gestryfft Schwitzer Baur – Kommentierte Edition
  37. 1. Textgrundlage
  38. 2. Zur Textgestalt
  39. 3. Zum Stellenkommentar
  40. 4. Text
  41. 5. Stellenkommentar
  42. Literaturverzeichnis
  43. 1. Abkürzungsverzeichnis
  44. 2. Quellentexte
  45. 2.1 Edierte Quellentexte
  46. 2.2 Nichtedierte Quellentexte
  47. 3. Literatur
  48. Register
  49. 1. Personen, Autoren, Werke und anonyme Werke
  50. 2. Schlagworte