
Würde im Widerspruch
Jüdische Erzählliteratur im nationalsozialistischen Deutschland 1933--1938
- 330 Seiten
- German
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Würde im Widerspruch
Jüdische Erzählliteratur im nationalsozialistischen Deutschland 1933--1938
Über dieses Buch
In den Jahren zwischen 1933 und 1938 entstand in Deutschland eine vielfältige und vom nationalsozialistischen Regime geduldete jüdische Literatur. Bei der Analyse dieser bisher nicht hinreichend wahrgenommenen Belletristik konzentriert sich die Untersuchung auf die erzählende Literatur, die unter dem Eindruck der gescheiterten Emanzipation und einer fortschreitenden Ausgrenzung und Repression als Reflexionsmedium der historischen Situation fungierte. Die von Juden geschriebene und an Juden adressierte Erzählliteratur der Zeit diente der Selbstvergewisserung und der Positionsbestimmung und bot sich darüberhinaus nicht selten als Handlungsanleitung an. Die Texte werden daher sowohl in einer ausführlichen Übersicht als auch in exemplarischen Analysen - der Werke von Gerson Stern, Rudolf Frank und Jacob Picard - als historische Dokumente ernstgenommen, d.h. die Besonderheiten ihrer ästhetischen Verfahren und Artikulationsmöglichkeiten werden auf der Folie ihres zeitgeschichtlichen Kontextes eingehend untersucht. Dadurch wird eine Literatur sichtbar, die einerseits die nicht zu unterschätzende Bandbreite der innerjüdischen Diskussion widerspiegelt und andererseits den entwürdigenden Zumutungen ihrer nichtjüdischen Umwelt widerspricht. Angesichts der zunehmend prekärer werdenden Situation gehörte dieser literarisch vermittelte Widerspruch zu den wenigen Mitteln, mit deren Hilfe die Juden im nationalsozialistischen Deutschland ihre Würde behaupten konnten.
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Information
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- 1. Einleitung
- 2. Die Kultur- und Literaturdebatte: zur Bestimmung von jüdischer Literatur und ihrer Funktion im nationalsozialistischen Deutschland
- 2.1 Funktionszuschreibungen an die Belletristik: Tröstung, Deutung, Sinngebung und Erziehung
- 2.2 Konstituenten jüdischer Literatur: Ethos, Schreibweise und Stoff
- 2.3 Das Scheitern des Projekts
- 3. Jüdische Erzählliteratur im nationalsozialistischen Deutschland – eine Übersicht
- 3.1 Genres und Stoffe
- 3.2 Dissens und Regimekritik: Elemente subversiven Schreibens
- 3.3 Die Bewährung in der Krise: jüdische Positionsbestimmungen
- 3.4 Gegenwärtige Realität und Zukunftsperspektive: das jüdische Gemeinwesen in Palästina
- 4. Historische Erfahrungen und ästhetisches Sprechen – Analysen exemplarischer Texte
- 4.1 Gerson Stern: Weg ohne Ende. Ein jüdischer Roman (1934)
- 4.2 Jacob Picard: Der Gezeichnete. Jüdische Geschichten aus einem Jahrhundert (1936)
- 4.3 Rudolf Frank: Ahnen und Enkel Roman in Erzählungen (1936)
- 5. Würde im Widerspruch – ein Resümee
- 6. Literaturverzeichnis
- 7. Personenregister