Der Staatsroman im Werk Wielands und Jean Pauls
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Der Staatsroman im Werk Wielands und Jean Pauls

Gattungsverhandlungen zwischen Poetologie und Politik

  1. 444 Seiten
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Der Staatsroman im Werk Wielands und Jean Pauls

Gattungsverhandlungen zwischen Poetologie und Politik

Über dieses Buch

Was ist Politik? Was ist ein Roman? In der Mitte des 18. Jahrhunderts standen beide Fragen noch offen. Eben in dieser Offenheit, behauptet die Studie, liegt eine Möglichkeit, die Konvergenz von Gattungslehre und Staatslehre näher zu untersuchen. Den Ausgangspunkt bieten die 'Gattungsverhandlungen', die in den Romanen Wielands und Jean Pauls stattfinden und durch die beide Autoren versuchen, sich über die politischen und poetologischen Bedingungen ihres Schreibens klar zu werden. Den gattungsgeschichtlichen Rahmen bilden die Transformationen der Gattung des 'Staatsromans'. Diese Gattung geht auf barocke und sogar antike Muster zurück, die ins 18. Jahrhundert hinein tradiert wurden. Forschungsgeschichtlich allerdings ist die Gattung in Verruf geraten, weil sie nicht die Ansprüche einer radikal antistaatlichen und utopischen Literatur erfüllen konnte, sondern der bestehenden politischen Wirklichkeit und ihrer Optimierung verpflichtet blieb. In dieser Studie wird dagegen ein dezidiert historischer Blick auf den Staatsroman der Aufklärung geboten, der literarische Topoi wie Fürstenerziehung, verborgene Prinzen, redliche Männer an korrupten Höfen und Geheimbünde als Mittel einer Vermittlung zwischen bürgerlicher Moral und absolutistischer Politik verstehen will.

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Information

Jahr
2012
ISBN drucken
9783484630383
eBook-ISBN:
9783110937398

Inhaltsverzeichnis

  1. 1. Einleitung: Staatsroman und Gattungswandel
  2. 1.1 Der Staatsroman im Wandel der Zeit
  3. 1.2 Vier Fragestellungen zur Tragfähigkeit des Gattungsbegriffes »Staatsroman«
  4. 1.3 Zum Aufbau der Arbeit: Gattungsgeschichte und Textinterpretation
  5. 2. Staatsroman und Aufklärung: Gattungsverhandlungen und Politisierung im 18. Jahrhundert
  6. 2.1 Ausgangspunkt: Télémaque in Deutschland
  7. 2.2 Von Gattung zu Gattungsverhandlungen - zur Historisierung und Dynamisierung des Gattungsbegriffes
  8. 2.3 Von Politik zu Politisierung - zur Historisierung und Dynamisierung des Politikbegriffes
  9. 2.4 Der Staatsroman als Forschungsproblem
  10. 2.5 Narrative und diskursive Gattungsverhandlungen: Erzählparadigmen im Goldnen Spiegel und in der Unsichtbaren Loge
  11. 3. Geschichte des Agathon: Die Dekonstruktion des Staatsromans und die moralisch-politische Dialektik der »Anwendung«
  12. 3.1 Der Abschied vom Staatsroman in den Vorreden zu Wielands Agathon
  13. 3.2 Ausfuhrung der Träume, Anwendung der Lehrsätze — zur Politikkonzeption im Agathon
  14. 3.3 Versöhnung des Bildungsromans, Aporie des Staatsromans? – Gattungsverhandlungen der Agathon-Forschung
  15. 3.4 Bildung zur Politik — im Brennpunkt zwischen narrativen und diskursiven Strategien
  16. 3.5 »Hätte ich mich wie Hippias betragen« oder »Sprung aus dem Fenster«: Kontrafaktische und utopische Schwundstufen des Staatsromans
  17. 4. Der Goldne Spiegel: Die Rekonstruktion des Staatsromans als Antwort auf die Krise des aufgeklärten Absolutismus
  18. 4.1 Krise des Absolutismus und der Dialog zwischen Intellekt und Herrschaft
  19. 4.2 »Eine so vollkommene Polizei«: Krise als Erzählproblem
  20. 4.3 Intention, Konvention und Innovation - die »groteske Kompromißhaftigkeit« des Goldnen Spiegels
  21. 4.4 Fürstenspiegel als Gattungsmaterial: Der gute Mensch und der böse Fürst
  22. 4.5 Utopie als Gattungsmaterial: Rezeption und Politisierung
  23. 4.6 Bildungsroman als Gattungsmaterial: Entpolitisierung des Staatsromans?
  24. 5. Agathonscher Zweck und Sternescher Humor – zur gattungsgeschichtlichen Kontinuität und Diskontinuität der Werke Wielands und Jean Pauls
  25. 5.1 Adaption und Gattungsverhandlungen
  26. 5.2 Der »Agathonsche Zwek« als Gattungsintention
  27. 5.3 Von »Laune« zu »Witz«: Sternescher Humor als Politisierung der Welt
  28. 6. Die Unsichtbare Loge: Das Romanfragment und das Geheimbundmodell der Aufklärung
  29. 6.1 Fragment und Gattungsverhandlungen
  30. 6.2 Der Roman geht unter die Erde - von Kindheitshöhle zu Verschwörungshöhle
  31. 6.3 Paratextuelle Gattungsverhandlungen
  32. 6.4 Der Geheimbund zwischen Politisierung und Poetisierung
  33. 6.5 Zum Geheimbundmodell im aufgeklärten Staatsroman: Inhalt und Funktion
  34. 6.6 Die utopische Insel: Flucht aus dem Roman?
  35. 7. Hesperus: Über politischen und poetologischen Machiavellismus. . . .
  36. 7.1 Machiavellismus und Gattungsgeschichte: Der Lord, Staatsräson und Staatsroman
  37. 7.2 Narrative Notwendigkeit, moralische Unverantwortbarkeit: Über den Charakter des Lords
  38. 7.3 Politik und Poetologie: »Müssen Traktate gehalten werden, oder ist es genug, daß man sie macht?«
  39. 7.4 Die »Insel der Vereinigung«: Politische Metaphorologie zwischen Absolutismus und Aufklärung
  40. 7.4.1 Staat als Maschine
  41. 7.4.2 Macht als Geheimnis
  42. 7.5 »Thiermenschen« und »Gottmenschen«: Der Traum der Geschichtsphilosophie
  43. 8. Titan: Der Staatsroman und die Gegenwart als politischer Handlungsraum
  44. 8.1 Titan und das Gattungsmaterial des Staatsromans
  45. 8.2 Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen und die Aporien der Gegenwart
  46. 8.3 Zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Albanos Romreise
  47. 8.4 Der Staatsroman als Roman der Gegenwart — zum Revolutionsmotiv im Titan
  48. 8.5 »Thaten - diese entfernten Sterne der Nacht«: Staatsroman, Bildungsroman und politische Tat
  49. 8.6 Entscheidung aus dem Nichts? - Staatsroman und politische Romantik
  50. 9. Zusammenfassung
  51. Quellen- und Literaturverzeichnis
  52. Personenregister

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