Öffentliche Wohlfahrt und Judenverfolgung
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Öffentliche Wohlfahrt und Judenverfolgung

Wechselwirkungen lokaler und zentraler Politik im NS-Staat (1933–1942)

  1. 364 Seiten
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Öffentliche Wohlfahrt und Judenverfolgung

Wechselwirkungen lokaler und zentraler Politik im NS-Staat (1933–1942)

Über dieses Buch

Innerhalb der Öffentlichen Wohlfahrtspflege führten sozialrassistische Konzepte, antisemitische Ambitionen und finanzielle Interessen seit 1933 zu einer Ausgrenzung jüdischer Deutscher, ohne dass hierzu Gesetze vorlagen. In vielen Städten wurden zunächst jüdische Beamte und Angestellte entlassen, dann jüdische Wohlfahrtsempfänger durch Leistungskürzungen, Arbeitszwang und Isolierung diskriminiert. Diese Praxis der Wohlfahrtsämter mündete schließlich in die zentrale Verordnung vom November 1938, die den Ausschluss der jüdischen Armen aus dem staatlichen Fürsorgesystem dekretierte. Wolf Gruner dokumentiert auf einer umfangreichen Quellenbasis erstmals die Impulsfunktion kommunaler Initiativen für den Verlauf der NS-Judenverfolgung. Die vergleichende Darstellung der Politik deutscher Großstädte und Wiens birgt überraschende Ergebnisse zum Verhältnis von lokaler Verwaltung und Gestapo. Die Studie zeigt: Die "soziale" Enteignung jüdischer Staatsbürger durch Beamte und Angestellte der staatlichen Fürsorge ist ein wichtiges, bisher zu wenig beachtetes Element der Vorgeschichte des Holocaust.

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Information

Jahr
2009
ISBN drucken
9783486566130
eBook-ISBN:
9783486594829

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort
  2. Einleitung
  3. I. Die staatliche Fürsorge und die neue „Rassenpolitik“
  4. 1. Das System der Fürsorge in Deutschland
  5. 2. Antijüdische Politik und Öffentliche Wohlfahrt nach der Machtergreifung (1933 - 1934)
  6. II. Die zunehmende Diskriminierung jüdischer Armer vor Ort
  7. 1. Kommunale Aktionen und zentrale Maßnahmen (Frühjahr 1935 - Sommer 1936)
  8. 2. Verfolgungsplanung, Diskriminierung und Widersprüche (Herbst 1936 - Frühjahr 1937)
  9. III. Die Koordination der Deklassierung jüdischer Fürsorgeempfänger
  10. 1. Deutscher Gemeindetag und Reichsinnenministerium: Zur Abstimmung lokaler Praktiken (Sommer 1937)
  11. 2. Die Radikalisierung der Verfolgung (Herbst 1937 - Frühjahr 1938)
  12. 3. Lokale und zentrale Maßnahmen in der Öffentlichen Fürsorge (Sommer 1938)
  13. V. Der Ausschluß bedürftiger Juden aus der Öffentlichen Wohlfahrt
  14. 1. Die zentrale Neuorientierung der Verfolgung (Herbst 1938 - Winter 1938/1939)
  15. 2. Der chaotische Zwangstransfer der Fürsorgepflicht (Winter 1938/39 - Frühjahr 1939)
  16. Zur Ausgrenzung vor Ort: Initiativen und Hindernisse (177) - Die Fürsorgepraxis in der Reichshauptstadt Berlin (184) - Das Warten auf die Ausführungsbestimmungen zur Fürsorgeverordnung (186) - Die Koordination städtischer Ausgrenzung im Deutschen Gemeindetag
  17. 3. Neue Impulse für den Zwangstransfer (Sommer 1939)
  18. V. Öffentliche Fürsorge und Reichssicherheitshauptamt im Konflikt
  19. 1. Die zentrale Koordination des Zwangstransfers (Herbst 1939 - Winter 1939/40)
  20. 2. Diverse Verfolgungsinteressen: Fürsorgeverbände, Gemeindetag und RSHA (Frühjahr - Herbst 1940)
  21. 3. Zum Abschluß des Zwangstransfers (Winter 1940/41)
  22. 4. Die Vorbereitung der Deportationen und die jüdischen Armen (Frühjahr - Sommer 1941)
  23. VI. Die „Endlösung“ und die jüdischen Armen
  24. 1. Die Deportationen, die jüdischen Armen und die Öffentliche Fürsorge (Herbst 1941 - Herbst 1942)
  25. 2. Fortgang und Ende der Ausgrenzungsdiskussion (Herbst 1941 - Ende 1942)
  26. Schlußbetrachtung: Zum Anteil der Öffentlichen Fürsorge an der Judenverfolgung im NS-Staat
  27. Tabellen
  28. Abkürzungen
  29. Quellen und Literatur
  30. Register
  31. Personenregister
  32. Ortsregister

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