
Sehen schreiben - Schreiben sehen
Literatur und visuelle Wahrnehmung im Zusammenspiel
- 444 Seiten
- German
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Sehen schreiben - Schreiben sehen
Literatur und visuelle Wahrnehmung im Zusammenspiel
Über dieses Buch
Die Studie versucht zwei von ihren methodologischen Voraussetzungen her unvereinbare Interessen - ein diskursanalytisches und ein hermeneutisches - produktiv zu verbinden. Sie untersucht Wechselwirkungen zwischen literarischen Sinnbildungsverfahren und dem Wahrnehmungsdiskurs, und zwar am Beispiel von Friedrich Schillers »Geisterseher«, Georg Büchners »Leonce und Lena«, Wilhelm Raabes »Chronik der Sperlingsgasse«, Stanislaw Przybyszewskis »Totenmesse«, Robert Musils »Verwirrungen des Zöglings Törleß« und Franz Kafkas »Proceß«. Im Zentrum steht die Frage, wie die Texte in Diskursfelder eingelassen sind, in physikalische und medientechnische (optische Medien, Aufzeichnungs- und Wiedergabeverfahren), medizinische (Starstechen, Sehfehlerkorrekturen), psychologische (Nachbilder, Leseprozesse, visuelle Aufmerksamkeitslenkung), philosophische und kunstgeschichtliche (Wahrnehmungskonzept der Aufklärung, romantisches "Sehen", Realismuskonzepte, visuelle "Wirklichkeit", Konstruktivismus), inwiefern sie von dieser Teilhabe am Wahrnehmungsdiskurs ästhetisch profitieren und inwiefern sie an der Konstitution und Transformation dieser Diskursfelder beteiligt sind. Den Abschluß der Arbeit bildet der Versuch einer Systematisierung der Formen wechselseitiger Durchdringung von Diskurs und Literatur.
Häufig gestellte Fragen
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Information
Inhaltsverzeichnis
- I. Vorbemerkungen
- II. »Aufklären oder auch nicht aufklären«
- 1. »Ich [...] muß Licht von ihm haben« – Schillers ›Geisterseher‹
- 2. Visualitätsideologie der Aufklärung
- 3. Lichtspiele im ›Geisterseher‹
- 4. Den Leser »zerstreuen« ...
- III. Liebesblickwechsel
- 1. Optische Bestattung der »Liebe« in Büchners ›Leonce und Lena‹
- 2. Strukturgehalte des Blickwechsels
- 3. Der gute Staat, die wahre Liebe und ihre optische Kritik
- IV. Aufzeichnungen
- 1. »Fensterstudien« und »alte Mappen« – Raabes ›Chronik der Sperlingsgasse‹
- 2. Daguerréotypie – Dokumentationsleistung und Kunstanspruch
- 3. »Bunte Steine« und »wundersames Weben« – poetischer Realismus auf dem medialen Prüfstand
- V. »Augeninspektion«
- 1. Vernetzte Bildvorstellungen in Przybyszewskis ›Totenmesse‹
- 2. Sehpurpur, Optographie und die Wende des Blicks nach Innen
- 3. »Geradezu gemalte Präparate der Seele« – Schwellenpoetologie »auf dem Grunde des Totenauges«
- VI. Das ›besondere Erleben‹ in der Schrift
- 1. Musils ›Verwirrungen des Zöglings Törleß‹ im Umfeld experimenteller Leseforschung
- 2. »Nicht bloß Bücher [...], sondern Offenbarungen, Wirkliches«
- 3. Funktionalisierte Medienmetaphern – »Zauberlaterne« und »Kinematograph«
- VII. Fensterblick, Bildbetrachtung, Lektüre
- 1. Wahrnehmungsreflexion und inszenierte Verstehensaporien in Kafkas ›Proceß‹
- 2. Dem »Auge des Beschauers« sind »im Kunstwerk Wege eingerichtet«
- VIII. Sehen schreiben – Schreiben sehen
- 1. Medialität und Konstruktivität visueller Wahrnehmung
- 2. Wahrnehmungsdiskurs und literarische Texte
- IX. Anhang
- 1. Literaturverzeichnis
- 2. Personenregister
- 3. Abbildungsverzeichnis