Ein jüdischer Artusritter
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Ein jüdischer Artusritter

Studien zum jüdisch-deutschen »Widuwilt« (»Artushof«) und zum »Wigalois« des Wirnt von Gravenberc

  1. 472 Seiten
  2. German
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Ein jüdischer Artusritter

Studien zum jüdisch-deutschen »Widuwilt« (»Artushof«) und zum »Wigalois« des Wirnt von Gravenberc

Über dieses Buch

Die Arbeit setzt sich mit dem einzigen erhaltenen Artusroman in jüdisch-deutscher Sprache (»Widuwilt«/»Artushof«) und seinem Verhältnis zum »Wigalois« des Wirnt von Gravenberc auseinander. Im Mittelpunkt stehen Fragen eines deutsch-jüdischen bzw. jüdisch-deutschen Literaturtransfers sowie Aspekte der Rezeptions- und Wirkungsgeschichte des jüdisch-deutschen »Widuwilt« und »Artushof«. Ausgehend von der These, derzufolge Juden "fremde" Texte nach ihren spezifischen Bedürfnissen veränderten, erhebt sich die Frage, warum ein gerade so dezidiert christlicher Roman wie »Wigalois« von Juden rezipiert wurde. Es läßt sich zeigen, daß die Kürzungen und inhaltliche Modifikationen der jüdisch-deutschen Überlieferung darauf abzielen, den Protagonisten als einen "jüdischen Artusritter" erscheinen zu lassen. Im aschkenasischen Raum existierte nämlich bereits im 14./15. Jahrhundert eine jüdische Oberschicht, die Kontakt zur nichtjüdischen Umwelt pflegte und Literatur als Mittel der gesellschaftlichen Partizipation bzw. der Repräsentation nutzte. Mit der Verbreitung der Drucke weitete sich auch der Rezipientenkreis des »Artushof«. Die jüdisch-deutsche Erzähltradition wurde seit dem 17. Jahrhundert von deutscher Seite rezipiert, so von Johann Christof Wagenseil, Johann Ferdinand Roth und Ludwig Uhland. Die parallel zur »Wigalois«-Rezeption existierende »Widuwilt«/»Artushof«-Rezeption verdeutlicht, daß es sich bei der Wirkungsgeschichte der Texte um ein Phänomen von langer Dauer handelt.

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Information

Jahr
2015
ISBN drucken
9783484651326
eBook-ISBN:
9783110944259

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorbemerkung
  2. 1 Einleitung
  3. 1.1 Ein ›deutsches‹ Buch in ›jüdischem Gewand‹?
  4. 1.2 Warum jüdisch-deutsch? Zur Definition eines heuristischen Terminus
  5. 2 Die Texte im Spiegel der Überlieferungs- und Forschungsgeschichte
  6. 2.1 Widuwilt und Artushof
  7. 2.1.1 Handschriften und Drucke
  8. 2.1.2 Der Artushof in Wagenseils Belehrung der Jüdisch-Teutschen Red- und Schreibart (1699)
  9. 2.1.3 Positionen der Forschung
  10. 2.1.4 Datierung und literarhistorischer Stellenwert des Widuwilt/Artushof
  11. 2.1.5 Die Frage nach der Verfasserschaft
  12. 2.1.6 Die Suche nach der Quelle des Widuwilt/Artushof
  13. 2.1.7 Struktur und Motive der Romane
  14. 2.1.8 Spielmannsliteratur und Aufführungspraxis
  15. 2.1.9 Manifestationen des ›Jüdischen‹ in Widuwilt und Artushof
  16. 2.2 Wigalois
  17. 2.2.1 Zur Rezeptionsgeschichte des Wigalois
  18. 2.2.2 Die Wigalois-Foxsänung im Aufriß
  19. 3 ›Ghetto‹ oder ›Symbiose‹? Überlegungen zur Rezeption höfischer und populärer volkssprachlicher Literatur in jüdischen Kontexten
  20. 3.1 Jüdisch-deutsche Texte im Spannungsfeld von Ausgrenzung und Akkulturation
  21. 3.2 Soziale und literarische Kontakte zwischen Juden und Nichtjuden
  22. 3.3 Der Festsaal der Frau Minne in Zürich
  23. 3.4 Der Widuwilt/Artushof - ein Kuriosum?
  24. 4 Vergleichende Analyse von Widuwilt/Artushof und Wigalois
  25. 4.1 Inhaltliche Parallelen und Unterschiede der Texte
  26. 4.1.1 Erster Erzählabschnitt: Die Vorgeschichte
  27. 4.1.2 Die Jugend der Protagonisten
  28. 4.1.3 Zweiter Erzählabschnitt: Die Bewährungs-âventiuren
  29. 4.1.4 Dritter Erzählabschnitt: Die Zentral-âventiure
  30. 4.1.5 Vierter Erzählabschnitt: ›Happy End‹ und Namur-Episode
  31. 4.2 Die Prologe
  32. 4.2.1 Artushof
  33. 4.2.2 Wigalois
  34. 4.3 Überlegungen zur Bearbeitungstechnik und Kürzungstendenz im Widuwilt/Artushof
  35. 4.3.1 Inszenierungen der Erzählinstanz in Widuwilt/Artushof und Wigalois
  36. 4.3.2 Religiöse und moralische Bemerkungen
  37. 4.4 Einzelne Episoden und Motive im Vergleich
  38. 4.4.1 sit und reht: Brauchtum am Artushof
  39. 4.4.2 Die Gürtel-Episode
  40. 4.4.3 Jorams Glücksrad und die Tilgung des Motivs im Widuwilt/Artushof
  41. 4.4.4 Die Tugendstein-Episode
  42. 4.4.5 Die unterschiedliche Charakterisierung und Genealogie der Protagonisten: Familienthematik als Schlüssel zur Textstruktur?
  43. 4.4.6 Der Raub des Schönheitspreises und die Hojir-Episode
  44. 4.4.7 Das brennende Land
  45. 4.4.8 Drachenkampf-Episode und Ohnmachtszene
  46. 4.4.9 Die Fischer-Episode
  47. 4.4.10 Ruel und die Riesenmutter
  48. 4.4.11 Funktionsverlust des Schwertrads von Korntin
  49. 4.4.12 Der Teufelsbündler Roaz und der starke Riese im Widuwilt/Artushof
  50. 4.4.13 ›Kreuzzugstendenz‹ und Namur-Episode. Überlegungen zur Schluß-âventiure des Wigalois
  51. 4.5.14 Hochzeit und Herrschaft
  52. 5 Zur Wirkungsgeschichte des Widuwilt/Artushof
  53. 5.1 Jüdisch-deutsche Literatur in der (frühen) Neuzeit: Jüdischdeutsche ›Volksbücher‹ und europäische Erzähltraditionen
  54. 5.2 HJSTORJE oder moralische erzehlung - Widwilt in China
  55. 5.3 Der Artushof im Norden: Daniel Emst Wagners Erzehlungen aus dem Heldenalter teutscher Nationen (1780)
  56. 5.4 Vom Könige Artus und dem bildschönen Ritter Wieduwilt Ein Ammenmärchen (1786)
  57. 5.4.1 Das Ammenmärchen - ein Ammenmärchen?
  58. 5.4.2 Der Anonymus: Johann Ferdinand Roth
  59. 5.4.3 Die Konzeption des Ammenmärchens
  60. 5.4.4 Nachtstücke: Abendstündchen mit Wieduwilt
  61. 5.5 Ludwig Uhlands Gedicht Ritter Wieduwilt
  62. 6 Ergebnisse und Perspektiven
  63. 7 Literaturverzeichnis
  64. 7.1 Texte
  65. 7.2 Lexika, Kataloge, Hilfsmittel
  66. 7.3 Forschungsliteratur
  67. 8 Personen- und Werkregister