
Vorstudien zu Vorsatz und Irrtum im Völkerstrafrecht
Versuch einer Elementarlehre für eine übernationale Vorsatzdogmatik
- 707 Seiten
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Vorstudien zu Vorsatz und Irrtum im Völkerstrafrecht
Versuch einer Elementarlehre für eine übernationale Vorsatzdogmatik
Über dieses Buch
Strafrecht ist nicht mehr die ausschließliche Angelegenheit nationaler Gesetzgebung. Völkerstrafrecht hat sich als neues Rechtsgebiet etabliert; die Europäisierung hat auch das Strafrecht erreicht. Die bislang in den Grenzen des jeweiligen nationalen Rechts zu denken gewohnte Strafrechtswissenschaft steht nun vor neuen Aufgaben der Analyse und Systematisierung, die zuerst die methodischen Bedingungen der Rechtsvergleichung betreffen.
Übernationales Strafrecht ist Gegenstand eines übernationalen wissenschaftlichen und rechtspolitischen Diskurses, in dem inkompatible nationale Begriffe nur zu babylonischer Sprachverwirrung führen. Nötig ist daher eine autonome, nicht von den heimischen Sehgewohnheiten vorgeformte Perspektive auf die Strukturen strafrechtlicher Regelung. Für Vorsatz und Irrtum wird hier versucht, die Elemente subjektiver Zurechnung in einem möglichst neutralen analytischen Instrumentarium zu erfassen als Vorbedingung einer völkerstrafrechtlichen Vorsatzdogmatik und der dafür unabdingbaren Rechtsvergleichung. Zu klären ist dabei auch der Beitrag der analytischen Philosophie und kognitiven Psychologie zur strafrechtlichen Begriffsbildung.
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Information
Inhaltsverzeichnis
- A. Einführung
- I. Völkerstrafrecht
- 1. Begriff
- 2. Rechtsentwicklung
- II. Problemaufriß: „Vorsatz“ und „Irrtum“ im Völkerstrafrecht
- 1. „Vorsatz“
- 2. Irrtümer
- III. Methodische Vorgaben für völkerstrafrechtliche Untersuchungen und Ziel dieser Arbeit
- B. Funktionale Methodik des Völkerstrafrechts
- C. Analytisches Feld zu den Rechtsbegriffen von „Vorsatz“ und „Irrtum“
- I. Assertorischer und präskriptiver Begriffsgebrauch
- 1. Assertorischer Gebrauch
- 2. Präskriptiver Gebrauch
- 3. Bindung an außerrechtliche Strukturen?
- II. Referenz von „Vorsatz“
- 1. Philosophie des Geistes
- 2. Recht und Psychologie
- 3. Zum Verhältnis von Philosophie des Geistes, Kognitionswissenschaften, Alltagstheorien und Strafrecht
- 4. Recht und Soziologie
- III. Ausgewählte Handlungsmodelle
- 1. Naive Verhaltenstheorien
- 2. Philosophische Handlungsmodelle
- 3. Rechtliche Handlungsbegriffe
- IV. Objektive und subjektive Tatseite
- V. Elemente des „Vorsatzes“
- 1. Voluntas, animus (Wille, Wollen, Absicht; will, intention, purpose)
- 2. Scientia, cognitio (Wissen, Kenntnis; knowledge, awareness, consciousness, foresight)
- 3. Kombinationen von Voluntas und Scientia, Hierarchien subjektiver Elemente
- 4. Untergrenze des „Vorsatzes“
- 5. Bedingtes Wollen – Conditional intention
- 6. Fehlende Kenntnis und Fehlvorstellungen : Unkenntnis und Irrtum (ignorantia, ignorance; error, erreur, errore, mistake, owuϬka)
- 7. Zeitliche Koinzidenz – Principle of concurrence/contemporaneity
- VI. Teleologie des Vorsatzes
- 1. Begründungen für die hervorgehobene Bestrafung
- 2. Teleologie der Irrtumslehre
- VII. Verbrechenssystematik und Begriffsmechanik
- ANHANG: Zur Dogmengeschichte von Vorsatz und Irrtum im Strafrecht
- I. Erfolgshaftung?
- II. Altes Testament
- III. Qur’ân
- IV. Die Aristotelische Ethik
- V. Römisches Recht
- 1. Dolus
- 2. Irrtum
- VI. Kanonisches Recht
- 1. Voluntas/Dolus
- 2. Versari in re illicita
- 3. Irrtumslehre
- 4. Die Zurechnungs- und Irrtumslehre bei Thomas von Aquin
- VII. Die gemeinrechtliche Doktrin
- 1. Dolus
- 2. Irrtum
- VIII. Die naturrechtliche Imputationslehre
- IX. Vom gemeinen deutschen Recht bis zum RStGB
- 1. Dolus
- 2. Tatirrtum
- 3. Rechtsirrtum
- X. Nationale Kodifikationen
- 1. Deutsche Partikularrechte
- 2. Österreich
- Literaturverzeichnis
- Materialien, Normtexte
- Abkürzungen
- Besondere Zitierweisen
- Register