
Das doppelte Erhabene
Eine Argumentationsfigur von der Antike bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts
- 420 Seiten
- German
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Das doppelte Erhabene
Eine Argumentationsfigur von der Antike bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts
Über dieses Buch
Im Kontext der Debatten um die Postmoderne erlebte die Kategorie des "Erhabenen" seit den 1980er Jahren einen beispiellosen Aufstieg. Als Kehrseite des Schönen ist das Erhabene seither aus keiner ästhetiktheoretischen Debatte mehr wegzudenken. Bezeichnend ist allerdings, daß sich die Diskussion meist auf die Theorien Edmund Burkes und Kants aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts beschränkt hat. Was fehlt, ist eine Darstellung der Geschichte des Erhabenen in der Frühen Neuzeit. Diese Forschungslücke möchte die Studie füllen. In sechs Kapiteln rekonstruiert sie die Geschichte des Erhabenheitsbegriffs von der Erstedition des Traktates von Ps.-Longin im 16. Jahrhundert bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Sie geht von der These aus, daß für die Geschichte des Erhabenen vor Burke und Kant nicht die Dichotomie des "Schönen" und "Erhabenen", sondern der Widerstreit zweier gegensätzlicher Konzepte des Sublimen prägend ist: das Erhabene in der Tradition des Ps.-Longin und der erhabene Stil im Rahmen der Dreistillehre der klassischen Rhetorik. Von dieser Opposition eines "doppelten Erhabenen" ausgehend, werden wesentliche Stationen einer spezifisch "modernen" Emanzipation des Erhabenen aus rhetorischen Traditionen dargestellt. Die Studie argumentiert dabei komparatistisch und bezieht insbesondere die Diskussion in Frankreich und England mit ein.
Häufig gestellte Fragen
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Information
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- I. >Rhetorical< und >natural sublime< - Zur Forschungsdiskussion ..
- II. Longin und der frühneuzeitliche Rhetorik-Diskurs
- III. Simplizität und Sublimität - Aspekte eines ästhetischen Diskurses
- 1) Theoriegeschichtliche Grundlagen
- 2) Synkretistische Stiltypologien: Die Ideenlehre des Hermogenes im Kontext der frühneuzeitlichen Rhetorik
- 3) >Theorhetor<: Das Erhabene und die Simplizität der Bibel
- 4) >Passion<, >Poetry<, >Sublimity<: Robert Lowths Interpretation der >hebräischen Poesie<
- 5) >La quereile du Fiat lux<
- 6) Anmerkungen zur Rezeption der quereile du fiat lux in Deutschland
- IV. Longin-Rezeption im Deutschland der Aufklärung: Boileau und die Folgen
- 1) Argutia-Poetik, galante Stil-Konzepte und die Aufwertung des ingenium
- 2) Einfachheit und Erhabenheit im Umkreis der >Schweizer< (Bodmer/Breitinger, Pyra, Sulzer)
- 3) Erhabenheit und Scharfsinn: Gottscheds Stilartenlehre und das Problem der Regeln
- 4) Autor statt Text: Longins imitatio-Konzeption und ihre Rezeption bei Klopstock
- V. >Simplicity< und >Sublimity< im britischen Theoriekontext
- 1) >The Longinian Tradition< und >Eighteenth-Century Ciceronianism< (John Ward)
- 2) >Uniformity< und >Simplicity< – Veränderungen des Erhabenheitsbegriffs um die Jahrhundertmitte
- 3) Rhetorikkritik im Rhetoriklehrbuch: Hugh Blair
- VI. Das Naive und das Erhabene in der Spätaufklärung
- Schluß: Traditionsbruch und >Selbstgefühl<
- Literaturverzeichnis
- Verzeichnis der Siglen und Abkürzungen
- Quellen
- Forschungsliteratur
- Anhang: Editionen, Kommentare und Übersetzungen von Ps.-Longin