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Nationalsozialistische Judenverfolgung in Ostgalizien 1941-1944
Organisation und Durchführung eines staatlichen Massenverbrechens
- 455 Seiten
- German
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- Über iOS und Android verfügbar
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Nationalsozialistische Judenverfolgung in Ostgalizien 1941-1944
Organisation und Durchführung eines staatlichen Massenverbrechens
Über dieses Buch
Trotz eines halben Jahrhunderts Holocaust-Forschung ist das Geschehen an den konkreten Tatorten des Massenmordes in Polen und in der Sowjetunion immer noch wenig erforscht. Die Juden in Ostgalizien sind vor allem durch ihre hervorragenden Kulturleistungen bekannt geworden. Dafür stehen Namen wie Joseph Roth und Manès Sperber. Völlig unbekannt hingegen sind die Geschehnisse unter deutscher Besatzung, als diese Volksgruppe, die über eine halbe Million Menschen zählte, in weniger als drei Jahren erbarmungslos ausgerottet wurde. Dieter Pohl zeichnet in seiner Studie die Organisation und Durchführung dieses Massenverbrechens detailliert nach. Er kann sich dabei auf eine Fülle von Aktenmaterial stützen, denn die Täter haben mehr Dokumente hinterlassen, als man bisher vermutet hat. Der Autor hat umfangreiche Recherchen in deutschen und in den zugänglich gewordenen osteuropäischen Archiven durchgeführt und darüber hinaus die gesamte, oft zu wenig beachtete, osteuropäische Forschungsliteratur verarbeitet. Die umfangreichen Akten aus den Ermittlungsverfahren, die nach 1945 durchgeführt wurden, erlauben eine differenzierte Darstellung des Verhaltens der am Massenmord Beteiligten. Der Autor schildert, wie ein zahlenmäßig schwacher deutscher Besatzungsapparat der jüdischen Minderheit alle Lebensgrundlagen entzog und die Polizei in enger Zusammenarbeit mit der Zivilverwaltung und anderen Behörden den Massenmord durch Erschießungen und Deportationen in Vernichtungslager organisierte. Die Täter handelten zwar nach Vorgaben aus Berlin, hatten jedoch große Handlungsspielräume vor Ort. Kennzeichnend ist die breite Beteiligung des Personals der Besatzungsherrschaft am Morden, das keineswegs nur das Geschäft weniger Spezialeinheiten war. Entscheidende Bedeutung für die Radikalisierung des Antisemitismus hatte die korrupte, von Entbürokratisierung und Improvisation gekennzeichnete Besatzungsherrschaft. Der Autor kann nachweisen, daß von einer Geheimhaltung der "Endlösung" keine Rede sein kann. Vielmehr waren die Morde im Osten weithin bekannt, genaue Informationen drangen ins Reich und in die ganze freie Welt.
Häufig gestellte Fragen
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Information
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Einleitung
- I. Die ostgalizischen Juden und die nationalsozialistische Judenverfolgung vor dem deutschen Einmarsch 1941
- 1. Die Juden in der ostgalizischen Gesellschaft
- 2. Die Ostjuden als Opfer von Antisemitismus und nationalsozialistischer Judenverfolgung bis Juni 1941
- II. Die Besatzungsorganisation und die Anfänge der Judenverfolgung in Ostgalizien von Juni bis September 1941
- 1. Die Judenverfolgung unter der Militärherrschaft Juni/Juli 1941
- Die Zahl der ostgalizischen Juden unter deutscher Herrschaft
- Ostgalizien unter Militärverwaltung
- Die Einsatzgruppen
- Die Pogrome
- Die Massenmorde der SS- und Polizeieinheiten
- Wehrmacht und Einsatzgruppen- Morde
- 2. Der Besatzungsapparat im Distrikt Galizien
- Die Zivilverwaltung
- Der SS- und Polizeiapparat
- Andere Institutionen
- Die Mechanismen der Besatzungsherrschaft
- 3. „Judenpolitik“ und Terror im Distrikt Galizien
- Die Ziele der Besatzungspolitik in Ostgalizien 1941
- Die Beherrschung der jüdischen Minderheit
- Der Terror gegen Juden und Nichtjuden im Distrikt Galizien
- Die Zerstörung der Existenzgrundlage der jüdischen Minderheit
- Zwangsarbeit für deutsche Dienststellen und Betriebe
- Die pervertierte „Normalität der Judenpolitik“
- III. Der Übergang zur „Endlösung“ von Oktober 1941 bis Juni 1942
- 1. Judenmord, Gettos und Lager ab Oktober 1941
- Zäsur Oktober 1941: Der Übergang zum Völkermord
- Die ersten Gettos im Distrikt
- Kriegswichtige Arbeit und Vernichtung - die Anfänge der Lager
- Zwischen dem Generalgouvernement und den Ostgebieten
- Christliche Bevölkerung und Juden bis Anfang 1942
- 2. Die ersten Deportationen im Distrikt Galizien im Frühjahr 1942
- Die Vorbereitung der Deportationen
- Die „März-Aktion“ im Lemberger Getto
- Die „Umsiedlungen“ in den Kreisen im Frühjahr 1942
- Die Vorbereitung der „Endlösung“ Mai-Juli 1942
- IV. Die Vernichtung der jüdischen Gemeinden von Juli 1942 bis Juni 1943
- 1. Die Deportationen aus dem Distrikt Juli-Dezember 1942
- Steuerung und Organisation
- Die „August-Aktion“ in Lemberg
- Die Mordaktionen in den Kreisen Juli-September 1942
- Die „zweite Welle“ der Deportationen Oktober-Dezember 1942
- Die Lage um die Jahreswende 1942/43
- 2. Die Massenerschießungen und die Auflösung der Gettos 1943
- Die Wiederaufnahme der Massenmorde Anfang 1943
- Die Forcierung der Morde im April 1943
- Die Auflösung der letzten Gettos Ende Mai/Juni 1943
- Die Versetzung Katzmanns
- V. Die Mordaktionen, das „ Besatzungs-Klima“ und die Zwangsarbeitslager während der „Endlösung“
- 1. Die Organisation „der Endlösung“ in Ostgalizien
- Die Organisation des Judenmordes in den Dienststellen
- Die Durchführung der Getto-Räumungen
- Das Eigentum der ermordeten Juden
- Die Einstellung der Täter
- 2. Judenmord und Öffentlichkeit
- Judenmord und deutsche Öffentlichkeit im Distrikt
- Die Reaktion der ukrainisch-polnischen Gesellschaft auf die „Endlösung“ 1942/43
- Die Verbreitung der Nachrichten von der „Endlösung“ über Ostgalizien hinaus
- 3. Die Zwangsarbeit in der „Endlösung“
- Die Struktur des Lagers Lemberg-Janowskastraße 132/134
- Die Lager an der Durchgangsstraße IV
- Die übrigen Lager nach Oktober 1942
- Die Zwangsarbeitslager und die „Endlösung“
- Die Ermordung der Lagerhäftlinge Juni/Juli 1943
- VI. Nach den großen Massakern
- 1. Der Judenmord im letzten Jahr der deutschen Herrschaft
- Die Auflösung der letzten Lager
- Jagd auf versteckte Juden und ihre Retter
- Die Juden in den Wäldern und der Partisanenkrieg
- Sonderkommando 1005
- Rückoberung Ostgaliziens März-August 1944
- 2. Folgen
- Die überlebenden Opfer
- Die Täter
- Der Judenmord in der westukrainischen Erinnerung
- Zusammenfassende Schlußbetrachtung
- Biographischer Anhang
- Abkürzungen
- Quellen und Literatur
- Personenregister
- Ortsregister
- Karte