Verheißung der Bilder
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Verheißung der Bilder

Das andere Medium in der Literatur um 1900

  1. 411 Seiten
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Verheißung der Bilder

Das andere Medium in der Literatur um 1900

Über dieses Buch

Die Literatur der Moderne um 1900 lässt sich in produktiver Weise herausfordern von einer Medienkonkurrenz, die sich als ikonische Wende im Verhältnis der Bilder zum kulturellen Leitmedium der Schrift beschreiben lässt. Gerade weil ein geschärftes Bewusstsein für die mediale Eigenlogik der Künste die Sphären des Sprachlichen und des Visuellen trennt, wird das Nachbarmedium des Bildes für die Literatur als das Andere ihrer selbst attraktiv. Am Beispiel Hugo von Hofmannsthals, Rainer Maria Rilkes und Robert Musils rekonstruiert die Studie die diskursiven und wissensgeschichtlichen Kontexte der literarischen Bildreflexionen. Sie reichen von der Kunstgeschichte über die Wahrnehmungsphysiologie und Psychopathologie bis zur Kulturanthropologie und Sprachphilosophie. Gerade die Schnittstellen zwischen anthropologischen und medialen Bildphänomenen werden auf ihre literarischen Ausdrucksmöglichkeiten hin befragt. Darüber hinaus geht es der vorliegenden Studie aber vor allem um die Darstellung der poetologischen Konsequenzen, die sich aus der medialen Transgressionslust der Literatur ergeben. Sie stellt sich damit auch der grundsätzlichen Frage, was Bilder in der Literatur jenseits des Klischees der Anschaulichkeit gerade in der Moderne sein können. Im Spannungsfeld von Sprache und Bild lassen sich innovative literarische Strategien ausmachen. In der vermeintlichen Entäußerung an ein fremdes Medium konturiert die Literatur somit ihre genuinen Mittel, Bildobsession wird literarisch produktiv.

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Information

Jahr
2012
ISBN drucken
9783484181809
eBook-ISBN:
9783110928686

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
  2. I. Bildverheißung: Poetologische Konsequenzen medialer Grenzgängigkeit
  3. Sprachdramen: Schwellen/Dämme (Der >Brief< des Lord Chandos)
  4. Die literarische Verheißung der Bilder: Mediale Herausforderung an die Sprache
  5. Ikonische Wende: Die Rückkehr der Bilder
  6. Semiotische Experimente und Bildobsessionen: Zum Beispiel >Elektra<
  7. Vernetzungen: Innere und äußere Bilder
  8. Peripherisches Sehen und hypnagoge Bilder
  9. Starre Blicke: Kreativer Schwindel
  10. Limesgestalten: Literatur und Wissen oder das Bildwissen der Literatur
  11. Verwischte Grenzen: Poetik des Übergänglichen
  12. II. »Vor Cezanne, vor Van Gogh zu lernen« – Die Faszination des anderen Mediums
  13. Pathos der stummen Dinge
  14. Blendung und Epiphanie: Das Erlebnis des Sehens
  15. Der Weltzweifel und die »kolossale Wirklichkeit« der Bilder
  16. Klaffende Augen: Subjekdose Blicke und das Glück der Verschmelzung
  17. »Wendung« zum Material
  18. III. Über Bilder schreiben: Die Mediendifferenz als Problem der Kunstphilosophie und der literarischen Kunstkritik
  19. 1. »Unvereinbarkeit zweier Kunstwelten« – Mediale Ausdifferenzierung in der Kunsttheorie der Moderne
  20. Das Schweigen des Bildes und die Fremdheit der Sprache
  21. Sprachlose Sichtbarkeit: Konrad Fiedlers dissoziative Anthropologie und ihre Aporien
  22. Das Bild als das Andere der Sprache: Julius Meier-Graefe und die »Reinigung der Mittel«
  23. Die Sprache als das Andere des Bildes: Fiedlers Konzept der Ausdruckssprache und Theodor A. Meyers >Stilgesetz der Poesie<
  24. 2. Probleme der Versprachlichung von Bildern zwischen Kunstwissenschaft und Kunstliteratur
  25. Alräunchenmagie des Kritikers (Pater, Hofmannsthal, Meier-Graefe)
  26. Palimpseste oder das Lächeln der >Gioconda<: Literarische Techniken der Kunstbeschreibung
  27. IV. Die farbige Entrückung der Sprache: Textdramen der Sichtbarkeit
  28. 1. Sprachspiele um das letzte Bild: >Der Tod des Tizian<
  29. Gespiegelte Blicke
  30. Leben schaffen im Bild: Das Rätsel des Schöpfungsaugenblicks
  31. Tizians Jünger – Syndrom des Missverstehens
  32. Schönheit in der Verhüllung - Mediale Umschriften
  33. Aufschub in Permanenz: Der Prolog
  34. Vermischungen: Das Infinite der Sprache in Gianinos Monolog
  35. 2. Farbendelirien und Sprachverflüssigung: Eine mediale Reflexionsfigur bei Hofmannsthal (1902–1907)
  36. Farbige Übergänge
  37. Farbe als Grenzwert der Sprache
  38. Farbenlehren für den Dichter: Hofmannsthal und Goethes >Farbenlehre<
  39. Pathos der Farben: >Die Briefe des Zurückgekehrten< ...
  40. Farben, Brüder der Schmerzen – An den Grenzen des Körpers
  41. 3. »In einem Jenseits von Farbe« – Die Farben, die Dinge und die Wörter in Rilkes >Neuen Gedichten< und den >Briefen über Cézanne<
  42. Rilkes geschriebene Dinge
  43. Text-Augen oder die Blindheit des Gedichts
  44. Aus Farben Dinge machen
  45. Blau, ephemer (>Briefe über Cézanne<, >Blaue Hortensie<)
  46. Verschwinden/Verschwenden: >Das Karussell<
  47. V. Evidenz im Verworrenen: Poetik des Visionären
  48. 1. Das doppelte Gesicht der Dinge: Die inneren Bilder und die Schrift bei Hofmannsthal und Musil
  49. »... in einer fliegenden vagen Bildersprache« - Bild und Schrift in Hofmannsthals allegorischer Novelette >Das Glück am Weg<
  50. Der >bunte Glanz< der Bilder und der >Aschenregen< der Schrift - Törleß' >Verwirrungen<
  51. Flimmernde Bilder: Die Medienmetapher des Kinematographen und die Kino-Ästhetik Musils und Hofmannsthals
  52. 2. Anthropologie der inneren Bilder: Eine physiologische Diskussion mit poetologischer Relevanz
  53. Endogene Bilder des Bewusstseins: Neuronale Bildprojektion, >unbewusste Schlusses >Logik des Traums< (Helmholtz, Tylor, Nietzsche)
  54. An der Schwelle zur Bedeutung: Hypnagoge Bilder
  55. 3. Helldunkel – Elektras Schattenbilder oder die Grenzen der semiotischen Utopie
  56. »Leibhaftige Zeichen«? - Eine semiologische Lesart der >Elektra<
  57. Gleißende Schatten: Die Lichtregie visionärer Überschreitung (>Elektra<, >Die Bühne als Traumbilds Rembrandt)
  58. Schattierungen eines Farbtons: Die Figurenkonstellation
  59. Epilog
  60. Siglenverzeichnis
  61. Literaturverzeichnis
  62. 1. Quellen
  63. 2. Forschung
  64. Register
  65. 1. Personenregister
  66. 2. Werkregister