
Sprichwortbild und Sprichwortschwank
Zum illustrativen und narrativen Potential von Metaphern in der deutschsprachigen Literatur um 1500
- 414 Seiten
- German
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Sprichwortbild und Sprichwortschwank
Zum illustrativen und narrativen Potential von Metaphern in der deutschsprachigen Literatur um 1500
Über dieses Buch
Um 1500 floriert ein poetisches Verfahren, das Metaphern von Sprichwörtern nutzt, um daraus Holzschnitte oder Erzählungen zu gewinnen. Es bildet sich die neue Gattung des Sprichwortbilder-Buchs. Exemplarisch wird dafür das berühmte Narrenschiff analysiert. Ein narratives Pendant ist der Ulenspiegel, dessen Schwänke komplett auf Sprichwörtern fußen. Narrative und piktoriale Varianten gehören zu demselben Verfahren, was intertextuelle Bezüge belegen. Das Verfahren wird u.a. satirisch genutzt, die Sprichwortbilder aber auch mnemonisch oder als Rebus. Rezipienten sind neben dem "Volk" Bürger, Gelehrte und Adlige. Die literarischen Bezüge sind vielfältig: zum illustrierten Flugblatt, zur Hieroglyphik und Emblematik oder zur Menippea.
Das literarhistorische Thema wird erstmals in systematischer Grundlegung und umfassender Synopse behandelt.
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Information
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- I. Einleitung
- II. Beschreibung eines Verfahrens: die metaphorische Inversion
- III. Das Sprichwortverständnis um 1500 – ein Problemaufriß
- 3.1 Die Notwendigkeit eines historischen Sprichwortverständnisses
- 3.2 Metaphorizität
- 3.3 Obscuritas
- 3.4 Das Sprichwort als lex und moralphilosophisches praeceptum der Lebensführung
- 3.5 Volk oder Parömiothet?
- 3.6 Gassen- gegen göttliche Weisheit
- 3.7 Umlauf und Geläufigkeit
- 3.8 Das „silenische Wesen“ der Sprichwörter: die Apologie des ‚Barbarischen‘ und Häßlichen
- IV. Die piktoriale metaphorische Inversion des Sprichworts: das satirische Sprichwortbilder-Buch
- 4.1 Die französischen Sprichwortbilder-Bücher an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert
- 4.2 Ein deutsches Sprichwortbilder-Buch: Sebastian Brants Narrenschiff (1494)
- 4.3 Ein kurzer Ausblick: Nachfolger der Sprichwortbilder-Bücher
- V. Ein geistesgeschichtlicher Hintergrund: die Kontamination der Sprichwörter mit den pythagoreischen Symbola
- 5.1 Kontamination in den humanistischen Sprichwörtersammlungen
- 5.2 Was am Herzen nagt: von der Kontamination zur Bildfeldverschmelzung
- 5.3 Die ‚neuen‘ Symbola
- 5.4 Bildersprachen: Hieroglyphen, Symbola und Sprichwortpiktualisierungen
- 5.5 Exkurs: eine ikonographische interpretatio pythagorica proverbialer Motive Brants
- 5.6 Die Sprichwortpiktualisierung als ‚volkstümliche‘ Bildersprache?
- VI. Die narrative metaphorische Inversion des Sprichworts
- 6.1 Das Sprichwort und narrative Kurzformen
- 6.2 Beim Sprichwort genommen: der Ulenspiegel (1515)
- 6.3 Die interpretatio menippea Eulenspiegels: Fischarts Eulenspiegel reimensweis (1572)
- 6.4 Ein Ausblick: das Laiebuch – vom Sprichwort zum Roman
- Material-Anhang
- Sprichwörter-Register
- Sprichwortbilder
- Literaturverzeichnis
- Personenregister