
Deutschsprachiges Musiktheater im späten 18. Jahrhundert
Typologie, Dramaturgie und Anthropologie einer populären Gattung
- 955 Seiten
- German
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Deutschsprachiges Musiktheater im späten 18. Jahrhundert
Typologie, Dramaturgie und Anthropologie einer populären Gattung
Über dieses Buch
In der 'Sattelzeit' des späten 18. Jahrhunderts bildete das deutschsprachige Musiktheater in seinen vilefältigen Formen den erfolgreichsten Bestandteil der Theaterpraxis. Das Musiktheater als besonders wirksame Art der Öffentlichkeitsstiftung und Diskursbündelung ermöglicht daher einen besonders guten Einblick in die Medienkrise und den anthropologischen Wandel im späten 18. Jahrhundert. Gerade die körperliche Produktion und die sinnliche Rezeption des Musiktheaters (im Zusammenspiel verschiedener Formen optischer und akustischer Sinneswahrnehmungen) verleihen dieser Gattung bei den Zeitgenossen paradigmatische Funktion für das Verständnis menschlicher Subjektivität, Sinnlichkeit und Emotionalität. Das Musiktheater als frühe massenmediale Form lässt dabei einen Prozess wechselseitiger Assimilation 'bürgerlicher' und höfischer Wertordnungen und Diskurse erkennen – einen Prozess, der für die weitere gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands im 19. Jahrhundert äußerst signifikant erscheint.
Die Studie untersucht diese anthropologische Dimension des Musiktheaters unter kulturwissenschaftlichen Fragestellungen. Sie enthält einen typologischen Überblick über die Rahmenbedingungen der multimedialen Gattung und ihre diachronen Veränderungen, paradigmatische Analysen des Zusammenhangs von Dramaturgie und Anthropologie anhand ausgewählter Werke, einen Abriss der zeitgenössischen Theorie des Genres sowie ein umfassendes Verzeichnis aufgeführter deutschprachiger Originalwerke (1760–1800).
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Information
Inhaltsverzeichnis
- Abkürzungen
- AUSGANGSPUNKTE
- 1. Voraussetzungen und Erkenntnisinteresse
- 2. Das deutschsprachige Musiktheater als Massenkunst
- 3. Musiktheater und Sprechtheater
- 4. Zum wissenschaftlichen Kontext
- ERSTER TEIL Typologie des deutschsprachigen Musiktheaters
- 1. Rahmenbedingungen: Typologien
- 2. Zur Korpusbildung
- ZWEITER TEIL Dramaturgie und Anthropologie im deutschen Musiktheater
- 1. Das sächsische Singspiel als empfindsame Leitgattung. Christian Felix Weiße/Johann Adam Hiller: ›Die Jagd‹ (1770)
- 2. Sinnlichkeit und Sozialität: ›Alceste‹ von Wieland und Anton Schweitzer (1773)
- 3•Höfischer Shakespeare? Herders ›Brutus‹ (1772–1774)
- 4. Aporien der Empfindsamkeit. Das Melodram als Modegattung
- 5. Die Starrheit der Könige: ›Günther von Schwarzburg‹ von Anton Klein und Ignaz Holzbauer (1777)
- 6. »Welcher Wechsel herrscht in meiner Seele« – Dramaturgie und Anthropologie in der ›Entführung aus dem Serail‹
- 7. Sinnlichkeit und Kunstcharakter: Goethes Dramaturgie als Selbstreflexion des Musiktheaters
- 8. Die Ordnung der Gefühle. Schikaneder/Mozart: ›Die Zauberflöte‹ (1791)
- 9. Anthropologie und Dramaturgie im deutschen Musiktheater
- DRITTER TEIL Reflexionsprozesse. Probleme der Poetologie und Gattungstheorie
- 0. Poetologie als Problemgeschichte
- 1. Voraussetzungen: »Kritische Poetik«, »Mimesis«-Doktrin und Sittlichkeitsanspruch
- 2. »Empfindung«. Veränderungen der rationalistischen Konzeptionen nach 1750
- 3 »Individualität«. Radikalisierungen und Aporien der empfindsamen Position
- 4. »Ästhetische Autonomie«. Renormierungen der 1790er Jahre
- VIERTER TEIL Dokumentation
- Verzeichnis aufgeführter deutscher Musiktheaterwerke 1760–1800
- Verzeichnis von Werken ohne Aufführungsbeleg
- ANHANG
- Datenblätter zu Teil II
- Bibliographie
- Register