
Die Farben der Herrschaft
Imagination, Semantik und Poetologie in heldenepischen Texten des deutschen Mittelalters
- 325 Seiten
- German
- PDF
- Über iOS und Android verfügbar
Die Farben der Herrschaft
Imagination, Semantik und Poetologie in heldenepischen Texten des deutschen Mittelalters
Über dieses Buch
Inszenierungen feudaladeliger Herrschaft, die in heldenepischen Texten des 12. und 13. Jahrhunderts ihren festen Platz haben, werden in dieser Studie erstmals systematisch mit Blick auf ihre Farb- und Glanzgestaltungen untersucht. Sprachliche Imaginationen von Farben und Glanz werden als kulturell erzeugte Konstrukte verstanden, die gesellschaftsrelevante Diskurse und Semantiken codieren. Im Schnittfeld von Ästhetik und Poetologie werden Farben hinsichtlich der Modi ihrer sprachlichen Evokation, ihrer Funktionen und Bedeutungen analysiert. Die überwiegend attributiv eingesetzten Farbzuschreibungen stehen dabei hauptsächlich in Verbindung mit Figuren und Räumen. In textnahen Lektüren untersucht Mareike Klein die Chromatik der frühen Texte Rolandslied und König Rother sowie der späteren Texte Willehalm und Herzog Ernst (B) unter Berücksichtigung von poetologischen, narratologischen und strukturellen Gesichtspunkten. Die jeweiligen Verwendungsweisen und Semantisierungen von Farben und Glanz ergeben sich im Zusammenspiel inter- sowie intratextueller Referenzsysteme: Die Autoren greifen auf Farbmuster und -semantisierungen zurück, wie sie etwa im theologisch-allegorischen Diskurs oder in gattungstypischen Schreibweisen vorgeprägt sind, um sie in eigener Weise zu akzentuieren. Die Farb- und Glanzgestaltung der Werke indiziert vor allem, in welcher Art und Weise Fragen nach Idealität, Legitimität und physischer Gewalt herrscherlichen Handelns im Rahmen kriegerischer Konflikte verhandelt werden. Während in den beiden frühen Texten die 'eigenen' gegenüber den 'anderen' Herrschern und ihrer Kollektive tendenziell affirmativ dargestellt sind, setzen die beiden späteren Werke auf kritische Akzentuierung. Die systematische Analyse des Farbdiskurses im heldenepischen Schreiben macht deutlich, dass und wie das Potential von Farbigkeit Herrschaft und ihre Folgen idealisieren oder problematisieren kann.
Häufig gestellte Fragen
- Elementar ist ideal für Lernende und Profis, die sich mit einer Vielzahl von Themen beschäftigen möchten. Erhalte Zugang zur Basic-Bibliothek mit über 800.000 vertrauenswürdigen Titeln und Bestsellern in den Bereichen Wirtschaft, persönliche Weiterentwicklung und Geisteswissenschaften. Enthält unbegrenzte Lesezeit und die Standardstimme für die Funktion „Vorlesen“.
- Pro: Perfekt für fortgeschrittene Lernende und Forscher, die einen vollständigen, uneingeschränkten Zugang benötigen. Schalte über 1,4 Millionen Bücher zu Hunderten von Themen frei, darunter akademische und hochspezialisierte Titel. Das Pro-Abo umfasst auch erweiterte Funktionen wie Premium-Vorlesen und den Recherche-Assistenten.
Bitte beachte, dass wir Geräte, auf denen die Betriebssysteme iOS 13 und Android 7 oder noch ältere Versionen ausgeführt werden, nicht unterstützen können. Mehr über die Verwendung der App erfahren.
Information
Inhaltsverzeichnis
- Dank
- I Einleitung
- II Farbimaginationen als literarästhetische und poetologische Strategien der Herrschaftsinszenierung in Rolandslied und König Rother
- III Farb- und Glanzattribuierungen von Heiden und Christen: Zur Problematisierung herrscherlicher Idealität in Wolframs von Eschenbach Willehalm
- IV Der Herrscher in der Fremde – die fremde Herrschaft: Farbund Rauminszenierung des Orients und die Verhandlung von Herrscheridealität im Herzog Ernst (B)
- V Schlussbemerkung
- VI Literaturverzeichnis