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Providenz und Kontingenz
Untersuchungen zur Schicksalssemantik im deutschen und europäischen Roman des 17. und 18. Jahrhunderts
- 583 Seiten
- German
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Providenz und Kontingenz
Untersuchungen zur Schicksalssemantik im deutschen und europäischen Roman des 17. und 18. Jahrhunderts
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Information
Inhaltsverzeichnis
- VORWORT
- EINLEITUNG
- 1. KAPITEL. METAPHYSISCHE MIMESIS: HEINRICH ANSHELM VON ZIGLER UND KLIPHAUSENS ›ASIATISCHE BANISE‹ (1689) UND DIE PHILOSOPHISCHEN VORAUSSETZUNGEN DES BAROCKEN GESCHICHTSROMANS
- 1. Ziglers ›Asiatische Banise‹ als Modell: Metaphysische und politische Aspekte im höfischen Barockroman
- 1.1 Literarische und literaturwissenschaftliche Rezeption
- 1.2 Kontingente Ereignisstruktur und teleologischer Erzählprozeß
- 1.3 Das Prinzip der doppelten Legitimation und die literarische Korrektur der Ereignisgeschichte
- 1.4 Historie im Zeichen der Vorsehung
- 1.5 Providenz und absolutistische Ordnung. Umrisse einer politischen Deutung
- 2. Die verborgene Notwendigkeit des Zufälligen. Philosophische Prämissen des barocken Geschichtsromans
- 2.1 ›Deus eligit optimum‹. Die Kontingenztheorie von Gottfried Wilhelm Leibniz
- 2.2 ›Un jeu de la perspective‹: Providentialismus und eschatologische Geschichtshermeneutik bei Jacques-Bénigne Bossuet
- 2.3 ›Der Erd den Himmel einverleiben›: Zur metaphysischen Axiomatik der barocken Romanpoetik
- II. KAPITEL: PROVIDENZ, RATIONALITÄT, GESELLSCHAFT. – FUNKTIONEN DER VORSEHUNG IM EUROPÄISCHEN SOZIALROMAN DES FRÜHEN 18. JAHRHUNDERTS
- 1. Providenz und soziale Ordnung in Daniel Defoes ›The Life and Strange Surprising Adventures of Robinson Crusoe, of York, Mariner‹ (1719)
- 1.1 Dialektik von Norm und Normverstoß: Die narrativen Rahmenstrukturen im ›Robinson Crusoe‹
- 1.2 ›Of Listening to the Voice of Providence‹. Defoes aufgeklärter Puritanismus und die Providenzkonzeption in den ›Serious Reflections of Robinson Crusoe‹ (1720)
- 1.3 Exkommunikation und Reintegration. Die teleologische Bewegung des ›Robinson Crusoe‹
- 2. Liebe als Verhängnis. Die ›Histoire du Chevalier des Grieux et de Manon Lescaut‹ (1731) des Abbe Prévost
- 2.1 »Un chef-d’oeuvre d’ambiguïté« (Sgard). Die ›Histoire du Chevalier des Grieux‹ als Paradigma ambivalenten Erzählens
- 2.2 Der Konflikt der Normsysteme
- 2.3 Providence, Hasard, Fatalité? – Zur Funktion der heterogenen Schicksalsbegriffe
- 3. Providenz und Veränderung. Johann Gottfried Schnabels ›Insel Felsenburg‹ (1731)
- 3.1 Episierung des Utopischen
- 3.2 Erzählstruktur und Teleologie
- 3.3 Providenz und bürgerliche Autonomie – ein Sukzessionsverhältnis
- III. KAPITEL: SÄKULARISIERUNG UND TRADITIONSBRUCH. ZU EINIGEN ASPEKTEN UND FOLGEPROBLEMEN DES PARADIGMENWECHSELS IN DER ERZÄHLPOETIK DES 18. JAHRHUNDERTS
- 1. Der Epochenübergang: Kritik und Kontinuität
- 1.1 Säkularisierung. Zur Legitimität des Theorems
- 1.2 Natürlichkeit als neues Paradigma. Das Beispiel Sulzer
- 2. Theologische Kritik am metaphysischen Erzählkonzept: Gotthard Heideggers ›Mythoscopia romantica‹ (1698)
- 2.1 Ablehnung des barocken Großromans: ästhetische und pragmatische Argumente
- 2.2 Fiktionales Erzählen als hybride Schöpfungskonkurrenz
- 2.3 Der ontologische Vorrang der Wirklichkeit und das Wahrheitskriterium der Faktizität
- 3. Die ›geschickte Fiction‹. Der kommunikative Wahrheitsbegriff in Schnabel/Gisanders Vorrede zur ›Insel Felsenburg‹ (1731)
- 4. Aufklärung als Entzauberung. Antiprovidentialistische Motive in Gottscheds ›Critischer Dichtkunst‹ (1730)
- 5. »Le dilemme du roman au 18e siècle« (May): Antagonismus von Realismus und Moralität
- 5.1 Der Roman als Korrektiv der Historie: Lenglet-Dufresnoys ›De l’usage des romans‹ (1734)
- 5.2 Fiktion als Innenansicht der Geschichte: ›Einige Gedanken und Regeln von den deutschen Romanen‹ (1744)
- IV. KAPITEL: KATASTROPHISCHER WELTLAUF UND TUGENDIDEAL. GRENZEN DER AUFKLÄRUNG IN GELLERTS ›LEBEN DER SCHWEDISCHEN GRÄFIN VON G***‹ (1747/48)
- 1. Biographie als Katastrophenzyklus. Grundzüge einer Interpretation
- 1.1 Autobiographisches Schema und moralisches Modell
- 1.2 Die Zeitstruktur: Kontrast von Ereignisarmut und Extremsituationen
- 1.3 Kontingenzerfahrung: zur Typik der Katastrophensequenzen
- 1.4 Heteronomie und Zufallsangst in Gellerts ›Moralischen Vorlesungen‹
- 1.5 Ohnmächtige Gewissensethik und Verdrängungsbereitschaft
- 1.6 Die soziale Konstellation: Eskapismus und »innere Emigration«
- 2. Tugendaporien und Vorsehungsglaube im ›Leben der schwedischen Gräfin von G***‹
- 2.1 Doppeldeutige Motivierung: historisch-empirische versus finale Kausalität
- 2.2 Das Theodizeeproblem als Grenze der Aufklärung: Der Diskurs des Grafen mit Steeley
- V. KAPITEL: KRITIK DER METAPHYSIK UND KULTURELLE PRAXIS IN VOLTAIRES ERZÄHLWERK
- 1. Voltaire als Protagonist der europäischen Aufklärung
- 1.1 Theoretische Leitmotive: Neue Physik, Empirismus, Geschichtsphilosophie
- 1.2 Voltaires experimentierendes Denken in den ›contes philosophiques‹
- 2. Kosmologischer Enthusiasmus und Wissenschaftsglaube: ›Micromégas‹
- 3. ›Le monde comme il va‹: Apologie der Durchschnittserfahrung und parataktisches Erzählen
- 4. ›Zadig‹ und ›Memnon‹ – Die problematische Vermittlung von Subjekt und Kosmos
- 4.1 Kontingente Individualität als Thema
- 4.2 ›Zadig‹: strukturelles Triptychon und Teleologie
- 4.3 Unglückliches Bewußtsein und mechanisches Universum
- 4.4 Negation der Kontingenz und Providence particulière
- 4.5 Die Ambiguität des Märchenfinales
- 4.6 ›Memnon‹: dissonanter Schluß und Ideologieverdacht
- 5. Metaphysische Persiflage und sozialer Meliorismus in ›Candide ou l’optimisme‹
- 5.1 ›Candide‹ als philosophisches Experiment. Zur Deutungsmethode
- 5.2 Episodenstruktur und parodistischer Effekt
- 5.3 Die Dialektik von Welterfahrung und Weltdeutung
- 5.4 Denkmodelle: Pangloss, Martin, Candide
- 5.5 Die Conclusion: spekulativer Verzicht und kulturelle Praxis
- VI. KAPITEL: DAS SUBJEKT UND SEIN SCHICKSAL. KONTUREN DES TELEOLOGIEPROBLEMS BEI FRIEDRICH VON BLANCKENBURG UND KARL PHILIPP MORITZ
- 1. Theonome Wirklichkeit und integraler Charakter: Friedrich von Blanckenburgs ›Versuch über den Roman‹ (1774)
- 1.1 Geschichtsphilosophische Perspektiven: der Subjektsroman als Paradigma der Moderne
- 1.2 Primat des introspektiven Erzähltypus
- 1.3 Theologie des Subjekts und residualer Providentialismus: zur Einheit von Ontologie, Anthropologie und Romanästhetik
- 1.4 Das Finalkriterium des Romans: der Beruhigungspunkt
- 2. Kontingente Realität und zerrissener Charakter: Karl Philipp Moritz’ ›Anton Reiser‹ (1785–90)
- 2.1 Kausalanalyse oder Finalisierung? Die Autobiographie zwischen Fragmentarik und Harmonisierung
- 2.2 Die Erosion theologischer Sinnformeln
- VII. KAPITEL: »QUID VIRTUS, ET QUID SAPIENTIA POSSIT ...« – MORALTELEOLOGIE UND SKEPTISCHER REALISMUS IN WIELANDS ›GESCHICHTE DES AGATHON‹ (1767)
- 1. Zur frühen Konzeption der ›Geschichte des Agathon‹ in Wielands Briefen an J.G. Zimmermann (1762)
- 1.1 Autobiographischer Bezug: Identifikation, Kompensation, Distanz
- 1.2 »Kopf-Arbeit« – Teleologisches Programm und Skepsis
- 2. Der ›Vorbericht‹ (1766): Wahrheitsbedingungen des Erzählens
- 2.1 Empirisierung und Erfahrungsbezug
- 2.2 Prinzipien der Subjektsgestaltung: deskriptive und normative Postulate
- 2.3 Wielands Poetik des philosophischen Romans
- 3. Philosophischer Polyperspektivismus und moralische Norm im ›Agathon‹
- 3.1 Monoperspektivisches Erzählen vor Wieland (Rekurs)
- 3.2 Ideologischer Pluralismus: Modalisierung des Weltbildes und Präferenz der Moral
- 3.3 Antiteleologische Gegenperspektiven: Die philosophischen Antagonisten und das Problem der Vermittlung von Subjekt und Welt
- 4. Entwicklungslinien und Deutungskonzepte: Strukturelle Ambivalenz und semantische Komplexität der ›Geschichte des Agathon‹
- 4.1 ›Fallende Linie‹ und Desillusionierung: Syrakus als Antiklimax
- 4.2 Die Unterstellung verborgenen Sinns: Kontingenztopoi, Teleologiesignale, Providenzmetaphern
- 5. Das Teleologieproblem im ›Agathon‹ und Kants Postulate der praktischen Vernunft
- 6. Die dementierte Lösung. Zur Problematik der Finalkonstruktion in der ›Geschichte des Agathon‹
- 6.1 Agathon im Glück: Tarent als trügerische Synthesis
- 6.2 Der »Sprung aus dem Fenster« – Aufspaltung der Erzählfunktion und ›Entblößung der Fiktion‹
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