
Der Liebesbrief
Schriftkultur und Medienwechsel vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart
- 454 Seiten
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Der Liebesbrief
Schriftkultur und Medienwechsel vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart
Über dieses Buch
Was wir uns unter einem Liebesbrief vorstellen, ist mit dem Entstehen der bürgerlichen Gesellschaft und der Herausbildung des Individuellen eng verbunden.
In welcher Gestalt aber wurde die Erfindung des bürgerlichen Liebesbriefs im 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart mit ihren medialen Brüchen fortgeschrieben? Gibt es eine Invarianz der Liebessprache in Briefen, oder sind sie Teil der allgemeinen Entwicklung der Schriftkultur? Im vorliegenden Band eines Braunschweiger Forschungsprojekts zur Liebesbriefkultur sind Beiträge versammelt, die sich diesen bisher kaum erforschten Fragen stellen. Experten aus Literaturwissenschaft, Theologie und Wissenschaftsgeschichte stellen autor- und problemorientierte Zugänge vor: von Lessing und Eva König zu Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze, vom englischen Briefroman des 18. Jahrhunderts zu SMS und MMS. Die Ergebnisse überraschen: Offenkundig hat die Sprache der Gefühle ein freieres Spiel im Kultursystem als dies bisher angenommen wurde. Der Liebesbrief entwirft als Dokument alltäglicher kultureller Praxis ein Schrift- und Zeitregime eigener Ordnung und ist als Phänomen sui generis zu betrachten: Es gibt eine spezifische Liebesbriefkultur, die ihre Eigenart zwischen vorgegebenen Diskursangeboten und privatsprachlicher Intimität entfaltet und behauptet. Der vorliegende Band legt einen wichtigen Grundstein zu ihrer Erforschung.
Häufig gestellte Fragen
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Information
Inhaltsverzeichnis
- Frontmatter
- Inhalt
- Liebesbriefkultur als Phänomen
- „Mein lieber Herr Lessing“ – Eva König und G. E. Lessing
- „Simultanliebe“ in „Schäfersekunden“ Liebesbriefkultur im Jean-Paul-Kreis
- Die Liebesbriefe Friedrich Wilhelms II. von Preußen an Wilhelmine Enke
- Das Schreiben der Liebe Wilhelm von Humboldt an Caroline von Dacheröden
- Liebe als Revolutionssurrogat - Zum Briefwechsel zwischen Therese von Bacheracht und Karl Gutzkow 1848/49
- „Die todeselenden englischen Gedichte“ Romantische Krisen in Otto von Bismarcks und Johanna von Puttkamers Briefwechsel der Brautzeit
- "Polyphonie des ganzen Lebens" Dietrich Bonhoeffer und Maria von Wedemeyer in ihren Briefen
- Selbststilisierung zwischen Leben und Werk: Liebesbriefe von Gabriele d’Annunzio
- Liebesbriefe in fremder Sprache Rainer Maria Rilkes Briefe an Adelmina Romanelli
- Verschriftlichung der Gefühle im Zeitalter der Psychoanalyse: die Amour fou im Briefwechsel von Dino Campana und Sibilla Aleramo
- Platonisierende Eroskonzeption und Homoerotik in Briefen und Gedichten des George-Kreises (Maximilian Kronberger, Friedrich Gundolf, Max Kommerell, Ernst Glöckner)
- Die Verschriftlichung des Gefühls im englischen Briefroman des 18. Jahrhunderts: Richardsons Pamela
- Der Umweg zu sich selbst Diderots Briefe an Sophie Volland
- Der verirrte Brief. Zur Überkreuzung von Liebeskommunikation und Politik in Rossinis Oper Tancredi
- Epistolarische Pflanzschule der Liebes und Gartenkunst Hermann und Lucie von Pückler-Muskau
- (Nicht-)Eingehängt sein - Franz Kafkas Zeichnung seiner Verbindung zu Felice Bauer
- "Die Liebe ist im Grunde ein Schmerz, ein Wort oder ein Brief". Julia Kristevas Geschichte der Liebe
- „Erklär mir, Liebe“. Kunst des Liebens und Liebessprache im Briefwechsel Ingeborg Bachmanns mit Hans Werner Henze
- Liebesbrief-Kommunikation in der Gegenwart zwischen alt und neu: Schrifttradition, SMS, MMS und Internet
- Backmatter