Die naturwissenschaftlichen Schriften Georg Büchners (1813-1837), seine zwischen Oktober 1835 und März 1836 entstandene, nach umfangreichen Um- und Überarbeitungen im Juli 1836 gedruckte Dissertation »Mémoire sur le système nerveux du barbeau« und die im November desselben Jahres gehaltene Züricher Probevorlesung »Über Schädelnerven«, offerieren eine genuin romantischen Traditionslinien verhaftete Konzeption des Organischen. Büchner propagiert in deutlicher Abgrenzung zu der (neo)physikotheologischen Naturbetrachtung englischer Provenienz und der ausschließlich empirisch-deskriptiven Naturwissenschaft französischer Prägung, aber auch der idealistisch-morphologisierender Deutung Goethescher Manier eine "philosophische" Naturdeutung. Durch Verquickung empirischer und philosophischer Gesichtspunkte suchen die Arbeiten das Verständnis zu sensibilisieren für eine analytische, gleichwohl realgenetische Entwicklung, wobei sich auf der Grundlage eines ontologischen Geltungsstatus besitzenden Grundgesetzes der Natur aus in einem "Urtypus" angelegten Strukturen stufenweise die "höchsten und reinsten Formen" entfalten.

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Georg Büchners naturwissenschaftliche Schriften
Ein Beitrag zur Geschichte der Wissenschaften vom Lebendigen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
- 556 Seiten
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Georg Büchners naturwissenschaftliche Schriften
Ein Beitrag zur Geschichte der Wissenschaften vom Lebendigen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
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Information
Thema
LiteratureInhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Büchners naturwissenschaftliche Schriften
- 2.1. Zur Entstehungsgeschichte des Mémoire
- 2.1.1. Büchners akademische Ausbildung
- 2.1.1.1. Die Straßburger Studienzeit
- 2.1.1.2. Studium in Gießen
- 2.1.2. Das Studium der »medicinisch-philosophischen Wissenschaften«
- 2.1.2.1. Die zitierte und die rezipierte Literatur
- 2.1.2.2. Arbeitsweise
- 2.1.2.3. Der Anstoß zur Dissertation: Die Entdeckung einer Nervenverbindung
- 2.2. Die Protokolle der Strafiburger ›Société‹
- 2.2.1. Sur les nerfs des poissons
- 2.3. Das Mémoire sur le système nerveux du barbeau
- 2.3.1. Fragestellung und Inhalt des Mémoire
- 2.3.1.1. Die Partie descriptive
- 2.3.1.2. Die Partie philosophique
- 2.4. Die Unterschiede zwischen der gelesenen Fassung und dem Mémoire sur le système nerveux du barbeau
- 2.4.1. Allgemeine Unterschiede zwischen dem Protokoll und dem Mémoire
- 2.4.2. Inhaltliche und strukturelle Unterschiede zwischen dem Protokoll und dem Mémoire
- 2.4.3. Die Endredaktion des Mémoire
- 2.4.4. Das Protokoll und dessen Druck in L’Institut
- 2.5. Druck des Mémoire und Promotion
- 2.6. Vorbereitung auf die Dozentur und die Probevorlesung
- 2.6.1. Inhaltlicher Aufbau und sprachliche Form
- 2.7. Büchner als Dozent
- 3. Büchners Kritik der zeitgenössischen Wissenschaftsströmungen
- 3.1. Der teleologische Standpunkt und die philosophische Methode
- 3.1.1. Teleologie des Organischen versus Mechanismus der Materie
- 3.1.2. Die Teleologie der Natur bei Kant
- 3.1.3. Die Situation der Biowissenschaften zur Zeit Büchners
- 3.1.3.1. Die Eliminierung des Entwicklungsgedankens in der französischen Naturwissenschaft
- 3.1.4. Die französischen Adressaten von Büchners Kritik an der teleologischen Methode: Georges Cuvier und François Magendie
- 3.1.4.1. Georges Cuvier
- 3.1.4.2. François Magendie
- 3.2. Büchners Kritik an der teleologischen Methode Cuviers und Magendies
- 3.3. Die Quellen der Kritik
- 4. Die philosophische Ansicht
- 4.1. Das Gesetz der Schonheit und der Ökonomie
- 4.1.1. Das Gesetz der Schönheit
- 4.1.2. Das Gesetz der Ökonomie
- 4.2. Die »genetische Methode«
- 4.3. Die »deutsche Schule«
- 4.3.1. Johann Wolfgang von Goethe
- 4.3.2. Johann Gottfried Herder
- 4.3.3. Lorenz Oken
- 4.4. Mystizismus und Vernunftphilosophie
- 4.4.1. Die »Anschauung des Mystikers«
- 4.4.2. Die zeitgenössische Kritik an der Auslegung des animalischen Magnetismus
- 4.5. Der »Dogmatismus des Vernunftphilosophen«
- 5. Die Erfolge der philosophischen Methode
- 5.1. Die »Repräsentationsidee Oken’s«
- 5.2. Ungenannte Neuerer
- 5.2.1. Die »Metamorphose der Pflanze aus dem Blatt«
- 5.2.2. Die »Ableitung des Skeletts aus der Wirbelform«
- Exkurs: Goethe, Oken und der Verdacht der Präokkupation
- 5.2.3. Die Idee der Wirbelmetamorphose
- 5.2.3.1. Die Nachfolger
- 5.2.3.2. Carl Gustav Cams’ Deutung der Wirbelmetamorphose
- 5.2.4. Die Lehre der Wirbelmetamorphose bei Büchner
- 5.3. Die »Metamorphose« und »Metempsychose« des Foetus
- 5.3.1. Die embryonale Metamorphose
- 5.3.1.1. Die Analogisierung von Phylogenese und Ontogenese
- 5.3.1.2. Kritik der Parallelisierung von Phylogenese und Ontogenese
- 5.3.2. Die »Metempsychose des Fötus«
- 5.3.3. Büchners Verständnis von Phylogenese und Ontogenese
- 5.4. Die Charakteristik der Erfolge der »Philosophie a priori«
- 6. Büchners neuroanatomische und -physiologische Untersuchungen
- 6.1. Die Auffassung der Sinnen- und Nervengenese
- 6.2. Die Modifikation der Nerven
- 6.3. Die Natur: Wiederholung, Steigerung, Polarität
- 6.4. Büchners entwicklungstheoretisches Konzept
- 7. Büchners Stellung innerhalb der Wissenschaften vom Lebendigen
- 8. Georg Büchners naturwissenschaftliche Schriften: Texte und Kommentare
- 8.1. Das Protokoll der ›Société du Muséum d’Histoire naturelle de Strasbourg‹ vom 4. Mai 1836
- 8.1.1. Kommentar zum Protokolltext vom 4. Mai 1836
- 8.1.2. Abdruck des Protokolls in L’Institut
- 8.1.3. Übersetzung in den Notizen aus dem Gebiete der Natur- und Heilkunde
- 8.2. Kommentar zu Büchners. Mémoire sur le système nerveux du bar beau
- 8.2.1. Synopse zu den Lesungsprotokollen und dem Mémoire sur le système nerveux du bar beau
- 8.3. Die Züricher Probevorlesung
- 8.3.1. Differenzierte Umschrift
- 8.3.2. Kommentar zur Ziiricher Probevorlesung
- 8.3.3. Synopse zu Probevorlesung und Mémoire
- Literaturverzeichnis
- 1. Archivalische Quellen
- 2. Werk- und Einzelausgaben
- 3. Lexika und Nachschlagewerke
- 4. Werke anderer Autoren
- 5. Forschungsliteratur
- Personenregister
Häufig gestellte Fragen
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