
- 425 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub
In Malerei, Kunst und Tinten
Über dieses Buch
Dieser zweite Band komplettiert die 2. Auflage von Chemie der Farbmittel mit einem Schwerpunkt auf Farben, Mal- und Zeichensysteme des Kunstmalers und Kunsthandwerkers. Von der Vorstellung von molekularen Zusammensetzungen gängiger Farben und Tinten bis hin zur historischen Betrachtung der Farbchemie bietet der Autor einen tiefgreifenden Einblick in die Welt der Farben.
Häufig gestellte Fragen
Ja, du kannst dein Abo jederzeit über den Tab Abo in deinen Kontoeinstellungen auf der Perlego-Website kündigen. Dein Abo bleibt bis zum Ende deines aktuellen Abrechnungszeitraums aktiv. Erfahre, wie du dein Abo kündigen kannst.
Nein, Bücher können nicht als externe Dateien, z. B. PDFs, zur Verwendung außerhalb von Perlego heruntergeladen werden. Du kannst jedoch Bücher in der Perlego-App herunterladen, um sie offline auf deinem Smartphone oder Tablet zu lesen. Weitere Informationen hier.
Perlego bietet zwei Abopläne an: Elementar und Erweitert
- Elementar ist ideal für Lernende und Profis, die sich mit einer Vielzahl von Themen beschäftigen möchten. Erhalte Zugang zur Basic-Bibliothek mit über 800.000 vertrauenswürdigen Titeln und Bestsellern in den Bereichen Wirtschaft, persönliche Weiterentwicklung und Geisteswissenschaften. Enthält unbegrenzte Lesezeit und die Standardstimme für die Funktion „Vorlesen“.
- Pro: Perfekt für fortgeschrittene Lernende und Forscher, die einen vollständigen, uneingeschränkten Zugang benötigen. Schalte über 1,4 Millionen Bücher zu Hunderten von Themen frei, darunter akademische und hochspezialisierte Titel. Das Pro-Abo umfasst auch erweiterte Funktionen wie Premium-Vorlesen und den Recherche-Assistenten.
Wir sind ein Online-Abodienst für Lehrbücher, bei dem du für weniger als den Preis eines einzelnen Buches pro Monat Zugang zu einer ganzen Online-Bibliothek erhältst. Mit über 1 Million Büchern zu über 1.000 verschiedenen Themen haben wir bestimmt alles, was du brauchst! Weitere Informationen hier.
Achte auf das Symbol zum Vorlesen bei deinem nächsten Buch, um zu sehen, ob du es dir auch anhören kannst. Bei diesem Tool wird dir Text laut vorgelesen, wobei der Text beim Vorlesen auch grafisch hervorgehoben wird. Du kannst das Vorlesen jederzeit anhalten, beschleunigen und verlangsamen. Weitere Informationen hier.
Ja! Du kannst die Perlego-App sowohl auf iOS- als auch auf Android-Geräten nutzen, damit du jederzeit und überall lesen kannst – sogar offline. Perfekt für den Weg zur Arbeit oder wenn du unterwegs bist.
Bitte beachte, dass wir Geräte, auf denen die Betriebssysteme iOS 13 und Android 7 oder noch ältere Versionen ausgeführt werden, nicht unterstützen können. Mehr über die Verwendung der App erfahren.
Bitte beachte, dass wir Geräte, auf denen die Betriebssysteme iOS 13 und Android 7 oder noch ältere Versionen ausgeführt werden, nicht unterstützen können. Mehr über die Verwendung der App erfahren.
Ja, du hast Zugang zu In Malerei, Kunst und Tinten von Ingo Klöckl im PDF- und/oder ePub-Format sowie zu anderen beliebten Büchern aus Physical Sciences & Inorganic Chemistry. Aus unserem Katalog stehen dir über 1 Million Bücher zur Verfügung.
Information
7 Malsysteme in der Kunst
Wir haben nun alle Bausteine zusammengetragen, um uns im Detail verschiedene wichtige Malsysteme in der Kunst anzusehen. Wir werden dabei die Kenntnisse von Pigmenten und Farbstoffen benötigen und konkrete Beispiele für Bindemittel und Hilfsstoffe kennenlernen.
7.1 Keramik und ihre Bemalung
Die Bemalung von Keramik ist nach der Höhlenmalerei eine der frühesten künstlerischen Ausdrucksarten und erreichte bereits in den Jahrtausenden vor der Zeitenwende einen hohen Stand. Wir wollen das Gebiet der Malsysteme und Bindemittel daher mit der Betrachtung keramischer Bemalung betreten [40, 446].
Im Gegensatz zur Wand- oder Tafelmalerei stellen bei der Bemalung keramischer Objekte die hohen Brenntemperaturen Bedingungen dar, denen nur wenige anorganische und keine organischen Pigmente standhalten können. Die zwei möglichen Lösungswege wurden bereits seit der Antike erfolgreich beschritten:
- – Bemalung vor dem Brennen mit hochfeuerfesten Pigmenten (keramische Bemalung). Bei Keramik, die glasiert wird (also keine klassische Keramik), können wir noch unterscheiden nach
- – Unterglasurfarben, die vor der eigentlichen Glasur auf den Scherben aufgebracht werden und den Hochtemperatur-Brennvorgang mitmachen, und
- – Aufglasurfarben, die als niedrigschmelzende Dekor-Glasur auf die fertig glasierten Objekte aufgebracht und bei erheblich geringeren Temperaturen eingebrannt werden.
- –
- – Brennen des Objekts und Bemalung im kalten, fertig gebrannten Zustand (Kaltbemalung).
7.1.1 Klassische keramische Bemalung
Die keramische Bemalung mit hochfeuerfesten Farben begleitet die Entwicklung der Keramik seit frühester Zeit. Da die Pigmente auf die rohe Ware aufgetragen und zusammen mit dieser gebrannt werden, müssen sie die notwendigen hohen Temperaturen von mehreren hundert bis etwa 1200 ℃ unbeschadet überstehen, sodass nur eine kleine Anzahl anorganischer Pigmente in Frage kommt. Im Altertum waren dies im wesentlichen hitzestabile Eisen- und Manganoxide sowie Calciumkarbonate und Tonerden, die die Farben Schwarz–Braun–Rot–Weiß liefern. Durch die komplexe Chemie der Eisenoxide konnte der Farbraum nur schrittweise erschlossen werden, wie die Entwicklung der Keramik zeigt, ▶Abbildung 7.1.

Abb. 7.1 Die frühen Entwicklungsphasen der keramischen Heißbemalung im Mittelmeerraum [40, 446].
Eisenreduktionstechnik
Die früheste zur Bemalung eingesetzte Technik ist die Eisenreduktionstechnik, mit der der Scherben mit einem schwarzen Überzug versehen wird (Schwarzglasur).
- – Eine oxidierende Atmosphäre aufgrund voller Feuerung und ausreichender Sauerstoffzufuhr erlaubt die Erreichung hoher Brenntemperaturen, die für eine Sinterung der Keramik notwendig sind. Eisenverbindungen in den Ausgangsmaterialien (Tonerden, Ocker) werden zu rotem Eisen(III)oxid oxidiert.
- – Zur Erzeugung der schwarzen Farbe werden die Objekte in einem zweiten Schritt durch Drosselung der Sauerstoffzufuhr und Zugabe von brennbaren Stoffen reduzierend gebrannt, wobei sich schwarze Eisen(II,III)-Verbindungen bilden. Da die roten Eisen(III)oxide ebenfalls reduziert werden, entsteht eine durchgehend schwarzgefärbte Keramik.
Eisenreoxidationstechnik, polychromer Brand
Eine Weiterentwicklung der Eisenreduktionstechnik erlaubte es, die verschiedenen Farben der Eisenoxide in unterschiedlichen Oxidationsstufen zur Herstellung mehrfarbiger Keramik zu nutzen. Dazu wurde ein Prozessschritt angeschlossen:
- – Schritte 1 und 2 wie bei der Eisenreduktionstechnik
- – Bei erneuter oxidierender Atmosphäre im Zuge der Abkühlung werden bestimmte Partien der schwarzen Oberfläche, die leicht durch Sauerstoff angreifbar sind, erneut zum roten Eisen(III)oxid reoxidiert.
Entscheidend für den Erfolg der Technik ist, daß gezielt die Partien bestimmt werden können, die reoxidiert werden. Die frühe Reoxidationstechnik nutzt die Tatsache, daß dicker aufgetragene eisenreiche Malschlicker weniger leicht durch Sauerstoff angegriffen werden. Brach man die Reoxidation rasch genug ab, wurden nur dünne Flächen oxidiert und zeigen eine rote Farbe, während dicke Malschichten noch schwarz sind oder unterschiedliche Brauntöne zeigen. Durch variable Schichtdicke konnten die Künstler so feine Farbübergänge zwischen Rot und Schwarz schaffen und plastische Wirkung erzielen.
Die ausgereifte spätere Reoxidationstechnik nutzt Malfarben unterschiedlicher Chemie und liefert sichere Ergebnisse. Als schwarze Farbe werden kaliumreiche Tone verwendet, die leichter versintern als der Scherben (oder die Malfarbe), der rot bleiben soll. Dadurch entsteht eine dichte Masse, die nicht von Sauerstoff angegriffen wird und für ihn undurchlässi...
Inhaltsverzeichnis
- Title Page
- Copyright
- Contents
- Vorwort und Danksagung
- 5 Farbstoffe für Schrift, Malerei und Zeichnung
- 6 Struktur von Malsystemen
- 7 Malsysteme in der Kunst
- 8 Tinten
- Literatur
- Stichwortverzeichnis
- Register