Logiken der Sammlung
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Das Archiv zwischen Strategie und Eigendynamik

  1. 202 Seiten
  2. German
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  4. Über iOS und Android verfügbar
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Das Archiv zwischen Strategie und Eigendynamik

Über dieses Buch

Das Archiv und seine verschiedenen Ausformungen als Speicher des kulturellen Gedächtnisses stehen im Mittelpunkt des vierten Bandes der Reihe Literatur und Archiv. Was bedeutet es, wenn ein Archiv nur einer Bestandsbildnerin gewidmet ist, wenn sich Nachlasseinheiten in Bibliotheken und Depots musealer Institutionen oder in Verwaltungsarchiven finden? Im Blick auf unterschiedliche Sammlungseinrichtungen und ihre jeweils spezifischen Herausforderungen zeigen sich nicht nur Differenzen, sondern auch Parallelen und Schnittstellen einer heterogenen Archivlandschaft.

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Information

Abbildungsnachweis

S. 49, 50: VALIE EXPORT Center Linz, Foto: Violetta Wakolbinger.
S. 72, 73: Mario Huber.
S. 108: Wenkerbogen Nr. 18950, Hohenzell, Bezirk Ried im Innkreis, Oberösterreich (publiziert auf: www.regionalsprache.de).
S. 114: Adalbert-Stifter-Institut.
S. 118, 121, 123: Augustiner Chorherrenstift St. Florian.
S. 134: OÖLA, Pfarrmatriken-Duplikate, Fsz. 851: Pfarre Linz-St. Matthias 1858–1865, Tauf-Matrik 1863; OÖLA, Pfarrmatriken-Duplikate, Fsz. 917: Stadtpfarre Linz 1866–1870, Sterbe-Matrikel.
S. 135: OÖLA, Partezettelsammlung, Sch. 98: Partezettel Adalbert Stifter.
S. 136: OÖLA, BG Gmunden: A 115/89, Verlassenschaft Thomas Bernhard.
S. 137: OÖLA, Neues Grundbuch, BG Gmunden, Hs. 279: KG Nathal (KG-Nr. 42143), Hs. 2, EZ 104, Die Oberhueb Nr. 2 zu Obernathal.
S. 138: OÖLA, Stifterakten, Sch. 10: Akt der k.k. Statthalterei im Erzherzogthume Österreich ob der Enns 10 B 21 Zl. 647/1864.
S. 139: OÖLA, Mühlkreisamt, Sch. 222: III A 37a PP 20/1-822.
S. 141: OÖLA, Theaterzettelsammlung, Sch. 17/3; OÖLA, Landestheater, Sch.1.
S. 142: OÖLA, Stifterakten, Mappe 1, Bl. 1.
S. 143: OÖLA, Musealarchiv, Sch. 185.
S. 144: OÖLA, Allgemeine Fotosammlung, Nr. 21048.
S. 166: Fotografien: Österreichische Galerie Belvedere.
S. 169: Archiv des Bundesdenkmalamts, Restitutionsmaterialien, K 8/1, M 15.
S. 181, 182: Národní Knihovna České Republiky.
S. 193: Scans: Bayerische Akademie der Wissenschaften; Collage: Gerhard Spring.
Zur Abklärung und Abgeltung trotz aller Bemühungen nicht ermittelbarer Rechte wird um Kontaktaufnahme mit dem Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich/StifterHaus ersucht.
Fußnoten
1 Siehe aber Sommer (1999) sowie Skirl et al. (2000). Das Denken des Sammelns spielt in soziologischen und anthropologischen Ansätzen eine wichtigere Rolle (z.B. Stagl 1998).
2 Der metaphysische Realismus taucht immer wieder an unerwarteten Stellen auf, auch die modernste Verpackung darf nicht darüber hinwegtäuschen. Viele Ansätze etwa der Digital Humanities hängen von ihm ab. In Franco Morettis bekannter Aufsatzsammlung Distant reading etwa, die versuchte, aus dem Geist der positivistischen italienischen Philologie die US-amerikanische Kultur des close reading zu unterlaufen, werden die Studienobjekte notwendigerweise immer schon als gegeben angesehen; auch der eigene epistemologische Standpunkt wird nicht mehr problematisiert (vgl. Moretti 2013).
3 Schon in einer der wichtigsten neueren Ontologien wies Nicolai Hartmann auf den letztlich aus der alten Substanzlehre stammenden Grundfehler hin, Realität schlechthin mit räumlich bestimmter Materie zu verwechseln. Zeit sei für sie wesentlicher, da auch geistige und individuelle Prozesse an sie geknüpft seien: „Die wahren Merkmale der Realität hängen nicht an den Kategorien des Raumes und der Materie, sondern an denen der Zeit und der Individualität“ (Hartmann 1949, 22).
4 Im Grunde wird hier Hartmanns Grundeinsicht variiert, derzufolge die Erkenntnistheorie nicht Fundamentalphilosophie sein könne, sondern ontologischer Vorarbeit bedürfe. Schon Hartmann lehnte in seinen zahlreichen grundlegenden ontologischen Werken den metaphysischen Realismus als eine Art naiven Empirismus ab, ohne sich zugleich gegen die empirischen Wissenschaften zu wenden.
5 Zur Skalierung in den Geisteswissenschaften vgl. Spoerhase (2018).
6 Das führt bisweilen zu einer fragwürdigen Begeisterung für Panpsychismus, Animismus oder Schamanismus. Zu Kritik vgl. etwa Zahavi (2016) sowie Boysen (2018).
7 Zur Breite des Materialitätsbegriffs vgl. Samida et al. (2014), Scholz und Vedder (2018), Müller-Wille (2017, 17–33); zur Kritik am Materialitätsbegriff Benne (2015).
8 Dieser Abschnitt folgt Benne und Spoerhase (2019, 3–6).
9 „In describing my position as unabashedly naïve, I only mean to say that the world is composed of physical things such as trees, rocks, planets, stars, wombats, and automobiles, that thought and concepts only exist in brains, on paper, and in computer data banks, and that ideas can only be transmitted through physical media such as fiber optic cables, smoke signals, oxygen-rich atmospheres, and so on“ (Bryant 2014, 6). Bei Bryant ist nicht nur die ältere kritische Ontologie seit Hartmann abwesend, sondern auch die neueren ontologisch ausgerichteten Medientheorien etwa Friedrich Kittlers oder die Theorie der Affordanzen seit J.J. Gibson.
10 Siehe schon Austin: „It should be quite clear, then, that there are no criteria to be laid down in general for distinguishing the real from the not real. How this is to be done must depend on what it is with respect to which the problem arises in particular cases“ (Austin 1962, 76). Meinem Eindruck nach, aber das muss hier spekulative Vermutung bleiben, verbindet sich die unverhohlen naive Liebe zum „stuff“ und die damit einhergehende Linné’sche Sammel- und Kategorisierungswut der „neuen Archivisten“ (Moritz Baßler) häufig mit einem nostalgischen Grundgestus. Bisweilen erscheint der ‚neue Realismus‘ deshalb, gewiss gegen seine Intentionen, als Sehnsucht nach einer guten alten Übersichtlichkeit.
11 In der Heidegger-Nachfolge taucht Hönigswald trotz der Appropriation seines Zentralbegriffes bis heute nicht auf (vgl. Figal 2006). Seit den 1990er-Jahren setzte eine vorsichtige Wiederentdeckung Hönigswalds ein (vgl. z.B. Schmied-Kowarzik 1997), die freilich von der gleichzeitig einsetzenden Renaissance der Philosophie Ernst Cassirers überflügelt wurde.
12 Siehe insbesondere Hönigswald (1997). Aufgegriffen und für literaturtheoretische Fragestellungen weiterentwickelt in Benne (2015).
13 Dieser Beitrag ist eine überarbeitete Version meines Aufsatzes Was nicht ins Archiv kommt. Zur Analysierbarkeit kultureller Selektion (vgl. Baßler 2007). Die zugrundeliegende Archivtheorie habe ich ausführlich entwickelt in Die kulturpoetische Funktion und das Archiv (vgl. Baßler 2005).
14 Insofern kann es nicht wirklich verwundern, daß Eckhard Henscheid in satirischer Absicht hunderte sogenannter Kulturen zusammentragen konnte (vgl. Henscheid 2001).
15 Baecker setzt sich mehrfach in dieser Weise von der kulturanthropologischen und -soziologischen Tradition in Deutschland ab, etwa von Friedrich Tenbruck und Hans Peter Thurn (vgl. Baecker 2000, 81–82).
16 „Wer darauf verweist, daß für ihn noch die Regel gilt, Whisky nur nach sechs Uhr abends zu trinken, macht damit darauf aufmerksam, daß man damit auch früher schon beginnen könnte“, bemerkt auch Dirk Baecker in seiner Fortführung von Luhmanns Kulturtheorie (Baecker 2000, 24).
17 In diesem Beitrag wird auf die Wiedergabe von URLs verzichtet. Diese Online-Edition sowie die Websites aller im Folgenden vorgestellten Einrichtungen und Initiativen sind aktuell (20.12.2019) unter ihrem Namen im Internet zu finden. Die Angaben zu den Gründungsjahren oder den Beständen der genannten Sammlungen sind den jeweiligen Websites entnommen.
18 Aus Datenschutzgründen werden die Nachnamen der SchreiberInnen der Korrespondenz von NachlassgeberInnen an die Sammlung Frauennachlässe hier abgekürzt angegeben.
19 In letzter Zeit wurden etwa Forschungs- und Sammelschwerpunkte zur Migrations- oder der Homosexuellengeschichte lanciert, wobei Selbstzeugnisse hier bislang noch schwer lukriert werden konnten. Zur Migrationsgeschichte vgl. u. a. Akkılıç et al. (2016).
20 Unterschiedlich gelagerte Beispiele wären etwa das Austrian Heritage Archive (AHA), das in Kooperation des Vereins GEDENKDIENST und mehrerer internationaler Institutionen aufgebaut wird und die Sammlung „weiter_erzählen“ auf „erinnern.at“ des Vereins Nationalsozialismus und Holocaust: Gedächtnis und Gegenwart, die Interviews zum Thema Holocaust bereitstellen, oder die zwei Projekte Berlin in Bewegung: Aktivist*innen erzählen von der Frauen/Lesbenbewegung seit 1968 und „Friedliche Revolution“? Lesbisch-feministische Perspektiven auf 1989 des FFBIZ in Berlin.
21 Dazu werden vorwiegend Wissensressourcen wiederverwendet, die in Einrichtungen wie etwa dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes in Wien gesammelt wurden. Die Öffnung der persönlichen Forschungsarchive einz...

Inhaltsverzeichnis

  1. Cover
  2. Titelseite
  3. Impressum
  4. Inhalt
  5. Vorwort
  6. Naiver Realismus? Zur Gegenständlichkeit des Sammelns
  7. Die kulturpoetische Funktion des Archivs
  8. Idiosynkrasie und Systematik in KünstlerInnenarchiven
  9. Selbstzeugnisse sammeln
  10. Der eine kommt ins Archiv, der andere kommt nicht ins Archiv
  11. Kleine Literaturen – kleine Archive?
  12. Die Konservierung der Töne. Ein Archiv für gesprochene Sprache
  13. Einblicke in klösterliche Archive und Bibliotheken am Beispiel von St. Florian
  14. Das Oberösterreichische Landesarchiv. Spuren von Dichtern, Literatur und Kultur
  15. Sammlung zur Repression – Zugang als demokratisches Recht
  16. Gestapo/Sonderauftrag Linz/ Central Collecting Point München/ Österreichische Galerie/Restitution
  17. Archiv und Politik
  18. Verzeichnis der Autorinnen und Autoren
  19. Abbildungsnachweis