Die germanische Blutsbrüderschaft
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Die germanische Blutsbrüderschaft

Ein typologischer und völkerkundlicher Vergleich

  1. 256 Seiten
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Die germanische Blutsbrüderschaft

Ein typologischer und völkerkundlicher Vergleich

Über dieses Buch

Unter Blutsbrüderschaft wird ein in vielen Völkern verbreitetes Ritual bezeichnet bei dem durch das Vermischen von Blut ein verwandtschaftsähnliches Verhältnis zwischen den Beteiligten geschaffen wird. Leopold Hellmuth beschreibt und erklärt in diesem Buch die nordgermanische Form der Blutsbrüderschaft, die eine besondere Nähe zur Person und zum Kult Odins aufwies. Neben den verschiedenen nordischen Quellen untersucht der Autor die einzelnen Elemente dieses Rituals und die damit verbundenen sozialen Konsequenzen (Rache, Totenfolge, Frieden, Erbrecht). Zudem vergleicht er die Merkmale der nordgermanischen Blutsbrüderschaft mit denen anderer Völker, um deren Gemeinsamkeiten wie die symbolische Blutmischung, aber vor allem deren Besonderheiten herauszuarbeiten, deren spiritueller Charakter und Familienferne. Dieses Werk liefert somit nicht nur die bloße wissenschaftliche Darstellung der historischen germanischen Blutsbrüderschaft, sondern macht diese für die Moderne wieder praktisch greifbar.

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Anmerkungen

I. Einleitung

1 Vgl. Max PAPPENHEIM: Über künstliche Verwandtschaft im germanischen Rechte, in: Zs. d. Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte Bd. 29 (1908) (=Zs. für Rechtsgeschichte Bd. 42), Germanist. Abteilung, S. 323. E. MOGK (in: Hoops Reallexikon der germanischen Altertumskunde, Straßburg 1911-13, Bd. I, S. 626, s. v. „Erde, Mutter“) meinte in der auch bei südgermanischen Stämmen üblichen Verwendung des Rasens bei Verträgen und Eiden Reste einer dem an. Rasengang analogen „Verbrüderung durch die Erde“ erkennen zu können. Dieser Vergleich, der jedoch auf einer – wie sich im weiteren zeigen wird – nicht annehmbaren Interpretation des Rasenganges beruht, wäre auch dann, wenn er zuträfe, noch kein hinreichender Beweis dafür, daß auch bei den Südgermanen mit diesem Ritual ein Vermischen des Blutes verbunden gewesen sei.
2 Vgl. besonders u. S. 147f.
3 Eugen ZINTGRAFF: Nord-Kamerun. Berlin 1895, S. 176.
4 Columcille cecinit dia tudcaid Corbmac cuicce as a tir. In: William REEVES: The life of St. Columba, founder of Hy; written by Adamnan, ninth abbot of that monastery. Dublin 1857, S. 270-275. Vgl. S. 94!
5 Bei den Kelten z. B. Bischof Cairnech in der Erzählung „Aidead Muirchertaig Maic Erca Insin“ (hgg. u. übers. v. Whitley STOKES in: Revue Celtique Bd. 23 [1902], S. 395-437). Vgl. Anm. 410 Sowie S. 137f. u. S. 97. Als Beispiel für die Leitung einer Verbrüderungszeremonie durch einen Kleriker bei den Südslawen vgl. die Beschreibung von Valentino LAGO: Memorie sulla Dalmazia, Bd. II, Venedig 1870, S. 30-41. (Vgl. S. 152ff. und S. 110).
6 Valentino LAGO: Memorie sulla Dalmazia, S. 30ff.; Vgl. S. 152ff. und S. 110.
7 Darüber ausführlich im letzten Teil der Arbeit, bes. S. 210ff.! Riten mit Blutmischung bilden – in erster Linie in Afrika, aber auch in Australien und Hinterindien – einen wesentlichen Bestandteil von Initiationen, und zwar sowohl der allgemeine „Jugendweihen“ als auch der Aufnahmerituale in Bünde. Verständlicherweise wandten sich die christlichen Missionsbestrebungen vor allem gegen diese Kernbereiche des Heidentums, zumal ja das Bündewesen der mächtigste Gegner des Christentums war. Vgl. dazu etwa: Ernst JOHANSSEN: Mysterien eines Bantu-Volkes. Der Mandwa-Kult der Nyaruanda verglichen mit dem antiken Mithras-Kult. Leipzig 1925, vor allem die Schlußbetrachtungen.
8 Bei den Isländersagas, die als Berichte von Ereignissen, die sich zeitlich einordnen lassen, hiervon am besten eine Vorstellung geben, liegen zwischen dem Zeitpunkt des Geschehens (bald nach der Landnahme) und der Zeit der Abfassung der Sagas (13., 14. Jh.) mehrere Jahrhunderte!
9 Vgl. Max PAPPENHEIM: Über künstliche Verwandtschaft im germanischen Rechte, S. 324.
Jan de VRIES: Der altnordische Rasengang, in: Acta Philologica Scandinavica 3 (192829), S. 106 und S. 111; Helga REUSCHEL: Untersuchung über Stoff und Stil der Fornaldarsaga, Bühl-Baden 1933, S. 77.
10 In diesem Sinne sind tatsächlich die ältesten Belegstellen (ich denke dabei vor allem an das Alte Sigurdlied) am dürftigsten; die Dichter konnten sich mit kurzen Andeutungen begnügen.
11 Vgl. dazu die Anmerkungen zu den Kapiteln über die germanische Form der Blutsbrüderschaft sowie die Bibliographie der germanistischen Sekundärliteratur am Schluß der Arbeit!
12 Vgl. hierzu S. 62ff. Während die tatsächliche Blutsbrüderschaft nur für Skandinavien bezeugt ist, hatte die Schwurbrüderschaft eine viel größere Verbreitung: sie läßt sich sowohl bei den Langobarden als auch bei den Angelsachsen nachweisen.
13 Bei den Kelten reichen die Belege für Blutsbrüderschaften bis ins Hochmittelalter herauf; bei den Südslawen war die Einrichtung selbst noch im 19. Jh. lebendig.
14 Als Hochzeitsritual zwischen Braut und Bräutigam findet sich die Blutmischung z. B. in Tibet, in Indien und in Hinterindien (vgl. Harry TEGNAEUS: La fraternité de sang. Étude ethno-sociologique des rites de la fratern...

Inhaltsverzeichnis

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Inhaltsverzeichnis
  5. I. EINLEITUNG
  6. II. BELEGSITUATION
  7. III. TYPOLOGIE
  8. IV. ZUR DEUTUNG DER GERMANISCHEN BLUTSBRÜDERSCHAFT
  9. Bibliographie
  10. Sachverzeichnis
  11. Autorenverzeichnis
  12. Weitere Bücher
  13. Anmerkungen