Die erste umfassende Studie zu den personellen und ideologischen NS-Kontinuitäten in der 1956 gegründeten FPÖ.Nach Kriegsende blieben zahlreiche überzeugte Nationalsozialisten ihrer Gesinnung treu und bewegten sich in einem gemeinsamen sozialen und politischen Erinnerungsmilieu. Viele dieser »Ehemaligen« organisierten sich bald wieder politisch und vertraten selbstbewusst ihre Agenda. In Österreich formierten sie sich vor allem im Verband der Unabhängigen (VdU) und in der 1956 gegründeten Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ).Margit Reiter zeichnet in ihrem Buch erstmals diesen politischen Formierungsprozess der »Ehemaligen« nach. Die Autorin zeigt die personellen wie auch ideologischen Kontinuitäten zum Nationalsozialismus in der FPÖ anschaulich auf und unterzieht die politische Karriere des Parteigründers und vormaligen NS-Funktionärs Anton Reinthaller einer kritischen Analyse.Die Studie von Margit Reiter gibt einen tiefen Einblick in das Binnenmilieu der »Ehemaligen« und ihren vielfältigen Verflechtungen mit der freiheitlichen Partei. Die erste umfassende Geschichte zur (frühen) FPÖ und ihrem Verhältnis zum Nationalsozialismus füllt nicht nur eine eklatante Forschungslücke, sondern ist auch von hoher politischer Aktualität.

- 392 Seiten
- German
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Über dieses Buch
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Information
Anmerkungen
Einleitung
1 Vgl. exemplarisch Piringer, VdU; ders., Die Geschichte der Freiheitlichen; Höbelt, Vierte Partei; Grillmayer, National und Liberal; Riedlsperger, Lingering Shadow. Auch aktuellere Arbeiten bringen wenig neuen Erkenntnisgewinn; vgl. Jandl, Verband der Unabhängigen; Jöbstl, Kontinuitäten und Brüche; Steininger, Das Dritte Lager.
2 Ausnahmen dazu, wenn auch inhaltlich unzureichend: Luther, Zwischen unkritischer Selbstdarstellung, S. 138-167; Stäuber, Verband der Unabhängigen.
3 Kraus, Untragbare Objektivität; Reimann, Dritte Kraft. Abweichend davon auch Stüber, Ich war Abgeordneter.
4 Da es sich bei den im Buch behandelten ehemaligen Nationalsozialisten, die nach 1945 wieder politisch aktiv wurden, fast ausschließlich um Männer handelt, wird hier im allgemeinen auf die gendergerechte Schreibweise verzichtet.
5 Eine Vorstudie dazu Reiter, Anton Reinthaller, S. 539-575.
6 Die »braunen Flecken« der SPÖ sind gut aufgearbeitet; vgl. Mesner, Entnazifizierung zwischen politischem Anspruch; Neugebauer/Schwarz, Wille zum aufrechten Gang. Zur ÖVP liegt bisher nur eine erste quantitative Studie mit methodischen Schwächen vor; vgl. Wladika, Zur Repräsentanz, www.kvvi.at/images/projekt2018.pdf. Quellenbasierte Arbeiten zur FPÖ fehlen bisher überhaupt. Diese unausgewogene Forschungslage mag paradoxerweise einiges zur einseitigen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit beigetragen haben.
7 Das VdU-Archiv liegt im Stadtarchiv Salzburg und bedarf der Genehmigung der FPÖ Salzburg, die mir trotz mehrmaligen Nachfragen nicht erteilt wurde. Über Existenz, Inhalt und Umfang eines Parteiarchivs der FPÖ bestehen unterschiedliche Angaben. Meine Anfragen um Einsicht in konkrete (in anderen Publikationen erwähnte) Bestände wurden ebenfalls abschlägig beantwortet. Einzelne Dokumente aus dem VdU-Archiv finden sich in der Edition: Höbelt, Aufstieg und Fall.
8 Der Nachlass Reinthaller im Oberösterreichischen Landesarchiv (OÖLA) war zum Zeitpunkt meiner Recherchen 2015/2016 nur grob vorgeordnet und wurde bis dahin noch nicht systematisch ausgewertet.
9 Vgl. Transparenz statt Diskretion! Stellungnahme am Österreichischen Zeitgeschichtetag 2018 an der Universität Wien zur sogenannten FPÖ-Historikerkommission, Wien 5.4.2018, www.openpetition.eu/at/petition/online/transparenz-statt-diskretion-fpoe-historikerkommission.
Vergangenheitspolitischer Kontext in Österreich nach 1945
1 Bischof, Instrumentalisierung, S. 345-366.
2 Aus der Fülle von Literatur dazu exemplarisch Uhl, Das »erste Opfer«, S. 19-34; Reiter, Umkämpfte Zonen, S. 101-122.
3 Rauchensteiner, Die Zwei.
4 Grundlegend dazu Stiefel, Entnazifizierung; Meissl/Mulley/Rathkolb, Verdrängte Schuld – Verfehlte Sühne.
5 Vgl. dazu Niederacher, Entwicklung der Entnazifizierungsgesetzgebung, S. 25-30.
6 Kompakt dazu ebd., S. 29 f.
7 Stiefel, Entnazifizierung, S. 64 f.
8 Zit. nach ebd., S. 65.
9 Zit. nach ebd., S. 64 f.
10 Vgl. Mitten, »Die Sühne … «, S. 102-119.
11 Stiefel, Entnazifizierung, S. 71.
12 Ebd., S. 317.
13 SPÖ-Abgeordneter Alfred Migsch in der Nationalratssitzung am 27.7.1946, zit. nach Stiefel, Entnazifizierung, S. 71.
14 Sofortprogramm der KPÖ, Volksstimme, 5.8.1945, S. 3.
15 Vgl. Reiter, Zwischen Antifaschismus und Patriotismus, S. 183.
16 Stiefel, Entnazifizierung, S. 101-111.
17 Niederacher, Entwicklung der Entnazifizierungsgesetzgebung, S. 33 f.
18 Stiefel, Entnazifizierung, S. 300-308.
19 Garscha/Kuretsidis-Haider, Nachkriegsprozesse; Garscha, Entnazifizierung, S. 852-88; Butterweck, Verurteilt und begnadigt.
20 Eine Bilanz bei Garscha, Entnazifizierung, S. 877 f.
21 Ebd., S. 879 f.; Wiesenthal, Doch die Mörder leben.
22 Uhl, Transformationen des österreichischen Gedächtnisses, S. 317-341.
23 Bailer, Wiedergutmachung; Sandner/Manoschek, Die Krieger als Opfer, S....
Inhaltsverzeichnis
- Umschlag
- Titel
- Impressum
- Inhalt
- Einleitung
- Vergangenheitspolitischer Kontext in Österreich nach
- Das »Ehemaligen«-Milieu
- Erste politische Formierungsversuche
- Der VdU: Ein Sammelbecken für ehemalige Nationalsozialisten
- Der VdU: Erfolge, Konflikte und Erosion
- Anton Reinthaller und der Nationalsozialismus
- Anton Reinthaller und die Anfänge der FPÖ
- Die FPÖ nach ihrer Gründung
- NS-Kontinuitäten und Rechtsextremismus
- Antisemitismus nach der Shoah: Kontinuitäten und Transformationen
- Dank
- Anmerkungen
- Abkürzungen
- Archive und Quellen
- Literatur
- Bildnachweis
- Personenregister
Häufig gestellte Fragen
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