1 Vorüberlegungen
1.1 Unterschiede Client / Server
Wenn Sie sich entschlossen haben, Ihr Netzwerk selber einzurichten und zu betreiben, müssen Sie sich nun mit einigen grundsätzlichen Dingen beschäftigen.
Sie sind ein kleiner Betrieb, mit etwa 10-20 Mitarbeitern?
Dann sind Sie auf jeden Fall die Zielgruppe für dieses Buch. Wir werden uns mit „kleineren Netzwerken“ beschäftigen, die am Betriebsort eingerichtet werden.
Größere Firmen haben andere Anforderungen, beispielsweise sind sie oftmals an mehreren Standorten verteilt und müssen deutlich mehr Arbeitsplätze bereitstellen.
Ein kleines Netzwerk dagegen ist an nur einem Standort, kann dadurch auch viel einfacher eingerichtet werden, als ein Netzwerk für eine große Firma.
Wir werden in diesem Buch durch alle Themen gehen, die für die Einrichtung eines Netzwerks von Bedeutung sind.
Je nachdem, wie Ihre Vorkenntnisse sind, wird Ihnen das eine oder andere Thema bekannt vorkommen, oder Sie haben sogar manche Dinge schon selber gemacht.
Auf jeden Fall empfehle ich Ihnen, sich mit allen Themen einmal zu beschäftigen, und sei es auch nur kurz, denn irgendwann einmal werden Sie alle Themengebiete benötigen.
Zunächst ist es wichtig, einige Begriffe zu klären, wie Client und Server.
1.1.1 Was ist ein Server?
Beginnen wir mit der Frage: Was ist ein Server?
Wörtlich übersetzt heißt „Server“ „Diener“ oder „Bediensteter“.
Eine der gebräuchlichsten Interpretationen ist:
„Ein Zentralcomputer, mit dem mehrere andere Computer verbunden sind.“
Damit sind wir am Kernpunkt angekommen.
Ein Server ist ein leistungsfähiger Computer, der eine zentrale Verwaltung für die anderen Computer darstellt. Diese anderen Computer sind die „Clients“, also die „Kunden“.
Damit ergibt sich also folgendes Bild:
Abbildung 1.1: Server und Clients
Die Aufgaben des Servers, nämlich die zentrale Verwaltung, können viele verschiedene sein, angefangen vom Management der Anwender, über die Verwaltung benötigter Dienste, bis hin zur zentralen Verwaltung und Speicherung von Daten.
Die Clients dagegen sind die Arbeitsstationen, an denen die Benutzer sitzen und ihre Arbeit erledigen. Hier arbeiten sie mit den Programmen, erstellen Daten, wie beispielsweise Versandpapiere oder Briefe.
In einem funktionierenden Netzwerk werden immer mindestens ein Server und mehrere Clients benötigt.
1.2 Arbeitsgruppe oder Domäne
Eine weitere wichtige Überlegung, die Sie anstellen sollten, bevor Sie mit dem Netzwerk beginnen, ist die Frage nach der Architektur Ihres Netzwerks.
Sie können eine Arbeitsgruppe einrichten oder auch eine Domäne.
1.2.1 Arbeitsgruppe
Eine Arbeitsgruppe ist ein Zusammenschluss mehrerer gleichberechtigter Computer. Alle Computer sind über das Netzwerk miteinander verbunden.
Abbildung 1.2: Computer in einer Arbeitsgruppe
Arbeitsgruppen haben viele Vorteile:
- Der Zugriff auf Daten, die sich auf anderen Rechnern befinden, ist möglich
- Geräte, wie Drucker, können gemeinsam genutzt werden
- Der Zugang zum Internet kann für alle zur Verfügung gestellt werden
Aber leider haben Arbeitsgruppen auch einen gravierenden Nachteil.
Windows 10 erfordert eine Anmeldung.
Sie müssen Benutzername und Kennwort eingeben, um sich anmelden zu können.
Diese Daten werden nun mit den in einer Datenbank gespeicherten Daten verglichen und so wird festgestellt, ob Sie das Recht haben, sich anzumelden.
In einer Arbeitsgruppe ist diese Datenbank lokal auf jedem Computer gespeichert. Sie heißt Security Account Manager (SAM).
Abbildung 1.3: Lokal gespeicherte Konten
Wenn Sie nun Zugriff auf einen anderen Computer über das Netzwerk nehmen, wird auch auf diesem Computer überprüft, ob Sie das Recht haben, Ressourcen auf diesem Computer zu benutzen.
Aus diesem Grund müssen Ihre Benutzerinformationen nicht nur auf dem eigenen Computer gespeichert werden, sondern auch auf allen anderen Computern der Arbeitsgruppe, auf die Sie zugreifen möchten.
Abbildung 1.4: Konten auf allen Computern gespeichert
Diese Vorgehensweise ist natürlich eine große Fehlerquelle. Wenn Sie Ihr Kennwort ändern möchten, müssen Sie es auf allen Computern der Arbeitsgruppe ändern.
Eine Arbeitsgruppe ist aus diesem Grund nur für ein sehr kleines Netzwerk akzeptabel, die Größenordnung liegt bei etwa fünf Computern. Bei größeren Netzwerken ist der administrative Aufwand viel zu groß.
1.2.2 Domäne
In einer Domäne ist mindestens ein ausgewählter Computer dafür da, dass er eine Datenbank speichert, auf der alle Anmeldeinformationen aller Benutzer zentral gespeichert sind.
Dieser Computer muss ein Serverbetriebssystem haben, wie Windows Server. Er wird „Domänencontroller“ genannt und beinhaltet den LDAP-konformen Verzeichnisdienst Active Directory.
Abbildung 1.5: Die Domäne
Wenn eine Domäne eingerichtet worden ist, besteht die Möglichkeit, dass sich die Benutzer nicht lokal an der Maschine anmelden, also die Datenbank SAM benutzen, sondern sich „über das Netzwerk“ anmelden und die Datenbank des Active Directory benutzen.
Da sich in diesem Fall alle Benutzer an einer Datenbank verifizieren, entfällt das mehrfache Pflegen der Anmeldeinformationen.
Für größere Netzwerke ist die Domäne die einzig praktikable Möglichkeit.
1.3 Lösung in der Cloud oder selber hosten
Bevor wir in die Details einsteigen, sollten wir uns noch kurz mit einem Thema beschäftigen, das zurzeit überall diskutiert wird:
1.3.1 Cloud-Computing oder selber hosten?
Diese Frage ist brandaktuell, denn sogar Privatleute haben die Cloud für sich entdeckt, sie speichern dort Ihre Daten und tauschen sie mit anderen aus.
Zunächst stellen wir uns aber die einfache Frage:
Was ist Cloud-Computing?
Im Prinzip ist Cloud-Computing nichts anderes, als das Auslagern eines Teils der IT-Infrastruktur in das Internet.
Die Möglichkeiten sind vielfältig, man kann sowohl Speicherplatz, als auch Software oder ganze Server im Internet, also in der Cloud, betreiben.
Der Zugriff auf die Ressourcen in der Cloud erfolgt über eine Internetverbindung, die von den Clients aus aufgebaut wird, oft direkt aus dem Browser, zum Beispiel dem Internet Explorer.
Cloud-Computing kann in vielen Abstufungen genutzt werden.
Das Cloud-Computing wird immer als Dienst...