Öko Üblich Der Umweltschützer
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Öko Üblich Der Umweltschützer

Aus dem Leben eines Umweltschützers

  1. 100 Seiten
  2. German
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  4. Über iOS und Android verfügbar
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Öko Üblich Der Umweltschützer

Aus dem Leben eines Umweltschützers

Über dieses Buch

Ich stelle in diesem Buch eine Auswahl meiner Erlebnisse als Umweltschützer vor. Man sollte nicht denken dass diese immer sachlich-verbissen verliefen. Oder meinerseits Frust und Enttäuschung hervorriefen. Keineswegs, oft waren sie kurios oder zeugten von heiterem aneinander vorbeireden.Keineswegs heiter ist allerdings, dass seit 60 Jahren viele Dispute immer noch aktuell sind. Dennoch betrachte ich sie heute mit heiterer, auch selbst-kritischer Ironie. Daher verpacke ich die ernsthaften Kerne der Dinge, um die es geht, in verdauliche Verse und verdeutliche sie durch Skizzen. So bleibt die Botschaft, die ich damit verbinden will, vielleicht doch länger im Gedächtnis.Stellvertretend für alle, die als Natur- und Umweltschützer tätig sind oder waren, steht in meinen Erzählungen die Figur des "Öko" (Vorname) "Üblich" (Nachname). Seine Argumente zum Schutz von Wasser und Boden, interpretierten seine Diskussionsgegner häufig so, als sei er geistig noch immer der ägyptischen Vorzeit verhaftet. Natürlich will keiner mehr wie vor 4000 Jahren leben, doch ist es bedauerlich, dass uralte Weisheiten heute nichtmehr zählen. "Öko Üblich" meint bei der Nutzung unserer heutiger Umwelt sollten wir uns öfter respektvoll die archaische Achtung von Erde, Wasser und Luft zu Eigen machen.

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Information

Jahr
2015
ISBN drucken
9783732298884
eBook-ISBN:
9783739299860

Die stinkende Erpressung

Land auf Land ab, in Hüll’ und Füll’ gibt’s den Müll.
Früher wurde er gekippt, in jede Mulde geschippt.
Im kleinsten Kaff ganz ungeniert,
hat man ihn derart eliminiert.
Mal sichtbar als Halde, mal verdeckt im Walde.
Meist in eine Kuhle, in Bachtal und Suhle.
Klagen gab’s nie, dann kam die Chemie!
Und in der Kippen Schoße,
sammelte sich giftige Soße.
Zum Himmel stank es penetrant.
Und Brandes Qualm
zog unter der Häuser Walm.
„So geht das nicht weiter“,
sagte der verantwortliche Leiter.
„Gründen wir einen Verband,
dann ist die Misere in richtiger Hand.
Zentrale Organisation ist wichtig.
Die macht dann alles richtig.
Es wird nicht gekleckert, wo kämen wir hin!
Es wird geklotzt, auf Großdeponien.
Dort wird das Kippen organisiert,
und das Einsammeln läuft wie geschmiert.
Auf großer, zentraler Halde,
dort unten im nutzlosen Walde.
Wir machen eine Basisabdichtung,
dann läuft die Soße in gewollte Richtung.
Auch kein Feuer gibt es dann,
wir saugen ab das Methan!
Ist nach Jahren alles kalt,
pflanzen wir dort einen Erholungswald“.
Fürwahr, das war eine gute Idee.
Alle Gemeinden riefen juchhe.
Ein Abfallbeseitigungsplan entsteht,
und alle Deponiestandorte werden festgelegt.
Mit rationalen, logischen Worten,
erläutert man alle geplanten Standorte.
Abfallaufkommenschwerpunktskapazität,
bestimmt jetzt, wo die neue Kippe entsteht.
Im Fadenkreuz des Tonnage-Fahrtkilometer-Mittels,
fand man das geeignete Geländeviertel.
Den Laien wundert’s nicht im Traum,
dieser Punkt lag genau im hoch verdichteten Raum.
Genau dort, wo schon jedmöglicher Dreck
sich seit Jahren schon räkelt und streckt.
Umweltverpestung dort der Hochkonjunktur frönt.
Die Bürger verkraften es, sie sind nicht verwöhnt.
Und weiter ab auf dem Land dachte der Bauer:
„Jetzt hab ich’s hier sauber“.
Der Entsorgungsverband blähte sich auf,
mit Direktoren und Personal zu Hauf.
Flugs steigen die Gebühren im Beitrags-Topf,
denn leben will der Wasserkopf!
Der Verband wurde zur eigenmächtigen Institution,
mit Präsident auf unnahbarem Thron.
Dieser nun deponiewissenschaftlich plant,
seit Neustem auch energetisch verzahnt.
Er heckte aus mit der ENERWASTE ein Komplott
und behauptet es bewahre beide vor dem Bankrott.
Sie gründeten eine
MÜLLBESCHAFFUNGS-HOLDING
Die sollte über Grenzen hinweg den Müll beibringen.
Denn Müll wegwerfen, wo käme man hin,
in ihm steckten wertvolle Energien.
Gemüse, Metall, Holz, Plastik und Erden,
alles ließe sich noch mal verwerten.
Durch Sortieren, Sieben und magnetische Trennung,
mit anschließender Resteverbrennung,
erreiche man enorme Volumenreduzierung.
Das sei auch im Sinne der Regierung.
Der Verbands-Chef hielt deponieren für überholten Quatsch. Er wollte ein Müllheizwerk bauen mitten in der Stadt.
„Halt“, sagte Öko und die Bürgerinitiative,
„Da sind zuerst die Abgase am Standort zu prüfen.“
Umgehend beauftragte der Holding-Abfallbeseitigungspräsident, mehrere unabhängige Gutachter, die er lange schon kennt. Mit akademischem Zinnober und verwirrenden Worten belegten die Professoren an Versammlungsorten die Unbedenklichkeit von Stäuben und Gasen, schwiegen aber über das Zumutbare für Nasen. Sie beschwören mit hypokritischem Eid, alles läge unterm Richtwert, meilenweit.
Auf Öko Üblichs bohrende Fragen, nach dem Stadtbild, konnte niemand was sagen. Auch fragte er nach Geruchsprognosen und Bürger-Akzeptanz ganz geduldig, doch die Antworten blieb man ihm schuldig. Wie steht’s mit Schwermetallen, Fouranen, Schadstoff-Korrelationen, Fragte nach Dioxin, Benzyprenen und Langzeitkontaminationen?
Das wäre alles nicht gravierend, ohne Verdacht. Bei Inbetriebnahme würde am Ort eine Probe gemacht.
Zudem könne man ja die Stoffe ausfiltern, und die Erfolge darstellen in graphischen Bildern.
Die Immissionswerte überschreiten die gesetzlichen Richtwerte nicht. Filter nach Stand der Technik wären schließlich Pflicht.
Üblich sagte:
„Das ist Blindheit,
das kann man nicht machen.
Im Müll stecken viele noch nicht erfas...

Inhaltsverzeichnis

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Vorwort
  3. Öko Üblich, Porträt
  4. Öko Üblich , der Kämpfer
  5. Der neue Kollege
  6. Die Audienz
  7. Kinderkonkurrenz
  8. Die Wiederherstellung der Liquidität
  9. Feuchte Augen
  10. Torf für jedes Dorf
  11. Der Trainingsfisch
  12. Appell an den Wald
  13. Wunschdenken
  14. Katastrophaler Einsatz
  15. Der Gewissenskonflikt
  16. Naturfreunde
  17. Der Grenzfall
  18. Die Brandschatzung
  19. Rad und Tat
  20. Verschwendungsbeendung
  21. Hochspannung
  22. Nackt in der Arktis
  23. Der Apfel-Appell
  24. Ernährung auf Bewährung
  25. Troja in der Altstadt
  26. Die Schlacht um Brust und Wurst
  27. Praktische Weiterbildung
  28. Ökologischer Bauzyklus
  29. Der Wochenend-Zyklus
  30. Hasengespräche
  31. Nimrod gelobt
  32. Fischeversenken
  33. Flirt im Park
  34. Die stinkende Erpressung
  35. Gemittelte Richtwerte
  36. Zum Schluss, Ökos Verdruss
  37. Rückblick
  38. Ökologischer Kodex
  39. Glossar
  40. Der Autor
  41. Weitere Bücher von Günter Diesel
  42. Impressum

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