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Bosambo von Monrovia
Über dieses Buch
Das Werk "Bosambo von Monrovia" ist ein 1926 veröffentlichter Afrikaroman von Edgar Wallace. Der Originaltitel lautet "Bosambo Of The River".Richard Horatio Edgar Wallace (geboren 1. April 1875 in Greenwich, London; gestorben 10. Februar 1932 in Hollywood, Kalifornien) war ein englischer Schriftsteller, Drehbuchautor, Regisseur, Journalist und Dramatiker. Wallace gehört zu den erfolgreichsten englischsprachigen Kriminalschriftstellern.
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Information
XIII. Hinterlader im Besitz der Akasavas!
»Gott sei Dank!« bemerkte der Haußahauptmann aufrichtig, »kein Krieg im Lande!«
»Faß Holz an!«1 rief Sanders, und die beiden Männer streckten gleichzeitig ihre Arme aus und legten feierlichst ihre Hände auf den Henkel der Kaffeekanne, die aus Hartgummi bestand. Wenn sie tatsächlich »Holz angefaßt« hätten, wer weiß, was dann geschehen wäre – in erster Linie dem Häuptling Ofesi von Mc-Canti! Wer weiß, was dann die beiden Goldschmuggler aus dem französischen Gebiet betroffen hätte!
Bikilinis Weib wäre dann wahrscheinlich mit ihrem Schatz durch die Lappen gegangen, und Bikilini, geduldig und ergeben, hätte dann vielleicht ein anderes Weib genommen; und die Todbringer Ofesis wären niemals auf ihre unliebenswürdige Sendung ausgegangen; oder sie wären ertrunken, sobald sie sich dazu anschickten; oder sie hätten den Mut dazu verloren.
Auf jeden Fall ist die Tatsache unbestritten, daß weder Sanders noch Hauptmann Hamilton bei dieser Gelegenheit »Holz anfaßten«.
Und was Bannister Fish anbetrifft ...?
Dieser merkwürdige Mann handelte mit zweifelhaften Artikeln, denn er besaß jene zarten Gefühle nicht, die für gewöhnlich von dem Begriff eines Weißen unzertrennlich sind. Manche sagen, daß er Sklaven von Angola nach Orten brachte, wo man für einen Schwarzen oder eine Schwarze einen angemessenen Preis bezahlte, und daß er das mit dem Einverständnis der portugiesischen Regierung tue und dabei ein ganz ansehnliches Vermögen erwerbe. Ganz gewiß kaufte er mehr geschmuggeltes Elfenbein auf, als sonst irgend jemand in Afrika; die größte Niederträchtigkeit aber, die alles krönte, war bis dahin, daß er so 'ne Art südsudanesischen Mahdi bewaffnete: mit Waffen, die gegen seine eigenen Landsleute Verwendung finden sollten. In den Staaten Mittelenglands gibt es gewisse Handwaffen-Fabrikanten, die Aufträge jeder Art ausführen, die moderne oder veraltete Waffen zu Preisen herstellen, die mit dem Grade der Sorgfalt wechseln, mit dem diese Waffen hergestellt sind. Diese Fabrikanten haben kein Gewissen, aber bestehen einen harten Kampf, um Dividenden zahlen zu können; denn es gibt Firmen in Lüttich, die im gleichen Geschäftszweig arbeiten, und die ihre Erzeugnisse mit zehn bis fünfundzwanzig Prozent weniger Unkosten herstellen.
Mr. Bannister Fish, ein dürrer, drahtiger Mann von vierunddreißig, so gelb wie ein Guinee2 und mit dem Temperament eines Satans, war nicht beliebt an der Küste, am allerwenigsten bei den Beamten. Glücklicherweise besitzt Afrika eine sehr große Küstenlinie, und da der Gesamtbegriff Afrika der Jagdgrund des Herrn Fish war und nicht ein bestimmter Teil, so wußten die Leute an der Küste – was wir hier unter Küste verstehen – sehr wenig von ihm.
Es gehörte zu Herrn Fishs Prahlereien, daß es nicht ein zwanzig Seemeilen großes Stück Küstenlinie von Dakka bis Kapstadt und von Lorenzo Marques bis Suez gäbe, das nicht zur Verschönerung seines herrschaftlichen Besitzes auf Highgate-Hügel beigetragen hätte.
Auffallen könnte es, daß er den Teil der Küste hiervon ausnimmt, der die Kapkolonie einschließt; und das tat er aus folgendem Grunde: Die Kapkolonie ist ungeheuer fortgeschritten, hat besoldete Bürgermeister und Stadträte und einen schaudererregenden Hafendamm, an dem Sträflinge in gelben Jacken um ihrer Sünden willen schuften. Und Mr. Fishs Sünden waren Legion. Er bearbeitete Sanders' Bezirk in demselben Geiste, wie ein Rennpferdzüchter das Züchten von Pekingpudeln unternimmt – nicht des Gewinnes halber, sondern als eine vergnügliche Nebenbeschäftigung.
Er brachte unhaltbare Verhältnisse in die Grenzbezirke des Akasavalandes, indem er von den angrenzenden fremden Gebieten aus vorstieß; und er fand eine gottlose Freude daran, Sanders, dem er einmal begegnet war, tüchtig zu ärgern.
Seine Abneigung gegen diesen wurde bei ihrem nächsten Zusammentreffen noch vermehrt; denn Sanders, der einen Gewaltmarsch quer durch Akasava machte, nahm die ganze Karawane des Mr. Bannister Fish gefangen, verbrannte dessen Waren auf der Stelle und unterwarf den Plutokraten vom Highgate-Hügel der Demütigung, mit Handschellen gefesselt hinunter zum Gouvernement marschieren zu müssen. Mr. Fish wurde durch ein Bezirksgericht abgeurteilt und zur Zahlung von 500 £ Sterling oder im Nichtzahlungsfalle zu zwölf Monaten Zuchthaus und Zwangsarbeit verurteilt.
Die Strafe wurde gezahlt, und Mr. Fish reiste nach Hause und verbreitete unglaubliche Gerüchte über Bezirksamtmann Sanders, mit deren Wiedergabe ich diese sauberen Seiten nicht beschmutzen will.
Highgate-Hügel hat eine alltägliche Umgebung, und der Verkehr dort wird durch nüchterne Motoromnibusse vermittelt, und es ist nicht der Ort, von dem man annehmen konnte, daß dort Massenmord geplant wird. Dennoch gab Mr. Fish von seinem Herrschaftssitz aus gewisse telephonische und Kabelbefehle, und auf diese Befehle hin gingen Leute im geheimen in den Bezirk von Sanders, um sich nach dem für ihre Zwecke passenden Mann umzusehen.
Sie fanden Ofesi, und Highgate unterwies diesen Akasavamann in entsprechendem Sinne.
Im Februar eines gewissen Jahres fuhr Mr. Fish protzig in seinem elektrisch betriebenen Landauer von Highgate nach Waterloo. Sieben Wochen später traf er an der Akasavagrenze ein, nicht weniger ärgerlich auf Sanders, als er es je gewesen war, aber mit hoffnungsfreudig aufleuchtendem Gesicht, da er als Millionär sich alle möglichen Steckenpferde leisten konnte; und sein gegenwärtiges war, einen weit entfernten Bezirksamtmann zu ärgern, der in diesem Augenblicke Hartgummi anfaßte und sich einbildete, es sei Holz.
Ofesi, dem Sohne Malakas, des Sohnes von G'nani, war Glück vorherbestimmt. So wurde es wenigstens prophezeit von Komonobologo, dem berühmten Zauberdoktor der Akavasas.
Denn es ereignete sich, daß in der Nacht, als Ofesi schreiend zur Welt kam, gewisse Himmelszeichen auftauchten, so z. B. eine Mondfinsternis, ein wahrer Regen von Sternschnuppen, und alles das deutete Komonobologo als günstig für das glucksende, seufzende und schrill aufwimmernde bißchen weiß-brauner Menschheit.
So sollte Ofesi bestimmt sein, alles Volk zu regieren, soweit die Sonne schien (ungefähr dreihundert englische Meilen in jeder Richtung nach Schätzung der Eingeborenen), und er sollte keines schimpflichen Todes von der Hand eines anderen Menschen sterben.
Ofesi, wörtlich »der Glücksgeborene«, sollte danach mächtig im Rat wie im Kriege sein; er würde die Erde von dem Schritte seiner Legionen zittern machen; er würde wagen und gewinnen, niemals wagen und verlieren; er war der Günstling der Götter und Geister und würde viele Söhne haben.
Das hohläugige Weib, das ausgestreckt auf dem Boden der Hütte lag, sprach mit schwacher Stimme von ihrem Glücke; der Säugling, der mit gierigem Munde das Tier in ihm zu sättigen suchte, sagte nichts, da er zu sehr mit seinen natürlichen Bedürfnissen und tierischen Trieben beschäftigt war.
Solche Weissagungen sind häufig; die einen erfüllen sich nicht, und andere bleiben, aus keinem ersichtlichen Grunde, an denen hängen, denen sie gemacht worden sind.
Ofesi gehörte zu denen, an denen diese Weissagungen lebenslang hafteten. Als Sanders seinen Posten an diesem Fluß antrat, war Ofesi ein langer schmächtiger und ungelenker Bengel, vor dem seine Kameraden Angst hatten.
Sanders fürchtete niemand. Er horchte ruhig auf die Mär von üblen Vorbedeutungen, Vorzeichen und ähnlichem. Und als das zu Ende war, hielt er eine kleine Predigt über die Hinfälligkeit aller menschlichen Dinge, über die außerordentlich hohe Sterblichkeitsziffer dieses übel geleiteten Volkes, das sich außerhalb der festgesetzten Grenzen des Bezirks bewegte. Ofesi hatte Nachbarn, die stärker waren als Sanders, und von diesen wurde er aufgenommen wie einer, an dem die kommenden Jahre das große Wunder wirken sollten.
So wuchs Ofesi heran und gedieh und trieb viel Unfug auf seine Weise; Unfug, der weder unschuldig noch jungenhaft war, und die freundliche Hand, die sich über die kleinen Jungen der ganzen Welt drohend zu erheben pflegt, fiel niemals hart auf seine gut in Fett gebetteten Nerven, da ja Ofesi vom Glück ausgesucht und daher unverletzlich war.
Im Laufe der Zeit wurde er vom damaligen Oberhäuptling der Akasavas für die Häuptlingschaft des Dorfes Milanti bestimmt, und die Stadt Akasava atmete erlöst auf, wenn sie sein Kanu um die Biegung des Flusses außer Sicht gleiten sah.
Kein Bericht über die kleineren Ausschreitungen des Häuptlings gelangte zu Sanders, weil diese Legende von des Häuptlings Vorherbestimmung bei allen Stämmen, mit Ausnahme eines einzigen, verbreitet war.
Man erzählt sich, daß Ofesi mehr Huldigungen empfing und einen königlicheren Hofstaat hielt als sein Gebieter, der König; ferner, daß N'Gombis, Isisis und die Stämme um ihn herum doppelt so kostbare Geschenke an ihn sandten, und daß er einen Harem von sechzig Weibern unterhielt, zu dem alle seine Verehrer beigesteuert hatten. Man erzählte sich weiter, daß er Herrn Fish den Vertrieb seiner berauschenden Getränke ermöglichte, aber davon hatte Sanders keinen Beweis.
Ofesi beutete seine Freunde ganz unparteiisch aus, trieb allen möglichen Unfug und führte ein Schreckensregiment den Fluß entlang von Klein-Isisi bis zur Ochorigrenze. Und die Fischerleute, die seine Kriegskanus lautlos durch die Nacht schleichen sahen, sagten: »Laßt keinen Mann den Gebieter Ofesi sehen, damit er sich nicht unsrer an kommenden Tagen erinnert und uns blendet!«
Ob wirklich aus Schlauheit oder aus jener Art Eingebung heraus, die ein Teil des Genies ist, wuchs Ofesi ins kräftige Mannesalter hinein, ohne nur ein einziges Mal die Ochorigrenze verletzt zu haben.
Bis eines Tages ...
Sanders kam in einer nassen Aprilnacht, als die Wolken so niedrig über dem Flusse hingen, daß man sie hätte mit einer Angelrute berühren können.
Es war eine Nacht von wogenden Nebeln, alles überflutenden Wolkenbrüchen, laut krachenden Donnern und so unaufhörlichem Zucken der Blitze, daß die Dunkelheit nur Pausen andeutete.
Dennoch fuhr Sanders nach dem Akasavaland, so schnell wie sein Heckrad sich zu drehen vermochte, gegen den geschwollenen Strom, durchnäßt bis auf die Haut, das nasse Gesicht dem stechenden Regen ausgesetzt, indem er mit dem weißen Kegel seines Schweinwerfers die Dunkelheit durchdrang, wo welche war.
Er stieß auf das Dorf Mi-lanti an einem grau und stürmisch heraufdämmernden Morgen, und die Hütten, die die Wasserfluten des Himmels verschont hatten, standen als vereinzelte Wachtposten zwischen rauchenden Ruinen.
Er ging müde und außerordentlich ärgerlich an Land und fand viele Tote und einen oder zwei; die sich für tot hielten. Diese erzählten ihm eine traurige Geschichte von Raub und Mord, von einem unschuldigen Dorfe, das von den Ochoris angegriffen und in seiner Wehrlosigkeit erstürmt worden sei.
»Das ist eine Lüge,« sagte Sanders schnell, »denn euere Verhaue sind nach Westen vom Dorfe errichtet, und euere Toten zeigen die sorgfältige Kriegsmalerei derer, die sich langer Hand a...
Inhaltsverzeichnis
- I. Arachi, das Pumpgenie.
- II. Die Steuerbeitreibung.
- III. Der Aufstieg des Kaisers.
- IV. Der Sturz des Kaisers.
- V. Die Ermordung Olandis.
- VI. Der Schrittzähler.
- VII. Bosambos Bruder.
- VIII. Der Thron der N'Gombis.
- IX. Der Kichu.
- X. Das Opferkind.
- XI. »Sie.«
- XII. Die Gesandten.
- XIII. Hinterlader im Besitz der Akasavas!
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