
- 164 Seiten
- German
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eBook - ePub
Das Leben Dr. Martin Luthers
Über dieses Buch
Die erste deutschsprachige Lutherbiographie - geschrieben anno 1565 von Luthers langjährigem Freund und Mitarbeiter Johann Mathesius.Diesem Buch liegt die 1817 anlässlich des Reformationsjahrs von Achim von Arnim herausgegebene Ausgabe zugrunde.
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Information
Vierte Predigt.
Geliebte Freunde im Herrn! Sonst pflegte man um diese Zeit Ostermärlein und närrische Gedichte zu predigen, damit man die Leute, so in den Fasten durch ihre Buße betrübet und in der Marterwoche mit unserem Herrn Mitleiden getragen, durch solch ungereimtes und loses Geschwätz erfreuet und wieder getröstet würden, wie ich solcher Ostermärlein einst in meiner Jugend gehört habe, als da der Sohn Gottes vor die Vorburg der Hölle gekommen und mit seinem Kreuz anstieß, hatten zwei Teufel ihre langen Nasen als Riegel vorgestecket, als aber Christus anklopft, daß Tür und Angel mit Gewalt aufging, hab’ er den zweien Teufeln ihre langen Nasen abgestoßen. Solches nannten zu der Zeit die Gelehrten risus paschales.46 Obwohl wir die vergangenen Jahre nach großer Leute Beispiel um diese Zeit Allegorien und lustige Materien gehandelt, so wollen wir diesmal von einer freudigeren Sache von der Universität Wittenberg reden, zu der mich Gott im Jahre 1528 hinführte und dann in den Historien Luthers und der Seinen fortfahren, wie Gott in seiner Bibel nicht allein vom eingeborenen Sohne schreiben, sondern auch mit Ehren der Propheten und Schulen erwähnen läßt.
Daß Wittenberg vom Berge der Weisheit seinen Namen haben soll, ist euch schon gesagt, meine Freunde und viele Leute wissen, daß es an der Elbe gelegen. Über der Elbe heißt das nächste Dörflein Prata, oder Ephrata, wie Luther meinte, zum Zeichen, daß da der Herr Christus sein rechtes Himmelsbrot geben würde. So liegt unfern ein Städtlein Jesse, zur Erinnerung, daß die Wurzel Jesse oder Isai in dieser Gegend von neuem ausschlagen werde. Zana, so nur eine Meile von Wittenberg, hat auch einen hebräischen Namen, und bedeutet eine Herberge, wie denn auch das Wort des Herrn hier eingekehrt ist, so erhielt auch Dessau von dem reichlichen Unterhalt, den sie der Kirche und ihren Dienern verliehen, den hebräischen Namen zum Vorzeichen. Was ich euch gelehret allhier, dafür muß ich meinen Lehrern und Freunden in Wittenberg danken, aus Wittenberg ist die reine Lehre samt dem Katechismus in dieses Tal gekommen, alle unsere Kirchen-und Schuldiener sind Wittenberger Studenten, darum wir heute am Schulfest, wo wir die Kinder nach allem löblichen Brauch mit ehrlichem Gepränge zur Schule gebracht haben, der Universität Wittenberg in unserem Gebet gedenken müssen. Amen!
Als im Jahre 1528 eine vergiftete Luft an dem Elbstrome blies, und die Universität der Jugend wegen, nach Jena verlegt war, blieb unser Doktor in seinem Beruf, und bei seinen Schäflein in Wittenberg zurück, predigte und las, und diente den Leuten, ging auch auf Erforderung, ohne Scheu in dir vergifteten Häuser und tröstete die Seinen. Den Studenten, die bei ihm verharrten, las er zu der Zeit die Epistel Johannis, die mir nachher Magister Georg Rörer abzuschreiben gab.
Inzwischen ward ein Reichstag zu Speier ausgeschrieben, auf welchem ein neuer und gefährlicher Abschied beschlossen wurde, gegen den mehrere Fürsten und Städte protestierten, und eine Gesandtschaft an den Kaiser, nach Bononien47 abfertigten. Als nun die Luft durch Gottes Gnade, und der lieben Engel Dienst gereiniget, auch die Universität Wittenberg wieder versammelt war, zieht der Türke auf Deutschland und belagert Wien. Dieses gibt die Veranlassung, daß der Doktor nicht allein vom Türkenkriege, sondern auch von Mahomets Religion schreibt, wider den Türken zu streiten und zu beten ermahnt, auch eine eigene Heerpredigt im Druck ausgehen läßt.
Eben um diese Zeit bin ich zum erstenmal, aus Bayern nach Wittenberg gekommen. Da hab’ ich in Predigten und Vorlesungen gar viel trefflichen Trost und treue Ermahnungen gehört, wie alle getaufte Kindlein, die vom Türken gespießt oder an den Zaun gesteckt und jämmerlich zersäbelt und zerhackt worden, mit den Kindlein zu Bethlehem in Ehren und Freuden erscheinen und alle Türken wieder mit Füßen treten würden: Wir wissen jetzt noch nicht wer die rechte Mauer und der rechte Feldherr wider den Türken damals gewesen, wenn aber alles an den Tag kommen wird, werden wir neben vieler guter Leute herzlichem Vaterunser, unseres Herrn Christi Macht und Schutz erkennen, der dem großen Leviathan einen Ring in die Nase legte.
Es gebührt sich wohl, daß ich als ein Student und Gliedmaß der löblichen Universität Wittenberg, neben des Herrn Doktors Historien auch anderer guter Leute erwähne, die ich allda gefunden, gesehen und gehöret habe; ich gedenke traun48 solches, so Gott will, am jüngsten Tag und in alle Ewigkeit von dieser Universität und ihren guten Leuten zu rühmen.
Nachdem mich mein lieber Freund Zacherias Weirner, Pfarrer zu Bruck an der Ammer bei Fürstenfeld, bei sich mit Tisch und Büchern ein ganzes Jahr erhalten hatte, bis die Universität wieder von Jena nach Wittenberg gekommen, bin ich im Jahr 1529, Freitag nach Pfingsten dort eingetroffen. Am folgenden Sonnabend zur Vesper hab’ ich den großen Mann, Doktor Luther predigen hören, da er St. Petri Text, in der Apostelgeschichte, Kap. 2, 38. vom Wesen und Kraft der heiligen Taufe auslegte, dafür ich unserem Gott die Tage meiner Pilgrimschaft hier und in alle Ewigkeit zu danken habe. Ich ging damals ins 25 Jahr, und hatte manchem Mönch und Laienpriester im Papsttum zugehört, aber mein Tage hatte ich der heiligen Taufe nie gedenken hören, ausgenommen, daß ich in Bayern die Wiedertäufer und Schwärmer sehr schändlich von Taufe und Abendmahl hatte plaudern hören. Darum tat mir’s von Grund meines Herzens sanfte, daß ich flugs im Eingang einen seligen Bericht von diesem tröstlichen Artikel vernehmen sollte. Weil damals Doktor Johann Pommer, Pfarrer zu Wittenberg, zur Einrichtung der Kirchen und Schulen im Lande Sachsen abwesend war, tat unser Doktor wöchentlich drei oder vier Predigten, darinnen er die Sonntagsevangelien, St. Johannem den Evangelisten, und das 19. und 20. Kapitel des anderen Buchs Moses christlich und weislich auslegte, auch am St. Jakobstage St. Christophels Legenden lieblich auf alle Prediger und Christenleute bezog, die Jesum Christum in ihrem Herzen und Armen trügen, ihr Gewissen bewahrten, den Leuten hülfen, und darüber lauter Undank von der Welt und von falschen Brüdern verdienten. In diesem Jahre hab’ ich auch den Katechismus vom Doktor Justus Jonas und den dreien Diakonen Magister Georg Rörer, Johann Mantel und Sebastian Fröschel, auslegen hören. Vom Doktor hab’ ich ungefähr in 40 Wochen die 22 letzten Kapitel des Propheten Jesaias auslegen hören, und bin aus dieser Lektion, oftmals voll Trost und Freude heimgekommen. Von Philipp Melanchthon, dem treuen und fleißigen Professor habe ich in dieser kurzen Zeit gehört, ein Stück des Cicero vom Redner, und die schöne Rede pro Archia, ferner im Jahre die ganze Dialektik und Rhetorik. Vormittags erklärte dieser große Mann die Epistel an die Römer, Mittwoch las er von ehrbarer Zucht aus Aristoteles, überdies disputierte oder deklamierte man alle Woche.
Johann Bugenhagen legte die Epistel an die Korinther aus, Doktor Jonas erklärte die Psalmen, Aurogallus las seine hebräische Grammatik und den 119. Psalmen, Magister Franz von Weimar las Griechisch, Tulichius über Cicero de officiis, Magister Vach über Virgil, der alte Magister Volmar die Theorie der Planeten, Magister Mülich über die Sphäre, Magister Kaspar Kreutziger las diesmal mit den jungen Studenten, im Pädagogium den Terenz. So waren auch die Privatschulen trefflich bestellt, die Herren Magister Binsheim, Kilian Goldstein, Ammerbach, Erasmus Reinhold, Marcellus, Georg Major und Eberus hielten ihre Schüler in guter Zucht und lasen und wiederholten fleißig.
Es war auch guter Frieden und Eintracht zwischen Studenten und Bürgern. Die Edelleute fingen einmal in eines Bürgers Hause mit Bürgerskindern eine Unlust und Lärmen an, darüber ihnen die Köpfe, von ordentlicher Bürgerschaft redlich gedroschen und sie die Nacht in die Türme, bis auf den Morgen gesteckt wurden. Als aber etliche nach ausgemachter Sache dem Stadtrichter vor’s Haus traten, und durch seine Fenster hinein stachen, ließ sich unser Doktor öffentlich auf der Kanzel hören: Gott habe dieser Universität durch vernünftige Verordnung des löblichen Kurfürsten ein feines, stilles und ruhiges Wesen bisher gegönnt. Nun wären Leute vorhanden, die sich an gleichem Rechte nicht wollten genügen lassen, und brauchten bei Nacht und Nebel allerhand Mutwillen, forderten die Leute aus, und vergriffen sich an ihrem Hausfrieden. „Ich bin,“ sagte der Doktor auf der Kanzel, „ein geistlicher Mann, wenn mir aber ein Störenfried vor mein Haus käme, wollte ich mit meinem Hausspieß zu ihm hinauswischen und meinen Hausfrieden und Gemach, wie einem Hausvater mit Recht zugelassen und gebühret, verteidigen. Stieß ich meinen Spieß durch einen solchen Aufrührer, wollte ich stillstehen und ausschreien: Hier Gottes- und Kaisersrecht, vor denen beiden, ich solche meine Notwehr und Hausschutz mit Ehren und gutem Gewissen, christlich und rechtlich verantworten wollte.“
Da sich unser Doktor, als ein Liebhaber bürgerlichen Friedens, also vernehmen ließ, geriet es zum allerbesten und wurde fein still und friedlich in der ganzen Stadt. Gott sprach auch damals seinen Segen nur Nahrung, denn obwohl diese Zeit ein sehr nasser Sommer einfiel und die Elbe etlichemal zu den Schießlöchern durch die Stadtmauer drang, auch die ungesunde Luft die gefährliche Krankheit, den englischen Schweiß49 erregte, daran ich und andere krank lagen, dennoch war ziemlich wohlfeile Zeit. Ich hatte bei meinem Wirt und Landsmann Wolf Johann von Rochlitz einen sehr guten trocknen Tisch um fünf Silbergroschen, neben anderen gelehrten ehrlichen und guten Tafelbrüdern, die mir armen Gesellen allen guten Willen erzeigten. Darum ich in Ehren allhier erwähne, des Lizenziat Sulsdorf, Staffelstein, Walden Mellerstadt, Johann Figulus, Hieronymus von Glauburg und Clam von Frankfurt, Franziskus Groß von Oschütz, Andreas Vorberger von der Mitweide, Peter von Zerbitz, Karl Drachstedt von Halle, wie auch früher des teuren Märtyrers Leonhard Kaisers, der in Bayern um des Evangelium willen verbrannt worden und mit vielen anderen großen Männern an dieser Tafel gesessen hatte. Damals war kein Zwiespalt zwischen den Gelehrten, darum erhob sich auch kein gefährlicher Streit über Tisch. Fröhlich und guter Dinge in Lieb und Freundschaft waren wir alle, hatten unsere Singerei und daneben von den Alten, vor denen wir Jüngere eine ehrliche Scheu hatten viele gute Reden und Historien zu hören, und weil eben Herr Philipp die Dialektik las, trugen sich Gespräche zu von dieser und anderen Lektionen. Es war auch keine überflüssige und unzeitige Zehrung, oder Gasterei, denn Jedermann wartete seines Studierens, darum er an diesen Ort gekommen war, wie denn Gott an diesem Tische viele gute und große Leute erzogen hat, mit denen ich mich, so Gott will, an jenem Tage als Tisch-und Studierfreunde in alle Ewigkeit zusammen halten will.
Von teuren und berühmten Leuten in allen Fakultäten kannte ich da viele erleuchtete Männer, und jedermann muß dieser Universität den Ruhm lassen, daß der Stab Aarons allda redlich ausgeschlagen, lieblich geblühet, und viele gute Früchte getragen habe, wie denn heut zu Tage wenig Schulen und Herrenhöfe sind, wo man nicht Frucht von diesem Stabe fände. Gott gab Leute diesem Orte, die von Grund und Korn redeten; nachdem die Gelehrten bis dahin nur in Platos Gruft gesessen, sahen sie nun über die Erde hinaus und wußten, wozu fremde Künste und Sprache dienen sollten. Ich habe vom Herrn Doktor am Tische gehört, daß Herzog Georg zu Sachsen den Erasmus in geistlichen Händeln, schriftlich habe um Rat fragen lassen, als aber der schlüpfriche Mann eine zweifelhafte und verdrehte Antwort gab, die weder kalt noch warm war, soll der weise Fürst gesagt haben: „Lieber Erasme, wasch mir den Pelz und mach ihn nicht naß, ich lobe mir die von Wittenberg, die behalten doch kein Mehl im Maul, sondern sagen frei und redlich heraus, was ihre Meinung sei.“ Da zu Worms im Colloquio50 Doktor Kreutziger unseres Teils Notarius war, sagte Granvella der Präsident: „Die Lutherischen haben einen Schreiber, der ist gelehrter als alle unsere Papisten.“ So sagte auch der berühmte welsche51 Jurist Kurtzius in Ingolstadt, als er Juristen von Wittenberg ihre Argumente, rund und kurz, in einen schlanken Syllogismus 52 zwingen hörte, das wäre die rechte aristotelische Weise und Manier, welche der Vernunft eigentlich gemäß ist. Auch sagte der Bischof Lange zu Salzburg: „Es gibt viele Gelehrte in Wittenberg, will man ihnen was anhaben, so müssen wir auch auf gute Schulen denken, mit Schwert und Gewalt werden wir sie nicht dämpfen.“
Diese Zeugnisse von fremden großen Leuten zu Ehren der Universität, füge ich hier bei, um zu erklären, wie so viele gute Leute sich aus dem ganzen Römischen Reiche in Wittenberg versammelt haben, um dort Weisheit zu hören und zu holen. Ich lasse alle andere Schulen in ihrem Wert, aber ich bin noch ein Student von Wittenberg, Gliedmaß dieser Schule und Bürger ihrer Kirche, und vieler christlicher Männer Jünger, die mich nachmals in ihre Freundschaft genommen, dabei mich unser lieber Gott 34 Jahre lang redlich und standhaft erhalten hat.
Ich komme wieder zurück auf unsere Geschichten. Nachdem das Geschrei erschollen war, Kaiser Karl werde auf’s künftige Jahr wieder in Deutschland ankommen, hatten gute Leute gern gesehen, daß der Zwiespalt, den die oberländischen und schweizerischen Kirchen mit den sächsischen des Abendmahls wegen hatten, verglichen und vertragen würde, weil diese Angelegenheit auch zwischen den Weltlichen gesplittert hatte. Darum ließ der Landgraf zu Hessen an Doktor Luther den Wunsch gelangen, daß er und andere Auf diesen Tag, der zu Marburg angestellt, erscheinen wolle. Obwohl Luther wenig gute Hoffnung, zu diesem Gespräch hatte, und fürchtete, daß wohl gar etwas Nachteiliges daraus entstehen mögte, wie denn seine Vorsorge selten gefehlt hat, ließ er sich dennoch aus brüderlicher Liebe bewegen, diesen angestellten Tag zu besuchen. Darauf hält er zuvor eine öffentliche Disputation vom werten Abendmahl, in welcher Magister Veit Dietrich und Bonnus von Lübeck, nach löblichem Schulgebrauch, wider des Herrn Doktors Bekenntnis, Fragens und Lernens halber disputierten. Man brachte aber wenig Neues zu Tage und es blieb dabei, daß man in gläubiger Einfalt an klaren Worten des Herrn hängen und alle Spitzfindigkeit gefangen nehmen müsse.
Um Michaelis macht sich Luther mit Melanchthon und Jonas nach Marburg auf. Dahin kamen auch die oberländischen Lehrer mi...
Inhaltsverzeichnis
- Über den Autor
- Inhaltsverzeichnis
- Erste Predigt.
- Zweite Predigt.
- Dritte Predigt.
- Vierte Predigt.
- Fünfte Predigt.
- Sechste Predigt.
- Siebente Predigt.
- Aus der Zueignung des Mathesius an die Universität zu Wittenberg.
- Impressum