Controlling im deutschen Teamsport
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Controlling im deutschen Teamsport

Eine empirische Analyse

  1. 632 Seiten
  2. German
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Controlling im deutschen Teamsport

Eine empirische Analyse

Über dieses Buch

Das vorliegende Buch hat sich zum Ziel gesetzt, den aktuellen Entwicklungsstand des Controllings im professionellen Teamsport zu untersuchen. Auf Basis einer ausführlichen Analyse der Teamsportbranche, werden die wichtigsten Akteure im Umfeld der Clubs beschrieben und Einflussfaktoren für das Controlling im Teamsport abgeleitet. Anschließend werden die Besonderheiten der Controllertätigkeit in den Clubs herausgearbeitet. Das Buch bietet dabei einen tiefen Einblick in die Arbeit der Controller in den Clubs und liefert einen reichen Fundus an teamsportspezifischen Lösungen und Instrumenten.Im empirischen Teil der Untersuchung wurden 50 Clubs der 1., 2. und 3. Liga im Fußball sowie der obersten Spielklasse im Basketball, Eishockey und Handball zum Entwicklungsstand ihrer Controllingsysteme befragt. Neben einer Vielzahl deskriptiver Erkenntnisse zur Controllerarbeit im Sport, liefert die Arbeit eine Reihe interessanter kausalanalytische Befunde zum Zusammenhang zwischen Kontext, Ausgestaltung des Controllingsystems und dem Erfolg der Vereine. Damit ist es zum ersten Mal gelungen, einen tiefen Einblick in das betriebswirtschaftliche Steuerungssystem der Teamsportbranche in Deutschland zu erlangen.Auf Grund seiner praxisnahen Forschungsausrichtung liefert das vorliegende Buch für Wissenschaft und Praxis einen umfassenden Überblick über die Herausforderungen der Controllerarbeit in professionellen Teamsportorganisationen.

Häufig gestellte Fragen

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Information

C Das Branchenmodell des Teamsports

1 Ziele des Abschnitts

Im Rahmen der vorliegenden Untersuchung fungieren die anschließenden Kapitel als Fundament für ein tiefes Verständnis des Kontexts, in dem TSO agieren. Folglich verfolgt dieser Teil der Arbeit die folgenden Ziele:
  • Strukturierte Analyse des Kontexts der TSO und des Teamsportcontrollings
  • Entwicklung eines tiefen Verständnisses für die Herausforderungen, denen sich das Controlling im Teamsport gegenüber sieht
  • Ableitung von Kontextfaktoren für die empirische Analyse
Nach Vorstellung der Grundstruktur des Branchenmodells erfolgt hierzu zunächst die Beschreibung der Makroumwelt Teamsportbranche. Anschließend werden die Elemente und Akteure der Mikroumwelt vorgestellt, um danach die professionelle Teamsportorganisation näher zu charakterisieren. Abschließend erfolgt die Ableitung von Kontextfaktoren für das Controlling des Teamsports.

2 Grundstruktur eines Branchenmodells des Teamsports

Im folgenden Abschnitt erfolgt eine Charakterisierung der Teamsportbranche in Deutschland. Das Untersuchungsobjekt dieser Arbeit soll dabei auf unterschiedlichen Ebenen betrachtet werden. Einen Überblick über die gewählten Analyseebenen und ihre Elemente liefert das Branchenmodell des deutschen Teamsports in Abbildung 9.366
Abbildung 9: Branchenmodell des deutschen Teamsports367
Im Rahmen der Analyse der Makroumwelt soll die globale Umwelt der TSO beschrieben werden. TSO können nicht losgelöst von allgemeinen Trends und Veränderungen in ihrem Umfeld agieren, sondern sie werden beeinflusst von Entwicklungen in Wirtschaft, Gesellschaft, Technik und Rechtssystem.
Die Analyse der Mikroumwelt der Teamsportbranche soll anhand des Five-Forces-Modells nach Porter erfolgen.368 Im Rahmen seines Modells hat Porter fünf Kräfte identifiziert, die die Wettbewerbsintensität und damit das Rentabilitätspotenzial der Branche bestimmen. Im Rahmen dieser Arbeit sollen die fünf Wettbewerbskräfte durch die Akteure konkretisiert werden, die für ihre Ausgestaltung verantwortlich sind. Die Analyse der Beziehungen zwischen den Akteuren soll dabei auf Basis institutionenökonomischer Überlegungen erfolgen. Dabei dient das Modell nach Porter lediglich als Strukturierungsansatz. Eine tiefgreifende Branchenanalyse hinsichtlich der Wettbewerbsintensität sowie des Rentabilitätspotenzials gehört nicht zu den definierten Forschungszielen dieser Untersuchung. Die Branchenanalyse schließt mit einer generischen Beschreibung einer TSO.

366 Die Notwendigkeit für die Modellierung eines Branchenmodells beschreibt Dörnemann wie folgt: „Eine Diskussion allgemeiner Managementherausforderungen im Profi-Sport ist schwierig, eine Diskussion spezifischer Controllinganforderungen gar unmöglich, ohne vorher systematisch die Branche zu modellieren und zu analysieren.“ Dörnemann 2002a, S. 49.
367 Eigene Darstellung erstmals publiziert in Kasper 2012, S. 36.
368 Vgl. zum Grundkonzept und den folgenden Ausführungen Porter 1999, S. 33–64.

3 Makroumwelt

3.1 Globales wirtschaftliches Umfeld

Eine Analyse der Teamsportbranche in Deutschland muss die allgemeine wirtschaftliche Lage einschließen. Dabei ist festzustellen, dass sich die Teamsportbranche in der letzten Dekade weitgehend immun gegen Finanz- und Bankenkrisen, konjunkturelle Dellen und sonstige wirtschaftliche Schocks in der Welt, Europa und auf ihrem Heimatmarkt gezeigt hat. Dabei wird das Bild allerdings durch den Fußball stark verzerrt. Während das Bruttoinlandsprodukt in der letzten Dekade nur niedrige Wachstumsraten aufweisen konnte und im Zuge der Krise 2009 stark gesunken ist, sind die Einnahmen im professionellen Fußball immens angestiegen.369 So konnten die Gesamterlöse der 1. Bundesliga in der zurückliegenden Dekade verdoppelt werden und übersprangen in der Spielzeit 2011/2012 erstmals die Grenze von 2 Mrd. Euro.370 Rund um das Krisenjahr 2009 verzeichnete die oberste Spielklasse im Fußball ein Wachstum der Erlöse von der Spielzeit 2008/2009 zur Folgesaison von ca. 3 %.371 Auch die 2. Bundesliga und die 3. Liga weisen in den letzten Jahren steigende Gesamterlöse auf.372
Die anderen Teamsportarten zeigen ein differenzierteres Bild. Während im Handball die Umsatzentwicklung in den letzten Spielzeiten stagniert, weisen Eishockey und vor allem der Basketball einen Wachstumstrend auf.373 Ein Blick auf das Krisenjahr 2009 legt aber auch für diese Teamsportarten die Vermutung nahe, dass die Gründe für stagnierende Umsätze oder Wachstum im Teamsport aus anderen Einflüssen als der konjunkturellen Lage resultieren. Um das Jahr 2009 lassen sich lediglich für die DEL sinkende Umsätze konstatieren. Dieser Umsatzrückgang resultiert aber offensichtlich aus einer Reduktion der teilnehmenden Teams von 16 in der Saison 2008/2009 auf 15 in der folgenden Spielzeit und 14 Teams in der Saison 2010/2011.374
Trotz der aktuellen Robustheit des Teamsports gegenüber negativen Einflüssen der volkswirtschaftlichen Lage sollten die Clubs makroökonomische Faktoren wie die Entwicklung des Zinsniveaus oder der Arbeitslosigkeit in ihrem Einzugsgebiet im Blick behalten.375
Während die Entwicklung der Leitzinsen die Finanzierungskosten der Clubs beeinflusst, kann ein Anstieg oder die Senkung der Arbeitslosenzahlen als Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung der Heimatregion und die potenzielle Kaufkraft der Endkunden im Einzugsgebiet der TSO dienen.

3.2 Soziokulturelles Umfeld

Die TSO sind eingebettet in ihr soziokulturelles Umfeld. Ihr Handeln wird beeinflusst durch den Normen- und Wertekanon der Gesellschaft, Zukunftstrends wie Individualisierung und Freizeitorientierung oder die demografische Entwicklung. Gleichzeitig sind der Sport und vor allem der Teamsport wichtige kulturelle Elemente im Alltagsleben der Deutschen.376
Der demografische Wandel und die zunehmende Alterung der Gesellschaft in den entwickelten Industrienationen verändern bereits massiv unsere Lebenswirklichkeiten. Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass
  • die Bevölkerung in Deutschland von ca. 82 Mio. Ende 2008 auf 65 bis 70 Mio. Einwohner in 2060 schrumpfen wird,377
  • sich die Altersstruktur massiv verschieben wird. Während 2008 20 % der Bevölkerung über 65 Jahre oder älter waren, wird im Jahre 2060 bereits ein Drittel der Bevölkerung älter als 65 Jahre sein.378
  • die Lebenserwartung bis 2060 mindestens um 7 bis 8 Jahre zunehmen wird.379
Auch die TSO sind auf vielfältige Weise vom demografischen Wandel der Bevölkerung betroffen. Ein Rückgang der Bevölkerungszahlen im Kernmarkt und eine massive Alterung bedeuten zunächst für die Clubs, dass der Kampf um die besten Sporttalente auf dem Heimatmarkt immer intensiver werden dürfte. Um den Zugang zu Talenten zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebs zu gewährleisten, werden die Scoutingbemühungen globaler ausgerichtet werden und auch Regionen umfassen müssen, die heute noch nicht im Fokus der Marktbeobachtung liegen. Insbesondere dürften dabei Regionen wie der Nahe Osten und Afrika von Interesse sein, die über einen wachsenden und hohen Anteil junger Bevölkerungsschichten verfügen.380 Vorstellbar wäre beispielsweise die Kooperation mit dortigen Vereinen oder die Errichtung von Nachwuchsleistungszentren. Auf der Nachfragerseite ist die Veränderung der Altersstruktur bei der Ausgestaltung des Produktprogramms zu beachten.
Spezielle Angebote für Senioren im Hospitalitybereich,...

Inhaltsverzeichnis

  1. Buchreihe
  2. Herausgeber
  3. Geleitwort
  4. Widmung
  5. Vorwort
  6. Inhaltsverzeichnis
  7. Abbildungsverzeichnis
  8. Tabellenverzeichnis
  9. Abkürzungsverzeichnis
  10. A Einleitung
  11. B Theoretische Grundlagen
  12. C Das Branchenmodell des Teamsports
  13. D Controlling im Teamsport
  14. E Hypothesenbildung und Operationalisierung
  15. F Empirischer Teil
  16. G Zusammenfassung und Implikationen für den Teamsport
  17. H Anhang
  18. I Literaturverzeichnis
  19. Buchreihe Unternehmensrechnung und Controlling
  20. Impressum