Vorwort
Ich begrüße Sie und freue mich, dass Sie dieses Buch gefunden haben.
Wenn Sie Interesse daran haben zu lernen, wie man ein Investmentdepot aufbauen und welche Fonds, ETFs usw. in einem Depot enthalten sein sollten und wie Sie den oder die für Sie passenden Investmentfonds finden können, dann glaube ich Ihnen mit diesem Buch einen guten Leitfaden an die Hand zu geben und Ihnen echte Mehrwerte zu liefern.
Seit mehr als 20 Jahren bin ich im Finanzbereich und im Bereich der Investments, Kapitalanlagen und dem Vermögensaufbau tätig, und seit Jahren stoße ich immer wieder auf Personen, die gerne gewillt sind, Vermögensaufbau und Investmentanlagen zu tätigen, und überwiegend wenig Erfahrung mit Investments und den Finanzmärkten haben. Aus diesem Grund möchte ich den Menschen helfen, mehr Verständnis für die Investments und Kapitalanlagen zu erlangen, um auch fundierte Anlageentscheidung treffen zu können und auch ein vorbereiteter Gesprächspartner für den Finanzanlagenberater zu sein.
Ich möchte Ihnen zeigen, wie Sie die richtigen Investmentfonds finden, und beschreibe Ihnen in diesem Buch, wie anhand eines Musterfalls ein Investmentdepot zusammengestellt werden kann. Selbstverständlich gibt es viele Möglichkeiten, wie man so etwas tun kann, und deshalb werde ich Sie durch verschiedene Informationen führen und Sie bitten, sich Ihre eigenen Gedanken zu machen, wie ein Investmentdepot für Sie selbst aufgebaut werden könnte.
Anhand der vorgestellten Abläufe und Vergleiche, die ich in diesem Buch vornehme, können Sie erkennen, wie Sie selbst nach den passenden Investments suchen können. Für diejenigen, die diese Arbeit nicht selbst übernehmen möchten oder unsicher sind, kann ich gerne Hilfestellung und Beratung anbieten. Wir würden Sie dann auch weitergehend unterstützen, Ihre Investmentziele zu erreichen.
Aber zunächst bitte ich Sie, sich das Buch in Ruhe durchzulesen, und hoffe, Sie haben zahlreiche Erkenntnisse und auch Interesse daran, sich Ihr eigenes Investmentdepot aufzubauen und Ihr Kapital nachhaltig zu vergrößern.
Dieses Buch habe ich ursprünglich als E-Book konzipiert und hatte den Anspruch, es möglichst leicht lesbar zu halten; ich wollte auf wenigen Seiten erklären, welche Hintergründe zu beachten sind und was insgesamt alles zu berücksichtigen ist.
Dafür habe ich sowohl Screenshots als auch allgemein zugängliche Informationen aus dem Internet als Quellen herangezogen, aber ich habe es so gestaltet, dass Sie es so sehen, wie Sie es im Internet oder in den Unterlagen der Fondsgesellschaften auch nachvollziehen könnten. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!
Daniel K. Bergmann
Investmentfonds
Wie der Buchtitel verrät, werde ich Ihnen in diesem Buch aufzeigen, wie Sie die für Sie passenden Investmentfonds finden und worauf Sie bei Ihrer Auswahl achten sollten.
Aus meiner mehr als zwanzigjährigen Berufserfahrung habe ich eine Vielzahl von Beratungsgesprächen geführt und kenne die Fragen der Anleger und vor allem auch die Schwierigkeiten, mit denen sie konfrontiert wurden. Im weiteren Verlauf werde ich genauer auf diese Situation eingehen.
Doch zunächst möchte ich für die Leser, die noch nicht wissen, was Investmentfonds sind, kurz erklären, was genau ein Investmentfonds ist. Bevor wir uns aber die Definition der Investmentfonds ansehen, möchte ich darauf hinweisen, dass ich im weiteren Verlauf des Buches mit dem Begriff Investmentfonds immer von den offenen Investmentfonds spreche.
»Ein offener Investmentfonds, kurz als Fonds bezeichnet, ist ein Konstrukt zur Geldanlage.
Eine Investmentgesellschaft (deutscher Fachbegriff: Kapitalverwaltungsgesellschaft; vor Einführung des KAGB im Juli 2013: Kapitalanlagegesellschaft) sammelt das Geld der Anleger, bündelt es in einem Sondervermögen – dem Investmentfonds – und investiert es in einem oder mehreren Anlagebereichen. Die Anteilscheine können in der Regel börsentäglich gehandelt werden.
Das Geld im Fonds wird nach vorher festgelegten Anlageprinzipien zum Beispiel in Aktien, festverzinslichen Wertpapieren, am Geldmarkt und/oder in Immobilien angelegt. Investmentfonds müssen im Regelfall bei der Geldanlage den Grundsatz der Risikomischung beachten, das heißt, es darf nicht das gesamte Fondsvermögen in nur eine Aktie oder nur eine Immobilie investiert werden. Durch die Streuung des Geldes auf verschiedene Anlagegegenstände (Diversifikation) wird das Anlagerisiko reduziert.
Mit dem Kauf von Investmentfondsanteilen wird der Anleger Miteigentümer am Fondsvermögen und hat einen Anspruch auf Gewinnbeteiligung und Anteilsrückgabe zum jeweils gültigen Rücknahmepreis. Bei offenen Immobilienfonds gilt eine juristische Besonderheit: Hier ist die Investmentgesellschaft formal Eigentümerin des Fondsvermögens und wird deshalb als Eigentümerin der Immobilien ins Grundbuch eingetragen.
Der Anteilswert bemisst sich nach dem Wert des gesamten Fondsvermögens, dividiert durch die Anzahl der ausgegebenen Anteile. Das Fondsvermögen wird professionell verwaltet und ist nach deutschem Recht Sondervermögen, das heißt, die Anlagen müssen strikt getrennt von dem Vermögen der Gesellschaft gehalten werden. Diese Regelung garantiert den Vermögenserhalt auch bei Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft. Das Sondervermögen steigt durch neue Einlagen von Anlegern und durch Kurs-, Dividenden- und/ oder Zinsgewinne bzw. fällt durch Rückerstattung von Anteilen oder durch Verluste.«1Ein offener Investmentfonds ist somit ein Finanzprodukt oder eine Konstruktion, in dem das Gesamtvermögen des Fonds angelegt (Cash-Reserven dürfen gehalten werden) und verwaltet wird und das gesamte Fondsvermögen durch die einzelnen Anteile des Fonds geteilt wird, das heißt, dass die Anzahl der Anteile und deren Wert das Gesamtvermögen des Fonds ergeben. Das Fondsvermögen kann aus verschiedenen Anlagen bestehen, wie Aktien, Zertifikaten, Immobilien, verzinslichen Wertpapieren, Anleihen etc. Das Vermögen des Fonds wird als Sondervermögen geführt, das heißt, es bleibt Eigentum der Anteilseigner (je Anteil) und ist somit auch geschützt.
Neben den offenen Investmentfonds existieren auch die sog. geschlossenen Fonds, bei denen die Anteile in der Regel nicht frei gehandelt werden, wie es bei den offenen Fonds an der Börse oder auch mit Rückgaben an die Fondsgesellschaft täglich möglich ist, sondern über einen längeren Zeitraum für bestimmte Projekte oder Anlageobjekte ausgelegt sind. Teilweise ist eine Veräußerung über den Zweitmarkt möglich.
Der Vollständigkeit halber auch hier kurz eine Definition:
»Das Gegenstück zu offenen Investmentfonds sind geschlossene Fonds (englisch closed-end funds). Seit Einführung des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) im Juli 2013 gibt es erstmals eine einheitliche Rechtsgrundlage für offene und geschlossene Fonds. Damit müssen auch Verwalter geschlossener Fonds die gleichen gesetzlichen Grundlagen erfüllen, die für offene Fonds gelten.«2
»Bevor ein geschlossener Fonds durch die Gründung einer GmbH & Co. KG entsteht, muss dieser konzipiert werden: Es wird eine Art Businessplan aufgesetzt, der die Wirtschaftlichkeit der Unternehmung belegt. Zudem handelt der Initiator des Fonds alle relevanten Verträge aus. Ist die Konzeption so weit abgeschlossen, dass der Fonds in die Investitionsphase übergehen könnte, wird die Gesellschaft gegründet und der Verkaufsprospekt zur Prüfung und Freigabe bei der BaFin eingereicht. Nach erfolgter Freigabe gibt der Initiator den Fonds in den Vertrieb, das heißt Banken und Finanzdienstleister beginnen mit der Vermittlung von Gesellschaftsanteilen an der GmbH & Co. KG. Ist ausreichend Kapital akquiriert worden, um den Investitionsgegenstand zu erwerben, wird der Fonds für weitere Neuanlagen geschlossen und wechselt in die Betriebsphase: In den darauffolgenden Jahren bewirtschaftet die Gesellschaft den Investitionsgegenstand (in der Regel durch das Beauftragen eines Dienstleisters durch die Geschäftsführung). In der jährlich stattfindenden Gesellschafterversammlung treffen die Gesellschafter die wesentlichsten Entscheidungen, wie zum Beispiel die Höhe der Ertragsausschüttung, und entlasten die beauftragte Geschäftsführung und einen eventuell bestehenden Anlegerrat. Ist die im Gesellschaftervertrag vereinbarte Laufzeit erreicht worden, kommt es zur Auflösung des Fonds: Der Investitionsgegenstand wird veräußert, der Verkaufserlös an die Gesellschafter ausgeschüttet und anschließend die Gesellschaft aufgelöst.« 3
Geschlossene Fonds werden häufig für die Initiierung von Immobilienprojekten, Schiffsfinanzierungen, Solarparks und ähnlichen erneuerbaren Energieprojekten aufgelegt und geführt. In diesen Fällen bietet sich die Konstruktion im Rahmen von geschlossenen Projekten an, weil die Initiatoren mit der langen Haltedauer der Anlagen kalkulieren können und nicht zusätzlich dem Risiko eines Kapitalabzugs der Anleger ausgesetzt sind.
Wie Sie vielleicht im Rahmen der Finanzkrise verfolgt haben, mussten einige der offenen Immobilieninvestmentfonds die Anteilsrücknahme aussetzen, weil die Anleger in großen Mengen Kapital aus den Fonds abgezogen haben. Bei Anlagen wie Immobilien und auch den anderen oben genannten Arten steht das Fondsmanagement vor dem Problem, dass es die Anlagen der Fonds nicht so zügig veräußern kann, wie es bei Aktien der Fall wäre oder ggf. nur mit Abschlägen im Wert, die das Fondsvermögen vermindern würden. Sie sehen, auch geschlossene Investmentfondsvarianten können Sinn ergeben, auch wenn geschlossene Fonds meistens nur in ein bestimmtes Projekt investieren und somit die Streuung der Anlagen oft nicht gewährleistet ist. Insofern sollte wohlüberlegt sein, in welche Projekte investiert wird. Leider gab es in der Vergangenheit schon oftmals Abweichungen von den Prognosen, weil Immobilienprojekte nicht im Zeitrahmen fertig gestellt wurden, Schiffe durch konjunkturelle Schwankungen vermindert ausgelastet waren oder aber das Anlageobjekt im Verkauf oder der Vermietung nicht den Erlös erzielen konnte, der kalkuliert war. Diese Punkte sind sicherlich im Rahmen von konjunkturellen Entwicklungen möglich, aber eben bei Unverkäuflichkeit der Anlagen manchmal auch ein großer Nachteil.
Die Anleger
Ich habe mich in diesem Buch bewusst entschieden, über Anleger und Investoren zu schreiben, wenngleich ich hier für die Leser eine freie Einteilung vornehmen möchte.
Meines Erachtens unterscheiden sich private »Fondskäufer oder Fondssparer« in Anleger und Sparer oder Investoren. Auch wenn der Begriff Investor im ersten Moment sehr groß klingen mag, beschreibt er dennoch nur das Verhalten oder den Ansatz der Fondskäufer.
Nach meinen Erfahrungswerten existiert eine breite Masse von Personen, die Fondsanteile halten und besitzen, aber oftmals kaum wissen, was sie da genau gekauft haben.
Ich beschreibe hier kurz einige Varianten, wie Anleger und Sparer zu Fondsanteilen gekommen sein können.
Als Anleger bezeichne ich Personen, die von Investmentfonds gehört haben und/oder von ihrer Bank angesprochen wurden, ob Fonds für Sie interessant wären.
Oftmals geschah dies, wenn Banksparer ein bestimmtes Guthaben auf Sparbüchern, Tagesgeldkonten und Sparverträgen hatten oder eine Auszahlung aus einem Sparvertrag erhalten hatten. Manchmal auch dadurch veranlasst, dass Sparer in ihrer Bank danach fragten, ob es neben den niedrigen Zinsen bei Sparverträgen noch andere Möglichkeiten geben würde.
Diese Personen haben sich oftmals gar nicht oder wenig mit Investments auseinandergesetzt und haben auch nicht die Erfahrung, um eine Anlage in Fonds einschätzen zu können, wenn Sie nicht umfassend beraten werden. Mit umfassend meine ich eine Beratung, die erklärt, was Fonds sind und welche Anlagen tatsächlich gekauft werden, inklusive Risikohinweisen, möglichen Schwankungsbreiten, und warum eine Fondsselektion wichtig ist – nämlich damit aus der Vielzahl von Möglichkeiten die Fonds selektiert werden, die für den Anleger passend sind.
Sehr häufig werde ich von solchen Anlegern und Sparern angesprochen, die dann froh und dankbar sind, dass sie jemanden gefunden haben, der ihnen erklärt, was sie da überhaupt gekauft haben. Die Bandbreite ist wirklich erstaunlich. Unter Anlegern finden sich Personen, die zwischen einigen Tausend Euro, meistens aber zwischen 50.000,- € bis hin zu sechsstelligen Beträgen angelegt haben und nicht wissen, worin sie ihr Kapital investiert haben.
Bei diesem Personenkreis spreche ich von Anlegern und Fondssparern. Und wenn Sie sich in diesem Personenkreis wiederfinden, werden Sie einen großen Nutzen aus diesem Buch ziehen können, wenn Sie dieses Buch aufmerksam verfolgen.
Vielleicht ist für Sie auch mein Angebot am Ende des Buches interessant.
Ich kann jedem Fondssparer nur raten, möglichst zu einem Investor zu werden.
Die Investoren
Wie ich eben bereits schrieb, kann ich jedem Fondssparer nur empfehlen, zu einem privaten Investor zu werden oder es zumindest anzustreben.
Als Investor bezeichne ich die Personen, die sich gezielt mit ihren Anlagen auseinandersetzen und entscheiden, in welche Bereiche sie investieren wollen. Neben dem Wissen, was Investmentfonds sind, wissen sie über Anlageklassen (Aktien, Immobilien, Anleihen etc.) Bescheid, kennen verschiedene Investmentgesellschaften und sind sich der weltweiten Verflechtung der Weltwirtschaft und den konjunkturellen Schwankungsbreiten und deren Auswirkung auf die Anlagebereiche zumind...