Die Religion der Germanen in schriftlichen Quellen
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Die Religion der Germanen in schriftlichen Quellen

  1. 436 Seiten
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Die Religion der Germanen in schriftlichen Quellen

Über dieses Buch

Von den Germanen-Darstellungen Cäsars und Tacitus über die klerikalen Missionsberichte und Bekehrungsanweisungen bis zu den altskandinavischen Eddas und Sagas, - über mehr als ein Jahrtausend und von mehreren Tausend Kilometern auseinander liegenden Orten wurde immer wieder von den Stämmen der Germanen berichtet. Weit über eintausend Stellen solcher schriftlichen Quellen erzählen von spirituellen und religiösen Einzelheiten der vorchristlichen Kultur. Wir erfahren etwas über ihr Weltbild, ihr Menschenbild, den verschiedenen Vorstellung vom Verbleib des Menschen nach dem Tode. Wie waren Kultgemeinschaften organisiert und welche spirituellen Spezialisten gab es? Von den Göttern erfahren wir ebenso wie von der Verehrung Verstorbener, und auch der Ehrung von Bäumen, Quellen und Hügeln, ihrer Beziehung zu Land und Tieren, sowie dem Umgang mit den Wesen der Natur. Religiöse Feiern und magische Bräuche werden zum Teil bis ins Detail dargestellt.Hier werden Quellenzeugnisse, nach Überschriften geordnet, in deutscher Übersetzung aufgeführt. In Kommentaren werden Hintergrundinformationen, soweit zur Auswertung der schriftlichen Quelle notwendig, gegeben.Eine weitere Hilfe für den Leser stellt die Einschätzung der Autoren der Quellen dar. Worin unterscheidet sich zum Beispiel die Sicht eines heidnischen Römers auf die Riten der Germanen von der eines christlichen Missionars?Ein nach Themen geordnetes Inhaltsverzeichnis und ein umfangreiches Register erleichtert das Auffinden von Textquellen zu allen wesentlichen Stichworten.Dieses Buch ist ein Fundus von Anregungen für jeden, der sich für die hiesige vorchristliche Religion interessiert. Die Quellen zeigen, dass auch wir einst Eingeborene mit einer hoch entwickelten spirituellen Kultur waren.

Häufig gestellte Fragen

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Information

B. GLAUBE UND ETHIK

I. Wesen und Walten der Götter

1. Die Ethik der Germanen

Besonders von den zahlreichen Bibelstellen über Heiden ergibt sich der Eindruck, dass es sich bei den Heiden um unmoralische Gesellen handle, die jeder Ethik entbehren, ungeachtet des Umstandes, dass die Bibel tendenziös und ausschließlich von orientalischen und mediterranen „Heiden" berichtet. Es liegt in der Natur der Sache, dass die klerikalen südlichen Quellen die Ethik der Germanen bzw. des Heidentums nicht hervorheben. Anders sieht das bei den altskandinavischen Quellen aus. Hier tritt uns in der Havamál eine allgemeine Ethik für jedermann sowie eine erweiterte Ethik für Ritualisten in der Loddfafnirsmál der Havamál entgegen. Das wird ergänzt durch eine Ethik für Krieger, welche die Sigrdrifa an Sigurd gibt. Bei den beiden letzteren fällt auf, dass sie im Zusammenhang mit Runenwissen vermittelt werden. Das Ethische erscheint so als Voraussetzung für das Magische.
Die ethische Unterweisung durch Odin bzw. durch dessen Walküre Sigdrifa erfolgt zumeist anhand einer Situationsbeschreibung zuzüglich einer Handlungsanweisung. Auf der konkretesten Ebene erscheint das wie simple und leicht verständliche Lebensregeln. Betrachtet man diese situativen Anweisungen jedoch als Paradigmen, lassen sie sich auf beliebige ähnlich aufgebaute Kontexte übertragen.
Jeden Ein- und Ausgang, eh' man ins Haus tritt,
soll man erkunden,
soll man erspähen;
denn nie kann man wissen, wo einem Feinde
im Haus auflauern. Hav. 1 (E)
Am Beispiel des Hauses und seiner Ein- und Ausgänge wird der Eingang mit neuen Situationen demonstriert. Das könnte man auch so verstehen, dass man die Wahlmöglichkeiten, die eine Situation bietet, im Voraus erkunden soll, bevor man sich in diese begibt.
Gastgeber, wohl euch! Der Gast ist gekommen -
wo soll er sich setzen?
Gar eilig hat's, wer am Herdfeu´r muss
seinen Vorteil suchen. Hav. 2 (E)
Am Beispiel des Gastes wird der Umgang mit Menschen veranschaulicht. Kümmer dich um die Belange anderer Menschen.
Feuer braucht, wer ins Haus eintrat
mit kalten Knien;
Speise und Kleider braucht der Mensch,
der über die Berge ging. Hav. 3 (E)
Wiederum wird am Beispiel des Wanderers Umgang mit Menschen gelehrt. Es wird darauf hingewiesen dass Menschen unmittelbaren Grundbedürfnisse nach Nahrung, Kleidung und Wärme haben, die man befriedigen kann,- oder auch nicht.
Wasser braucht, wer zum Essen kommt
gute Begrüßung, ein Handtuch -
Freundesgesinnung, wenn er sie haben kann,
und Reden und Schweigen. Hav. 4 (E)
Diese Strophe handelt von den sozialen Bedürfnissen des Menschen, den zu bewirten man sich entschieden hat, nämlich Freundlichkeit und Austausch.
Verstand braucht einer, der weithin reist;
zu Hause zwar geht alles leicht;
denn Augenzwinkern erregt der Tor,
der mitten unter Verständigen sitzt. Hav. 5 (E)
Diese Strophe verweist darauf, dass sich der Gast in einer schwierigeren Situation befindet als der Gastgeber.
Der eigenen Weisheit rühme sich keiner,
sei achtsamen Sinnes;
wo ein Kluger, Verschwiegner ein Haus betritt,
kommt er selten zu Schaden;
denn keiner hat je einen steteren Freund
als Lebensklugheit. Hav. 6 (E)
Wahre Klugheit zeigt sich darin, wie man mit seiner Verständigkeit umgeht und sie einsetzt. Hier wird empfohlen seine Klugheit für sich selber zu genießen statt sie heraushängen zu lassen.
Der achtsame Gast, der zum Essen kommt,
wahrt peinliches Schweigen;
er spitzt die Ohren und späht umher;
so setzt sich jeder Kluge ins Bild. Hav. 7 (E)
Es wird empfohlen Aufmerksam zu sein und Informationen zu sammeln statt viel von sich zu geben. Begründet wird dies damit, dass man es sich dann nicht mit dem anderen verdirbt sondern auf diesen eingehen kann um sich dessen Gunst zu erwerben.
Glücklich ist, wer selbst erwirbt
viel Lob und Achtung;
denn schwieriger ist's, im Herz des anderen
Gunst zu gewinnen. Hav. 8 (E)
Hier wird ein stabiles Selbstwertgefühl gelobt, weil es davon Unabhängig macht, anderen gefallen zu wollen.
Glücklich ist, wer selbst besitzt
Ansehn und Klugheit, lebenslang;
denn schlechten Rat bekam man oft
aus dem Herzen des andern. Hav. 9 (E)
Es wird empfohlen Selbstbewusstsein und Klugheit zu entwickeln um vom Rat anderer unabhängig zu sein.
Eine bessere Bürde nimmt man nie mit
auf seinen Weg als Lebensklugheit;
die nützt in der Fremde dir mehr als Gold;
sie ist des Elenden Obdach. Hav. 10 (E)
Diese Strophe lobt den gesunden Menschenverstand und Lebenserfahrung, da diese einem nicht wie Gold entwendet werden können und einem doch in schwierigen Situationen weiterhelfen.
Eine bessere Bürde nimmt man nie mit
auf seinen Weg als Lebensklugheit;
doch einen schlechteren Proviant
nimmt man nie auf die Wanderung mit
als einen Bierrausch. Hav. 11 (E)
Diese Strophe lobt erneut die Lebensklugheit und warnt davor neue Projekte berauscht zu beginnen.
So wohl bekommt, wie man es meint,
den Menschen das Bier nicht;
denn weniger weiß, je mehr er trinkt,
der Mann im Geiste. Hav. 12 (E)
Diese Strophe bemerkt, dass der Rausch das Vergessen fördert, warnt vor ihm als Zustand der das Wissen mindert.
Der Vergessenheit Reiher über Biergelagen kreist;
er stiehlt dem Menschen die Besinnung;
mit dieses Vogels Federn war ich einst gefesselt
im Hofe der Gunnlöd. Hav. 13 (E)
Gunnlöd bedeutet "Einladung zum Speerkampf" und ist eine ziemlich klare sexuelle Aufforderung. Die Wächterin des Dichtermet tritt damit zugleich als Muse und Gespielin auf. Odin verbringt drei Nächte mit ihr und darf anschließend einen Trunk des Met zu sich nehmen. Das nutzt er, um nach und nach die beiden Schalen und den Kessel Odrörir zu leeren.
Trunken ward ich, überberauscht
beim klugen Fjalar;
und darum ist das beste Bier, wenn jeder zurückerlangt
die volle Besinnung. Hav. 12 (E)
Fjallar (Verberger) wird hier als Synonym für den Riesen Suttungr (Vom Trank Beschwerter) verwendet. Zwar ist Fjallar der Name eines der beiden Zwerge, die den Met brauen, doch hier wird er wegen der Bedeutung des Namens, Ve...

Inhaltsverzeichnis

  1. INHALTSVERZEICHNIS
  2. EINLEITUNG
  3. DAS HEIDENTUM IN DER BIBEL
  4. ZUSAMMENFASSUNG DES BILD VOM HEIDEN IN DER BIBEL
  5. ZU DEN VERSCHIEDENEN KLASSEN VON SCHRIFTQUELLEN
  6. A. DIE RELIGION IM LEBEN DER STÄMME
  7. B. GLAUBE UND ETHIK
  8. C. MAGIE
  9. D. MYTHEN VON DER WELT UND DEN GÖTTERN
  10. SYSTEMATISCHES VERZEICHNIS DER QUELLEN (mit Zeitangaben)
  11. AUSGABEN UND ÜBERSETZUNGEN
  12. INDEX
  13. IMPRESSUM