In den Wäldern des Nordens
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In den Wäldern des Nordens

Erzählung

  1. 22 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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In den Wäldern des Nordens

Erzählung

Über dieses Buch

In den Wäldern des Nordens erzählt von einem Moschusjäger, der als einziger Überlebender seiner Gruppe, zu Tode erschöpft bei einem Eskimo Stamm Aufnahme fand und bei diesen unkomplizierten Menschen blieb. Nach fünf Jahren wird er von einer Expedition gefunden.Seine Entscheidung, wieder in die Zivilisation zurückzukehren, wird für alle zum Schicksal.

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Information

In den Wäldern des Nordens

Nach einer beschwerlichen Reise bis hinter das letzte verkrüppelte Buschwerk und wuchernde Unterholz, hinter tiefe Einöden, wo der karge Norden der Erde alles zu verweigern scheint, stößt man auf weite Waldgebiete und Striche lächelnden Landes. Aber das hat die Welt erst jetzt erfahren.

Einige Forschungsreisende haben es gewusst, aber keiner von ihnen kehrte bisher zurück, um es der Welt zu verraten.

Einöden – ja, es sind Einöden, dieses traurige Land des Nordens, diese Wüsten des Polarkreises, sie, die frostige, raue Heimat des Moschusochsen, die unfruchtbare, karge Stätte des mageren Steppenwolfes. So fand Avery van Brunt sie, baumlos und freudlos, kaum mit Moos und Flechten bewachsen und so gar nicht einladend. So fand er sie wenigstens, bis er zu den weißen Stellen auf der Landkarte vordrang und auf ungeahnte reiche Fichtenwälder und auf nirgends verzeichnete Eskimostämme stieß. Er hatte die Absicht – und den Ehrgeiz – gehabt, diese weißen Stellen auf der Karte auszufüllen, indem er in buntem Wechsel Gebirgsketten, Seen und Flussbetten, sich schlängelnde Ströme einzeichnete, und mit wachsendem Entzücken malte er sich die Möglichkeit eines Gürtels von Nutzholz und heimischen Dörfern aus.

Avery van Brunt, oder mit seinem vollen Titel: A. van Brunt, Professor am Geologischen Vermessungsinstitut, war Nächstkommandierender der Expedition und Führer der Unterexpedition, die er selbst auf einem Abstecher 500 Meilen weit durch die Täler des Thelon hinaufbegleitet hatte und jetzt in eines der nicht verzeichneten Dörfer führte. Hinter ihm mühten sich unverdrossen auf seiner Fährte acht Männer: zwei französisch-kanadische Reisende, die übrigen stämmige Crees von der Manitoba-Straße. Er allein war Vollblut-Angelsachse, und das Blut rollte, durch die Tradition seiner Rasse geheiligt, stolz durch seine Adern. Mit ihm schritten Clive und Hastings, Drake und Raleigh, Hengist und Horsa. Als erster aller Männer seiner Rasse sollte er dies weltabgeschiedene Dorf des Nordlandes betreten. Bei diesem Gedanken überkam ihn ein Triumphgefühl, eine frohe Erregung, und seine Kameraden bemerkten, wie seine Müdigkeit wich und wie er unversehens seinen Schritt beschleunigte.

Das Dorf leerte sich, und eine buntscheckige Menge zog ihm dichtgeschart entgegen. Voran die Männer, Bogen und
Speere drohend in den Fäusten, als Nachhut schüchterne Frauen und Kinder. Van Brunt hob den rechten Arm und gab das übliche Friedenszeichen, ein Zeichen, das alle Völker verstehen, und die Dorfbewohner antworteten mit dem Zeichen des Friedens. Da lief, zu seinem Kummer ein mit fellbekleideter Mann vor und streckte die Hand mit einem vertraulichen »Hallo« aus.
Es war ein bärtiger Mann, Wangen und Stirn bronzefarbig verbrannt, und in ihm erkannte van Brunt einen seiner eignen Rasse.
»Wer sind Sie?« fragte er, die ausgestreckte Hand ergreifend. »Andrée?«
»Wer ist Andrée?« fragte der Mann seinerseits.
Van Brunt sah ihn schärfer an. »Bei Gott, Sie müssen eine gute Weile hier gelebt haben.«
»Fünf Jahre«, antwortete jener, und ein düsterer Schimmer von Stolz leuchtete in seinen Augen. »Aber kommen Sie, lassen Sie uns plaudern. – Lassen Sie sie hier lagern«, beantwortete er den fragenden Blick, den van Brunt auf seine Leute warf. »Der alte Tant latch wird für Sie sorgen. Kommen Sie.«
Mit langen Schritten ging er. Van Brunt folgte ihm auf dem Fuße durch das ganze Dorf. Unregelmäßig, wo sich gerade eine günstige Stelle bot, waren die Zelte aus Elchfellen aufgeschlagen. Van Brunt ließ seinen erfahrenen Blick darüber hingleiten und berechnete.
»Zweihundert außer den Kindern«, schätzte er.
Der Mann nickte. »So ungefähr. Aber hier wohne ich, etwas außerhalb, wissen Sie – mehr für mich. Nehmen Sie Platz.
Ich esse mit Ihnen, wenn Ihre Leute abkochen. Ich habe ganz vergessen, wie Tee schmeckt. – Fünf Jahre, und weder
geschmeckt noch gerochen. – Etwas Tabak? – Ah, danke, und eine Pfeife? Gut. Und nun noch ein Zündholz, und dann wollen wir sehen, ob das alte Kraut noch seine Zaubermacht besitzt.«
Mit der peinlichen Vorsi...

Inhaltsverzeichnis

  1. In den Wäldern des Nordens
  2. Impressum