...oder man zieht aufs Land
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...oder man zieht aufs Land

  1. 104 Seiten
  2. German
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...oder man zieht aufs Land

Über dieses Buch

Stadtflucht - Landflucht: eine aktuelle Diskussion! Die Autorin hat viele Umzüge hinter sich, in Großstädte, Mittelzentren, Dörfer und auch in einsamere Gefilde. Der bisher letzte erfolgte nach Andalusien auf eine Finca mit Mann und Maus beziehungsweise mit Pferden und vielen anderen Tieren.Das Buch ist kein einseitiges Plädoyer für den Rückzug in eine vermeintliche Idylle, die Autorin beobachtet mit spitzer Feder und Augenzwinkern, wie in den meisten ihrer bisher elf Bücher, die Vor- und Nachteile des Landlebens mitsamt ihrer Umgebung.So geht es hier um lustige aber auch nachdenkliche Anekdoten von Alphatieren und Ameisenplagen über ungebetene Gäste und neugierige Nachbarn bis zur Würde des Altwerdens auf dem Dorf.

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Anhang
Gesund leben

1. Gesund essen

1.1. Mediterrane Küche
Sie gilt als eine der besten und gesündesten und ist sogar Weltkulturerbe der UNESCO.
Typisch für die mediterrane Küche ist der reichliche Gebrauch von Tomaten und Paprika, von Gemüse allgemein, die Europa dem Christoph Kolumbus verdankt. Dazu das herrliche Olivenöl, das nicht nur kalt genossen wird, sondern auch vorsichtig erwärmt werden darf. Fisch und Meeresfrüchte gehören ebenfalls zu den bevorzugten Genüssen, aber Wild und Trüffel runden das Angebot ab. Gewürzt wird von Basilikum über Rosmarin und Salbei bis Thymian. Der langen Rede kurzer Sinn: Hier ein paar Rezepte für Vorspeisen und Imbissvorschläge, die für sich sprechen:

Überbackene Zucchiniblüten

Zutaten für 4 Portionen:
8 große Zucchiniblüten, gibt es heute sogar schon extra zu kaufen, falls es der eigene Garten nicht hergibt oder es werden auf Märkten auch Zucchinis mitsamt Blüten angeboten. • 2 Eier • 6 Esslöffel Semmelbrösel • Pfeffer • Salz • 1 Messerspitze Muskatnuss, gemahlen • 2 Esslöffel Olivenöl
Zubereitungszeit 10 min - Gesamtzeit 15 min:
Die Blüten von der Zucchinipflanze oben vorsichtig abtrennen und gründlich waschen: Es tummeln sich nämlich gerne Ameisen darin! In ein Schüsselchen zwei Eier hinein schlagen und das Eidotter mit dem Eiweiß zusammen mit einer Gabel verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. In ein anderes Schüsselchen die Semmelbrösel geben. Nun die mit einem Küchentuch abgetrockneten Blüten vorsichtig erst im Ei, dann in den Semmelbröseln wälzen, kurz, panieren. Wer es kalorienbewusster will, der läßt die Semmelbrösel weg und wendet die Blüten nur im Ei. Inzwischen hat man das Olivenöl in der Pfanne erhitzt und gibt nun die panierten Blüten hinein und brät sie von beiden Seiten. Ich habe dies zum ersten Mal in meinem Leben in den 80er Jahren in einem Grottenrestaurant in Brisighella in der Emilia Romagna von einem Sternekoch gekostet. Heute ist diese Vorspeise aus der italienischen Küche sehr viel bekannter.

Melanzane parmigiana

Zutaten für 4 Portionen:
1 große oder 2 kleine Auberginen • 4 normale Tomaten • Parmesankäse • etwas Bier • Olivenöl
Zubereitungszeit 10 min - Gesamtzeit 10 min:
Die Auberginen waschen und längs in Ein-Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Nicht die Randstücke verwenden. Die Tomaten schälen, indem man sie vorher in heißem Wasser blanchiert hat, dann eht es leichter. Nun die Auberginenscheiben in Bier wälzen, ein alter Trick einheimischer Köchinnen, damit sie dann nicht zu viel Olivenöl aufsaugen in der Pfanne und - jenach Gusto - gepressten Knoblauch darüber streuen. Nun in die Pfanne mit heißem Olivenöl geben und von einer Seite goldbraun anbraten. Wenden. Auf diese gewendete Seite nun die Tomaten in Scheiben legen, etwas salzen und pfeffern und mit Parmesan bestreuen. Auf kleiner Flamme oder Hitze weiter braten, bis der Käse zerläuft, dann ist diese Köstlichkeit servierfertig. Ehrlich gesagt, wem der Parmesan zu teuer ist, der kann es auch mit mit jedem anderen geriebenen Hartkäse anrichten. Stilecht ist es allerdings mit dem Parmesan.
1.2. Gemüse einlegen
Als Klein- und Hobbygärtner – nachdem man Ratschläge der vorangegangen Kapiteln wie zum Hügelbeet und den Gartenfeinden beachtete - kennt man das Phänomen, dass im eigenen Garten alles zur selben Zeit reif wird und sich dann die Frage stellt: Wohin mit all dem Gemüse?
Nun kann man einerseits Gemüse einfrieren oder man kann es nach altem Oma-Brauch einlegen. Ersteres führt bei längerem Stromausfall, der zwar in zivilisierten Gegenden nicht so häufig auftritt, entschieden zu Nachteilen, etwa dergestalt, dass man auf einem Berg aufgetauten Inhalts sitzt. Letzteres hingegen hat den Vorteil nicht nur der Unabhängigkeit von solchen Küchen-Katastrophen, sondern zudem den Pluspunkt, dass durch Einmachrezepte das Gemüse schon durchwürzt und fertig servierfähig ist.

Zucchini einlegen

  • 1 kg Zucchini
  • 2 Zwiebeln oder entsprechende Menge Schalotten
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1/2 Liter Weinessig
  • ein halber Liter Wasser
  • Gewürze:
  • 2 Zweige Rosmarin oder Thymian
  • 1 kleiner Löffel Pfefferkörner
  • 1 Esslöffel Salz
  • 150 Gramm Zucker
  • etwas frisches Grün oben von einer Fenchelknolle
  • bisschen Ingwer dazu geben
Zucchini in dünne Scheiben schneiden und in ein Glas geben. Zwiebel in Streifen schneiden, Knoblauch und die Kräuterzweige mit hineingeben. Den Weinessig mit Wasser, Salz und Zucker aufkochen, bis sich Salz und Zucker auflösen. Den Sud danach über den Inhalt im Glas gießen. Gut verschließen. Nach 24 Stunden das Glas öffnen und den Essig-Wasser-Sud erneut aufkochen. Danach wieder über den Inhalt gießen und das Glas gut verschließen. sechs Wochen in kühler Umgebung durchziehen lassen.
Noch ein Wort zu Rosmarin und Thymian: Der Promi-, Fernseh- und Sternekoch Alfons Schuhbeck bemerkte einmal, dass sich die beiden Kräuter ausschließen, nicht „mögen“. Das stellte er fest anhand einer Soße, in die er beide hineingab und beobachtete, dass Thymian und Rosmarin sofort auseinander drifteten. Also heißt es besser:
Rosmarin oder Thymian.

Überreife Gurken als Senfgurken einlegen

Es gibt eine Familienanekdote, die gern lachend weiter erzählt wird. Als meine Mutter einmal zur Gemüseerntezeit im Krankenhaus lag, schärfte sie mir ein, doch immer rechtzeitig die Salatgurken zu ernten. Ich hatte aber als Teenager nichts mit Gartenarbeit am Hut, lag lieber mit einem Buch in der Ecke, wollte die mütterliche Aufgabe aber eifrig beachten. Jeden Tag ging ich also in den Garten, sah die Gurken mit einem kleinen Eck gelb, sonst grün und dachte bei mir: „Da fehlt nur noch wenig, dann ist die ganze Gurke grün und reif.“ Als ich am nächsten Tag wieder nachsah, wunderte ich mich, dass die Gurken anstelle grüner noch gelber geworden waren. Und Mütterlein im Krankenhaus lachte Tränen über so viel Unwissenheit und sagte: „Jetzt können wir sie nur noch als Senfgurken einlegen!“ Und das geht so:
  • 2 Kilogramm gelb gewordene Salatgurken
  • 1 Zwiebel, in Streifen schneiden
  • Dreiviertel Liter Weinessig
  • 80 Gramm Salz
  • 100 Gramm Zucker
  • 1 Esslöffel bunte Pfefferkörner
  • 1 Stückchen Meerrettich, geschält und in Scheiben geschnitten
  • 100 Gramm Senfkörner
  • 3-4 Lorbeerblätter
  • 1 Zweig Rosmarin
Die Gurken erst schälen, die Kerne in der Mitte entfernen und dann in fingerdicke längliche Stücke schneiden. Nun in eine Schüssel geben, mit Salz bestreuen und über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag das überstehende Wasser abgießen. Anschießend Essig und Zucker erhitzen, bis sich der Zucker auflöst, diesen Sud abkühlen lassen. Gurkenstücke mit den Gewürzen in ein großes Glas oder einen Steinguttopf geben, den Essigsud darüber gießen. Am übernächsten Tag den Sud abgießen, wieder aufkochen, abkühlen lassen und wieder über die Gurken gießen. Circa einen Monat stehen lassen, bevor man die Senfgurken servieren und genießen kann. Wenn man sie länger ziehen läßt, dann können sie schon sehr scharf-sauer schmecken, deshalb der Tipp, wer es milder mag: wie bei den Zucchini verfahren und nicht einen reinen Essigsud sondern einen Essig-Wasser-Sud herstellen.
Eingelegte Paprika
Eines der letzten Gemüse, das im Spätsommer und Frühherbst geerntet wird, ist die Paprika. Ob rot, grün oder gelb. Das Rezept kann man auf grüne wie rote Paprika anwenden. Die Paprikaschoten also je nach Größe vierteln oder achteln und in einer Pfanne mit Olivenöl von beiden Seiten anbraten. Bei grüner Paprika die Haut danach ablösen, weil sie bitterer schmecken können als die roten Früchte. Danach einen halben Liter Wasser und einen halben Liter Weinessig dazu schütten. Sechs Knoblauchzehen, zwei Zweige Rosmarin und drei Teelöffel Salz hinzu fügen. Nun alles zusammen aufkochen und heiß in ein Glas füllen.
Am nächsten Tag den Sud noch einmal abgießen und aufkochen und über die Paprikastücke gießen. Schön sieht es ja auch grün-rot gemischt mit den verschiedenen Paprikas aus. Bitte nicht vor zwei Wochen öffnen und kosten.

Olivenrezept nach toskanischer Art

Im November beginnt im Mittelmeerraum die Olivenernte. Sie werden überall auf gut sortierten Märkten angeboten, oft schon behandelt und verfeinert. Preisgünstiger ist natürlich selbst einlegen und das geht wie folgt:
Oliven waschen und in Ton- oder Steingutgefäße oder, falls nicht vorhanden, in Gläser füllen. Mit Wasser bedecken und die Gefäße verschließen. Circa vier Wochen lang jeden zweiten Tag das alte Wasser weg schütten und die Gefäße neu mit (kaltem) Wasser auffüllen. Dies dient dazu, den Oliven die Bitterstoffe zu entziehen.
Danach eine Salzlauge herstellen, mit 10 Prozent Salzgehalt, das heißt 100 Gramm Salz auf einen Liter Wasser. Gewürze dazu geben wie Lorbeer, Schalotten, Knoblauch, Pfefferkörner Rosmarin und zusammen maximal acht Minuten lang aufkochen. Nach dem Abkühlen über die Oliven gießen, zudecken und etwa drei bis sechs Monate kühl lagern. Die Haut, die sich an der Oberfläche bildet und die Zeichen von guter Reife ist, einfach zur Seite schieben und entfernen.
Überbackene Zucchiniblüten sind eine Delikatesse
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Inhaltsverzeichnis

  1. Zur Autorin
  2. Widmung
  3. Inhaltsverzeichnis
  4. Vorwort: Stadtmensch oder Landei?
  5. Idylle oder Albtraum? Die ureigenen Reize des Dorflebens
  6. Bauern, Bauarbeiter, Beamte und sonstige Fachleute
  7. Die verruchte Doppelbadewanne
  8. Landleben ohne Tiere geht gar nicht
  9. Von Alpha- und anderen Tieren
  10. Feng Shui für den Hausgebrauch
  11. Her mit Wasser und Teichen
  12. Das Jahr der Ameisen
  13. Und sonstige Plagen: Schnecken – der Schrecken des Gärtners
  14. Ein Hoch auf das Hügelbeet
  15. Die Leiden meines Gemüsegartens
  16. Die Unkrautphilosophie
  17. Das echte Dirndl
  18. Mein Dorfmetzger
  19. Ich hasse Kochpartys
  20. Plädoyer für den Knoblauch
  21. Mit Gemüse gegen die Krise
  22. Sommergäste
  23. ...und Überraschungsgäste
  24. Natürlich reden alle vom Wetter
  25. In Würde auf dem Dorf altern
  26. Anhang: Gesund leben
  27. Eigenanzeige
  28. Weitere Werke der Autorin
  29. Impressum

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