Wilhelm Busch, schon zu Lebzeiten eine Berühmtheit mit allen Möglichkeiten, einen gesellschaftlich bevorzugten Platz einzunehmen, trat schon früh einen unerklärlichen Rückzug aus der Öffentlichkeit an. Sein Leben in der dörflichen niedersächsischen Heimat glich einem 'sich vergraben'. Was mögen die Gründe für dieses Verhalten gewesen sein? Untersuchungen tiefenpsychologischer Art können hier neue Einsichten zu Tage fördern, die auf starke familiäre Bindungen und daher rührende Schuldgefühle hinweisen, die eine lebenslange Belastung dargestellt haben dürften.

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Wilhelm Busch – Die geheimen Mitteilungen in seinen Bildergeschichten
Versuch einer psychologischen Deutung
- 172 Seiten
- German
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Wilhelm Busch – Die geheimen Mitteilungen in seinen Bildergeschichten
Versuch einer psychologischen Deutung
Über dieses Buch
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Information
Fußnoten
1) Kaulbach, Isidore: Friedrich Kaulbach. Erinnerungen an mein Vaterhaus. Berlin 1931, S. 158
2) Pape, Walter: Wilhelm Busch. Stuttgart 1977, S. 63f. – Rades, Peter: Hintergründiges in den Bildergeschichten Wilhelm Buschs. Köln 1977, S. 36. – Vogt, Michael (Hrsg.): Die boshafte Heiterkeit des Wilhelm Busch. Bielefeld 1988, S. 151, Anm. 16. – Zuletzt auch Hans Ries im Kommentar zu den „Abenteuern eines Junggesellen“ (HkGA, Sp. 768 u. 1583).
3) Block, Paul: Beim Einsiedler von Mechtshausen. Berliner Tageblatt vom 19.3.1902
4) Wilhelm Busch. Sämtliche Briefe Hg.v. Friedrich Bohne. Hannover 1969, Bd. II. Nachwort S. 323f. – Ries, Hans: in: HkGA III, Sp. 423, Fn. 28
5) Nöldeke, Hermann, Adolf und Otto: Wilhelm Busch. München 1909, S. 150
6) Von „kompensatorischen Strukturen“, die einen Versuch darstellen, innere Defekte auszubalancieren, spricht Peter Dettmering in seiner Rezension von Heinz Kohut: Die Heilung des Selbst. Frankfurt am Main 1979, in: Psyche 8, 1981, S. 749; er resümiert, dass künstlerische Tätigkeit eine der typischen Ausdrucksformen dafür darstellen.
7) Gesing, Fritz: Die Psychoanalyse der literarischen Form: „Stiller“ von Max Frisch. Würzburg 1985, S. 46. – Über die therapeutische Wirkung der Kunst auf den Künstler: Hartmut Kraft: „Kunst ist ja Therapie!“ – Dierks, Manfred: Autor-Text-Leser: Walter Kempowski: Künstlerische Produktivität und Leserreaktionen am Beispiel „Tadellöser und Wolff“. München 1981, S. 69 Dierks spricht von Verschiebung narzißtischer Energie von der eigenen Person auf das Werk und den Prozess der Herstellung.
8) Ries, Hans: Neue Biographien zum Busch-Jubiläum. Rezension zu Eva Weisweilers „Wilhelm Busch – der lachende Pessimist“; in : Satire 71. 2009, S. 63
9) ders. in seiner HkGA II, Sp. 1578ff.
10) Nöldeke, Otto und Hermann: Wilhelm Busch-Buch. Berlin (1930), S. 393
11) Heinz-Mohr: Gerd: Lexikon der Symbole. 9.A. München 1988, S. 27f.
12) Hieronymus Bosch: Das Gesamtwerk. Hrsg. v. J. Koldeweij u.a. Belser o.J. S. 186
13) Schmitt, Jean-Claude: Die Logik der Gesten im Mittelalter. Stuttgart 1992, S. 15
14) ders.: a.a.O., S. 39
15) Faust, Armin Peter: Ikonographische Studien zur Graphik Wilhelm Buschs. Saarbrücken 1993, S. 61
16) Im 3. Kap. des „Heiligen Antonius“ erscheint die Mutter Gottes ganz ungewöhnlich in Rückansicht. Busch hat auch seine Mutter auf seiner einzigen Zeichnung in Rückansicht dargestellt. (Abgebildet in: Ruth Brunngraber-Malottke: Wilhelm Busch, Handzeichnungen nach der Natur. Werkverzeichnis. Stuttgart 1992, S. 98)
17) Vgl. hierzu u.a. Ries, Hans: HkGA II, Sp. 1584
18) Wurmser, Léon: Die Maske der Scham. Eschborn 3.A. 2007
19) Nöldeke, Hermann, Adolf und Otto, a.a.O., S. 23
20) Wurmser, a.a.O., S. 71
21) Block, Paul: Beim Einsiedler…, a.a.O.
22) Lindau, Paul: Nur Erinnerungen. Bd. 2. Stuttgart 2.u.3.A. 1917, S. 120f.
23) Bonati, Peter: Die Darstellung des Bösen im Werk Wilhelm Buschs. Bern 1973, S. 42ff.
24) Abgebildet in: Hans Georg Gmelin und Reinhold Behrens. Wilhelm Busch als Maler. Berlin 1980, S. 239; und: Wilhelm Busch. Gesamtausgabe in vier Bänden. Hrsg. v. Friedrich Bohne. Wiesbaden o.J. Bd. IV, S. 582
25) Deleuze, Gilles: Sacher-Masoch und der Masochismus; in: Leopold Sacher-Masoch: Venus im Pelz. Frankfurt am Main 1980, S. 196f.
26) Wilhelm Buschs Verhältnis zu seinem Vater war sicher auch von ödipalen Konflikten besetzt. In seiner Prosaschrift „Der Schmetterling“ wird dem Ich-Erzähler in Hundegestalt von einer Hexe der Schwanz abgekniffen. Ein deutliches Indiz für einen Kastrationskomplex. (S. 252, 259)
27) Brisch, Karl Heinz: Bindung und Trauma. 2.A. Stuttgart 2006, S. 113
28) Freud, Sigmund: Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie. Frankfurt am Main 8.A. 2004, S. 62
29) Mentzos, Stavros: Neurotische Konfliktverarbeitung. Frankfurt am Main. 17.A. 2000, S. 223
30) Sacher-Masoch: Venus…, a.a.O., S. 37f., 47
31) S. Freud: Drei Abhandlungen…, a.a.O., S. 62
32) Ders.: Das ökonomische Problem des Masochismus; in: Das Ich und das Es. Frankfurt am Main, 9.A. 2001, S. 301
33) Wurmser, Léon: Das Rätsel des Masochismus. Berlin, Heidelberg, New York 1993, S. 16, 38ff., 151
34) Mentzos, a.a.O., S. 216f.
35) Bowlby, John: Bindung und Verlust, Bd.1; in : Bindung. München, Basel 2006, S. 215f.
36) Wurmser: Rätsel…, a.a.O., S. 111f.
37) Ders.: Die Maske…, a.a.O., S. 40
38) Eine kurze Übersicht über diese Deutungsversuche in meiner Schrift „Symbol und Wirklichkeit im Werk Wilhelm Buschs“. Frankfurt am Main 2002, S. 89ff.
39) Wohl als Erster hat Wolfgang Teichmann darauf hingewiesen, „dass hinter der ´Tücke des Objekts` die Unzulänglichkeiten des Subjekts zu suchen sind.“ (Wilhelm Busch: Dieses war der erste Streich. Hg. v. W. Teichmann. Berlin 1959, S. 233)
40) Sigmund Freud: Zur Psychopathologie des Alltagslebens. (Kap. VIII, Das Vergreifen). Frankfurt am Main 4.A. 2006, S. 247f. – Natürlich hat Busch die Theorien Freuds noch nicht kennen können, aber seine Einsichten scheinen hier denen Freuds und dessen Gewährsmann vorauszugehen.
41) Winter, Fritz: Wilhelm Busch als Dich...
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Das doppelte Selbstverständnis
- Sinnbilder
- Gesten
- Das Trauma Prügel
- Scham und Verhüllung
- Beobachtung
- Sadismus oder Masochismus
- Katastrophen
- Die Welt der Objekte
- Sexualität
- Die Eltern
- Die Schwester Fanny
- Die Unerreichbare
- “Fremdes Glück ist ihm zu schwer“
- Zwischen den Stühlen
- Verzicht als Lebenshaltung
- Schopenhauer und der Pessimismus
- Der Glaube an die Wiedergeburt
- Sehnsucht nach dem Nichts
- Die Malerei
- Fließende Grenzen
- Das Haus in der Bockenheimer Landstraße
- Schlussbetrachtung
- Fußnoten
- Nachweis der zitierten Texte und Abbildungen
- Literaturverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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