Zukunft? Ja, nein, weiß nicht?
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Zukunft? Ja, nein, weiß nicht?

Klima, Umwelt, SUVs - wird schon alles nicht so Slam!

  1. 148 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Zukunft? Ja, nein, weiß nicht?

Klima, Umwelt, SUVs - wird schon alles nicht so Slam!

Über dieses Buch

Beim Kombinieren von Aussagen von Nietzsche, Beckenbauer und Rudi Carrel kommt heraus: Unser aktueller Raubbau an der Umwelt könnte so schmerzhaft enden wie ein Biss in den Schwanz. Dass das nicht nur ein ungutes Gefühl ist, sondern auch objektiv belegbar, erläutert Peter Schneider in seinen ScienceSlams und in diesem Buch. Und die Politik? Agiert teilweise so bescheuert, dass der Autor den Hut zieht vor den unfreiwilligen Pointen, die dabei herauskommen. Irgendwo zwischen Poetry Slam, ScienceSlam und Kabarett erzählt Peter Schneider, was alles schief läuft, und dass es bessere Wege gäbe.

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Information

Jahr
2018
ISBN drucken
9783748185475
eBook-ISBN:
9783748142966

Wie der Hummer den Hummer bekämpft

Fast ohne es zu merken sind wir am Ende des letzten Kapitels vom Wetter zum Klima bzw. zum Klimawandel gerutscht. Bevor wir hier weiter machen, sollten wir erst klären, wie unser Klima eigentlich zustande kommt, und wie der Mensch in das Klimageschehen eingreift.
Zunächst vorweg: Die Durchschnittstemperatur auf der Erde schwankt seit eh und je, weswegen der Begriff „Klimawandel“ irreführend ist. Das einzig Beständige am Klima ist der Wandel. Allerdings können wir heute differenzieren, welche Veränderungen natürlich bedingt sind (üblicherweise elendig langsam) und welche vom Menschen ausgelöst werden (sehr, sehr schnell!). Letzteres nennen wir „anthropogenen“ Klimawandel.25
Für mich ist das Symbol schlechthin für den anthropogenen Klimawandel: der Hummer. Manche mögen meinen, es sei das schmelzende Eis auf Grönland oder ein darauf verhungernder Eisbär. Für mich allerdings steht fest, dass es nur der Hummer sein kann. Warum ich den Hummer so fantastisch finde, das möchte ich in dem folgenden Gedicht darstellen, welches an die Überschrift des Kapitels anknüpft. Falls Sie sich dort verlesen haben sollten: Es geht nicht darum, wie man mit Hummer den Hunger bekämpft. Es folgt also kein Kochrezept, sondern eine Hommage an den Hummer (eine so genannte „Hummage“).
Mögen Sie, so wie ich, gerne Fisch?
Gepökelt, gebraten, als Sushi ganz frisch?
Doch der König der Fische, „so ist das numma“,
und der König im Meer, das ist der Hummer.
Wehrhaft sieht er aus, und das allein
schüchtert potenzielle Fressfeinde ein.
Sein Körper wie aus Stahl geschmiedet
Was den Feinden Paroli bietet.
Trotzdem ist er mobil in jedem Gelände,
kämpft sich behände über Sand und Strände
strotzt nur so vor innerer Kraft
und wird daher überall angegafft.
Und wenn du es wagst, ihn anzugreifen,
seinen Körper auch nur zu streifen
dann schlägt er zurück mit stählerner Faust,
so dass du dich nie wieder zu ihm traust.
Ein jeder Leser erhebe sich,
wenn er Hummer so geil findet wie ich!
Sollten Sie nun gerade aufgestanden sein, überspringen Sie bitte die folgende Gedichtpassage und lesen Sie aus dramaturgischen Gründen danach weiter. Vielen Dank. Alle anderen (erfahrungsgemäß sind Sie in der Überzahl) lesen hier weiter:
Sie, die sich jetzt nicht erhoben,
wissen, man soll den Hummer nicht zu sehr loben,
denn wie so oft, wenn man Stärke demonstriert,
ist man im Oberstübchen eher spärlich möbliert.
Auf nicht wenigen Hummer-Zeugnissen ist zu lesen:
„Er ist stets bemüht gewesen.“
Weswegen der Hummer mit etwas List
ganz einfach einzufangen ist.
(Bitte setzen Sie sich nun wieder.) Ich denke, mit dem Gedicht habe ich Ihnen einen guten Eindruck von der Erscheinung und Stärke des Hummers gegeben. Für alle diejenigen, die noch kein konkretes Bild vor Augen haben, hier ein typischer Hummer.
Das Symbol des anthropogenen Klimawandels: Ein Hummer, eines der fettesten SUV überhaupt
Falls Sie eben aufgestanden sind,26 dürfen Sie nun noch den letzten Teil des Gedichts lesen, um ein differenzierteres Bild vom Hummer zu erhalten.
Wie im zweiten Teil des Gedichts beschrieben, ist der Hummer recht einfach zu fangen. Hierzu werden spezielle Hummerfangkörbe benutzt, deren Design den jüngeren Lesern vielleicht aus der Zeichentrick-Serie „Spongebob Schwammkopf“ bekannt sein könnte. Ja, die „krosse Krabbe“ ist ein umgebauter Hummerfangkorb. Diese Erkenntnis trifft junge Leser meist genauso hart wie das Eingeständnis, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Falls ich Sie jetzt doppelt geläutert haben sollte, tut mir das sehr leid.
Schematische Darstellung des Hummerfangs
Hummerfangkörbe sind so konstruiert, dass der Hummer zwar hinein findet, aber niemals wieder hinaus. So zumindest die Idee; es soll allerdings auch clevere Hummer geben, die den Ausgang finden. Daher sollten wir einmal den Hummerfang wissenschaftlich betrachten und mathematisch erfassen. Dabei lässt sich der Hummerfang aus Sicht der Fischerin/ des Fischers/ des Fischenden (im Folgenden kurz Fischer genannt)27 so darstellen: Der Ertrag E des Fischers ergibt sich aus der Differenz zwischen den Hummern, die in die Falle hineingehen Hrein und den Hummern, die aus der Falle wieder hinaus gehen Hraus:
Rein mathematisch müssen wir hier wiederum in drei mögliche Fälle unterscheiden:
Im ersten Fall ist die Anzahl der Hummer, die in die Falle tappen, größer als die Anzahl der Hummer, die es wieder heraus schaffen. In diesem Fall ist der Ertrag größer als Null, der Fischer freut sich.
Im zweiten Fall schaffen es genau so viele Hummer aus der Falle heraus, wie hinein. In diesem Fall ist der Hummer cleverer als der Fischer, was den Ertrag auf null minimiert. Der Fischer findet das nicht so toll. Es sei dahin gestellt, ob wegen der Tatsache, dass die Hummer cleverer sind als er, oder wegen des ausbleibenden Ertrags.
Im dritten Fall schaffen es mehr Hummer aus der Falle heraus, als hinein tappen. Wenn das passiert, muss der Fischer beim „Leeren“ der Falle noch die fehlende Anzahl an Hummern hinein setzen, damit die Falle leer ist. Sollten Sie einmal eine solche Geschichte von einem Fischer hören, ist vermutlich nicht höhere Mathematik, sondern vor allem höher Prozentiges im Spiel. Dieser Fall ist zwar mathematisch denkbar, kommt aber in der Praxis höchst selten vor.
Sie fragen sich mittlerweile wahrscheinlich, was dieser gesammelte Unfug mit dem anthropogenen Klimawandel zu tun hat. Auf den ersten Blick zunächst mal nichts. Es handelt sich hier um eine simple Bilanz, wie man sie auch in anderen Beispielen verdeutlichen kann. Und weil ich an diesen unsinnigen Beispielen so viel Freude habe, werde ich noch zwei weitere nennen. Danach schlage ich den Bogen zum anthropogenen Klimawandel.
Das nächste Beispiel für eine Bilanz kennen Sie auch ganz sicher: Ihr Konto.
Auf ihr Konto fließen verschiedene Einnahmen. Je nachdem, wie Sie hier aufgestellt sind, erscheinen diese auf Ihrem Kontoauszug28 als „Gehalt“, „Stütze“, „Zinsen“, „Dividende“ oder ähnlich. Dem gegenüber stehen die Ausgaben. Auch hier differenzieren wir je nach Vorlieben in die Themen „Miete“, „Essen“, „Bier“, „Frau“, etc. Die dargestellten Verwendungszwecke sind exemplarisch ausgewählt und stellen keine persönliche Erfahrung dar, ebenso wenig wie die Reihenfolge eine Priorisierung sein soll.
Schwein gehabt: Hoffentlich eine positive Bilanz!
Bei mir würden sicherlich noch die Posten „Segelschiff“ und, im Sommer 2017, auch „Frikandel“ und „Bacardi“ hier stehen.
Auch bei der Bilanz des Kontos unterteilen wir wieder in unterschiedliche Fälle, wobei wir diesmal nur die beiden „Extremfälle“ betrachten und die Mitte eines exakt ausgeglichenen Saldos einmal vernachlässigen.
Übersteigen die Einnahmen die Ausgaben, sprechen wir vom so genannten „Zuckerberg-Effekt“, da der Zuckerberg an erspartem Geld stetig wächst. Im englischsprachigen Raum wird häufig auch vom „Mark-Zuckerberg-Effect“ gesprochen, wenn die Einnahmen sehr groß sind. Übersteigen hingegen die Ausgaben die Einnahmen, so sprechen wir seit 2017 vom „Becker-Effekt“ oder der „Bum-Bum-Boris-Bilanz“.
Analog, und damit zum letzten Beispiel einer Bilanz bevor wir zum Klima zurück kommen, verhält es sich mit unserem Körpergewicht.
Übersteigt die Kalorienverbrennung die Kalorienzufuhr, verlieren wir an Gewicht, bis Zufuhr und Verbrennung wieder im Gleichgewicht sind. Auch hier spricht man teilweise vom „Becker-Effekt“, da Boris Becker, wie in einigen Fachzeitschriften29 zu lesen war, nach einem kurzen Gewichts-Höhenflug deutlich abgenommen hat. Leider macht er (Stand Ende 2017) derzeit allerdings eher durch seine Kontobilanz als durch seine Kalorienbilanz von sich reden, wie ein Google-Treffer belegt.
Achtung beim Abnehmen: Bringen Sie die richtige Bilanz ins Minus
Der Vollständigkeit halber: Bei einer allzu positiven Kalorienbilanz nehmen wir so lange zu, bis der Kalorienverbrauch der stetig wachsenden Körpermasse der Kalorienzufuhr entspricht. Hier sprechen wir auch vom „Calmund-Effekt“.
Kalorienbilanz: Nicht nur der vitruvianische Mensch muss auf seine Linie ac...

Inhaltsverzeichnis

  1. Widmung
  2. Motto
  3. Inhaltsverzeichnis
  4. Was bisher geschah
  5. Zukunft – ja, nein, weiß nicht
  6. Von Regen und Schwiegermutter
  7. Wie der Hummer den Hummer bekämpft
  8. Was bringt die Zukunft?
  9. Die Tupper-Theorie
  10. In dubio pro Tupper
  11. Der kollektive SUV
  12. Ausweg Elektromobilität?
  13. Ökologie versus Ökonomie
  14. Und jetzt?
  15. Impressum

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