Der Narr von Eutin
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Der Narr von Eutin

  1. 476 Seiten
  2. German
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  4. Über iOS und Android verfügbar
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Der Narr von Eutin

Über dieses Buch

Eutin im Frühjahr 1633. Aufgrund seines "zweiten Gesichts" lebt Martin Seedorf in ständiger Gefahr, als Hexer verfolgt zu werden. Als der Herzog auf den tatkräftigen jungen Mann aufmerksam wird, tritt dieser in seine Dienste. Doch schon bald muss Martin feststellen, dass auch im Schloss Habgier, Intrigen und Mordlust lauern. Jetzt kommen dem "Hofnarr", wie er heimlich genannt wird, seine Visionen zu Hilfe und mit List und Beharrlichkeit deckt er so manche Schandtat auf. Eine Welt voller Aberglaube und Hochmut, aber auch von Aufrichtigkeit und Freundschaft, eingebettet in die geschichtlichen Ereignisse jener Zeit.

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Information

Jahr
2018
ISBN drucken
9783752815085
eBook-ISBN:
9783752882629

Kapitel 1

Eutin, im Frühjahr 1633
Tag für Tag erwachte die kleine Stadt im hohen Norden bereits bei Sonnenaufgang zum Leben. Die Wachsoldaten öffneten wie üblich die Stadttore, um Bauern und Händler hereinzulassen. Pferdehufe und eisenbeschlagene Karren klapperten über das Pflaster. Hier und da bellte ein Hund. Auf dem Marktplatz wurden Stände und Buden errichtet. Wenig später erklangen die ersten Rufe der Marktschreier, die ihre Waren anpriesen. Es wurde gefeilscht, gestritten und lamentiert, aber es blieb auch Zeit für den Austausch neuester Nachrichten. Ein ganz normaler Tag in der kleinen Residenzstadt Eutin.
Doch heute schien alles ganz anders zu sein. Vom Trubel auf dem Marktplatz keine Spur. Gähnende Leere rund um das Rathaus. Es sah so aus, als hätten selbst die Hunde an diesem Morgen ihre Freude am Bellen verloren. Lediglich vom Kirchturm schwebten die letzten sieben Glockenschläge träge über die Dächer der Stadt. Es war Sonntag. Die Bürger der Stadt würden ihre Festtagskleidung anlegen und sehr bald dem Ruf der Kirchenglocken zum Gottesdienst folgen. Zeit der Besinnung und der Einkehr.
Im Haus des Apothekers und Stadtrats Henricus Seedorf direkt am Markplatz war der sonntägliche Frieden bereits beim familiären Frühstück aus den Fugen geraten.
„Martin, es ist unerträglich, dass ich mich für dein ungebührliches und närrisches Verhalten immer wieder entschuldigen muss. Was bildest du dir eigentlich ein?“, entrüstete sich der Apotheker nicht das erste Mal über seinen ältesten Sohn.
„Vater, verzeiht, wenn ich Euch Unannehmlichkeiten bereitet habe, aber ich bin mir keiner Schuld bewusst“.
„Aber genau das setzt dem Ganzen ja noch die Krone auf. Hast du gestern den Stadtrat Pechstein auf dem Marktplatz getroffen? Und hat er sich erkundigt, ob du in der Kanzlei deine Arbeiten ordentlich verrichtet hast?“
„Ja, Vater, das hat er.“
„Und was hast du darauf geantwortet?“
„Ich habe ihn gleichermaßen freundlich begrüßt und ihm erklärt, dass ich meine Aufgaben nach bestem Wissen erfüllt habe.“
„Das war aber noch nicht alles.“
„Nein, Vater, ich habe den Stadtrat Pechstein dann noch gefragt, ob denn auch er seine Aufgaben zum Wohle der Bürger Eutins gerecht und pflichtgemäß vollzogen habe.“
Die Runde am Esstisch des Stadtrats Seedorf reagierte belustigt.
„Das ist nicht zum Lachen“, wies der Stadtrat seine Familienmitglieder empört zurecht. „Einem ehrwürdigen Rat und Kaufmann der Stadt hat man Respekt zu erweisen und keine vorwitzigen Fragen zu stellen.“
„Nun, Henricus, jetzt muss ich auch einmal das Wort ergreifen“, warf Elisabeth Seedorf, die Ehefrau des Stadtrats, ein, was diesen verwundert aufblicken ließ. „So, wie ich die Lage sehe, hat unser Sohn sich durchaus korrekt verhalten. Wie wir ihn alle kennen, wird er seine Frage an Stadtrat Pechstein freundlich und respektvoll formuliert haben.“
„Elisabeth, ich glaube nicht, dass dies der richtige Rahmen ist, grundsätzliche Fragen des Anstandes vor den Kindern zu diskutieren. Fest steht, dass Martin sich einmal mehr aufsässig und ungebührlich gegenüber angesehenen Personen der Stadt verhalten hat, was ich jetzt und auch in Zukunft nicht dulden werde.“
Henricus Seedorf hielt es für notwendig, ein Machtwort zu sprechen. Dieser Junge konnte einen stets aufs Neue zur Weißglut bringen. Jetzt fiel ihm, dem Familienoberhaupt, auch noch sein Weib in den Rücken. Und das vor den Kindern! Der Stadtrat war entrüstet.
Martin konnte sich ein Schmunzeln kaum verkneifen, besonders wenn er in die Gesichter seiner Geschwister sah. Die zwei Jahre jüngeren Zwillinge Andreas und Elsbeth feixten. Selbst seine ältere Schwester Margret, die als die Vernünftigste von allen galt, wie ihr Vater stets betonte, hatte ein schelmisches Blitzen in den Augen. Alle Kinder wussten, dass ihr Vater gesteigerten Wert auf Anstand und Reputation legte. Das war er seiner Stellung als Apotheker und Mitglied des Rates der Stadt Eutin schuldig. Nach seiner Vorstellung gehörte auch eine gesellschaftliche Ordnung dazu, die jedem seinen Platz zuwies und der sich jeder zu fügen hatte. Eine Auffassung, mit der der Stadtrat im eigenen Hause jedoch immer wieder an seine Grenzen stieß. Elisabeth Seedorf hatte ihre Kinder zwar nach strengen Regeln erzogen, ihnen aber auch sehr deutlich klargemacht, dass alle Menschen vor Gott gleich waren.
„Verzeiht, Vater, wenn ich erneut um eine Erklärung bitte“, formulierte Martin seine Worte bewusst behutsam, nachdem sich die Erregung des Vaters ein wenig gelegt hatte. „Ist es mein jugendliches Alter, das es mir verbietet, ergrauten Bürgern ebenbürtige und möglicherweise auch unbequeme Fragen zu stellen?“
Henricus Seedorf musterte seinen Sohn eine Weile, schüttelte dann bedächtig den Kopf. „Martin, der Stadtrat Pechstein empfand deine Frage als vorlaut und impertinent. Kein erwachsener Mensch lässt sich gern von einem siebzehnjährigen Bengel einen Spiegel vorhalten ...“
„Wobei wir uns langsam dem Kern der Geschichte nähern“, bemerkte Martins Mutter nicht ohne süffisanten Unterton.
„Wie darf ich dich verstehen, meine Liebe?“, reagierte der Apotheker erneut irritiert auf den Einwand seines Eheweibes.
„Nun, es ist doch allgemein bekannt, dass der ach so ehrenwerte Stadtrat Pechstein lieber auf der faulen Haut liegt oder sich in Wirtshäusern aufhält, als seinen eigentlichen Aufgaben nachzukommen.“
„Elisabeth, ich bitte dich! Das gehört doch nun wirklich nicht hierher.“
„Oh doch, lieber Gemahl, denn er scheint über Martins Frage nur aus diesem Grunde entrüstet gewesen zu sein. Hattest du nicht selbst eben von dem Spiegel gesprochen? Kurzum, der hochverehrte Herr Stadtrat fühlte sich ertappt. Wobei ich davon ausgehe, dass Martin von der Art, wie Pechstein sein Amt ausführt, bis jetzt nichts gewusst hat, oder?“ Elisabeth Seedorf blickte ihren Sohn fragend an.
„Nein, Mutter, wirklich nicht. Davon höre ich zum ersten Mal.“ Martin blieb nicht verborgen, dass seine Mutter aufgrund seiner eiligen Antwort skeptisch die linke Augenbraue hob.
Martin lag auf seinem Bett, die Hände hinter dem Kopf verschränkt, und dachte über die Worte seiner Eltern nach. Er konnte es sich nicht erklären, weshalb es ihm immer wieder gelang, erwachsene Menschen mit seinen Fragen und Bemerkungen innerhalb kürzester Zeit zu verwundern oder gar zu entrüsten. Er schien die Menschen mit ganz anderen Augen zu sehen. Besondere Eigenarten in ihrem Verhalten fielen ihm sofort auf, wie er auch persönliche Merkmale ihres Aussehens gleich entdeckte. Schon häufiger hatte er vor dem großen Spiegel im Ankleideraum seiner Eltern ohne Mühe einige seiner Mitmenschen nachgeahmt. Als Elsbeth und Andreas ihn einmal dabei ertappt hatten, konnten sie gar nicht genug davon sehen. Immer wieder musste er die alte Marktfrau mit den Kartoffeln spielen, deren Nase große Ähnlichkeit mit ihren Erdäpfeln hatte. Auch die Kopie des schlurfenden Nachtwächters Sägemiel, des näselnden Schneidermeisters Klopf und des gebeugten Stadtschreibers Neumann begeisterten die Kinder. Martin verblüffte zudem auch mit einer ungeahnten Fingerfertigkeit, wenn er Münzen auf unerklärliche Weise verschwinden ließ, die kurz darauf hinter den Ohren seiner Betrachter wieder auftauchten, oder wenn er eine Nuss, die eben noch auf dem Tisch gelegen hatte, wenig später aus der Jackentasche seines Nachbarn hervorzauberte. Es war schon erstaunlich, auf welch einfache Weise die Menschen zu belustigen waren.
Weniger amüsant dagegen fand Martin die Bilder, die sich ohne Ankündigung wie in einem Traum in seinem Kopf zeigten. Wann sie auftreten würden, wusste er nicht. Sie überfielen ihn stets unvermutet. Das, was Martin beunruhigte und erschreckte, war die Tatsache, dass in den darauf folgenden Tagen diese Bilder zur grausamen Wirklichkeit wurden. Das Bild der von einem Blitz getroffenen und daraufhin umstürzenden Eiche vor dem Stadttor hatte er am Abend vor dem Gewitter ebenso gesehen, wie er seine Tante bereits auf dem Totenbett hatte liegen sehen, noch bevor sie starb. Zwei Tage später war ihr Leben zu Ende gewesen. Martin hatte mit niemandem darüber gesprochen. Einerseits weil er fürchtete, dass man ihn für verrückt halten könnte, andererseits weil er wusste, dass Menschen mit vergleichbaren Gaben sehr schnell bezichtigt wurden, mit dem Teufel im Bunde zu sein.
Und Pechstein? Martin musste schmunzeln. Es gab kaum jemanden in der Stadt, der nicht wusste, dass der ehrenwerte Herr Stadtrat ein zwielichtiger Geselle war, der die Arbeit nicht erfunden hatte. Hinter vorgehaltener Hand war von windigen Machenschaften die Rede. Es wurde sogar behauptet, dass der Stadtrat seine Mündel betrog und sie um ihre Erbschaft brachte. Martin erinnerte sich an Karl Lafrenz. Auch für diesen jungen Mann hatte Pechstein nach dem Tod der Eltern die Vormundschaft übernommen. Nach seiner Volljährigkeit hatte Karl das Haus umbauen und dort eine Korbflechterei betreiben wollen. Doch er war angezeigt worden, weil er, angeblich unrechtmäßig, im Forst des Herzogs Weiden geschnitten haben sollte. Beim Prozess hatten sich dann die beiden Zeugen als stadtbekannte Säufer herausgestellt, die irgendjemand bezahlt haben musste. Karl war freigesprochen worden, doch sein Ruf war für alle Zeit ruiniert und er verließ die Stadt. Vorher aber hatte der ehrenwerte Stadtrat und Pferdehändler Leberecht Pechstein ihm sein Haus für einen Spottpreis abgekauft und danach diese Tat noch als gnädigen Akt verkündet.
Unwillig schüttelte Martin den Kopf. Und dieser armseligen Kreatur, die die Ehrbarkeit aller anderen mit Füßen trat, sollte er nach Auffassung seines Vaters respektvoll begegnen?

Kapitel 2

In Gedanken versunken schritt Pater Simon über den Schlosshof. Irgendetwas stimmte nicht. Es waren keine theologischen oder philosophischen Fragen, auf die er Antworten suchte und die ihn nicht selten in ferne Sphären trugen – weit entrückt von der Realität des Alltags. Heute waren es ganz profane Zahlen und Zeichen, die auf irgendeine Weise nicht zueinander passen wollten.
„Ich gehe davon aus, Pater Simon, dass Ihr nicht unbedingt nach einem Pferd verlangen wollt.“
Der Pater schreckte aus seinen Gedanken auf und blickte sein Gegenüber irritiert an. Vor ihm stand der Zweite Stallmeister des Herzogs, Hartmut Bergmann, der aus dem Marstall getreten war und ihn verständnisvoll anlächelte. „Ich registriere mit großer Besorgnis, Meister Bergmann, dass Ihr mich zu gut kennt.“
Pater Simon mochte den Stallmeister, der wie kaum ein anderer über ausgeprägte Pferdekenntnisse verfügte und zudem ein strenges Regiment über seine Bediensteten im Marstall führte. Kein leichtes Amt für einen Mann, der nicht von Adel war.
„Nun, Pater Simon, da Ihr noch nie den Wunsch geäußert habt, Euch auf den Rücken eines Pferdes zu schwingen, war meine Prognose nicht allzu schwer.“
„Ihr habt recht, Meister Bergmann, und ich werde Euch den Grund verraten, weshalb ich einen respektvollen Abstand zu den großen Vierbeinern halte: Ein Priester mit einer hochgerafften Kutte auf einem Pferd – welch ein gar schrecklicher Anblick!“
„Das wundert mich aber, Pater Simon, denn bisher war ich der Meinung, dass Eitelkeit nicht zu Euren Lastern gehören würde.“
„Auch ein Mann Gottes ist nicht frei von solchen nur zu menschlichen Tiefen. Außerdem bin ich fest davon überzeugt, dass es in ferner Zukunft Menschen geben wird, die über dieses Tier ein einhelliges Urteil fällen werden. Das Pferd ist vorn wie hinten gleichermaßen gefährlich und in der Mitte zudem äußerst unbequem.“
Der Stallmeister wusste, dass der Pater seine Abneigung Pferden gegenüber nur vortäuschte und sie zum Anlass nahm, das Thema zu wechseln.
Pater Simon war als zweiter Sohn des Grafen Engelhart von Hohenstein mit Pferden aufgewachsen. Doch da die Erbfolge im Holsteinischen nur dem Erstgeborenen, in diesem Falle Pater Simons Bruder Laurentz, Gut und Ländereien vermachte, entschieden sich die Zweitgeborenen und weitere Söhne für eine militärische Laufbahn, oder sie wurden Priester, wie auch Pater Simon, der auf den Namen Graf Sebastian von Hohenstein getauft worden war. Unter den zahlreichen Kirchenmännern am Hof des Fürstbischofs in Eutin gehörte Pater Simon zu den wenigen, die auch eine menschliche Seite zeigten.
Pater Simon war ein weiser Mann. Unerschütterlich in seinem Glauben, aber auch mit der Gabe gesegnet, allen menschlichen Schwächen gegenüber Verständnis zu zeigen und sie nicht selten durch eine humorvolle Brille zu sehen. Die vielen Falten um seine Augen waren ein deutlicher Beweis dafür. Seine schlanke, asketische Erscheinung und sein aufrechter Gang strahlten Selbstsicherheit und Würde aus. Sein Bart verriet nicht, ob er die Vierzig schon überschritten hatte oder ob er bereits in jungen Jahren ergraut war.
„Wo ich Euch gerade sehe, Meister Bergmann, eine Frage nur. Hat es in Eurem Bereich in der jüngsten Vergangenheit irgendwelche besonderen Verkäufe gegeben?“
„Seid Ihr unter die Kaufleute gegangen, Pater Simon?“ Der Stallmeister war verwundert über diese ungewöhnliche Frage aus dem Mund des Kirchenmannes.
„Nein, keine Angst, ich werde meinen Studien und Überset-Zungen nicht untreu. Ich wollte lediglich wissen, ob Pferde oder Kutschen veräußert wurden. Nur so ein Gedanke.“
„Nein, Pater Simon, es ist alles ganz normal im Marstall. Keine Auffälligkeiten dieser Art.“
„Schön, mehr wollte ich gar nicht wissen. Nun werde ich mich mal wieder meinen alten Griechen zuwenden und versuchen, deren Geheimnisse zu ergründen. Gott mit Euch, Meister Bergmann.“ Pater Simon wandte sich um und schritt über den Hof dem Schlosstor zu.
Seit nunmehr drei Tagen kam er nicht zur Ruhe. Zu viel Ungewissheit hatte sich in dieser Zeit vor ihm aufgetürmt. Was hatte Pater Anselm ihm kurz vor seinem Tod nicht mehr verraten können? Er war der Schatzmeister gewesen, der die Einnahmen und Ausgaben des Hofes in Eutin verwaltet hatte. Einen Hofkämmerer gab es nicht, da die Herzöge nicht in Eutin weilten. Zu später Stunde hatte ihn der alte Mann ans Krankenbett gerufen. Pater Simon erinnerte sich an den traurigen Moment.
Als er dort eingetroffen war, befand sich Pater Anselm bereits im Delirium, und in den wenigen wachen Momente stammelte er Unverständliches: „Die Zahlen lügen ...“, „Ich bin nur ein Knecht ...“, „Gnade mir armem Sünder ...“
Dies, einige dahingeworfene wilde Zahlenreihen und der Ruf nach Hilfe erschütterten den ohnehin kraftlosen Leib des sterbenden Priesters. Pater Simon war es ein Bedürfnis, ihn zu beruhigen und ihm Trost zuzusprechen. Noch in derselben Nacht starb Pater Anselm, ohne sein Geheimnis verraten zu haben.
Pater Simon bemühte sich, aus den Bruchstücken, die ihm im Gedächtnis geblieben waren, ein Ganzes zu bilden. Er sah sich, kurz nachdem der alte Priester die Augen für immer geschlossen hatte, in dessen Kammer um. Die karge Einrichtung wurde von einem Stehpult bestimmt, auf dem ein in Leder gebundenes Buch lag. Daneben befanden sich Tintenfass und Federn. Auf einem angrenzenden Regal stapelten sich Dokumente und Urkunden. Pater Simon schlug das Buch an der Stelle auf, an der ein Blatt Papier herausragte. Zahlenkolonnen und fein säuberliche Eintragungen in steiler Schrift sprangen ihm entgegen. Auch für den nicht eingeweihten Betrachter war schnell zu erkennen, dass in diesem Hauptbuch die Schätze des Schlosses verwaltet wurden. Hinter jeder Position waren Beträge in Talern und Schillingen vermerkt, sei es für den Kauf von Weizen und Gerste oder für den Verkauf von Dokumenten, die die Gottesmänner als Duplikate angefertigt hatten. Pater Simon blätterte zurück. Nichts Auffälliges, das die Unruhe und Aufgeregtheit des sterbenden Priesters hätte erklären können.
Pater Simon hörte ein Rascheln vor der Tür. Eilig schlug er das Buch zu und ergriff die Kerze. Durch seine hastige Bewegung fiel etwas zu Boden, doch er bemerkte...

Inhaltsverzeichnis

  1. Der Autor
  2. Bereits erschienen
  3. Motto
  4. Inhaltsverzeichnis
  5. Prolog
  6. Kapitel 1
  7. Kapitel 2
  8. Kapitel 3
  9. Kapitel 4
  10. Kapitel 5
  11. Kapitel 6
  12. Kapitel 7
  13. Kapitel 8
  14. Kapitel 9
  15. Kapitel 10
  16. Kapitel 11
  17. Kapitel 12
  18. Kapitel 13
  19. Kapitel 14
  20. Kapitel 15
  21. Kapitel 16
  22. Kapitel 17
  23. Kapitel 18
  24. Kapitel 19
  25. Kapitel 20
  26. Kapitel 21
  27. Kapitel 22
  28. Kapitel 23
  29. Kapitel 24
  30. Kapitel 25
  31. Kapitel 26
  32. Kapitel 27
  33. Kapitel 28
  34. Kapitel 29
  35. Kapitel 30
  36. Kapitel 31
  37. Kapitel 32
  38. Kapitel 33
  39. Epilog
  40. Dichtung und Wahrheit
  41. Weitere Informationen
  42. Impressum

Häufig gestellte Fragen

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