HIV/AIDS in Deutschland
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HIV/AIDS in Deutschland

Rentenzugänge wegen verminderter Erwerbsfähigkeit nach SGB VI bei HIV/AIDS der Jahre 2008-2013. Eine sozialmedizinische Betrachtung

  1. 40 Seiten
  2. German
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HIV/AIDS in Deutschland

Rentenzugänge wegen verminderter Erwerbsfähigkeit nach SGB VI bei HIV/AIDS der Jahre 2008-2013. Eine sozialmedizinische Betrachtung

Über dieses Buch

HIV/AIDS in DeutschlandRentenzugänge wegen verminderter Erwerbsfähigkeit nach SGB VI bei HIV/AIDS der Jahre 2008 - 2013Ein sozialmedizinische Betrachtung.

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Information

Jahr
2016
ISBN drucken
9783739247526
eBook-ISBN:
9783741200069
Auflage
1

1 Einleitung: HIV und AIDS

AIDS ist die Abkürzung für den englischen Begriff „Acquired Immune Deficiency Syndrome“ und bedeutet „Erworbenes Immunschwächesyndrom.“ Die Krankheit beruht auf den Auswirkungen einer Infektion mit dem menschlichen Immunschwächevirus (engl. Human Immunodeficiency Virus, abgekürzt HIV) [1].
HIV gehört zu den Erregern, die als „Retroviren“ bezeichnet werden. Ein Retrovirus ist dadurch gekennzeichnet, dass es keine eigene DNA hat, sondern nur aus einem einzelnen Strang RNA (Ribonukleinsäure) besteht. Um sich zu vermehren, muss die RNA von Retroviren zunächst einmal mittels reverser Transkription in ein DNA- Molekül umgeschrieben werden, bevor sie als solche in das Genom d.h. Erbgut der Wirtszelle eingebaut und dort aktiv werden kann.
Wie alle Viren kann sich auch das HI-Virus nicht selbst vermehren. Hierfür braucht es bestimmte Zellen. So nutzen die HI-Viren für ihre Vermehrung bevorzugt Zellen des Immunsystems, vor allem die T-Helferzellen (auch CD4- oder T4-Zellen oder einfach Helferzellen genannt). HIV dringt in diese Wirtszellen ein und zwingt sie zur Produktion neuer Viren.
Die Bezeichnung „Immunschwäche-Virus“ deutet bereits an, was HIV in uns anrichtet: Es schädigt das Immunsystem. Dadurch können sonst harmlose Infektionen schwere und sogar lebensbedrohliche Erkrankungen verursachen. Man bezeichnet sie als „opportunistische Infektionen“, weil sie die günstige Gelegenheit, nämlich die Schwäche des Immunsystems, nutzen, um sich zu vermehren. Letztlich wird das Immunsystem von dem HI-Virus nicht nur geschwächt sondern sogar zerstört.
HIV schädigt das Immunsystem, indem es unter anderem die T-Helferzellen befällt und sich in ihnen vermehrt. Mit voranschreitender HIV-Infektion nehmen die Zahl und die Funktionsfähigkeit der Helferzellen ab. Das Immunsystem ist dadurch immer weniger in der Lage, den Körper vor Krankheiten zu schützen. Wenn sich opportunistische Infektionen entwickeln spricht man von AIDS.
Um den Verlauf der HIV-Infektion und den Zustand des Immunsystems zu überwachen, werden in regelmäßigen Abständen Blutuntersuchungen zur Messung der Helferzahl und der Viruslast durchgeführt. Anhand dieser Blutwerte lässt sich feststellen, ob und wieviel HIV das Immunsystem bereits geschädigt hat und wie schnell sich das Virus im Körper vermehrt.

1.1 Warum gibt es noch keine Heilung?

Das HIV baut sein eigenes Erbmaterial in das menschliche Erbgut unserer Zellen ein und kann sich dort vermehren. Solange nur eine dieser Zellen mit eingebautem HIV-Erbmaterial in unserem Körper verbleibt wird es z.B. nach Absetzen der HIV-Medikamente immer wieder zur Virusvermehrung kommen. Könnte man das Viruserbmaterial zu 100% aus den infizierten Zellen entfernen, wäre eine dauerhafte Heilung gegeben. Das gibt es leider heute noch nicht.

1.2. Woher kommt AIDS ursprünglich?

Inzwischen gilt es als gesichert, dass bereits Anfang des 20. Jahrhunderts ein Urtyp des HI-Virus von Affen auf den Menschen übertragen wurde. Als Vorgänger des HIV-Erregers wurde das bei Schimpansen vorkommende SIV (Simian Immunodeficiency Virus) identifiziert. Es ist verwandt mit HIV 1, welches 1983 als Erreger von AIDS identifiziert wurde und mindestens 10 Subtypen hat.
Experten gehen davon aus, dass die Verbreitung von HIV vermutlich in der Region Westafrikas (Kamerun) begann.

1.3 Übertragungswege

Weltweit häufigster Übertragungsweg ist ungeschützter heterosexueller Geschlechtsverkehr. Regional unterscheiden sich die im Vordergrund stehenden Übertragungswege, so ist in Deutschland wie in den meisten Industriestaaten ungeschützter homosexueller Geschlechtsverkehr mit über 50% häufigster Übertragungsweg. Inzwischen nehmen Infektionen über heterosexuelle Kontakte zu. Weitere mögliche Infektionen erfolgen durch den gemeinsamen Gebrauch von Spritzen und Spritzenzubehör unter Drogenabhängigen.
Zur Vermeidung einer HIV-Übertragung bei der Anwendung von Blutprodukten werden in Deutschland die Spender sorgfältig ausgewählt und das gespendete Blut regelmäßig auf das HI-Virus getestet. Ebenso können Schwangerschaft, Geburt und Stillen bei HIV-positiven Müttern zu einer Ansteckung des Kindes führen. Durch medizinische Vorsichtsmaßnahmen, wie HIV-Tests zum Erkennen der Infektion der Schwangeren und sofortiger Behandlung, kann man die Infektion von Kindern bei der Geburt verhindern. Deshalb wird in der Schwangerschaftsvorsorge ein HIV-Test angeboten und empfohlen
Leider ist in den Mutterschaftsrichtlinien ein routinemäßiger HIV-Test nicht vorgesehen. Die Schwangere muss sich selbst entscheiden, ob sie einen HIV-Test machen möchte oder nicht. In Deutschland werden pro Jahr etwa 250 Kinder von HIV-positiven Müttern geboren. Nur 1-maximal 2 Prozent der Neugeborenen sind dank guter Prophylaxemaßnahmen HIV-positiv. Die erfolgte Beratung zum Test ist laut der geltenden Mutterschaftsrichtlinien im Mutterpass zu dokumentieren, die Durchführung und das Ergebnis jedoch nicht. Das Angebot eines HIV-Tests bei Schwangeren ist ein wichtiger Schritt für eine effektive Prävention der fatalen Infektion. Immerhin hat sich die Hälfte der HIV-infizierten Schwangeren in der Bundesrepublik Deutschland auf sexuellem Wege infiziert.

1.4 Diagnose der HIV-Erkrankung frühzeitig stellen

Wichtig ist, die Diagnose der HIV-Erkranku...

Inhaltsverzeichnis

  1. Editorial
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. HIV und AIDS-Eine Chronik
  4. 1. Einleitung: HIV und AIDS
  5. 2. Die gesetzlichen Rentenversicherung
  6. 3. Allgemeines zu HIV und Rente
  7. 4. Zusammenfassung
  8. Literaturverzeichnis
  9. Impressum

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