69 Leserbriefe auf ihrem Weg zum Horizont
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69 Leserbriefe auf ihrem Weg zum Horizont

10 Jahre aktives Schreiben

  1. 108 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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69 Leserbriefe auf ihrem Weg zum Horizont

10 Jahre aktives Schreiben

Über dieses Buch

In diesem Buch sind 69 Leserbriefe des Autors Wilfried Kriese mit den dazugehörigen Artikeln zu lesen.So bietet das Buch einen Rückblick der Jahre 1987-1996 und zeigt damit, was die Menschen in diesem Zeitraum auf lokaler wie überregionaler Ebene beschäftigte. Daher kann das Buch auch als Zeitdokument gesehen werden.Außerdem erläutert der Autor kritisch und schonungslos darin, seine Ansicht über den Umgang der Medien mit der Demokratie und der Pressefreiheit.In Bezug auf das Leserbriefschreiben befasst sich Wilfried Kriese dabei besonders mit den Fragen:.Wie wird ein Leserbrief aufgebaut?Worauf muss beim Schreiben geachtet werden?Welche Zielgruppe möchte ich erreichen?Wie sagt man was, wie schreibt man etwas?Was möchte ich in einem Leserbrief ausdrücken?Wieso Leserbriefe überhaupt schreiben?

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Information

Jahr
2017
ISBN drucken
9783868123678
eBook-ISBN:
9783868123685

1. KAPITEL

1987

Ich möchte auch einmal einen Leserbrief schreiben“, oder „am liebsten würde ich einen gepfefferten Leserbrief über den Bericht schreiben“, und „am liebsten würde ich dazu meine Meinung schreiben!“
„Nur wie schreibe ich einen Leserbrief?“
Solche ähnliche Äußerungen hörte ich in den letzten Jahren von unzähligen Menschen, die es aus irgend einen Grund dazu treibt einen Leserbrief zu schreiben.
Meistens schreiben dann die Fragenden doch keinen Leserbrief. Nicht weil sie es nicht könnten, sondern eher wegen der Hemschwelle, um zum eigenen geschriebenen Wort zu stehen.
Denn wenn zum Beispiel jemand im Ärger geschwind irgend etwas unüberlegtes sagt, ist es etwas anderes als, wenn man mit einer Wut im Bauch einen Leserbrief schreibt, weil dadurch die Leser etwas in der Hand halten, womit sie den Verfasser konfrontieren können, ohne daß er dabei behaupten kann: „Nein das habe ich nicht gesagt“, oder „so habe ich es nicht gesagt“. „Was, du legst mir Dinge in den Mund, die ich so nicht gesagt habe.“
Zum anderen Male werden einem dumme gesprochene Worte schneller vergeben als unsinnige geschriebene Sätze.
Allerdings ist Leserbriefe schreiben ganz einfach und zwar:
Ein Aufsatz besteht aus drei Teilen, Einleitung, Hauptteil und dem Schluß. Genauso sieht auch der Aufbau eines Leserbriefes aus. Am Anfang sollte beschrieben werden worum es geht, danach wird der eigene Standpunkt beziehungsweise eine andere Ansichtsweise, zu dem Thema (Artikel), auf den sich der Leserbrief bezieht dargestellt, und zum Schluß sollte klar eine Lösung zu lesen sein.
Das ist zumindest meine Methode Leserbriefe zu schreiben. Es gibt aber auch noch zahlreiche andere Möglichkeiten und zwar vom Gedicht bis zu selbstdarstellenden Texten.
Ob nun ein Leserbrief interessant und informativ wird, liegt an jedem Verfasser selbst. Am besten ist es, daß man so schreibt wie man denkt und redet. Doch falls man zu umständlich denkt und spricht, als die Zielgruppe die es zu erreichen gilt, ist es am besten man verfaßt den Text so, daß ihn der Intelektuelle genauso versteht wie der nicht Intellektuelle. Bei sachbezogenen Themen sind unbedingt Fremdwörter zu vermeiden und auch ansonsten sind Texte ohne Fach-und Fremdwörter für die meisten Leser verständlich. Ob sie allerdings mit dem Inhalt einig sind ist eine andere Frage, die damit beantwortet werden kann, daß ein Leserbrief den Zeitungsleser zum Nachdenken und diskutieren anregen soll.
Soviel vorerst zum Leserbrief schreiben. Jetzt gehört nur noch der Mut dazu damit zu beginnen. Diesen Mut brachte ich, nach langem Zögern, vor 10 Jahren auf.
Mein erster Leserbrief bezog sich auf den Todesfall eines Asylanten der in einem Tübinger Supermarkt, beim Ladendiebstahl erwischt wurde und im Hinterhof des Ladens von einem Lehrling, im Beisein eines Kollegen, auf den Boden gedrückt wurde und dabei erwürgt wurde. Bei dieser Tat schauten über 20 Schaulustige zu, ohne daß auch nur einer ernsthaft eingriff. Diesen unbeabsichtigten Mord des Lehrlings, brachte in Tübingen mehrere Tausend Menschen auf die Straße, um gegen Rassismus zu demonstrieren.

2. KAPITEL

1988

Im zweiten Jahr meines aktiven Leserbrief Schreibens waren meine Hemmungen genauso groß wie im ersten Jahr. Das lag daran, daß ich einfach Angst hatte mich mit der eigenen Meinung, in Schriftlicher Form, an die Öffentlichkeit zu wenden.
Denn klar war mir, daß obwohl wir in einer Demokratie leben, die freie Meinungsäußerung stark eingedämmt war (ist). Denn schreibt man zum Beispiel schlechtes über seinen Arbeitgeber dann kann man damit rechnen seine Papiere zu bekommen und dabei spielt es auch keine Rolle, ob man im Recht ist oder nicht. Dann gibt es das Presserecht, das zwar auch seine guten Seiten hat, aber eben auch Nachteile mit sich bringt. Zum Beispiel schreibt es ganz klar vor das keine Personen beleidigt werden dürfen. Das war für mein junges Temperament starker Tabak, weil ich gerne dazu neigte und immer noch neige, jemanden von dem ich nichts halte kurz und bündig zu sagen, was ich von ihm halte, wie: „Du Arschloch!“
Nun entspricht es eben der Wirklichkeit das man eben nicht „du Arschloch!“ schreiben darf, weil dieser Ausdruck eine Beleidigung ist, und wenn er auch noch so zutreffend ist.
„Zudem entspricht das auch nicht einer angemessenen Umgangssprache.“ erklärte mir einmal eine Sprachwissenschaftlerin in der Volkshochschule.
Allerdings was unter einer angemessener Umgangssprache verstanden wird, erklärte sie mir nicht, nachdem ...

Inhaltsverzeichnis

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Vorwort
  3. 1. Kapitel 1987
  4. 2. Kapitel 1988
  5. 3. Kapitel 1989
  6. 4. Kapitel 1990
  7. 5. Kapitel 1991
  8. 6. Kapitel 1992
  9. 7. Kapitel 1993
  10. 8. Kapitel 1994
  11. 9. Kapitel 1995
  12. 10. Kapitel 1996
  13. Nachwort
  14. Impressum

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