Franziskus von Assisi, ein junger Mann, der in einer betuchten Familie aufwuchs und dem die Welt offen stand. Als junger Mensch genoss er das üppige Leben in seiner ganzen Fülle. Dann kommt der Tag, an dem Franziskus Gott begegnet und zu einem neuen, anderen Leben aufgerufen wird. Er bricht mit seiner Familie, legt alle seine Kleider ab und gibt sie seinem Vater vor dem Bischof von Assisi zurück. Ein langes Ringen und Suchen, Horchen und Beten beginnt, bis er das Leben nach dem Evangelium als Ziel seines Lebens erkennt. Im Laufe der Zeit schließen sich ihm noch andere, gleichgesinnte Männer an und eine Gemeinschaft im Sinne der Lebensweise von Franziskus entsteht. Durch sein Beispiel und Vorbild rüttelt er viele Menschen auf und der "Orden der Minderbrüder" entsteht. Etwas später schließt sich ihm Klara, die Tochter eines Adeligen aus Assisi an, die ebenfalls in der Nachfolge Christi in radikaler Armut lebt und den "Orden der Klarissen" gründet. Auch nach seinem Tod leben seine Gedanken, sein Vorbild und seine Werke noch heute in verschiedenen Ordensgemeinschaften weiter und dienen Menschen, die es im Leben nicht einfach haben.

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Reise nach Assisi
Spirituelle Reise auf den Spuren des Hl. Franz von Assisi
- 304 Seiten
- German
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Über dieses Buch
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Information
Regeln, Briefe, Psalmen des Hl. Franziskus
Nicht bullierte Regel des Hl. Franziskus
Im Jahre 1209 bzw. 1210 legte Franziskus dem Papst Innozenz III. die erste Form seiner Ordensregel vor. Ihre Textgestalt ist heute nicht mehr bekannt. Mit dem Wachsen der Brüderschaft ergab sich die Notwendigkeit, die Entwicklung zu berücksichtigen durch Ergänzungen, Verbesserungen und Überarbeitungen des Regeltextes. Das geschah auf den Generalkapiteln. Das Generalkapitel des Jahres 1221 erstellte die Redaktion des uns bekannten Textes der nicht bullierten Regel.79
Prolog
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!
Dies ist das Leben des Evangeliums Jesu Christi, welches Bruder Franziskus vom Herrn Papst Innozenz erbeten hat, dass es ihm gewährt und bestätigt würde. Und dieser gewährte und bestätigte es ihm und seinen Brüdern, den damaligen und den zukünftigen. Bruder Franziskus und wer immer das Haupt dieses Ordens sein wird, soll Gehorsam und Ehrerbietung dem Herrn Papst Innozenz und seinen Nachfolgern versprechen. Und alle anderen Brüder sollen verpflichtet sein, dem Bruder Franziskus und dessen Nachfolgern zu gehorchen.
1. Kapitel
Dass die Brüder leben sollen ohne Eigentum und in Keuschheit und in Gehorsam
Regel und Leben dieser Brüder ist dieses, nämlich zu leben in Gehorsam, in Keuschheit und ohne Eigentum und unseres Herrn Jesu Christi Lehre und Fußspuren zu folgen, der sagt: "Wenn du vollkommen sein willst, dann geh (MI 19,21) und verkaufe alles (vgl. Lk 18,22), was du hast, und gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach" (Mt 19,2 1). Und: "Wenn jemand mir nachfolgen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir" (Mt 16,24). Ebenso: "Wenn jemand zu mir kommen will und nicht Vater und Mutter und Frau und Kinder und Brüder und Schwestern hasst, ja selbst sogar sein eigenes Leben, kann er mein Jünger nicht sein" (Lk 14,26). Und: "Jeder, der Vater oder Mutter, Brüder oder Schwestern, Frau oder Kinder, Häuser oder Äcker um meinetwillen verlässt, wird Hundertfaches erhalten und das ewige Leben besitzen" (vgl. Mt 19,29, Mk 10,29, Lk 18,29).
2. Kapitel
Von der Aufnahme und der Kleidung der Brüder
Wenn jemand auf Gottes Eingebung hin dieses Leben annehmen will und zu unseren Brüdern kommt, werde er liebevoll von ihnen aufgenommen. Wenn er nun entschlossen ist, unser Leben anzunehmen, sollen die Brüder sich sehr hüten, sich in seine zeitlichen Angelegenheiten einzumischen-, vielmehr sollen sie ihn bei ihrem Minister vorstellen, so schnell sie können. Der Minister aber nehme ihn liebevoll auf und bestärke ihn und erkläre ihm sorgfältig die Eigenart unseres Lebens.
Ist das geschehen, dann soll der Genannte, wenn er will und vom Geist erfüllt es ungehindert kann, all seine Habe verkaufen und das alles unter die Armen zu verteilen suchen. Hüten sollen sich die Brüder und der Minister der Brüder, dass sie sich in keiner Weise in seine Angelegenheiten einmischen; und sie sollen keinerlei Geld annehmen, weder er allein noch durch eine Mittelsperson. Wenn die Brüder jedoch Mangel leiden, können sie andere lebensnotwendige Dinge, Geld ausgenommen, der Notlage wegen, wie andere Arme annehmen. Und wenn er wieder zurückkommt, soll der Minister ihm die Kleidung für die Probezeit auf ein Jahr gewähren, nämlich zwei Habite ohne Kapuze und einen Gürtelstrick und Hosen und einen Kaparon bis zum Gürtel. Ist aber Jahr und Frist der Probezeit beendet, soll er zum Gehorsam angenommen werden. Danach soll es ihm nicht erlaubt sein, in einen anderen Orden einzutreten, noch "sich außerhalb des Gehorsams herumzutreiben", entsprechend der Anordnung des Herrn Papstes und gemäß dem Evangelium, denn "keiner, der die Hand an den Pflug legt und rückwärts schaut, ist für das Reich Gottes geeignet" (Lk 9,62). Wenn nun aber jemand kommt, der seine Habe nicht ungehindert weggeben kann und doch das vom Geist erfüllte Wollen hat, so soll er seine Habe verlassen, und das genügt für ihn. Niemand darf aufgenommen werden gegen Vorschrift und Anordnung der heiligen Kirche. Die anderen Brüder aber, die den Gehorsam versprochen haben, sollen einen Habit mit Kapuze und, wenn es notwendig würde, einen anderen ohne Kapuze haben, und auch den Gürtelstrick und die Hosen. Und alle Brüder sollen geringwertige Kleidung tragen und sollen sie mit grobem Tuch und anderen Tuchstücken verstärken können mit Gottes Segen. Denn der Herr sagt im Evangelium: "Die kostbare Kleider tragen und üppig leben" (Lk 7,25) und "die sich weichlich kleiden, sind an den Höfen der Könige" (Mt 11, 8). Und mag man sie auch Heuchler nennen, so sollen sie doch nicht aufhören, gut zu handeln, und sie sollen auch nicht nach teurer Kleidung verlangen in dieser Weltzeit, damit sie das Kleid im Himmelreich erhalten können.
3. Kapitel
Vom Göttlichen Offizium und vom Fasten
Der Herr sagt: "Diese Art böser Geister kann nur durch Fasten und Gebet ausgetrieben werden" (vgl. Mk 9,28). Und wiederum: "Wenn ihr fastet, dann werdet nicht wie traurige Heuchler" (Mt 6,16). Daher sollen alle Brüder, seien sie Kleriker oder Laien, das Göttliche Offizium, die Lobpreisungen und Gebete, verrichten, wie sie es schuldig sind zu tun.
Die Kleriker sollen das Offizium verrichten und für Lebende und Verstorbene beten, wie es bei den Klerikern üblich ist. Und für Versagen und Nachlässigkeit der Brüder sollen sie jeden Tag: "Erbarme dich meiner, Gott" (Ps 50) mit dem Vaterunser beten. Und für die verstorbenen Vaterunser. Und an Büchern sollen sie nur die zur Erfüllung des Offiziums notwendigen haben können. Und auch den Laien, die den Psalter zu lesen verstehen, ihnen soll es erlaubt sein, einen solchen zu haben.
Den anderen aber, die des Lesens unkundig sind, soll es nicht gestattet sein, ein Buch zu haben. Die Laien sollen beten: "Ich glaube an Gott" und vierundzwanzig Vaterunser mit "Ehre sei dem Vater" für die Matutin; für die Laudes aber fünf, für die Prim "Ich glaube an Gott" und sieben Vaterunser mit "Ehre sei dem Vater"-, für die Terz; Sext und Non, auch für jede einzelne Hore sieben; für die Vesper zwölf-, für die Komplet "Ich glaube an Gott" und sieben Vaterunser mit "Ehre sei dem Vater"; für die Verstorbenen sieben Vaterunser mit "Herr, gib ihnen die ewige Ruhe"; und für Versagen und Nachlässigkeit der Brüder jeden Tag drei Vaterunser. Und ebenso sollen alle Brüder fasten vom Fest Allerheiligen bis Weihnachten und von Epiphanie, als unser Herr Jesus Christus zu fasten begann, bis Ostern. Zu anderen Zeiten aber sollen sie diesem Leben gemäß nicht zum Fasten gehalten sein, außer am Freitag. Und es soll ihnen erlaubt sein nach dem Evangelium, von allen Speisen zu essen, die ihnen vorgesetzt werden (vgl. Lk 10, 8).
4. Kapitel
Von den Ministern und den anderen Brüdern in ihrem Verhältnis zueinander
Im Namen des Herrn! Alle Brüder, die als Minister und Diener der anderen Brüder eingesetzt werden, sollen die Brüder auf die Provinzen und Niederlassungen verteilen, in denen sie sein sollen. Und sie sollen die Brüder oft aufsuchen und geistlich ermahnen und bestärken. Und alle meine anderen gebenedeiten Brüder sollen ihnen sorgfältig gehorchen in den Dingen, welche das Heil der Seele angehen und unserem Leben nicht zuwider sind. Und sie sollen sich untereinander so benehmen, wie der Herr sagt: "Alles, was ihr wünscht, dass es euch die Menschen tun, das tut auch ihr ihnen" (Mt 7,12); ferner: "Was du nicht willst, dass es dir geschehe, das tu keinem anderen an" (Tob 4,16). Und die Minister und Diener sollen eingedenk sein, dass der Herr sagt: "Ich bin nicht gekommen, bedient zu werden, sondern zu dienen" (Mt 20,28), und dass ihnen die Sorge für die Seelen der Brüder anvertraut ist. Und sollte etwas von diesen durch ihre Schuld und ihr schlechtes Beispiel verlorengehen, so werden sie am Tage des Gerichtes Rechenschaft ablegen müssen (vgl. Mt 12,36) vor dem Herrn Jesus Christus.
5. Kapitel
Von der Zurechtweisung der Brüder bei Verfehlung
Darum behütet eure und der Brüder Seelen-, denn "furchtbar ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen" (Hebr 10,31). Wenn aber ein Minister einem Bruder etwas gegen unser Leben oder gegen dessen Seele befehlen sollte, darin ist der Bruder nicht verpflichtet, ihm zu gehorchen. Denn das ist nicht Gehorsam, wenn dabei ein Vergehen oder eine Sünde begangen wird. Jedoch sollen alle Brüder, die den Ministern und Dienern unterstellt sind, mit verständiger Sorgfalt auf das achten, was die Minister und Diener tun. Und wenn sie sehen, dass einer von ihnen fleischlich wandelt und nicht geistlich, wie es der Rechtheit unseres Lebens entspricht, und er sich nach der dritten Ermahnung nicht bessert, dann sollen sie, ohne sich durch irgendeinen Widerspruch abbringen zu lassen, auf dem Pfingstkapitel dem Minister und Diener der gesamten Brüderschaft Bericht erstatten. Wenn sich aber irgendwo unter den Brüdern ein Bruder fände, der fleischlich und nicht geistlich wandeln wollte, dann sollen die Brüder, mit denen er zusammen ist, ihn in Demut und Sorgfalt ermahnen, ihn aufmerksam machen und zur Rede stellen.
Wenn nun jener sich nach dreimaliger- Ermahnung nicht bessern wollte, dann sollen sie ihn so bald wie möglich zu seinem Minister und Diener schicken oder ihn demselben anzeigen. Und der Minister und Diener soll so mit ihm verfahren, wie er es vor Gott am besten erachtet. Und hüten sollen sich alle Brüder, sowohl die Minister und Diener als auch die anderen, wegen der Sünde oder der Übeltat eines anderen in Verwirrung oder Zorn zu geraten. Denn der Teufel will durch die Sünde eines einzelnen viele verderben.
Vielmehr sollen sie, so gut sie können, dem, der gesündigt hat, geistlichen Beistand leisten; denn "nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken" (vgl. Mt 9,12 mit Mk 2,17). Ebenso 120 soll hierbei kein Bruder eine Machtstellung oder ein Herrscheramt innehaben, vor allem nicht unter den Brüdern selbst. Denn wie der Herr im Evangelium sagt: Die Fürsten der Völker herrschen über diese, und die die Größeren sind, üben Macht unter ihnen aus" (Mt 20,25), so soll es unter den Brüdern nicht sein (vgl. Mt 20,26a). Und wer auch immer "der Größere unter ihnen werden will, der sei ihr Diener" (vgl. M...
Inhaltsverzeichnis
- Titelseite
- Inhaltsverzeichnis
- Monterchi - Madonna del Parto
- Lago Trasimeno
- Assisi
- Monte Subasio
- Eremo delle Carceri
- Kirche der Hl. Maria von Rivortorto
- Basilica Santa Maria degli Angeli
- Franziskus von Assisi
- Das Leben der Hl. Klara von Assisi
- Die Schwestern der heiligen Klara
- Erdbeben in Assisi
- Thomas von Celano
- Regeln, Briefe, Psalmen des Hl. Franziskus
- Dreigefährtenlegende
- Entfernungstabelle
- Quellen- und Literaturnachweise
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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