Don Carlos ist im 16. Jahrhundert Kronprinz des spanischen Weltreiches. Er ist unzufrieden mit der Regierungsführung seines Vaters. Wäre er selbst an der Macht, würde er vieles anders machen. Mit seinem Freund Marquis von Posa plant er, die von Spanien besetzten Niederlande hinter dem Rücken seines Vaters von der spanischen Tyrannei zu befreien. Doch dem Marquis von Posa kommen Zweifel an Don Carlos Tatkraft, nachdem dieser ihm die Liebe zu seiner jugendlichen Stiefmutter, der Königin, gesteht. Gleichzeitig ist die Prinzessin Eboli in Don Carlos verliebt und versucht, dem Kronprinzen durch zahlreiche Hofintrigen näher zu kommen.Das historische Drama »Don Carlos« von Friedrich Schiller aus dem Jahr 1787 gehört zu den zentralen Werken der deutschen Klassik. Friedrich Schiller sah »Don Carlos« als »Familiengemälde eines fürstlichen Hauses«, legte die historischen Fakten jedoch freizügig aus.

- 246 Seiten
- German
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Über dieses Buch
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Information
Vierter Akt
Saal bei der Königin.
Erster Auftritt
Die Königin. Die Herzogin Olivarez. Die Prinzessin von Eboli. Die Gräfin Fuentes und noch andere Damen.
Königin (zur Oberhofmeisterin, indem sie aufsteht).
Der Schlüssel fand sich als nicht? – So wird
Man die Schatulle mir erbrechen müssen,
Und zwar sogleich –
(Da sie die Prinzessin von Eboli gewahr wird, welche sich ihr nähert und ihr die Hand küßt.)
Willkommen, liebe Fürstin.
Mich freut, Sie wieder hergestellt zu finden –
Zwar noch sehr blaß –
Der Schlüssel fand sich als nicht? – So wird
Man die Schatulle mir erbrechen müssen,
Und zwar sogleich –
(Da sie die Prinzessin von Eboli gewahr wird, welche sich ihr nähert und ihr die Hand küßt.)
Willkommen, liebe Fürstin.
Mich freut, Sie wieder hergestellt zu finden –
Zwar noch sehr blaß –
Fuentes (etwas tückisch). Die Schuld es bösen Fiebers,
Das ganz erstaunlich an die Nerven greift.
Nicht wahr, Prinzessin?
Das ganz erstaunlich an die Nerven greift.
Nicht wahr, Prinzessin?
Königin. Sehr hab' ich gewünscht,
Sie zu besuchen, meine Liebe – Doch
Ich darf ja nicht.
Sie zu besuchen, meine Liebe – Doch
Ich darf ja nicht.
Olivarez. Die Fürstin Eboli
Litt wenigstens nicht Mangel an Gesellschaft.
Litt wenigstens nicht Mangel an Gesellschaft.
Königin. Das glaub' ich gern. Was haben Sie? Sie zittern.
Eboli. Nichts – gar nichts, meine Königin. Ich bitte
Um die Erlaubniß, wegzugehen.
Um die Erlaubniß, wegzugehen.
Königin. Sie
Verhehlen uns, sind kränker gar, als Sie
Uns glauben machen wollen? Auch das Stehn
Wird Ihnen sauer. Helfen Sie ihr, Gräfin,
Auf dieses Tabouret sich niedersetzen.
Verhehlen uns, sind kränker gar, als Sie
Uns glauben machen wollen? Auch das Stehn
Wird Ihnen sauer. Helfen Sie ihr, Gräfin,
Auf dieses Tabouret sich niedersetzen.
Eboli. Im Freien wird mir besser. (Sie geht ab.)
Königin. Folgen Sie
Ihr, Gräfin – Welche Anwandlung!
Ihr, Gräfin – Welche Anwandlung!
(Ein Page tritt herein und spricht mit der Herzogin, welche sich alsdann zur Königin wendet.)
Olivarez. Der Marquis
Von Posa, Ihre Majestät – Er kommt
Von Seiner Majestät dem König.
Von Posa, Ihre Majestät – Er kommt
Von Seiner Majestät dem König.
Königin. Ich
Erwart' ihn.
Erwart' ihn.
(Der Page geht ab und öffnet dem Marquis die Thüre.)
Zweiter Auftritt
Marquis von Posa. Die Vorigen.
(Der Marquis läßt sich auf ein Knie vor der Königin nieder, welche ihm einen Wink gibt, aufzustehen.)
Königin. Was ist meines Herrn Befehl?
Darf ich ihn öffentlich –
Darf ich ihn öffentlich –
Marquis. Mein Auftrag lautet
An Ihre königliche Majestät allein.
An Ihre königliche Majestät allein.
(Die Damen entfernen sich auf einen Wink der Königin.)
Dritter Auftritt
Die Königin. Marquis von Posa.
Königin (voll Bewunderung).
Wie? Darf ich meinen Augen trauen, Marquis?
Sie an mich abgeschickt vom König?
Wie? Darf ich meinen Augen trauen, Marquis?
Sie an mich abgeschickt vom König?
Marquis. Dünkt
Das Ihre Majestät so sonderbar?
Mir ganz und gar nicht.
Das Ihre Majestät so sonderbar?
Mir ganz und gar nicht.
Königin. Nun, so ist die Welt
Aus ihrer Bahn gewichen. Sie und er –
Ich muß gestehen –
Aus ihrer Bahn gewichen. Sie und er –
Ich muß gestehen –
Marquis. Daß es seltsam klingt?
Das mag wohl sein. – Die gegenwärt'ge Zeit
Ist noch an mehrern Wunderdingen fruchtbar.
Das mag wohl sein. – Die gegenwärt'ge Zeit
Ist noch an mehrern Wunderdingen fruchtbar.
Königin. An größern kaum.
Marquis. Gesetzt, ich hätte mich
Bekehren lassen endlich – wär' es müde,
An Philipps Hof den Sonderling zu spielen?
Den Sonderling! Was heißt auch das? Wer sich
Den Menschen nützlich machen will, muß doch
Zuerst sich ihnen gleich zu stellen suchen.
Wozu der Secte prahlerische Tracht?
Gesetzt – wer ist von Eitelkeit so frei,
Um nicht für seinen Glauben gern zu werben? –
Gesetzt, ich ginge damit um, den meinen
Auf einen Thron zu setzen?
Bekehren lassen endlich – wär' es müde,
An Philipps Hof den Sonderling zu spielen?
Den Sonderling! Was heißt auch das? Wer sich
Den Menschen nützlich machen will, muß doch
Zuerst sich ihnen gleich zu stellen suchen.
Wozu der Secte prahlerische Tracht?
Gesetzt – wer ist von Eitelkeit so frei,
Um nicht für seinen Glauben gern zu werben? –
Gesetzt, ich ginge damit um, den meinen
Auf einen Thron zu setzen?
Königin. Nein! – Nein, Marquis,
Auch nicht einmal im Scherze möcht' ich dieser
Unreifen Einbildung Sie zeihn. Sie sind
Der Träumer nicht, der etwas unternähme,
Was nicht geendigt werden kann.
Auch nicht einmal im Scherze möcht' ich dieser
Unreifen Einbildung Sie zeihn. Sie sind
Der Träumer nicht, der etwas unternähme,
Was nicht geendigt werden kann.
Marquis. Das eben
Wär' noch die Frage, denk' ich.
Wär' noch die Frage, denk' ich.
Königin. Was ich höchstens
Sie zeihen könnte, Marquis – was von Ihnen
Mich fast befremden könnte, wäre – wäre –
Sie zeihen könnte, Marquis – was von Ihnen
Mich fast befremden könnte, wäre – wäre –
Marquis. Zweideutelei. Kann sein.
Königin. Unredlichkeit
Zum wenigsten. Der König wollte mir
Wahrscheinlich nicht durch Sie anbieten lassen,
Was Sie mir sagen werden.
Zum wenigsten. Der König wollte mir
Wahrscheinlich nicht durch Sie anbieten lassen,
Was Sie mir sagen werden.
Marquis. Nein.
Königin. Und kann
Die gute Sache schlimme Mittel adeln?
Kann sich – verzeihen Sie mir diesen Zweifel –
Ihr edler Stolz in diesem Amte borgen?
Kaum glaub' ich es.
Die gute Sache schlimme Mittel adeln?
Kann sich – verzeihen Sie mir diesen Zweifel –
Ihr edler Stolz in diesem Amte borgen?
Kaum glaub' ich es.
Marquis. Auch ich nicht, wenn es hier
Nur gelten soll, den König zu betrügen.
Doch das ist meine Meinung nicht. Ihm selbst
Gedenk' ich diesmal redlicher zu dienen,
Als er mir aufgetragen hat.
Nur gelten soll, den König zu betrügen.
Doch das ist meine Meinung nicht. Ihm selbst
Gedenk' ich diesmal redlicher zu dienen,
Als er mir aufgetragen hat.
Königin. Daran
Erkenn' ich Sie, und nun genug! Was macht er?
Erkenn' ich Sie, und nun genug! Was macht er?
Marquis. Der König? – Wie es scheint, bin ich sehr bald
An meiner strengen Richterin gerächt.
Was ich so sehr nicht zu erzählen eile,
Ei...
An meiner strengen Richterin gerächt.
Was ich so sehr nicht zu erzählen eile,
Ei...
Inhaltsverzeichnis
- Titelseite
- Personen
- Erster Akt
- Zweiter Akt
- Dritter Akt
- Vierter Akt
- Fünfter Akt
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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