Bunte Schafe
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Bunte Schafe

Eine Farbvererbungs-Fibel

  1. 140 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Bunte Schafe

Eine Farbvererbungs-Fibel

Über dieses Buch

Ein bisschen Glück, ein bisschen Können und ganz viel Spaß: Farbvererbung ist wie ein Kartenspiel! Dieses Buch erklärt die Regeln für Leser ohne Vorkenntnisse. Auf leicht verständliche Weise werden die biologischen Vorgänge erklärt, die der Farbvererbung bei Schafen zugrunde liegen: Was sind Gene und Allele? Was ist der Phänotyp? Was der Genotyp?Anhand eines Kartenspiels wird erklärt, wie Muster (Agouti-Locus), Grundfarbe (Brown-Locus) und Scheckung (Spotting-Locus) vererbt werden und wie die verschiedenen Varianten zusammenwirken. Die genetischen Grundlagen gelten für alle Rassen. Besonderheiten, die nur bei einigen Rassen vorkommen und solche, die bei Schafen noch nicht gut erforscht sind, werden kurz angeschnitten und sollen Lust machen, sich weiter damit zu beschäftigen. Besonderes Augenmerk legt das Buch auf die Praxis: Wie finde ich die Genotypen meiner Tiere heraus? Welche Tiere eignen sich für Testverpaarungen? Wie kann ich das Wissen nutzen für die eigene Zuchtplanung?

Häufig gestellte Fragen

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Information

Das Farbspiel: Runde für Fortgeschrittene

In der Runde für Fortgeschrittene gucken wir uns unsere drei Kartenstapel etwas genauer an. Wir führen Kürzel ein für die einzelnen Allele und lernen weitere Muster kennen. Fangen wir erstmal wieder mit der Grundfarbe an:

Grundfarbe

Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Über Farben schon. (Das ist Türkis! Nein, Grün! Blau!)
Bei farbigen Schafen kommt noch dazu, dass man manchmal einfach nicht das Gleiche meint.
Um nicht zu Missverständnissen beizutragen, verwenden wir für die Varianten von Eumelanin den Begriff Grundfarbe. Den Begriff Farbe benutzen wir für alles zusammen - alle drei Kartenstapel plus Effekte wie Ausbleichen durch Sonnenlicht.
Auf dem Kartenstapel für Grundfarbe spielen wir auch weiterhin mit nur zwei Karten. Die Grundfarben sind einfach. SCHWARZ und BRAUN. Zwei Varianten des Farbstoffs Eumelanin. Übersetzt bedeutet das „echtes Melanin“. Je nachdem, was am Gen für die Grundfarbe codiert wird, wird entweder die braune Variante dieses Farbstoffs eingebaut oder die schwarze. Allerdings gibt es auch da Variationen. Braun reicht von Haselnussbraun über rötliches Kastanie und Schokolade bis zu dunklem Zartbitter. Vermutlich sehen die meisten Männer einfach „Braun“ und viele Frauen eine Vielzahl von Abstufungen. Im Rahmen der Farbgenetik bei Schafen reden wir einfach nur von Braun. Und Schwarz.
Um den Genotyp (also das, was auf den Karten steht) korrekt zu bezeichnen, gibt es Kürzel. Am Genort für die Grundfarbe sind das:
BB für SCHWARZ und Bb für BRAUN.
Der erste Buchstabe steht für den Genort (Locus), also hier für das Gen der Grundfarbe. B für Brown-Locus. Der zweite Buchstabe bezeichnet die Variante des Gens, also das Allel; Großbuchstabe für das dominante Allel (sticht), Kleinbuchstabe für das rezessive (wird gestochen).
In der Darstellung unserer Spielkarten liegt die Karte, die sticht, über der, die gestochen wird.
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Zusatzinfo
Das Gen dazu heißt TYRP1 (Tyrosinase related protein 1) und liegt auf Chromosom 2

Muster - Agouti-Locus

Bisher haben wir nur mit drei Musterkarten gespielt. Es gibt aber noch mehr. Die drei, die wir schon kennen sind:
  • WEIß
  • SCHIMMEL
  • EINFARBIG
Diese (und die anderen Muster, die gleich folgen) werden auf Chromosom 13 codiert. In einem Gen, das die Information für das ASIP – das Agouti Signaling Protein – codiert. Diesen Genort (also die Stelle auf dem Chromosom, auf der das Gen sitzt) nennt man Agouti-Locus. Locus bezeichnet hier wie anderswo „das Örtchen“.
In der Entstehungsgeschichte unserer Hausschafe ist an diesem Genort eine große Vielfalt entstanden. Erhalten hat sich diese Vielfalt vor allem in einigen alten Rassen und Schlägen – den Schafen der abgelegenen Inseln, Fjorde und Täler.
Bunte Herde in Norwegen
Einige Rassen haben heutzutage nur noch eine einzige Farbe, andere eine ganze Palette. Zu den buntesten gehören Shetlandschafe und Islandschafe.
Aber auch bei den Rassen, die „eigentlich“ oder „offiziell“ nur eines oder wenige Muster haben, erlebt man manchmal Überraschungen. Gerade unter Weiß kann so einiges über Generationen unbemerkt weitergegeben werden.
Beim Lösen von Farbgenetikrätseln tut man gut daran, erstmal nach den Mustern zu gucken, die für die eigene Rasse bekannt sind. Oder für die Ausgangsrassen, falls man eine bunte Mischung hat. Man sollte aber immer im Hinterkopf behalten, dass man vielleicht etwas anderes hat. Ein Muster, das bisher nicht als solches aufgefallen ist.
Die Bezeichnung der Muster ist teils nach Region, teils je nach Rasse ganz unterschiedlich. So bezeichnet Grau, Grauschimmel, Schwarzschimmel und Blau das gleiche Muster (grau= Schimmel auf der Grundfarbe Schwarz).
Was beim Shetlandschaf katmoget genannt wird, heißt beim Kameruner braunmarken, beim Drenthe Heideschaf dassenkop und beim Isländer golsótt.
Für die phänotypische Bezeichnung des Tieres richtet man sich am besten nach dem, was bei der eigenen Rasse üblich ist. Auch wenn man nicht im Herdbuch züchtet. Im Hausgebrauch ist natürlich alles erlaubt, aber wenn man sich mit anderen Züchtern austauscht oder Tiere zum Verkauf inseriert, ist eine gängige Bezeichnung schon sinnvoll.

Agouti Signaling Protein

Das Agouti Signaling Protein hat die Aufgabe zu signalisieren, ob der vorhandene Farbstoff Eumelanin eingebaut wird oder nicht. Immer in der Variante, die am Gen der Grundfarbe codiert wird. Was auch immer dort festgelegt ist, wird dann eingebaut, wenn das Agouti Signaling Protein keine anderen Pläne hat. Die anderen Pläne können sein, dass wenig bis gar nichts eingebaut wird, oder dass ein ganz eigener Farbstoff eingebaut wird. Dieser eigene Farbstoff heißt Phäomelanin und ist gelblich bis rötlich braun.
Das Agouti Signaling Protein signalisiert an verschiedenen Stellen des Körpers etwas anderes. Und es kann auch zeitabhängig Verschiedenes signalisieren. Dann wird z.B. in ein Haar abwechselnd Eumelanin (in der Grundfarbe) und Phäomelanin eingebaut. Das einzelne Haar wird dann gebändert.
Bei den wilden Vorfahren und Verwandten unserer Hausschafe hat das Agouti Sign...

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Autorinnen
  2. Widmung
  3. Inhaltsverzeichnis
  4. Vorwort
  5. Für wen ist dieses Buch?
  6. Einleitung: Bunte Schafe
  7. Warum Farbzucht?
  8. Ein einfaches Modell
  9. Das Farbspiel: Eine Aufwärmrunde
  10. Das Farbspiel: Runde für Einsteiger
  11. Der Einfluss des Vliestyps
  12. Das Farbspiel: Runde für Fortgeschrittene
  13. Weiß ist nicht gleich Weiß
  14. Wie bekomme ich raus, was drinsteckt?
  15. Jakob und die Schafe
  16. Züchten mit einem Ziel: Zuchtplanung
  17. Ein Hoch auf die Vielfalt
  18. Muster für Fortgeschrittene
  19. Das war noch nicht alles: Noch mehr Kartenstapel
  20. Es ist nur ein Modell!
  21. Bildnachweis
  22. Danke
  23. Stichwortverzeichnis
  24. Literatur
  25. Die Karten
  26. Noch nicht genug?
  27. Auflösung
  28. Impressum