Wanderung von Knossos zur Zeusgrotte
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Wanderung von Knossos zur Zeusgrotte

Platons "Gesetze"

  1. 40 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Wanderung von Knossos zur Zeusgrotte

Platons "Gesetze"

Über dieses Buch

In Platons letztem Werk, den "Gesetzen", kann man sehen, dass sein ganzes Schaffen vom Tod seines Lehrers Sokrates bestimmt war. Er entwirft hier noch einmal einen Staat, der realistischer ist als der in seinem "Staat" beschriebene, aber doch auf göttlichen Gesetzen fußt. Besonderes Gewicht legt er dabei auf die Gesetzgebung bei Religionsfrevel (Asebie). Man könnte den Eindruck bekommen, er habe hier seinen Lehrer Sokrates postum vom Vorwurf der Asebie freisprechen und stattdessen seine von den Sophisten beeinflussten Richter vor den Richterstuhl zitieren wollen.

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Information

Jahr
2019
ISBN drucken
9783748144489
eBook-ISBN:
9783748106784
Auflage
1
Von den zehn Vorträgen, die ich inzwischen hier vor Ihnen gehalten habe, hatten vier den griechischen Philosophen Platon (427-347 v. Chr.) zum Thema. Begonnen hatte ich mit der sagenhaften Insel Atlantis, die binnen eines Tages auf mysteriöse Weise verschwand und von der uns Platon in seinen Werken Timaios und Kritias berichtet. Dann stand Sokrates im Mittelpunkt, dessen ungerechte Hinrichtung im Jahre 399 v. Chr. dem Leben Platons eine ganz andere Richtung gab und den er in den meisten seiner etwa 30 Dialoge zum Gesprächsführer machte. Diesen Sokrates sahen wir dann in Platons Staat und in seinem Symposion in eindrucksvoller Aktion. Heute möchte ich Ihnen nun Platons letzten Dialog, Die Gesetze, vorstellen. Er besteht aus 12 Büchern und ist sein längstes Werk.
Drei alte Herren, ein Spartaner, ein Athener und der kretische Gastgeber, treten die lange Wanderung von der kretischen Stadt Knossos zu der Grotte an, in der einst der höchste griechische Gott, Zeus, geboren worden sein soll. Es herrscht hochsommerliche Hitze, und die drei nehmen sich vor, zwischendurch immer wieder im Schatten hoher Zypressen auf lauschigen Wiesen Rast zu machen. Ganz gemächlich wollen sie also den Weg zurücklegen; denn der Athener hatte gleich zu Beginn ein Gespräch über Staatsverfassungen und Gesetze angeregt, über ein Thema also, für das man viel Zeit brauchen würde.
Eröffnet hatte der Athener dieses Gespräch mit der Frage, ob denn Gesetzgebung auf einen Gott oder einen Menschen zurückgehe. Die beiden Gesprächspartner hatten darauf wie aus einem Munde geantwortet, dass sie natürlich auf einen Gott zurückzuführen sei, und zwar die kretische Gesetzgebung auf Zeus, die spartanische auf Apollon.
Bevor wir jedoch dem Gespräch der drei Alten folgen, soll einiges zu Personen und Ort der Handlung gesagt werden: Sie sind, wie es für Platon typisch ist, nicht zufällig gewählt. Kreta galt als das „mythische Urland griechischer Gesetzgebung“ (Friedländer); denn der sagenhafte kretische König Minos hatte als Inbegriff eines gerechten Herrschers gegolten und war deshalb später zu einem der drei Unterweltrichter avanciert. Er soll sogar in grauer Vorzeit denselben Weg angetreten haben, den die drei Alten bei Platon jetzt gehen wollen.
Auch die drei Personen sind nicht zufällig gewählt: Dass der Gastgeber Kreter ist, hängt natürlich mit der Wichtigkeit der Insel für das Thema zusammen. Die Kreter leiteten sich wie die Spartaner vom dorischen Volksstamm her. So hatten sie eine ähnliche Gesetzgebung wie die Spartaner. Dass Platons Wahl auf einen Spartaner und einen Athener gefallen ist, hat damit zu tun, dass Sparta und Athen seinerzeit die wichtigsten, aber auch gegensätzlichsten Staaten in Griechenland waren.
Uns ist das Fremdwort „spartanisch“ geläufig, was heute so viel bedeutet wie „genügsam“ oder „karg“. Das rührt daher, dass die Spartaner, seitdem sie die Halbinsel Peloponnes besiedelt hatten und sich gegen die dortige Urbevölkerung immer wieder durchsetzen mussten, ständig auf Verteidigung ausgerichtet waren: Von Kindesbeinen an wurde eine militärische Auslese getroffen, die sogar so weit führte, schwächliche Säuglinge erbarmungslos auszusetzen. Vom 20. Lebensjahr an hatte jeder Spartaner an gemeinsamen Mahlzeiten teilzunehmen, den sog. Syssitien, wo ihm jeglicher Hang zum Luxus ausgetrieben wurde. Alles wurde der militärischen Disziplin untergeordnet.
Ganz anders dagegen Athen: Dort führte man ein viel freizügigeres Leben. Das hatte ein beispielloses kulturelles Aufblühen zur Folge: Theater, Literatur, Philosophie entstanden hier, und auch die ionischen Naturwissenschaften fanden in Athen mündliche und schriftliche Verbreitung. In Platons Gesetzen bringt der Athener den Unterschied der beiden Lebensweisen auf den Punkt, indem er den spartanischen und kretischen Syssitien die athenischen Symposien gegenüberstellt, bei denen mit Weingenuss verbundene urbane Geselligkeit geübt wurde. Diese Praxis galt für seine Gesprächspartner wiederum als Inbegriff der Amoralität.
Als der Athener nun zu Beginn nach Ziel und Zweck kretischer und spartanischer Institutionen fragt, ist die einhellige Antwort beider Mitwanderer also nicht verwunderlich, sie seien dazu da, ständige Kriegsbereitschaft zu gewährleisten. So sei man in der Lage, sich als Sieger über äußere Feinde zu erweisen und sein Eigentum zu verteidigen oder sogar zu vermehren.
Der Athener entgegnet, dass Krieg nicht das Ziel einer Verfassung sein dürfe. Denn Gesetze sollten diejenigen, die sie befolgten, glücklich machen, indem sie ihnen den Erwerb menschlicher Güter (z.B. Reichtum, Gesundheit, Ansehen) ermöglichten. Diese seien aber nur dann Güter zu nennen, wenn sie eine Verbindung mit den göttlichen Gütern, den Tugenden Weisheit, Besonnenheit, Gerechtigkeit und Tapferkeit eingingen. Der Gesetzgeber müsse die Menschen darüber belehren, dass die gesetzlichen Anord...

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort
  2. Textbeginn
  3. Literatur
  4. Weitere Informationen
  5. Impressum