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- German
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Der Traum
Über dieses Buch
Herbert George Wells (meist abgekürzt H. G. Wells; geboren 21. September 1866 in Bromley; gestorben 13. August 1946 in London) war ein englischer Schriftsteller und Pionier der Science-Fiction-Literatur. Wells, der auch Historiker und Soziologe war, hatte seine größten Erfolge mit den beiden Science-Fiction-Romanen (von ihm selbst als "scientific romances" bezeichnet) "Der Krieg der Welten" und "Die Zeitmaschine". Wells ist in Deutschland vor allem für seine Science-Fiction-Bücher bekannt, hat aber auch zahlreiche realistische Romane verfasst, die im englischen Sprachraum nach wie vor populär sind.
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Information
Zweiter Teil – Leben und Tod des Harry Mortimer Smith
Fünftes Kapitel – Fanny tritt wieder auf
1
»Und nun«, sagte Sarnac, »komme ich auf das Wesentliche im Leben jener Zeit zu sprechen und kann euch schildern, was Liebe in jener übervölkerten, schmutzigen, furchterfüllten Welt, in jenem London des Nebels und des bernsteinfarbigen Sonnenlichtes gewesen ist. Sie war ein karges, wildes, scheues und dabei waghalsiges Gefühl in einem dunklen Walde der Grausamkeit und Unterdrückung und alterte schnell, verkümmerte, wurde bitter und düster. Mich aber ereilte der Tod so früh, daß ich mit einer lebendigen Liebe im Herzen starb ...«
»Um zu neuem Leben zu erwachen«, sagte Heliane leise.
»Zu neuem Leben und zu neuer Liebe«, sagte Sarnac und klopfte sie aufs Knie. »Doch hört weiter ...«
Er nahm ein Stück Holz, das aus dem Feuer gefallen war, warf es in die hellen Flammen und sah zu, wie es zu brennen begann.
»Ich glaube, das erste Wesen, in das ich mich verliebte, war meine Schwester Fanny. Als Knabe von elf oder zwölf Jahren war ich bestimmt in sie verliebt. Um dieselbe Zeit war ich aber auch in eine nackte Gips-Nymphe verliebt, die tapfer auf einem wasserspeienden Delphin in einem öffentlichen Garten von Cliffstone saß. Sie lächelte mit zurückgeworfenem Kopf, den einen Arm winkend hochgehoben, und ihr Lächeln war das Süßeste, ihr Körper das Lieblichste, was man sich vorstellen konnte; ihr Rücken schien mir besonders reizend. An einer bestimmten Stelle konnte man sie von hinten betrachten und dabei die sanfte Kurve ihrer lächelnden Wange sehen, ihre lustige kleine Nasenspitze und die sanfte Rundung ihrer Brust unter dem erhobenen Arm. Ganz heimlich schlich ich immer wieder an diesen Platz, denn das Gefühl von Scham, mit dem man in jener Zeit vollgesogen war, verbot einem, dergleichen harmlos und frei zu betrachten, und ich konnte mich nicht satt sehen an ihr.
Eines Tages, als ich meine Nymphe in dieser Weise anbetete – halb gegen sie, halb gegen ein Blumenbeet gewendet, so daß ich sie von der Seite sehen konnte –, bemerkte ich einen ältlichen Herrn mit breitem, bleichem Gesicht auf einem Gartenstuhl, der sich nach vorne beugte und mich mit einem Ausdruck ekelhafter List betrachtete, als ob er mich ertappt und mein Geheimnis erraten hätte. Er sah aus wie der Fleisch gewordene Geist der Lüsternheit. Da ergriff mich wilder Schrecken, ich stürzte fort und ging nie wieder in jenen Garten. Es war, als ob ein Engel mit flammendem Schwert mich von ihm ferngehalten hätte, oder die Angst, dem scheußlichen alten Kerl wieder zu begegnen ...
Nachdem ich nach London übersiedelt war, wurde Miß Beatrice Bumpus die Beherrscherin meiner Phantasie. Sie war mir Venus und alle Göttinnen, und das Gefühl für sie nahm sogar zu, als sie schon fort war. Denn sie war von uns weggezogen, um, wie ich glaube, den jungen Mann zu heiraten, den ich so sehr haßte. Sie gab die Arbeit für das Frauenstimmrecht auf und wurde ohne Zweifel von der jagdliebenden Familie Bumpus in Warwickshire freudig willkommen geheißen, wahrscheinlich schlachtete man einen fetten Fuchs zur Feier ihrer Heimkehr. Doch ihr fröhliches, offenes, knabenhaftes Gesicht blieb lange noch in meinen Träumen lebendig. Immer wieder rettete ich ihr bei wilden Abenteuern in allen Weltteilen das Leben, und manchmal befreite auch sie mich aus Gefahr. Über fürchterlichen Abgründen und auf steilen Klippen klammerten wir uns aneinander, bis ich müde einschlief. Und wenn ich der siegreiche Mahomet war, dann trat sie nach der Schlacht aus der Schar gefangener Frauen hervor und antwortete auf meine Behauptung, ich würde sie niemals lieben, durch Zigarettenrauch hindurch mit dem Worte ›Lügner!‹
Ich hatte keinen Umgang mit Mädchen meines Alters, so lange ich Laufbursche bei Mr. Humberg war; die Abendschule und meine Lektüre hielten mich von Bekanntschaften auf der Straße ab. Nur wenn ich manchmal meine Aufmerksamkeit nicht auf meine Bücher konzentrieren konnte, schlüpfte ich aus dem Hause und begab mich in die Victoria Street, wo im Glanz elektrischer Lampen ein nächtlicher Bummel abgehalten wurde. Schulmädchen, kleine Dirnen, Laufburschen und Soldaten promenierten dort und sprachen einander an. Obwohl ich mich von manch einer der Mädchengestalten, die an mir vorüberhuschten, angezogen fühlte, war ich doch zu scheu und zu wählerisch, um mich in diese Gesellschaft zu mischen. Ein heftiges Verlangen in mir trieb mich etwas Starkem und Schönem entgegen, das immer wieder verschwand, sobald ich auf eine Verwirklichung meiner Wünsche zu hoffen begann.«
2
»Noch vor Ablauf eines Jahres waren in der Pension in Pimlico verschiedene Veränderungen eingetreten. Die armen alten Moggeridges bekamen Influenza – eine Epidemie, die in jenen Tagen dauernd, wenn auch bald stärker, bald schwächer herrschte – und erlagen einer als Folge der Krankheit auftretenden Lungenentzündung. Sie starben kurz nacheinander, in einem Abstand von drei Tagen, und meine Mutter und Prue waren die einzigen Trauernden bei ihrem armseligen Begräbnis. Frau Buchholz verschwindet aus meiner Geschichte – ich weiß nicht genau, wann sie das Haus verließ, noch wer ihr Nachfolger wurde. Miß Beatrice Bumpus ließ die Sache des Frauenstimmrechts im Stich und zog fort; das erste Stockwerk wurde von einem nur zeitweilig auftauchenden Paar gemietet, das meiner Mutter äußerst verdächtig erschien und sie zu bösen Auseinandersetzungen mit Matilda Good veranlaßte.
Die neuen Mieter zogen nämlich nicht richtig, mit großem Gepäck ein, sondern erschienen für einen oder zwei Tage, um dann für eine Woche oder länger wieder zu verschwinden; auch kamen oder gingen sie meist nicht miteinander. Das löste moralische Betrachtungen bei meiner Mutter aus, sie begann anzudeuten, daß die beiden am Ende nicht richtig verheiratet seien, und verbot Prue, die Zimmer des ersten Stockwerkes zu betreten. Darüber kam es zu einem Streit mit Matilda.
›Was ist das für eine Geschichte mit Prue und dem ersten Stock?‹ fragte Matilda. ›Du bringst das Mädchen ja auf Gedanken.‹
›Ich bemühe mich, sie davor zu bewahren,‹ erwiderte Mutter; ›sie hat doch Augen.‹
› Und Finger‹, sagte Matilda bedeutungsvoll. ›Und was hat Prue denn gesehen?‹
›Allerlei.‹
›Was zum Beispiel?‹ fragte Matilda.
›Zum Beispiel, daß seine Sachen ein Monogramm haben und ihre ein anderes. Aber keines von beiden hat ein M, und sie haben sich doch als Milton eingeschrieben. Und dann die Art, wie die Frau mit einem spricht; als ob sie fürchtete, daß man etwas bemerken könnte, freundlich und etwas schüchtern. Aber das ist noch nicht alles, lange noch nicht alles; ich bin nicht blind; und Prue ist nicht blind. Das ist ein Geküsse und Getue zu den verschiedensten Tageszeiten, oft gleich, nachdem sie gekommen sind. Sie können kaum erwarten, bis man aus dem Zimmer draußen ist. Ich bin doch nicht ganz dumm, Matilda. Ich bin doch verheiratet gewesen.‹
›Was geht das uns an? Wir sind doch ein Logierhaus! Und wenn das Ehepaar Milton seine Wäsche auch mit hundert verschiedenen Monogrammen gezeichnet hätte, was schert es uns? In meinem Buch steht bei ihrem Namen immer »im voraus bezahlt«, und das genügt mir in Bezug auf ihre Moral. Du taugst wirklich nicht zur Angestellten in einer Pension, Martha, wirklich nicht, du bist verständnislos und schwerfällig, du hast kein »savoir – faire«. Was für Geschichten du gemacht hast wegen des Jungen und Miß Bumpus, geradezu lächerlich war das! Und nun scheinst du dich wegen Prue und Mrs. Milton noch mehr aufregen zu wollen. Sie ist eine Dame, verstehst du? – was du auch sagen magst, und obendrein eine liebenswürdige Frau. Ich wünschte, du würdest dich mehr mit deinen Angelegenheiten beschäftigen, Martha, und Mr. und Mrs. Milton in Frieden lassen. Und wenn sie schon nicht richtig verheiratet sind, so wirst du es doch nicht zu verantworten haben. Du kannst dich ja dann beim Jüngsten Gericht mit ihnen auseinandersetzen. Vorläufig tun sie eigentlich niemandem etwas Böses, ein ruhigeres und angenehmer zu bedienendes Paar habe ich schon lange nicht in meinem Hause gehabt.‹
Meine Mutter antwortete nichts.
›Habe ich vielleicht nicht recht?‹ fragte Matilda herausfordernd.
›Es ist bitter, ein so schamloses Weib bedienen zu müssen‹, sagte meine Mutter trotzig und mit weißen Lippen.
›Es ist noch bitterer, ein schamloses Weib geheißen zu werden, nur weil man auf einigen Wäschestücken noch das Monogramm aus der Mädchenzeit hat‹, erwiderte Matilda. ›Rede doch nicht solchen Unsinn, Martha.‹
›Und wieso hat er verschiedene Monogramme? Hat er vielleicht auch seinen Mädchennamen auf seinen Pyjamas?‹ fragte meine Mutter nach einer Pause.
›Du verstehst gar nichts, Martha‹, sagte Matilda, ein Auge gehässig auf meine Mutter gerichtet, indes das andere, die Frage überdenkend, in die Ferne blickte. ›Ich habe mir das schon oft gedacht, nun aber sag' ich es dir einmal: Du verstehst rein gar nichts. Ich habe die Absicht, Mr. und Mrs. Milton so lange als möglich bei mir zu behalten, und wenn du zu zimperlich bist, sie zu bedienen, dann wird sich jemand anderer dafür finden. Ich wünsche nicht, daß meine Mieter beleidigt werden, ich wünsche nicht, daß man ihnen ihre Wäsche vorwirft. Und überhaupt, vielleicht hat er sich seine Pyjamas ausgeliehen, oder hat sie geschenkt bekommen – von jemandem, dem sie nicht paßten. Oder er hat plötzlich seinen Namen geändert, das geschieht oft, du kannst es in der Zeitung lesen. Oder in der Wäscherei wird was verwechselt, bei manchen Wäschern ist das gang und gäbe. Mr. Plaice zum Beispiel kam mit einem Kragen vom Urlaub zurück, der war mit F gezeichnet. Und so was ist für dich ein verdächtiges Anzeichen! Ich hoffe, du wirst jetzt nicht auch gegen Mr. Plaice Anklage erheben und sagen, er führt am Ende ein Doppelleben und ist kein richtiger Junggeselle. Überleg' dir die Sachen doch besser, Martha, und denk' nicht immer gleich was Böses. So leicht kann jemand einem verdächtig vorkommen und doch unschuldig sein. Aber du denkst gern Schlechtes von den Leuten, ich hab' das oft und oft bemerkt, du schwelgst förmlich darin. Du hast nicht die Spur christlicher Nächstenliebe in dir.‹
›Was soll man tun, wenn man mit der Nase auf gewisse Dinge gestoßen wird? Man kann nicht anders, als sie sehen›, sagte meine Mutter schon etwas kleinlaut.
› Du kannst nicht anders‹, sagte Matilda. ›Es gibt Leute, die können nicht weiter sehen als ihre Nase, und trotzdem sehen sie zu viel. Und je besser ich dich kennen lerne, desto mehr komme ich zu der Ansicht, daß du zu dieser Sorte gehörst. Auf jeden Fall bleiben die Miltons hier; wenn einer geht, so ist das wer anderer. Ich hoffe, du hast mich verstanden, Martha.‹
Meine Mutter war sprachlos. Sie beherrschte sich und ließ von ihrem Thema ab. Während mehrerer Tage blieb sie verstimmt und sprach nur, wenn es unbedingt notwendig war oder wenn man sie etwas fragte. Matilda schien das weiter nicht zu rühren. Ich bemerkte, daß meiner Mutter steife Haltung noch steifer wurde, als Prue bald nach der geschilderten Auseinandersetzung zu den Miltons hinaufgehen mußte, doch erhob sie keinen weiteren Einspruch.«
3
»Bald darauf trat Fanny aufs neue in meinen Gesichtskreis.
Ein bloßer Zufall schenkte sie mir wieder. All unsere früheren Beziehungen waren gelöst worden, als wir von Cliffstone nach London zogen. Mein Bruder Ernst war Fannys Herold.
Wir saßen im Kellerzimmer beim Abendbrot. Dieses Mahl war gewöhnlich sehr gemütlich, Matilda Good verschönte es meist durch gebratene oder geröstete Kartoffeln oder irgendein anderes Gemüse in Butter; solche Leckerbissen waren erfreuliche Beigaben zu Speck, Brot, Käse und Dünnbier. Und gewöhnlich las sie uns irgend etwas aus der Zeitung vor und besprach das Gelesene – sie war wirklich von lebhaftem Geist –, oder sie holte mich über meine Lektüre aus. Sie hatte großes Interesse an Mordfällen und ähnlichem, und von ihr angeregt, lernten wir über Prozesse und Verbrecher nachzudenken. ›Du magst meine Ansicht krankhaft nennen, Martha,‹ sagte sie, ›aber es gibt keinen Mord, der nicht ganz und gar in der menschlichen Natur begründet ist. Ganz und gar. Und manchmal kommt mir vor, daß wir gar nicht wissen, wessen ein Mensch fähig ist, ehe er nicht einen bis zwei Morde begangen hat.‹
Dergleichen Reden hatten fast immer die beabsichtigte Wirkung auf meine Mutter. ›Es ist mir unbegreiflich, wie du so etwas sagen kannst, Matilda‹, pflegte sie auszurufen ...
Wir hörten den Lärm eines Autos oben auf der Straße. Mein Bruder Ernst kam die Küchentreppe herunter, und Prue öffnete ihm die Tür. Er erschien in Chauffeuruniform, Lederjacke und Gamaschen, die Mütze in der Hand.
›Hast du heut' abend frei?‹ fragte Matilda.
›Court Theatre. Erst um elf Uhr aus‹, sagte Ernst. ›Und so dachte ich, ich könnte herkommen, mich wärmen und ein wenig schwatzen.‹
›Willst du nicht einen Bissen essen?‹ fragte Matilda. ›Prue, hol' einen Teller, Messer und Gabel und ein Glas. Ein Glas von diesem Bier wird dem Chauffeur nicht schaden. Nun, wir haben dich ja seit endloser Zeit nicht mehr gesehen!‹
›Ich danke Ihnen vielmals, Miß Good‹, sagte Ernst, der immer sehr höflich mit Matilda war. ›Ich bin viel herumgefahren in letzter Zeit, aber ich hätte Sie gern schon längst besucht.‹
Es wurde ihm ein Imbiß gereicht, und das Gespräch schlief eine Weile ein; man machte ein oder zwei Mal den...
Inhaltsverzeichnis
- Der Traum
- Erster Teil – Das Werden des Harry Mortimer Smith
- Zweiter Teil – Leben und Tod des Harry Mortimer Smith