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Anmerkungen zu Rudolf Steiners Buch Allgemeine Menschenkunde
Pädagogik heute
- 92 Seiten
- German
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Anmerkungen zu Rudolf Steiners Buch Allgemeine Menschenkunde
Pädagogik heute
Über dieses Buch
Das Buch "Anmerkungen zu Rudolf Steiners Buch ALLGEMEINE MENSCHENKUNDE; Untertitel PÄDAGOGIK HEUTE" beleuchtet kritisch die von Rudolf Steiner anlässlich einer Vortragsreihe in Stuttgart publizierten pädagogischen Grundsätze und Thesen zu verschiedenen weltanschaulichen Themen.Der Tenor und das Fazit des hier vorgelegten Buches lautet: die Waldorf-Pädagogik gründet sich laut Steiner auf ein Wissen, das heutigen Anforderungen, Kenntnissen und Erfahrungen grundsätzlich nicht mehr gerecht werden kann.Betroffene Eltern sollten sich anhand dieses Leitfadens bzw. anhand dieser Anmerkungen deshalb eingehend prüfen, ob sie ihre Zöglinge einer solchen verqueren Pädagogik aussetzen wollen.
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Information
Anmerkungen zu den vielleicht wichtigsten, mit Zitaten unterlegten Buchpassagen:
Die Zitate sind jeweils mit den ( ) Nummern der Vorträge gekennzeichnet. Die fettgedruckten Stichworte sind in einem separaten Stichwortverzeichnis am Buchende, ab Seite xx, aufgelistet.
Steiner ist nicht nur ein recht guter Redner, sondern ein noch besserer Verkäufer, denn er erhebt suggestiv seine Zuhörerschaft auf eine Ebene von Sendungs- und elitärem Selbstbewusstsein.
(A) Die Waldorfschule muss eine wirkliche Kulturtat sein, um eine Erneuerung unseres Geisteslebens der Gegenwart zu erreichen. Wir werden einem harten Kampf entgegengehen, und müssen doch diese Kulturtat tun. Wir müssen uns voll bewusst sein, dass eine große Kulturtat nach jeder Richtung hin getan werden soll.
Wir dürfen nicht bloß Pädagoge sein, sondern wir werden Kulturmenschen im höchsten Grade, im höchsten Sinne des Wortes sein müssen.
Eine der auffälligsten Schwächen des Buches liegt in der Verwendung von Begriffen und Wortkombinationen, die einerseits nicht definiert oder erklärt werden und andererseits keinen wirklichen Sinngehalt vermitteln können. Die Aufgabe, wobei offen bleibt, ob diese Aufgabe für den Vortragenden, den Zuhörer oder für die Sache der Pädagogik gilt, wird als moralisch-geistig bezeichnet.
(1) Unsere Aufgabe: im höchsten Sinne moralisch-geistig.
Steiners Moralbegriff ist zumindest recht fragwürdig, denn Moral ist ein rein menschlicher Begriff, weder angeboren noch göttlichen Ursprungs, insofern auch nicht geistig. Der Geist bzw. das Geistige haben, sofern wir deren Existenz bejahen, keine Moral, zumindest keine dem Menschen gegenüber manifestierte Moral. Moral als Begriff hat keinen Inhalt. Handlungen und Denkungsarten gewinnen erst dann moralisches Gewicht, wenn sie an einem kultur- und zeitspezifischen Moralkodex gemessen und als gut oder schlecht bewertet werden.
Steiner hat in all seinen Schriften und Vorträgen nie ein persönliches Glaubensbekenntnis offen ausgesprochen. Nach Maßstäben des Judentums, Christentums oder des Islam wäre er sicherlich als Atheist zu bezeichnen. Er bekennt sich aber auch nicht eindeutig zu den Religionslehren Asiens, aus denen er für seine Theosophie so viele Anregungen bezogen hat.
Steiner spricht eher und recht unpräzise von Wesen und Mächten, jenseits unserer wahrnehmbaren Wirklichkeit, als Schöpfer einer Weltordnung.
Ein Gebet sei, falls nicht bloße Meditation, Zwiesprache mit irgendeiner Person, mit einem bildhaft vorgestellten Wesen, mit einem lebendigen Etwas, das in unserem Sinne für uns persönlich ansprechbar und für uns zu handeln bereit ist.
(1) Einleitende Worte aufzufassen als eine Art Gebet zu denjenigen Mächten, die imaginierend, inspirierend, intuizierend hinter uns stehen sollen.
Steiner glaubt offenbar, dass der geistige Mensch, in seiner geistigen Existenz zwischen Tod und Geburt, den nicht wahrnehmbaren Wesen und Mächten gleichgestellt ist, deshalb auch Mitwirkender und Mitgestalter der Weltordnung wird.
(1) Gründung der Waldorfschule Stuttgart: Festes-Akt der Weltordnung.
Steiner spricht dann eben nicht mehr nur von Menschen, sondern von Menschenwesenheiten, erhebt sich und andere über das irdische Menschsein hinaus, die dank ihres Karmas in der Lage sind (oder berufen sind), Außergewöhnliches zu tun.
(1) Wir wollen uns selbst alle betrachten als Menschenwesenheiten, welche das Karma an den Platz gestellt hat, von dem aus nicht etwas Gewöhnliches, sondern etwas geschehen soll, was bei den Mittuenden die Empfindung eines feierlichen Weltenaugenblickes in sich schließt.
Steiner bleibt uns den Gegenbegriff zu Materialismus schuldig, wie auch seine eigene Definition des Materialismus. Mit dem Begriff Materialismus wird ja keine Kulturepoche oder eine bestimmte philosophische Richtung bezeichnet, sondern, meist abwertend, die Hinwendung der Menschen zu materiellen und die Abwendung von nicht-materiellen Dingen im Sinne einer Skala zur Bewertung individueller Lebensgewohnheiten und –zielsetzungen.
Indirekt fordert Steiner dann auch von seinen Zuhörern elitäres Denken, indem er materiell eingestellten Menschen, wozu er natürlich sich und seine Zuhörer nicht zählen mag, fehlendes Bewusstsein für besondere Aufgaben einer besonderen Zeit unterstellt. Hierin offenbart sich sein eigenes und auf andere zu übertragendes Sendungsbewusstsein.
(1) Der Materialismus hat außer dem anderen noch das hervorgebracht, dass die Menschen kein Bewusstsein haben von den besonderen Aufgaben einer besonderen Zeit.
Obwohl Steiner wissen muss, dass Erziehung zunächst und in erster Linie ein passiver Prozess ist, vor allem bewirkt durch Nachahmung der Eltern, ist für ihn Erziehung ein aktiver Prozess, in den, falls eine in seinem Sinne Misserziehung vorliegt, eingegriffen werden darf.
(1) Zur Erziehung ...Kinder ... zu übernehmen haben, die vielleicht oftmals die Misserziehung der Eltern durchgemacht haben.
In gewisser Weise versteht Steiner seine pädagogischen Einrichtungen als Mittel zur Nachbesserung und Korrektur elterlicher Fehler. Insofern wird hier sowohl das Recht als auch die Pflicht suggeriert, in einen elterlichen Erziehungsvorgang von außen eingreifen zu dürfen.
(1) Wir werden manches, was verfehlt worden ist in der ersten Lebensepoche, doch noch ausbessern können.
Dieses Fremd-Erziehungsrecht bzw. diese Fremd-Erziehungspflicht, wie es hier einmal genannt werden soll, ist logische Konsequenz aus der Inkarnations- bzw. Karmalehre. Das Kind ist, laut Steiner, nur leibliches, aber nicht geistiges Kind der Eltern. Eine Miss- oder Fehlerziehung durch die leiblichen Eltern ist immer dann gegeben, wenn seitens der Eltern die Entwicklungszeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt nicht wahrgenommen oder berücksichtigt wird.
(1) Wir werden müssen in unser Bewusstsein aufnehmen die Tatsache, dass der Mensch sich entwickelt eine lange Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.
Für Steiner sind Kinder Menschenwesen, die aus einer Seinssphäre zwischen Tod und Wiedergeburt (Inkarnation), von irgendwelchen Wesenheiten behütet, den leiblichen Eltern geschenkt werden.
(1) Aber vor der Geburt ist das Menschenwesen noch in der Hut über dem Physischen stehender Wesenheiten.
Die pädagogische Aufgabe, die Erziehung, wird als Fortsetzung des vorgeburtlichen Wirkens höherer Wesen proklamiert.
Steiner verschweigt dabei allerdings, ob dieses vorgeburtliche Wirken der höheren Wesen im Sinne einer moralischen Verbesserung oder Verschlechterung erfolgt, ob dieses vorgeburtliche Wirken das physisch zu erlebende oder zu erleidende Schicksal bestimmt, und ob auch der frühe Tod eines Kindes, sei es durch Krankheit, Unfall, Verhungern oder Krieg durch höhere Wesen vorgeburtlich geprägt wird.
(I) Hier in diesem Menschenwesen hast du mit deinem Tun eine Fortsetzung zu leisten für dasjenige, was höhere Wesen vor der Geburt getan haben.
(I) Der Mensch steigt gewissermaßen als Geistseele oder Seelengeist aus einer höheren Sphäre in das irdische Dasein.
Steiner lässt hier keinen Zweifel zu: der Unterricht bzw. die Pädagogik muss einer Weltanschauung bzw. Welterkenntnis untergeordnet werden.
(II) Jeder Unterricht in der Zukunft wird gebaut werden müssen auf eine wirkliche Psychologie, welche herausgeholt ist aus anthroposophischer Welterkenntnis.
Sicherlich kann und muss der Mensch als Teil eines mikro- und makrokosmischen Systems verstanden werden. Dazu muss er nicht erst seelisch an das ganze Weltenall angeschlossen werden, denn er ist, wie alles, was wir mit unseren Sinnen erfassen können, Teil und Teilnehmer an einem kosmischen Geschehen.
Wenn der Mensch dann, laut Steiner, zu einer Wesenheit erhoben wird, wäre eine solche Wesenheit einem irdischen System entzogen.
(II) Man hat eben vollständig versäumt, den einzelnen Menschen auch seelisch an das ganze Weltenall anzuschließen.
Erst dann, wenn man den Zusammenhang des einzelnen Menschen mit dem ganzen Weltenall ins Auge fassen kann, ergibt sich ja die Idee von der Wesenheit Mensch als solcher.
Eine Wesenheit (Steiner), die sich außerhalb der physischen Welt existierend vorstellt, obwohl sie Teil dieser physischen Welt ist, kann kaum der alten philosophischen Weisheit des cogito ergo sum folgen. So sehr diese Erkenntnis für die physische Welt gelten kann, so wenig trifft sie natürlich, von einem Menschen gesprochen, für eine nichtphysische Welt zu. Die Ich-weiß-dass-ich-bin-Erkenntnis, was letztlich nichts anderes bedeutet als das Ich-Bewusstsein, einem Menschen abzusprechen oder diese als Irrtum zu bezeichnen, bedeutet nichts anderes als die subjektive und für ein Individuum wahre Wirklichkeit in Frage zu stellen.
(II) „Cogito ergo sum“ ist der größte Irrtum, der an der Spitze der neueren Weltanschauung gestellt worden ist: ...
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Zu diesem Buch
- Vorbemerkungen
- Einleitung
- Anmerkungen
- Zusammenfassung
- Tucholsky: Steiner in Paris
- Stichwortverzeichnis
- Impressum