
- 132 Seiten
- German
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eBook - ePub
Über dieses Buch
Diese kleine Sammlung trägt den Titel VIVA LA VIDA.Der Ruf der spanischen und internationalen Kämpfer in den Reihen der spanischen Volksarmee. Es war der Ruf der Menschen, die bereit waren, für die legitime 'Spanische Republik' in den Krieg zu ziehen. Nicht um dessen Willen. Aber im Kampf gegen Faschismus und um der Sehnsucht nach Humanität, Freiheit, Gleichheit, Solidarität und einem BUEN VIVIR!Wir begegnen dem in der vorliegenden Literatur -von Zeugen und als Zeugnisse aus dem spanischen Krieg in Form von Doku-Romanen, Erzählberichten, Tagebüchern und Erzählungen.
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Information
IV.
1. Lektürebegegnungen
Texte als Abbild historischer Wirklichkeiten
- Willi Bredel (2. Mai 1901 Hamburg; † 27. Oktober 1964 Ost-Berlin)
Begegnung am Ebro (1939)
Begegnung am Ebro (1939)
Die Widmung: Dem Kameraden Hans Kahle, Kommandeur der XI. Internationalen Brigade – zeigt schon deutlich den Entstehungskontext des vorliegenden Doku-Romans wie auch dessen Inhaltsbezug. Befand sich nämlich der Autor in der Funktion eines politischen Kommissars (Politkommissar) im sogenannten ‚Thälmann Bataillon' o.a. Brigade. Mit der Aufgabe, im Verbund der Spanischen Volksarmee die faschistische Reaktion unter Befehl Francisco Francos zu bekämpfen, um die Republik zu schützen und deren berechtigte Souveränität kämpfend wieder herzustellen.
Wir befinden uns in den Jahren 1936-1938 auf den Hochebenen der Sierra zwischen Valencia-Huesca-Zaragossa. Die Brigade selbst hat eine Offensivfront von 22km zu verteidigen, wie dem faschistischen Feind bereits besetztes Land zu entreissen. Das ‚Thälmann-Bataillon‘ selbst operiert in diesem Sektor nahe Cespe am Ebro.
Grundsätzlich gilt für den Ich-Erzähler:
Nein, sagte ich zu mir, du bist nicht gerne Soldat. Wüßtest du nicht, um was es geht, was alles von dem Ausgang gerade dieses Kampfes abhängt, niemand würde dich hier her bringen, (…) nicht wie einer kämpfe sei das Wesentliche, sondern wann und weswegen er die Waffe ziehe.11
Nicht nur die eigentliche militärische Handlung gilt, sondern gleichermaßen und gleichberechtigt die politische Schulung und die unterstützende kulturelle Bildung (in allen Zügen und Kompanien wurden Politstunden eingesetzt.S.88f) So schildert der Ich-Erzähler wie das Lesen und Schreiben neben der militärischen Ausbildung als kulturelles Gut vermittelt wird. War es doch offensichtlich geworden, dass sich die spanischen Kämpfer zwar mutig auf Angriff und Verteidigung verstanden, in vielerlei Hinsicht aber einen unterentwickelten Bildungsstand aufwiesen. Das stellte einen Widerspruch innerhalb der Volksarmee zu den Mitgliedern der Internationalen Brigaden dar und im Besonderen zu großen Teilen der indigenen Landbevölkerung. So hatte das Bataillon 'Thälmann' auch die Aufgabe in Angriff genommen, Lese- und Schreibunterricht in Schulungskursen zu erteilen und für die Erwachsenen und Kinder der Landbevölkerung eine Schule aufzubauen.
Ihr seid betrogene Menschen, (…) ihr wißt nichts von den Schätzen, die in einem guten Buch stehen, nur der lesekundige kann sie sich aneignen.12
Schließlich gelang es dem Bataillon durch emsige solidarische Arbeit eine Schule aufzubauen, einzurichten und feierlich zu eröffnen. Zu dieser Festlichkeit konnte auch der revolutionäre deutsche Dichter und Brigadist Erich Weinert anwesend sein. Der sprach den Menschen des Ortes, Kindern, Erwachsenen, den Brigadisten aus dem Herzen und in ihre ums Leben kämpfende Herzen.13
Schließlich gelang es dem Bataillon durch emsige solidarische Arbeit eine Schule aufzubauen, einzurichten und feierlich zu eröffnen. Zu dieser Festlichkeit konnte auch der revolutionäre deutsche Dichter und Brigadist Erich Weinert anwesend sein. Der sprach den Menschen des Ortes, Kindern, Erwachsenen, den Brigadisten aus dem Herzen und in ihre ums Leben kämpfende Herzen.13
Das Buch widmet sich dann in seinen letzten Teilen der militärischen Offensive der XI. Brigade in den Dezembertagen 1937, um die Rückeroberung der Stadt Teruel als Brückenkopf und deren umliegende Anhöhen aus den Klauen der faschistischfalangistischen Reaktion.
Die Neujahrsbotschaft, die das republikanische Oberkommando dem spanischen Volk und der ganzen Welt mitteilen konnte, war die Siegesbotschaft: Teruel erobert.14
Diese Offensive sollte die letzte sein, an der der Ich-Erzähler teilnehmen sollte, bevor die XI. Brigade und mit ihr das 'Bataillon Thälmann‘ im Juli 1938 ihre darauffolgende und letzte im Ebro-Delta bei Tortosa eröffnete. Diese massiven Kampfhandlungen hatten hohe Kraftaufwendungen, Mut und militärisches Geschick zur Voraussetzung. Letztlich erkämpften sie hier mit hohen beklagenswerten Verlusten einen Sieg, der die sog. Ebrofrontlinie wiederholt unter republikanische Kontrolle bringen sollte:
Die Sonne im Rücken, stürmten die Kameraden dem Tag voran … Salud, Amigo! Guter Geist Spaniens, Salud!…Viva la Vida!15

die Rückeroberung Teruels durch republikanische Truppen der Volksarmee und Interbrigaden, Februar 1938 (rh©copy2017)
Kommentar:
Natürlich gilt dieser Doku-Roman als biografischer des Autors Willi Bredel, - er selbst eben Schriftsteller-Brigadist - , der nicht nur den Verlauf des Spanischen Bürgerkrieges in ausgewählten Episoden schildert, sondern vielmehr diesen als antifaschistischen, internationalistischen und Klassenkampf charakterisiert.
Geschieht das aus der Sicht eines deutschen kommunistischen Schriftstellers (vgl. Internationaler Schriftstellerkongress Paris 1935 und Madrid 1937), geschieht es gleichermaßen aus der Sicht eines Demokraten und Humanisten. An manchen Stellen erscheinen überzogene Heroisierungen, wenn es um Märtyrer handelt oder wenn die UdSSR 20 Jahre nach der Oktoberrevolution unangefochten als sozialistische Macht gilt, die uneingeschränkt und uneigennützig den Kampf der spanisch-republikanischen Volksarmee unterstützte.16
Eindrucksvoll zu lesen über die nahezu unvorstellbaren Strapazen des kämpfenden Daseins, das geprägt war durch Entbehrungen, heiße und kälteste Klimabedingungen, unwirtliche Landschafts- und Behausungsumstände, sowie eine hohe Anzahl von menschlichen Verlusten, Tote und Verletzte. Auch, und das scheint für die internationalistische Perspektive bedeutsam, das Misstrauen gerade der Landbevölkerung gegenüber den ‚Fremden‘ in ihrem Land. Bredel versteht es gut, diese Umstände und Widersprüche einfühlsam zu erzählen, nicht allein subjektiv zum Wohle des Widerstandes. Aus diesen Umständen heraus, die für die kämpfenden Brigadisten eben auch fundamentale Niederlagen einschlossen, gelingt es ihm, immer wieder positiv Optimistisches durch so gezeichnete Situationen und Charaktermenschen wie Max, Hans und Pedro zu vermitteln.
Ein lesenswerter Roman, der Geschichten erzählt aus einem internationalistischen antifaschistischen Kampf auf europäischem Boden noch vor Beginn des II. Weltkriegs. Der erzählt, wie menschen- und systemgemachter Faschismus als Ausgeburt des Kapitalismus/Imperialismus durch humanistisch-demokratische, in einer Volksarmee organisierte internationale Kräfte massiv erfolgreich bekämpft werden konnte. Mit dem Ziel eines antifaschistischen, demokratisch organisierten Gemeinwesens für alle darin lebenden Menschen.
Auch wenn der international organisierte Faschismus letztlich einen militärischen Sieg errang, der nur mittels einer Diktatur und westlich-kapitalistischer Hofierung bis in die 70er Jahre des letzten Jh. zu halten war.
Man merkt, dass Bredel der spanischen Bevölkerung mit mehr Sympathie gegenüberstand, sie aber auch fürchtete, und sich selbst streckenweise als Eindringling empfand. Nicht alle deutschen Genossen beobachtete er wohlwollend. Sein spanischer Protagonist, der Andalusier und ehemalige Anarchist Pedro, dem man lange voller Misstrauen gegenübersteht, bittet nicht explizit um Disziplinierung durch die Deutschen. Aber Pedro nimmt durch den Umgang mit den Deutschen ihr Wesen an. Aus dem hitzköpfigen Andalusier, der sich zu den Anarchisten bekannte, wird unter dem Einfluss des erzählenden Politkommissars Bredel gar eine andere Persönlichkeit: Merkwürdig verändert hatte sich der hitzige Andalusier; Ruhe und Sicherheit gingen von ihm aus.17 Als Verräter entpuppt sich hingegen ein deutscher Brigadist, Herbert Tissen; er bezeichnete die Spanier als naiv, da sie gemeinsam mit den deutschen Kommunisten kämpfen, statt sich der Gefahr bewusst zu sein, die von ihnen für sie ausgeht.
Bredel war 1937 direkt aus Moskau an die Front in Spanien geeilt; sein jüngster Erfahrungshintergrund war somit ein anderer als der von Renn, Claudius oder Uhse. Er glaubte daran, dass es Schädlinge und Spione in den eigenen Reihen gebe, aber er hatte auf Verhaftungen ihm persönlich Bekannter auch irritiert bis bestürzt reagiert. Eine vorschnelle Verurteilung der Spanier hielt er offensichtlich für einen Fehler, und so beweist Pedro im Roman seine Loyalität, indem er Tissen bei der Brigadeleitung denunziert. Ausnahmsweise muss ein deutsches schädliches Element liquidiert werden. Doch ansonsten zieht sich der Gegensatz zwischen deutschen Brigadisten und spanischer Bevölkerung - auch hier existiert keine Trennungslinie zum Anarchismus - gleichermaßen durch Begegnung am Ebro. Er wird bereits auf den ersten Seiten entwickelt.
Während die Deutschen auf ihr Erscheinungsbild und feste Formationen achten (Wir können doch nicht wie Zigeuner durch die Stadt latschen!)18 s...
Inhaltsverzeichnis
- Hinweise
- Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- I. Einführung zur historischen Situation Spanien 1936 -1939
- II. Deutschsprachige Schriftsteller als Brigadisten
- III. Zweiter Internationaler Schriftstellerkongress zur Verteidigung der Kultur – 4.-17.Juli 1937
- IV.
- V. Zusammenfassung und Ausblick
- Ahang
- Literatur
- Editorial
- Personenregister
- Der Autor
- Impressum