Multi-voices Die Chance des Dialogs
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Multi-voices Die Chance des Dialogs

Ein Handbuch zur dialogischen Kunst- und Kulturvermittlung

  1. 144 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Multi-voices Die Chance des Dialogs

Ein Handbuch zur dialogischen Kunst- und Kulturvermittlung

Über dieses Buch

In diesem Buch wird das Konzept der dialogischen Kunst- und Kulturvermittlung theoretisch dargelegt und anschaulich anhand von Praxisbeispielen erläutert. Anderen Menschen einen zunächst fremden Sachverhalt zu erklären oder mit ihnen über scheinbar Bekanntes ins Gespräch zu kommen, ist nicht immer einfach. Für eine verständliche, nachvollziehbare, aber auch lebendige und anschauliche Vermittlung sind bestimmte Techniken der Gesprächsführung, des Dialogs, der verbalen und nonverbalen Kommunikation sowie Kenntnisse über Motivation und Verhalten der Besucher erforderlich. Wenn Vermittlung einen Lern- und Bildungsprozess anstrebt, muss sie sich von traditionellen Vermittlungskonzepten verabschieden und sich einer zeitgemäßen Didaktik und neuen Lerntheorien öffnen. Die Emanzipation und Wertschätzung des Besuchers kann nur in einer dialogischen Werkbetrachtung erfolgen. Der/die Vermittler/in muss daher gemeinsam mit dem Besucher das Werk/die Exponate in den Mittelpunkt einer systematischen Befragung stellen. Eine solche dialogische Befragung verlangt nach Vermittlern, die sich als Moderatoren gemeinsamer Erkenntnisprozesse verstehen. Nur durch ein individuelles, respektvolles und wertschätzendes Eingehen auf Fragen, Vorurteile und Einstellungen zum Objekt und seinem Kontext kann der Besucher erreicht und eine Auseinandersetzung und ein nachhaltiges Lernen ermöglicht werden. Diese Form der Vermittlung erfordert eine andere, dem Besucher zugewandte Haltung und eine veränderte Kommunikation. Diese Form der Vermittlung ist erlernbar, erfordert aber ein intensives Training und die Bereitschaft, die Wahrnehmung der Besucher ernst zu nehmen.

Häufig gestellte Fragen

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Information

Von der Frage zum
Gespräch – zur
Gruppenmoderation

Fragen dienen dazu, mehr über eine Person oder einen Sachverhalt zu erfahren. Durch gezieltes Fragen und Rückfragen gelingt es dem Vermittler das spezielle Interesse des Besuchers kennen zu lernen und so optimal auf seine Wünsche, sein Wissen und sein Interesse eingehen zu können.
Beim Dialog ist es wichtig zunächst einmal dem Dialogpartner/Besucher wirklich zu zuhören und darauf zu achten, was dieser gesagt hat und was ihn wirklich interessiert. Für einen motivierenden und erlebnisreichen Besuch ist die aktive Mitgestaltung und das „selber sprechen“ von unbedingtem Vorteil.
Bei der Dialogtechnik geht es darum, bei dem letzten unmittelbaren Wort des Besuchers mit einer Rückfrage anzusetzen. So erlebt der Besucher ein ernsthaftes Interesse und das Gefühl wahr und ernst genommen zu werden. Dem Vermittler hilft es außerdem zu hören, was den Besucher interessiert, was ihn bewegt und wo er zusätzlich mit ergänzender Ausstellungsinformation ansetzen kann.
Nachfragetechnik
  • Nach einer Besucheraussage, mit der Frage bei dem unmittelbar letzten Wort ansetzen.
  • W-Fragen nutzen: Was? Wo? Wie? Wer? Wann? Womit?
  • Keine „Warum-Fragen“! Diese führen zu einem Rechtfertigungsdruck.
Man unterscheidet folgende Fragen:
Echte und unechte Fragen:
Echte Frage sind Fragen, auf die ich als Fragender keine Antwort weiß.
Beispiel: Was sehen Sie?
Unechte Fragen bedeutet Abfragen:
Beispiel: Wer weiß, wie der Künstler heißt? (Wenn man es selber weiß!)
Visuelle Fragen:
Beziehen sich inhaltlich auf das Werk bzw. auf das Thema (Fragen an das Exponat – die Betrachtung sowie Beschreibung von Material, Technik, Form, Struktur etc.).
Beispiel: Was sehen Sie? Wie wirkt das Material auf Sie?
Nachfragen:
Als Anreiz zum Weiterdenken.
Besucher: Das kann ich auch!
Vermittler: Was davon können Sie auch?
Unspezifische Begriffe konkretisieren:
Besucher: Das ist mir unklar.
Vermittler: Was ist Ihnen unklar?
Verallgemeinerungen relativieren:
Besucher: Das sehen doch alle so!
Vermittler: Wer ist in diesem Fall alle?
Implizite Annahmen überprüfen:
Besucher: Der will doch bloß nicht!
Vermittler: Was veranlasst Sie zu dieser Annahme?
Vergleiche konkretisieren:
Besucher: Bei denen klappt das alles besser!
Vermittler: Was genau klappt bei denen besser?
Fragen zum Einstieg
Es ist nicht von Vorteil den Besucher zu fragen:
Waren Sie schon mal in unserem Museum?
Da der Besucher ggf. noch nie da war, wird er diese Frage verneinen müssen, was generell ein eher negatives Gefühl auslöst.
Besser ist zu fragen:
Wer von Ihnen war schon mal in diesem Museum?
Wenn jemand „ja“ sagt, kann man nachfragen, was ihn am meisten beeindruckt hat und kann daran anschließen.
Ansonsten:
Darf ich Ihnen etwas zu unserem Museum erzählen?
Generell sollten alle Fragen vermieden werden, die Besucher aller Wahrscheinlichkeit nach mit „nein“ beantworten müssen.
Des Weiteren sollten alle „Warum“-Fragen vermieden werden, da diese den Besucher zwingen, Aussagen zu erklären bzw. sich zu rechtfertigen:
Besucher: Das gefällt mir nicht!
Nicht: Warum gefällt es Ihnen nicht?
Besser: Was gefällt Ihnen an dem Werk nicht?
Es ist immer günstiger Fragen zu stellen, die ein Besucher beantworten kann:
  • Wie wirkt das Museum auf Sie?
  • Was fasziniert Sie an diesem Bild?
  • Was waren Ihre ersten Eindrücke, als Sie hier angekommen sind?
  • Wer hat eine spezielle Frage zu dieser Arbeit?
  • Welche Fragen zu diesem Werk haben Sie?
Einstieg am Werk:
Eine sehr schöne Möglichkeit ist die, den Besuchern zunächst eine Wahrnehmungsaufgabe zu stellen.
Schauen Sie sich eine Weile um, lassen Sie die Arbeit/ en auf sich wirken – wir sammeln dann Ihre Eindrücke…
Weitere Einstiegsfragen könnten sein:
  • Was spricht ...

Inhaltsverzeichnis

  1. Motto
  2. Hinweise
  3. Inhaltsverzeichnis
  4. Textbeginn
  5. Theoretische Vorüberlegungen
  6. Zur aktuellen Situation in der Kunstvermittlung
  7. Dialog für mehr Besucherorientierung
  8. Etymologische Bedeutung
  9. Pädagogische Settings
  10. Warum kommen Besucher in das Museum?
  11. Ästhetik und subjektive Wahrnehmung – und warum der Dialog für die Kunstvermittlung so sinnvoll ist
  12. Selbstbestimmung
  13. Sprechen über Kunst
  14. Dialog als Hinwendung zum Gegenüber
  15. (Neo-)Sokratische Gesprächsmethode
  16. Dialogkultur des Vermittlers: Das Lenkungs-Repertoire
  17. Gesprächsführung nach Carl Rogers
  18. Die Prinzipien einer dialogischen Vermittlung
  19. Polylogische Vermittlung
  20. Fragen, um die es in der Kunstvermittlung wirklich geht…
  21. Wie schaffe ich eine angstfreie und kommunikative Atmosphäre?
  22. Fragen stellen im dialogischen Setting
  23. Dialogische Moderation am Werk
  24. Werk-/Objektorientierung – Bildhaftes Vermitteln
  25. Von der Frage zum Gespräch – zur Gruppenmoderation
  26. Nonverbale Kommunikation – Die Bedeutung der Körpersprache
  27. Kommunikationsregeln nach Ruth Cohn
  28. Stimmausdruck und Sprechgestaltung
  29. Umgang mit Störungen im Besucherkontakt
  30. Literatur
  31. Impressum