Von der Frage zum
Gespräch – zur
Gruppenmoderation
Fragen dienen dazu, mehr über eine Person oder einen Sachverhalt zu erfahren. Durch gezieltes Fragen und Rückfragen gelingt es dem Vermittler das spezielle Interesse des Besuchers kennen zu lernen und so optimal auf seine Wünsche, sein Wissen und sein Interesse eingehen zu können.
Beim Dialog ist es wichtig zunächst einmal dem Dialogpartner/Besucher wirklich zu zuhören und darauf zu achten, was dieser gesagt hat und was ihn wirklich interessiert. Für einen motivierenden und erlebnisreichen Besuch ist die aktive Mitgestaltung und das „selber sprechen“ von unbedingtem Vorteil.
Bei der Dialogtechnik geht es darum, bei dem letzten unmittelbaren Wort des Besuchers mit einer Rückfrage anzusetzen. So erlebt der Besucher ein ernsthaftes Interesse und das Gefühl wahr und ernst genommen zu werden. Dem Vermittler hilft es außerdem zu hören, was den Besucher interessiert, was ihn bewegt und wo er zusätzlich mit ergänzender Ausstellungsinformation ansetzen kann.
Nachfragetechnik
- Nach einer Besucheraussage, mit der Frage bei dem unmittelbar letzten Wort ansetzen.
- W-Fragen nutzen: Was? Wo? Wie? Wer? Wann? Womit?
- Keine „Warum-Fragen“! Diese führen zu einem Rechtfertigungsdruck.
Man unterscheidet folgende Fragen:
Echte und unechte Fragen:
Echte Frage sind Fragen, auf die ich als Fragender keine Antwort weiß.
Beispiel: Was sehen Sie?
Unechte Fragen bedeutet Abfragen:
Beispiel: Wer weiß, wie der Künstler heißt? (Wenn man es selber weiß!)
Visuelle Fragen:
Beziehen sich inhaltlich auf das Werk bzw. auf das Thema (Fragen an das Exponat – die Betrachtung sowie Beschreibung von Material, Technik, Form, Struktur etc.).
Beispiel: Was sehen Sie? Wie wirkt das Material auf Sie?
Nachfragen:
Als Anreiz zum Weiterdenken.
| Besucher: | Das kann ich auch! |
| Vermittler: | Was davon können Sie auch? |
Unspezifische Begriffe konkretisieren:
| Besucher: | Das ist mir unklar. |
| Vermittler: | Was ist Ihnen unklar? |
Verallgemeinerungen relativieren:
| Besucher: | Das sehen doch alle so! |
| Vermittler: | Wer ist in diesem Fall alle? |
Implizite Annahmen überprüfen:
| Besucher: | Der will doch bloß nicht! |
| Vermittler: | Was veranlasst Sie zu dieser Annahme? |
Vergleiche konkretisieren:
| Besucher: | Bei denen klappt das alles besser! |
| Vermittler: | Was genau klappt bei denen besser? |
Fragen zum Einstieg
Es ist nicht von Vorteil den Besucher zu fragen:
Waren Sie schon mal in unserem Museum?
Da der Besucher ggf. noch nie da war, wird er diese Frage verneinen müssen, was generell ein eher negatives Gefühl auslöst.
Besser ist zu fragen:
Wer von Ihnen war schon mal in diesem Museum?
Wenn jemand „ja“ sagt, kann man nachfragen, was ihn am meisten beeindruckt hat und kann daran anschließen.
Ansonsten:
Darf ich Ihnen etwas zu unserem Museum erzählen?
Generell sollten alle Fragen vermieden werden, die Besucher aller Wahrscheinlichkeit nach mit „nein“ beantworten müssen.
Des Weiteren sollten alle „Warum“-Fragen vermieden werden, da diese den Besucher zwingen, Aussagen zu erklären bzw. sich zu rechtfertigen:
| Besucher: | Das gefällt mir nicht! |
| Nicht: | Warum gefällt es Ihnen nicht? |
| Besser: | Was gefällt Ihnen an dem Werk nicht? |
Es ist immer günstiger Fragen zu stellen, die ein Besucher beantworten kann:
- Wie wirkt das Museum auf Sie?
- Was fasziniert Sie an diesem Bild?
- Was waren Ihre ersten Eindrücke, als Sie hier angekommen sind?
- Wer hat eine spezielle Frage zu dieser Arbeit?
- Welche Fragen zu diesem Werk haben Sie?
Einstieg am Werk:
Eine sehr schöne Möglichkeit ist die, den Besuchern zunächst eine Wahrnehmungsaufgabe zu stellen.
Schauen Sie sich eine Weile um, lassen Sie die Arbeit/ en auf sich wirken – wir sammeln dann Ihre Eindrücke…
Weitere Einstiegsfragen könnten sein: