Wunnebare Menschen
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Wunnebare Menschen

Portraits in Schwarz-Rot-Oranje

  1. 128 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Wunnebare Menschen

Portraits in Schwarz-Rot-Oranje

Über dieses Buch

Mit 15 wollte Udo Lindenberg nur weg aus Gronau ("Die beste Straße unserer Stadt, die führt aus ihr hinaus ").Diese Straße hat mich vor Jahren in die Stadt hineingeführt und ich habe dort liebenswerte und " wunnebare" Menschen gefunden.Kommen Sie mit auf eine spannende Entdeckungstour an der deutsch-holländischen Grenze.Johnny Buterland

Häufig gestellte Fragen

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Information

Der Kripobeamte (NL)

Willem, Jg. 60, Kripobeamter (NL)

Johnny: Hallo Willem, herzlichen Dank für deine Zeit und Bereitschaft zum Interview. Wie bist du nach Gronau gekommen und was war der Grund?
Willem: Hintergrund unseres Wohnsitzes ist die Familiengründung gewesen. Wir haben gemeinsam trotz meiner Arbeit in NL einen Wohnsitz in Grenznähe gesucht. Die Kinder sollten im deutschen Schulsystem und primär deutschsprachig aufwachsen, was meiner Frau entgegenkam. Zusätzlich gibt es auch den Nebeneffekt dass die Immobilienpreise auf der deutschen Seite der Grenze günstiger sind und man dadurch die Wohnsituation für eine Familie verbessern kann.
Johnny: Wie hast du deine spätere Ehefrau kennengelernt?
Willem: 1993 war ich in Amsterdam im Nebenjob bei einem Jugendhotel als Sicherheitskraft tätig und habe sie bei der Feier ihres 30. Geburtstages kennengelernt.
Johnny: Gab es in deiner Familie oder bei Freunden Vorbehalte gegenüber einer deutschen Frau?
Willem: Eigentlich nicht. Amsterdam ist ja eine Weltstadt mit Gästen aus der ganzen Welt. Da ist es heutzutage nichts Besonderes, wenn sich eine deutsche Frau und ein holländischer Mann kennenlernen. In der Familie ist es in der älteren Generation schon so, dass persönliche schlechte Erfahrungen aus dem 2. Weltkrieg noch heute auf Beziehungen zu Deutschen lasten, in meiner Generation oder auch bei unseren Kindern ist davon aber nichts zu spüren.
Johnny: Ihr habt euren Lebensmittelpunkt in D obwohl du in NL bei der Kripo arbeitest. Gibt das praktische oder behördliche Probleme?
Willem: In der Anfangszeit schon. Damals musste ich z. B. bei behördlichen Regelungen extra zum Konsulat. Das ist heute besser durch eine Behörde in Enschede geregelt wo ich meine Angelegenheiten einfach erledigen kann. Probleme mit z. B. Gehaltsüberweisungen sind inzwischen durch Abkommen geregelt. Schwierig war am Anfang eine rechtliche Unsicherheit. Bei der Geburt unseres ersten Sohnes waren wir noch nicht verheiratet. Wenn meiner Frau damals etwas zugestoßen wäre hätte ich Schwierigkeiten mit dem Sorgerecht bekommen. All diese Dinge sind durch internationale Regelungen auf EU-Ebene und bilateral wirklich besser geworden.
Johnny: Durch deine spezifischen Kenntnisse auf beiden Seiten der D-NL-Grenze hast du sicher einen guten Überblick auf polizeiliche Aktivitäten. Welche Strukturunterschiede gibt es da?
Willem: Die Kripo auf NL-Seite übt Tätigkeiten aus, die in D früher vom Bundesgrenzschutz verrichtet wurden, also jetzt der Bereich Bundespolizei. Da gibt es eine permanente Zusammenarbeit. In den Streifenwagen gibt es auch gemischte D-NL-Teams, die grenzüberschreitend tätig werden. Dann liegt die jeweilige Federführung bei dem Kollegen auf dessen Staatsgebiet man sich gerade befindet. Das ist im sogenannten „Enscheder Abkommen“ im Detail geregelt.
Johnny: Gibt es eine spezifische Grenzkriminalität?
Willem: Ja, schon, relativ häufig sind Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz aber auch gegen Waffengesetze und andere Kriminalitätsbereiche. Die Kollegen auf der Streife sind speziell geschult um Verdächtige aufzuspüren. Es wird stichprobenartig geprüft und bei ernsthaften Auffälligkeiten werden die Personen zu uns auf die Dienststelle überführt. Dort haben wir mit unseren technischen Möglichkeiten bessere Chancen insbesondere die Hintergründe bei Verdacht auf Straftaten zu ermitteln. Dazu gibt es Verbindungen zu Interpol und Europol. In den letzten 2 Jahren ist die Fahndung nach Geldwäscherei auch mit sicherheitspolitischer Unterstützung intensiviert worden. Dabei ist festzustellen, dass es in diesem Bereich tatsächlich Kriminalitätszuwächse gegeben hat.
Johnny: Du hast im Rahmen deiner Tätigkeiten auch Auslandseinsätze mitgemacht. War das freiwillig?
Willem: Nein, zum damaligen Zeitpunkt gab es die Direktive, jeder Polizist der Dienststelle hat auch zeitlich befristet an Auslandseinsätzen teil zu nehmen. Das hat sich zwischenzeitlich aber auch geändert. Es gibt durchaus Kollegen die gerne für bestimmte Zeit an solchen Auslandseinsätzen teilnehmen und diese werden ja auch durch finanzielle Anreize oder bessere Beförderungsmöglichkeiten belohnt.
Johnny: Hast du den Eindruck du hast dich durch diese Einsätze persönlich verändert?
Willem: Nein, den Eindruck habe ich nicht und das wurde mir in der Familie oder von Freunden und Bekannten so nicht zurückgespiegelt. Diese Einsätze sind schon menschlich sehr hart und ich habe in dieser Zeit viele Tote gesehen bei insgesamt großer Gewalttätigkeit. Nach Rückkehr gibt es leider durchaus Kollegen die Probleme in der Verarbeitung haben, was unter Umständen auch zu Gewalt in der häuslichen Umgebung führen kann.
Johnny: Spielt die Flüchtlingswelle für eure Tätigkeit eine Rolle?
Willem: Ja, sicher, da haben wir in den letzten 2 Jahren ja eine regelrechte Welle erlebt. Dabei erhalten wir recht frühzeitig Informationen, wenn wieder größere Flüchtlingsströme zu erwarten sind.
Johnny: Ist NL für Migranten attraktiv?
Willem: Eher nicht. Die meisten Migranten nutzen NL eher als Transitland um weiter nach England, Skandinavien oder D zu kommen. In der Regel sind sie recht gut informiert was man bei Befragungen sagen muss um an Sozialleistungen zu kommen. Die Schlepperbanden haben ein gutes Informationsnetz und wissen genau, wo es attraktiv zum Bleiben ist. NL ist da vergleichsweise wenig attraktiv als Daueraufenthalt.
Johnny: In einigen Jahren wirst du in Pension gehen. Gibt es da spezielle Unterschiede zwischen D und NL?
Willem: Eigentlich sind die Unterschiede nicht gravierend. Auch in NL hat es in den letzten Jahren Kürzungen gegeben die aber nicht sehr erheblich sind.
Johnny: Wie bevorzugst du es mit der Sprache in der Familie?
Willem: Meine Absicht war eigentlich, mit den Kindern niederländisch zu sprechen. Das war aber mit der Zeit einfach zu anstrengend mit dem Hin und Her springen und wir reden Deutsch als Familiensprache. Nur wenn ich mal richtig ärgerlic...

Inhaltsverzeichnis

  1. Hinweise
  2. Motto
  3. Der Autor
  4. Inhaltsverzeichnis
  5. Prolog
  6. Der Flüchtlingshelfer
  7. Die Logistikerin
  8. Die Krankenschwester
  9. Der Kripobeamte (NL)
  10. Die Krankenschwester (in Werkstatt für Behinderte)
  11. Der Heilpädagoge und Tai-Chi-Meister
  12. Die Kauffrau
  13. Der Ex-Unternehmer
  14. Die Studentin der Sonderpädagogik
  15. Der Unternehmensberater und Fahrradhändler
  16. Epilog
  17. Impressum