Einkauf 4.0 - Umsetzung der Digitalisierung
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Einkauf 4.0 - Umsetzung der Digitalisierung

Voraussetzungen schaffen, Fachkonzept schreiben und praxisgerecht umsetzen

  1. 212 Seiten
  2. German
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Einkauf 4.0 - Umsetzung der Digitalisierung

Voraussetzungen schaffen, Fachkonzept schreiben und praxisgerecht umsetzen

Über dieses Buch

Nichts wird bleiben wie es war. Die Digitalisierung wird den Einkauf in seinen bisherigen Einkaufstätigkeiten, seinem Datenverständnis und Kommunikationsformen nachhaltig verändern. Die hauptsächliche Umsetzung der Digitalisierung im Einkauf folgt den Motivationen Senkung der Prozesskosten, Erhöhung der Prozessstabilität, Erhöhung der Transparenz, Durchlaufzeiten und Senkung der Einkaufspreise. Doch mangelt es heute für Unternehmen an konkreten Handlungswegen in die Digitalisierung des Einkaufs 4.0 und des Einkaufsprozesses. Ein weiteres sehr gravierendes Problem ist die fehlende Strategie der Unternehmen zur Digitalisierung. Die digitale Strukturierung anhand von Merkmalen zerlegt die Umsetzung zum Einkauf 4.0 in handhabbare Teilschritte. Durchläuft man am Ende alle Teilschritte, wäre die vollständige Transformation in den Einkauf 4.0 vollzogen. Ein weiterer Vorteil der schrittweisen Umsetzung wäre ein budgetorientiertes Vorgehen sowie ein Vorgehen an den verfügbaren betrieblichen Kapazitäten und Ressourcen.Die Merkmale lassen sich aus bekannten Methoden und Strukturen logisch ableiten. Im Einzelnen sind dies folgende: 1. die Klassifizierung der Materialien in Kaufteile, Dienstleistungen oder Anfertigungsteile2. die Anwendung der ABC Methodik, nach dem Kriterium Menge (oder den Kriterium Wert)3. die Anwendung der XYZ Methodik, nach dem Abgangsverhalten4. die Klassifizierung der Lieferanten und Materialien, nach singel sourcing, dual sourcing und multi sourcing5. die Klassifizierung nach Verträgen, Preislisten oder Kontrakte Das Gesamtbild der kommenden Digitalisierung hat die acht Ausprägungen der Stufen in die Digitalisierung des Einkaufs: 1. Stufe zur Digitalisierung durch Lagerklassen 2. Stufe zur Digitalisierung durch automatische Bestellungen 3. Stufe durch Digitalisierung der Nachrichtensteuerung 4. Stufe zur Digitalisierung durch Kataloganbindung 5. Stufe zur Digitalisierung durch Bietersysteme, Einkaufsaktionen/-ausschreibungen6. Stufe zur Digitalisierung durch externe Dienstleister 7. Stufe zur Digitalisierung über Plattformen und Portale 8. Traditioneller Einkauf der Kuriositäten und Spezialitäten Mit diesem Buch erhält der Leser einen Handlungsweg, welcher nicht allgemein die Digitalisierung beschreibt, sondern einen speziellen Digitalisierungs-Exkurs für den Einkauf. Das angestrebte Ziel des Buches, dem Leser einen praxisorientierten Weg in die Digitalisierung an die Hand zu geben, wurde erreicht.

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Information

Jahr
2018
ISBN drucken
9783752870206
eBook-ISBN:
9783752827941

1. Die Einführung

Nichts wird bleiben wie es war. Die Digitalisierung wird den Einkauf in seinen bisherigen Einkauftätigkeiten, seinem Datenverständnis und Kommunikationsformen nachhaltig verändern.
Präambel
Die Hürden der Sprache und Erreichbarkeit verlieren. Das Warenwirtschaftssystem
online steuern und betreiben, mit wenigen
Teamplayern, verteilt über eine globale Welt.
Denn auch in einer digitalen Welt steuert der Mensch den Prozess.
(Christoph, 2018)

1.1. Die Aufgabenstellung

In meinem beruflichen Wirken hat nichts einen solch gravierenden Einfluss gehabt, wie die anstehende Digitalisierung der Industrie und die Entwicklung zum Einkauf 4.0.
Abbildung 1: Vier Schlüsselwörter
Die Digitalisierung beschreibt das allgemeine Streben, weg von analogen Daten und Medien, hin zu weitestgehend vollständigen digitalen Daten und Verarbeitungen zu gelangen. Digitale Daten machen die Existenz von gedruckten und konventionell versendeten Daten so gut wie überflüssig. Daten und ihre Verarbeitung werden überall und in Echtzeit verfügbar. Neue IT Lösungen machen den Wandel möglich.
Industrie 4.0 wird nach heutigen Erkenntnissen auf die Bundeskanzlerin Angelika Merkel zurückgeführt, welche auf der Hannover Messe 2015 für den Aufruf „Initiative zur digitalen Agenda der deutschen Produktion“ einen Begriff oder Schlagwort brauchte. Das Wort Industrie 4.0 beschreibt den Übergang der Industrie vom Zustand 3.0 auf die nächste Entwicklungsstufe 4.0.
Die Bezeichnung Einkauf 4.0 wurde im Unterschied zum Schlagwort Internet der Dinge (Müller, 2016, S. 67f) (Internet of Things) aus dem Wort Industrie 4.0 abgeleitet. Internet der Dinge hat den Fokus auf Kundennutzen, während Industrie 4.0 den Fokus auf Produktionsbezug setzt.
Abbildung 2: Stufen der industriellen Revolution
Betrachten wir die Entwicklungsstufen nachfolgend
  • 1750 Industrielle Revolution durch die Entwicklung von mechanischen Arbeits- und Kraftmaschinen wie beispielsweise Dampfmaschine oder Webstuhl (stationäre Ausführung)
  • 1870 Industrielle Revolution bringt durch die Einführung des elektrischen Stroms die arbeitsteilige Massenproduktion verbunden mit ersten Wohlstandsverbesserungen mit sich. Die Kraftmaschine wird mobil durch Stromverteilungsnetze und treibt Schachthöfe oder Fließbänder an.
  • 1960 Industrielle Revolution durch die Entwicklung von Informationstechnologie wie Großrechner, Chips, SPS, PC, Laptops, Automatisierung der Produktion, Rationalisierungen und neue Produktvarianten.
  • 2015-20221 Industrielle Revolution durch Cyber-Physical-Systems, d.h. Cyber physisch selbststeuernde Systeme (CPS), welche Vernetzung und Autonomie herstellen sowie unternehmensübergreifende Wertschöpfungsketten ermöglichen. In der Autonomisierung wird künstliche Intelligenz angewendet und Produkte können untereinander kommunizieren.
Die vierte Revolution mittels CPS Systemen wird greifbar, wenn man sich die Aktionen Sensoren und Netzwerke vorstellt. Mittels der CPS Sensoren werden permanent Daten erzeugt, gesendet oder empfangen. Mittels Reaktoren kann man einwirken. Diese Massendaten lassen sich auswerten, speichern und in einer vernetzten und digitalen Welt weiter verwerten/auswerten/verarbeiten. Mittels globaler Vernetzung der Datenwelt und Nutzung nahezu unbegrenzter Speichermedien wie Cloud stehen diese Daten überall und nahezu in Echtzeit zur Verfügung. Der Übergang von automatisierten Systemen zu autonomen, sich selbst steuernden, Systemen gelingt.
Abbildung 3: Autonome Systeme zur Digitalisierung
Wichtig ist der Sprung zu autonomen Systemen. Dies lässt die althergebrachte Arbeitsteilung nach Frederick W. Taylor erstmals wieder aufleben und ersetzt die damalige Automatisierung wie die
Mechanisierung oder das Fließband durch den autonomen Prozess. Der Unterschied liegt nur im Produkt. Ford I produzierte nach dem Prinzip der Arbeitsteilung Autos am Fließband. Der Einkauf 4.0 produziert Papier in Form von Anfragen, Bestellungen, Terminkontrolle und begleitende Dokumente in elektronisch automatisierter Form. Treiber sind die Standardisierungen und Formalisierung der Abläufe. Die Produktion stellt zukünftig Produkte her, welche cyber-mikrogesteuerte Systeme beinhalten. Diese CPS ermöglichen die Kommunikation der Produkte untereinander, was die vollständige Vernetzung und Echtzeit gelingen lässt.
In der vierten industriellen Revolution unter dem Begriff Industrie 4.0 gilt es, diese Effizienzsteigerung zu nutzen. Neue IT Möglichkeiten, wodurch sich Datenströme über Unternehmensgrenzen vernetzen lassen, machen es möglich. Auch die Intelligenz der Systeme, eigene Entscheidungen zu treffen, wird mittels aufkommen der künstlichen Intelligenz die bisher gedachte Einsatzbreite und Nutzungsmöglichkeiten weiter entfalten. Daher ist es eine der großen Herausforderungen, die Industrie 4.0 zu schaffen.
Mit dem Einkauf 4.0 wird die Industrie 4.0 in den Einkauf transformiert und beschrieben. Der digitalisierte Einkauf 4.0 wird im Prozess der Beschaffung durch viele routinebasierte Tätigkeiten entlastet. Weiterhin werden Massendaten verarbeitende Systeme die bekannten Verfahren der Markt- und Lieferantenanalyse übernehmen und weitaus bessere Ergebnisse und Schlussfolgerungen liefern.
Erweitert man den Gedanken 4.0 auf den Sinn einer industriellen Geschäftstätigkeit, so ist deren Nutzen darin enthalten, einen Gewinnbeitrag zu leiten. Als Messgröße wird die Rentabilität des Unternehmens, des Segmentes oder der Abteilung herangezogen.
Abbildung 4: Der Sinn eines Unternehmens
Gewinne zu erzielen ist nicht selbstverständlich, gerade in Zeiten eines wirtschaftlichen Abschwungs oder der erstarkenden Wettbewerber. Der Markt ist nach Porter2 in Rivalität befindlich und die „Wettstreiter sind hungrig“.
Mit dem Ansteigen des Drucks auf das Unternehmen sowie den hohen sozialen Errungenschaften in einem Hochlohnland wie Deutschland, müssen die Arbeitgeber 30 Tage Urlaub, Kündigungsschutz und hohe Personalnebenkosten miterwirtschaften.
Auf der Seite der Arbeitnehmer stehen aber die Motive soziale Sicherheit, stabile und steigende Löhne und attraktive Freizeitgestaltung im Vordergrund. Auf der anderen Seite verkörpern sie als kommerzielle Kunden die für Unternehmen bedrohliche Einstellung, dass eine Kaufentscheidung auf Basis des Preis-Leistungs-Verhältnis begründet ist und bestätigen somit das unternehmerische Interesse an Kostenreduktion und wettbewerbsfähigen Preisen.
Abbildung 5: Der Zwang zur Kostenreduktion
Mit dem Wachsen der Bürokratie in den Unternehmen wurden die Anzahl der Abteilungen und Stäbe immer größer. Dies hat zur Folge, dass die Entscheidungswege immer länger, zeitintensiver und von dem Ort der Leistungserstellung entkoppelt wurden. Dies lässt sich Fortsetzen mit überqualifizierten Mitarbeitern, Arbeitsstäben und Sekretariaten, dem Anteil an nicht-produktiven Mitarbeitern und einer sich einstellenden unternehmerischen Trägheit. Das Unternehmen wird überladen mit Over-Head-Kosten.
Mit dem Einzug der Digitalisierung versprechen sich die Unternehmen eine deutliche Kosteneinsparung durch Gewinn an Effizienz. Diese wird zuallererst darin begründet, dass sich Arbeitsprozesse digitalisieren und Arbeitsroutinen automatisieren lassen, Schnittstellen entfallen und final Mitarbeiter eingespart werden. Zudem wird erwartet, dass mit der digitalen Be- und Weiterverarbeitung Fehlerfreiheit, Echtzeit und Lohnvorteile mittels globaler Aufstellung realisiert werden.
Jedes Unternehmen sucht eine Antwort auf den zune...

Inhaltsverzeichnis

  1. Veröffentlichungen
  2. Motto
  3. Der Autor
  4. Inhaltsverzeichnis
  5. 1. Die Einführung
  6. 2. Die Begriffsklärung
  7. 3. Das Unternehmen vorbereiten
  8. 4. Die Wertschöpfungskette vorbereiten
  9. 5. Die Digitalisierung zum Einkauf 4.0
  10. 6. Das Managen der Veränderung
  11. 7. Die Zusammenfassung
  12. 8. Die Verzeichnisse
  13. Impressum