Wunderbare Schein-Welt Asiens und Ozeaniens
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Wunderbare Schein-Welt Asiens und Ozeaniens

Spannende und faszinierende Geschichten aus der Welt der asiatischen und ozeanischen Banknoten

  1. 136 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
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Wunderbare Schein-Welt Asiens und Ozeaniens

Spannende und faszinierende Geschichten aus der Welt der asiatischen und ozeanischen Banknoten

Über dieses Buch

Banknoten sind die Visitenkarte eines Landes. Sie erzählen Geschichten von Ruhm und Niederlagen, präsentieren Helden und Geistesgrößen, sie zeigen Flora und Fauna. Asien und die Länder und Inseln Ozeaniens zeichnen sich dabei durch eine besonders große Diversität aus.Diese Vielfalt eröffnet das Buch dem Leser. Es nimmt ihn mit auf eine Reise durch die riesige Weltregion, von Israel bis China, von Bahrain bis Tonga.Über 230 Abbildungen von Banknoten der jeweiligen Währungen illustrieren die 60 Geschichten. Diese basieren auf Artikeln der erfolgreichen Serie "Schein-Welt" in der "Welt am Sonntag." Informationen zu allen Büchern, die im Rahmen der Serie erschienen sind, unter www.schein-welt.info

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Information

Jahr
2014
ISBN drucken
9783735792396
eBook-ISBN:
9783735755957

Afghanistan

Mausoleen und Moscheen

Fläche: 652.230 km2
Einwohner: 31,1 Mio.
Amtssprachen: Paschtu, Dari
1 Afghani = 100 Pul
Scheine in Umlauf: 1, 2, 5, 10, 20, 50, 100, 500, 1000 Afghani
1 Euro = 79,70 Afghani
Eigentlich hat sich auf Afghanistans Geldscheinen in den vergangenen 65 Jahren nicht sehr viel verändert. Denn einige der Abbildungen, die auf den Banknoten heute zu sehen sind, wurden auch schon 1946 dort gezeigt. Dazu gesellte sich vor Jahrzehnten jedoch auf der Vorderseite zusätzlich Mohammed Zahir Shah, der damalige König. Und hier zeigt sich dann eben doch, wie viel sich in Afghanistan seither verändert hat.
Das Land ging durch Revolutionen, sowjetische Besatzung und Taliban-Diktatur. Bis zum Sturz der Gotteskrieger 2001 war auch der Wert des Geldes nach und nach zerfressen worden, da über viele Jahre hinweg so ziemlich jeder Banknoten druckte, von politischen Parteien über lokale Kriegsherren bis zu kriminellen Banden. Ende 2002 wurde diese Phase beendet, indem der neue Afghani eingeführt wurde.
Doch obwohl heute nicht mehr die religiösen Fundamentalisten den Ton angeben, werden die Scheine von Abbildungen von Moscheen dominiert. Auf dem 1000er-Schein ist beispielsweise das Mausoleum von Ali ibn Abu Talib, dem ersten Imam der Schiiten und Cousin sowie Schwiegersohn des Propheten Mohammed, zu sehen. Es ist auch als Blaue Moschee bekannt und steht in Mazar-e Scharif, was zu Deutsch „Grab des Heiligen“ bedeutet und in Deutschland recht bekannt ist, da hier jahrelang deutsche Truppen stationiert waren. Die Moschee war auch schon 1946 auf Scheinen abgebildet.
Gleiches gilt für das Mausoleum von Ahmad Schah Durrani in Kandahar, das die Rückseite desselben Scheins zeigt. Ahmad Schah hatte im 18. Jahrhundert die paschtunischen Stämme der Gegend vereint und ein Reich erobert, das nicht nur das heutige Afghanistan, sondern auch Pakistan sowie Teile Indiens und des Irans umfasste. Er gilt somit als Begründer Afghanistans. Sein Mausoleum ist zugleich auch auf der Vorderseite des Scheins zu 10 Afghani zu sehen, es wirkt dort jedoch wesentlich weniger prächtig.
Einige Rückseiten zeigen allerdings mitunter auch nicht-religiöse Motive. So tauchte in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder der Torbogen von Qala-e Bost auf Afghani-Noten auf. Dabei handelt es sich um eine alte Festung im Süden des Landes. Heute ist er auf der 100-Afghani-Banknote zu sehen.
Auf dem Zehner wird auf der Rückseite der einstige königliche Garten gezeigt, der heute unter dem Namen Paghman Garten ein beliebtes Ziel für Ausflüge der Kabuler Stadtbevölkerung am Wochenende ist, sofern dies die Sicherheitslage zulässt. Der 50-Afghani-Schein wiederum zeigt eine Straße allerdings nicht irgendeine, sondern den Salang-Pass, der durch den Hindukusch führt und die wichtigste Verbindung zwischen Kabul und dem Norden des Landes ist.
Völlig aus dem Rahmen fällt dagegen die Rückseite des 500-Afghani-Scheins. Denn darauf ist der Flughafen von Kandahar abgebildet – ein schlichtes modernes Gebäude. Seine historische Bedeutung mag allenfalls darin liegen, dass er während der Jahrzehnte der militärischen Auseinandersetzungen immer wieder hart umkämpft war.

Armenien

Aus dem Briefwechsel mit Jesus Christus

Fläche: 29.743 km2
Einwohner: 3,0 Mio.
Amtssprache: Armenisch
1 Dram = 100 Luma
Scheine in Umlauf: 1000, 5000, 10.000, 20.000, 50.000, 100.000 Dram
1 Euro = 575 Dram
Alle Länder stellen auf Geldscheinen gerne das dar, worauf sie besonders stolz sind. Bei den einen ist es die Natur, andere stellen berühmte Persönlichkeiten in den Vordergrund, manche prahlen lieber mit ihren technischen Errungenschaften. Armenien hat vor allem eine sehr lange Geschichte – und die wird auf den Dram-Scheinen daher ausgiebig vermittelt.
Allein der Name Dram hat schon eine lange Historie. Er geht wortgeschichtlich wohl auf die griechische Drachme zurück, die schon in antiken Zeiten in Gebrauch war. In Armenien gab es indes schon im 13. und 14. Jahrhundert eine Silbermünze namens Dram, zu einer Zeit, als das Land meist unter der Herrschaft der Mongolen stand.
Doch damit nicht genug. Die Banknoten tauchen noch wesentlich tiefer in die Geschichte ein. Auf dem 50.000er-Schein ist die Kathedrale von Etschmiadsin abgebildet. Sie wurde im vierten Jahrhundert gebaut und gilt als die älteste von einem Staat errichtete Kirche der Welt. Auf der Rückseite sind passend dazu Gregor der Erleuchter und König Trdat der Große zu sehen. Sie haben das Christentum in Armenien im Jahre 301 zur Staatsreligion erhoben.
Hinter ihnen erhebt sich majestätisch und schneebedeckt der Berg Ararat, auf dem einst Noah mit seiner Arche gestrandet sein soll. Herausgegeben wurde der Schein im Jahre 2001 – zum 1700-jährigen Jubiläum der Christianisierung des Landes. Armenien war zu jenen Zeiten das erste Reich, das christianisiert wurde, noch vor dem Römischen Reich, auch wenn das Datum und der genaue Hergang unter Historikern umstritten sind.
Noch weiter in das Reich der Mythen begibt sich der 100.000-Dram-Schein. Auf der Vorderseite wird hier König Abgar V. von Edessa dargestellt. Ob dieser Armenier oder Assyrer war, oder ob dies überhaupt so eindeutig zu definieren ist, darüber streiten sich die Gelehrten. Jedenfalls soll er der Sage nach zu Lebzeiten von Jesus Christus regiert haben und diesem einen Brief geschrieben haben. Dieser soll ihm auch geantwortet haben. Auf der Rückseite des Geldscheines ist die Übergabe des Briefes durch den Apostel Judas Thaddäus an Abgar dargestellt.
Diese historisierenden Scheine sind anmutig und schön gestaltet. Aber ob man so weit zurückgreifen muss? Vielleicht hätte man sich in Eriwan einfach an die jüngere Geschichte halten sollen. Denn hier hat das Land immerhin auch einige bedeutende Persönlichkeiten aufzubieten. Sie werden auf den Scheinen mit geringerem Wert auch gezeigt.
So ist auf der 50-Dram-Note der Komponist Aram Chatschaturjan abgebildet, der zu Sowjetzeiten zu Weltruhm kam, vor allem durch seinen Säbeltanz. Diese Banknote ist allerdings nicht mehr in Gebrauch, aufgrund des geringen Wertes. Ein tragisches Schicksal hatte Jeghische Tscharenz, ein Dichter, der die 1000-Dram-Note ziert. Er wurde 1937 im Rahmen der stalinistischen „Säuberungen“ ermordet.
Allen Geldscheinen Armeniens ist eigen, dass sämtliche Inschriften darauf ausschließlich in armenischer Sprache und Schrift angebracht sind. Üblicherweise drucken Zentralbanken aus Ländern, die nicht das lateinische Alphabet benutzen, zwar irgendwo auf den Noten auch Wert-Angaben in Englisch. Auf den Dram-Scheinen ist jedoch nur an der Seite in winziger, kaum lesbarer Schrift der Aufdruck „Central Bank of the Republic of Armenia“ zu lesen. Den Rest darf sich der fremde Betrachter erschließen. Das ist eigentlich schade, denn gerade angesichts der langen und interessanten Geschichte des Landes wäre mancher Betrachter sicher für einen Hinweis darauf dankbar, wen er auf den Scheinen zu sehen bekommt.

Aserbaidschan

Der verkleidete Euro

Fläche: 86.600 km2
Einwohner: 9,2 Mio.
Amtssprache: Aserbaidschanisch
1 Manat = 100 Qäpik
Scheine in Umlauf: 1, 5, 10, 20, 50, 100 Manat
1 Euro = 1,10 Manat
Aserbaidschan darf sich zumindest während des Eurovision Song Contest jedes Jahr als Teil Europas fühlen. Zumal das Land dabei recht erfolgreich ist und den Wettbewerb 2011 sogar gewinnen konnte. Das allerdings dürfte indes nicht der Grund für die Gestaltung der kleinsten Banknote des Landes sein.
Darauf sind nämlich ein Notenschlüssel sowie diverse lokale Musikinstrumente abgebildet. Konkret sind auf dem 1-Manat-Schein eine Trommel, ein Streichinstrument namens Kamancheh sowie eine Tar zu sehen, eine Langhalslaute, deren Name nicht von...

Inhaltsverzeichnis

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Vorwort
  3. Asien
  4. Ozeanien
  5. 1. Afghanistan: Mausoleen und Moscheen
  6. 2. Armenien: Aus dem Briefwechsel mit Jesus Christus
  7. 3. Aserbaidschan: Der verkleidete Euro
  8. 4. Australien: Ureinwohner auf Plastikbasis
  9. 5. Bahrain: Teures Geld, das unbequeme Wahrheiten zeigt
  10. 6. Bangladesch: Sprachliche Irrungen und Wirrungen
  11. 7. Bergkarabach: Christus im schwarzen Garten
  12. 8. Bhutan: Das glückliche Refugium der Buddhisten
  13. 9. Brunei: Friede den Palästen
  14. 10. China: Eine runde politische Sache
  15. 11. Cookinseln: Die kleine Meerjungfrau und der Hai
  16. 12. Fidschi: Königin Elisabeth macht Platz für eine Zikade
  17. 13. Georgien: Alte Recken
  18. 14. Hongkong: Währung in drei Varianten
  19. 15. Indien: Alte Geschichte in 17 Sprachen
  20. 16. Indonesien: Millionen an Millionären
  21. 17. Irak: Wie eine kurdische Bäuerin die alte Welt aufmischt
  22. 18. Iran: Die Meister der Vollverschleierung
  23. 19. Israel: Weniger ist oft mehr
  24. 20. Japan: Was die Yen-Scheine mit Fukushima verbindet
  25. 21. Jemen: Prächtige Wüstenbauten
  26. 22. Jordanien: Der König aus der Fremde
  27. 23. Kambodscha: Viele Tempel, zwei Könige, ein Sportwagen
  28. 24. Kasachstan: Überfrachtete Symbolwelt mit kleinen Fehlern
  29. 25. Katar: Zu Besuch beim Emir
  30. 26. Kirgisistan: Poeten im Spannungsgebiet
  31. 27. Nordkorea: Kims Wonne
  32. 28. Südkorea: Wonne der Gelehrten
  33. 29. Kuwait: Die teuerste Währung der Welt
  34. 30. Laos: Der große Unbekannte
  35. 31. Libanon: Bares mit und ohne Barcode
  36. 32. Macao: Wie aus dem „Vater des Fensters“ der Pataca wurde
  37. 33. Malaysia: Der gezackte Plastik-Dollar
  38. 34. Malediven: Frau gesucht
  39. 35. Mongolei: Der rote Held ist nicht mehr viel wert
  40. 36. Myanmar: Irre Auswüchse der Zahlenmystik
  41. 37. Nepal: König der Berge
  42. 38. Neuseeland: Von Sufragetten und Bergsteigern
  43. 39. Oman: Der eitle Sultan
  44. 40. Pakistan: Über allen Gipfeln ist Religion
  45. 41. Papua-Neuguinea: Wo man Steuern mit Muscheln bezahlt
  46. 42. Philippinen: Mit falschen Federn geschmückt
  47. 43. Polynesien: Die Südsee wirft die alten Klischees über Bord
  48. 44. Russland: Der Rubel rollt nicht mehr durch den Kreml
  49. 45. Salomonen: In der Heimat des Pidgin-Englisch
  50. 46. Samoa: Sieger aus der Südsee
  51. 47. Saudi-Arabien: Künstliche Tradition
  52. 48. Singapur: Ordentlich, aber teuer
  53. 49. Sri Lanka: Tanz in die Moderne
  54. 50. Syrien: Der alte Diktator lächelt weiter
  55. 51. Tadschikistan: Islamische Mystiker und Sowjet-Nostalgie
  56. 52. Taiwan: Der Dollar, der keiner ist
  57. 53. Thailand: Scheinbares Gold und goldener Schein
  58. 54. Tonga: Meerbohnen aus der Südsee
  59. 55. Türkei: Geldscheine im politischen Wandel
  60. 56. Turkmenistan: Alte Heroen ersetzen modernen Diktator
  61. 57. Usbekistan: Alles neu macht die Inflation
  62. 58. Vanuatu: Tamtam um Bungee-Springer
  63. 59. Vereinigte Arab. Emirate: Die Scheine der Scheichs
  64. 60. Vietnam: Wertloses Kupfer
  65. Register
  66. Hinweis
  67. Impressum

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