
eBook - ePub
Lebensbilder
Marianne Mehring geb. Hansmann 12.12.1930
- 108 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
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Lebensbilder
Marianne Mehring geb. Hansmann 12.12.1930
Über dieses Buch
Mutters 'Vertellekes' strahlen viel vom Leben einer längst vergangenen Zeit aus, vom Leben auf dem Dorf und in der Stadt; von der Möglichkeit der Lebensgestaltung, die abhängig war von der Stellung in der Geschwisterreihe; vom Leben der einfachen Leuten in der Zeit der Weimarer Republik, der Zeit der Machtübernahme durch die Nazis, der Zeit des 2.Weltkriegs.....und von der Solidarität einer Dorfgemeinschaft.
Häufig gestellte Fragen
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Information
Die 1. Wohnung
Meine Eltern zogen dann nach Bochum in die Lindenstraße. So bekamen auch Mutters Geschwister ein Elternhaus. Franz hat in der Erwerbslosenzeit sogar länger ganz bei meinen Eltern gewohnt.
Das Haus gehörte einem Bäckermeister Mechelhoff. Heute heißt die Lindenstraße „Präsidentstraße“. Später hat der Bäckermeister Rinschen das Haus gekauft.
Die Wohnung in der Blücherstraße
Mein Bruder Franz wurde am 23. April 1928 geboren. Leider hat die Oma das nicht mehr erlebt. Ende 1929 oder Anfang 1930 sind meine Eltern mit dem kleinen Fränzchen zur Blücherstraße 3 gezogen. Heute heißt sie „Stühmeyerstraße“, das Haus steht noch. (siehe S.→)
Die Wohnung hatten meine Eltern von Familie Krüger übernommen. Frau Krüger stammte auch aus Oesdorf und war die Schwester von Onkel August. Herr Krüger war Hausmeister im Polizeipräsidium geworden und so bekamen sie eine Dienstwohnung. Die Wohnung in der Blücherstraße lag im 4. Stock und bestand eigentlich aus 5 Zimmern, allerdings teilten sich diese Wohnung 2 Familien! Meine Eltern hatten nur zwei Zimmer, der Vorteil war aber, dass ein Raum die Küche war. Hier gab es Wasser! Außerdem durften sich meine Eltern einen „Kabuff“ im Flur abteilen. Herr Krüger hatte die Küche und das Schlafzimmer mit einer Tür verbunden. Eigentlich waren die Räume nur einzeln von dem langen dunklen Flur zu erreichen. Dadurch, dass eine dieser Türen nicht mehr als Eingangstür benutzt wurde, konnte der Kabuff (Abstellraum für Kohlen, Kartoffeln, Schuhe und Spielzeug) entstehen.
Die beiden Zimmer waren schräg und hatten Fenster zur Dorstener Straße. Wir hatten einen kleinen Hof, der sehr gepflegt war und nur zum Wäscheaufhängen diente. Dahinter war aber noch ein großes Ruinengelände mit großem Zaun zur Dorstener Straße. Wir Kinder konnten dort herrlich spielen und nannten es „Villa“.
Wir hatten im Haus zwar eine Waschküche, die leider als Kellerraum vermietet war, und so musste meine arme Mutter oben auf dem Flur waschen, Waschmaschine mit Handbetrieb, und in der Küche auf dem Herd die Wäsche kochen.
Die Wäsche wurde im Toilettenraum gespült. Dort war Wasser. Es war gleichzeitig die einzige Wasserzapfstelle von unseren Nachbarn, Familie Ripperger.
Diese Toilette war die Toilette für beide Familien. Die Häuser Blücherstraße 1,3 und 5 gehörtem einem Anstreichermeister Hellmann. Im Hause Nr. 5 wohnten Hellmanns selbst. Frau Hellmann führte im Parterre ein kleines Textilgeschäft.
Hellmanns waren sehr sparsam und legten im Haus nichts an. Es gab weder Beleuchtung im Treppenhaus noch Klingeln an der Haustür. Aber die stand sowieso den ganzen Tag über offen. Im Winter mussten die Mieter eine Petroleumlampe auf jeden Etagenabsatz hängen, damit etwas Licht im Haus war. Unser Schlafzimmer hatte bis 1936 kein Licht. Die Petroleumlampe wurde oft des Morgens in der Küche angemacht, um Strom zu sparen. Petroleum brachte der Vater vom Werk mit. Als meine Eltern dann kurz vor der Kommunion von Franz im Schlafzimmer Licht legen ließen, haben sie gleich den Flur mitbedacht. Der Schalter wurde mit einem Schlüsselchen bedient, damit niemand anderes daran gehen konnte.
Die Miete für die Zwei- Zimmer-Wohnung betrug 22,00 Mark im Monat. Unser Vater verdiente zunächst 69 Pfennig die Stunde und später 72 Pfennig. Lohn gab es jede Woche, später alle 10 Tage. Große Sprünge konnten mit dem wenigen Geld nicht gemacht werden.
Für uns Kinder war es aber trotzdem schön, und auch Tante Mia und Tante Finchen aus Eickel, ebenso Tante Paula und Tante Klärchen kamen gerne zu uns.
Einkaufen
Zunächst kaufte unsere Mutter bei Hill auf der Dorstener Straße, Ecke Kortländer. Das Geschäft war aber sehr primitiv und es roch immer nach Heringen, die vorne in einem Fass im Geschäft standen. Das Tüpfelchen aufs „i“ war für meine Mutter, als eine Frau ihre leere Ölflasche über die Theke reichte und sagte: „Pulle voll!“.
Von da ab kauften wir bei Tengelmann, die inzwischen nicht nur Kaffee, sondern auch andere Lebensmitteln verkauften. Das Geschäft war auf der Brückstraße, praktisch am Kortländer.
In der Blücherstr. gab es ein Lebensmittelgeschäft, uns schräg gegenüber. Es hieß Rogge. Dort kauften wir aber nur Brötchen oder wenn eine Kleinigkeit fehlte.
Bei Rinschen haben wir später noch Brot gekauft. Wenn unser Vater das Brot für mehrere Wochen bezahlte, gab es immer eine Tüte voll einfachem Hefegebäck dazu.
Gemüse, Obst und Fisch wurde sowieso auf dem Markt gekauft, der mittwochs und samstags auf dem Kaiser-Friedrich-Platz abgehalten wurde. Geflügel gab es dort auch zu kaufen.
Suppengrün kaufte unsere Mutter bei einem alten Bergmann aus Stiepel, der blaue Narben im Gesicht hatte. Die fertigen Bündchen Suppengrün lagen auf einem Brett auf einer Handkarre.
Fisch wurde am Stück gekauft. Mutter nahm immer das Endstück vom Rotbarsch. Es wurde von der Fischfrau grob geschuppt. Fischfilet, wie man es heute kauft, gab es damals nicht.
Oben und unten auf dem Friedrichsplatz war ein Büdchen (Kiosk).
Die untere Bude wurde von Paula geführt. Wir guckten uns gerne die Klümpchen-Gläser mit den verlockenden Süßigkeiten an. Kirschen am Stiel kosteten 1 Pfennig, ebenso eine kleine Scheppe voll Salmiakpastillen. Man konnte sich damit einen Stern auf die Hand kleben und daran lecken. Ein dicker Dauerlutscher kostete 5 Pfennig. Den gab´s immer, wenn wir zu Fuß nach Eickel gingen. Er hielt von Bochum bis Eickel. Ebenso 5 Pfennig. kostete ein kleines Hörnchen voll Brausepulver. Es war eine Seligkeit.
Fleisch und Wurst wurde bei Cottmann auf der unteren Dorstener Straße, Nähe Bahnhof Präsident, gekauft. Kam mal Besuch und der Aufschnitt sollte etwas schöner sein, kauften wir bei Metzger Meyer auf der Brückstraße.
Weihnachten
Zu Weihnachten war es immer besonders schön. Mutter backte allerhand leckere Plätzchen und für Weihnachten einen „dicken“ Kuchen. Das war ein Königskuchen mit vielen Rosinen. Für den Nachmittagskaffee gab es dann meistens noch eine Buttercremetorte.
Die Bescherung war bei uns erst immer am 1. Weihnachtstag. Wir standen ganz früh auf, mussten uns im Schlafzimmer waschen und anziehen und gingen dann durch die dunkle Küche zur Uchte (Frühmesse zu Weihnachten). In der Küche roch es schon so gut nach Tannenbaum und Gebäck, so richtig weihnachtlich.
In der Kirche war es immer sehr festlich und feierlich.
Nach der Christmette war Bescherung. Es war eine riesige Freude. Als ich ein kleines Mädchen war, brachte das Christkind eine Puppenstube. Sie war allerliebst mit winzigen Blumen und Geschirr. Ich habe sehr gerne und viel damit gespielt. Später bekam ich meine Puppe „Jürgen“ mit einem roten Strickanzug. Auch ihn habe ich sehr geliebt und viel mit ihm gespielt.
Ein Jahr später erhielt Jürgen einen blauen Häkelanzug. An einem Weihnachtsfest bekam ich einen Puppenschrank. Man konnte Geschirr hineinstellen oder auch Puppenkleidung hineinlegen. 1938 gab es Rollschuhe, Doppelkugellager, lenkbar! Ein Paar für beide Kinder! Franz und ich waren glücklich. Wir haben uns beim Rollschuhlaufen immer abgewechselt.
Besuch
Obwohl die Wege damals beschwerlich und Telefone für einfache Leute unerschwinglich waren, besuchte man sich häufig. Wie man sich benachrichtigt hat? Ich weiß es nicht. Tante Finchen stand oft als ‚Überraschungsgast‘ einfach auf der Matte. Ob Vater, der sehr gerne schrieb, vor unseren Besuchen schnell eine Postkarte schickte?
Wir Kinder gingen mit unserer Mutter gern nach Eickel zu Tante Finchen. Oft liefen wir den ganzen Hinweg zu Fuß. Für den langen Weg durften wir uns bei Paula an der Bude einen Dauerlutscher für 5 Pfennig. kaufen, der reichte bis Eickel.
Unser Vater kam von der Arbeit dann nach. Es war oft sehr lustig.
Abends fuhren wir mit der Straßenbahn zurück, meistens erst ab der Haltestelle ‚Hordeler Straße‘, das war billiger.
Auf dem Rückweg war ich oft so müde, dass ich manchmal schon im Gehen schlief. Ich habe mir dann immer gewünscht, ich wäre der kleine Häwelmann aus dem Märchen von Theodor Storm, der in seinem mit Rollen versehenen Bettchen durch die Welt fuhr.
Feste
Vater war sehr gesellig. Außerdem liebte er Musik. Sonntags sang er immer Kirchenlieder vor sich hin. Weihnachten und die Advents- und Weihnachtslieder waren ihm eine Freude. Mutter konnte gut kochen und backen. Zu den Feiertagen – ich erwähnte es schon - gab es meistens eine Buttercre...
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Hantünges
- Die Familie meines Vaters/Urgroßeltern
- Die Großeltern/Meilwes
- Tante Mariechen
- Tante Franziska
- Tante Anna
- Tante Lina
- Onkel Josef
- Anton, mein Vater
- Onkel Franz ‚Luchte‘
- Die Familie meiner Mutter
- Felix
- Johanna, meine Mutter
- Onkel Franz
- Tante Luise
- Tante Mia
- Wie das Leben so spielt
- Tante Finchen
- Hochzeit
- Die 1. Wohnung
- Die Wohnung in der Blücherstr
- Einkaufen
- Weihnachten
- Besuch
- Feste
- Spielen auf der Straße
- Arbeiten im Waisenhaus
- Lesen
- Ferien in Oesdorf
- Versorgung durch Oesdorf
- Oesdorf
- Leben in Oesdorf
- Versorgung in Oesdorf
- Schule in Oesdorf
- Auswirkung der Nazizeit in Oesdorf
- Kriegszeiten in Bochum
- Nachkriegszeit
- Nachbetrachtung
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