Grundschule Liebe
eBook - ePub

Grundschule Liebe

Alles ist Liebe. Auch Hass.

  1. 252 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Grundschule Liebe

Alles ist Liebe. Auch Hass.

Über dieses Buch

Die meisten Menschen erkennen eine kranke Gesellschaft leider erst dann, wenn sie wesentlich gesünder und klüger geworden ist und sie großen Abstand zu etwas vorher Krankem oder Dummen gewonnen haben; so in etwa wie der Rückblick zu den Steinzeitmenschen. Falls das zu lange her ist, manches Mal so wie der Rückblick in die eigene Kindheit oder in die eigene Jugend. Menschen meckern, fordern und schreien erst dann um so lauter nach Lösungen und ihrer eigenen dümmlich, kümmerlichen, kleinen Gerechtigkeit, wenn sie selbst die Betroffenen sind. Es ist immer wieder nicht ihr Leid. Bis es ihr Leid wird.Ein Buch um die Welt zu retten.Aus Information entsteht Logik.Aus Logik entsteht Vernunft.Aus Vernunft entsteht Liebe.Die Information ist die Liebe.

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Information

Erziehung und die Weisheit der Autorität

Eltern, Erziehung und Autorität

Dies wird keine Anleitung zur Erziehung von Kindern oder zur Erziehung von Eltern. Dieser auch etwas längere Abschnitt wird ganz sicher für einige ganz besonders trocken, langweilig oder langatmig, aber dieses Thema ist das grundlegendste von allen. Das Thema, an dem alles seinen Anfang nimmt, da wo es beginnt: in der Erziehung.
Ich möchte nur ein großes Problem aufzeigen: ein Problem, warum in einer Familie die Harmonie, die Zufriedenheit und das Glück immer wieder auf das Neue schnell abnehmen können. Ich möchte »das Große«, sich immer wieder »so klein machende und sich versteckende Problem« deutlich machen, das sich einer glücklichen Familie immer wieder in den Weg stellen kann oder eine Familie nur allzu oft und allzu leicht zerstören kann. Ist das jedem klar?
Geduld wird schon anfangs als eine Basis vorausgesetzt, wenn es um die Erziehung von Kindern geht. Geduld und eine Disziplin ist notwendig, um überhaupt klug damit zu beginnen. Natürlich benötigt jeder Mensch ausgiebig Geduld, genau wie ein gewisses Maß an Disziplin. Das heißt nicht, seine eigene Freiheit einschränken zu müssen, wenn man das für sein eigenes Leben als selbstverständlich sieht. Ohne Geduld und Disziplin kann die Vernunft nicht wachsen und Geduld und Disziplin können somit auch nicht an Kinder weitergegeben werden. Ich muss dazu schreiben: Mit Disziplin meine ich hier nicht so etwas, wie dass Kinder zwischen Mittag und Abendessen nicht mehr an den Kühlschrank dürfen, selbst wenn sie Hunger oder Durst haben. Ich meine damit, dass sie nur so viel Ketchup auf ihre Spaghetti schütten, wie sie auch tatsächlich essen möchten, anstatt dass es einem Kind völlig gleichgültig ist, ob ein großer Berg roter Soße anschließend in den Mülleimer wandert, nur weil diese rote Soße immer so toll aussieht und es Spaß macht, darin herumzumanschen.
Was ab und wann aber auch einmal in Ordnung sein kann. : )
Manchen Eltern oder einem Elternteil mangelt es meistens dennoch an ausreichender Geduld, selbst wenn es sich ganz klischeehaft nicht um junge Eltern oder Teeny-Eltern handelt. Ich meine eine etwas tiefere Geduld. Ich meine nicht die Geduld, bei der einem der Kopf knallrot wird und bei der die Adern auf der Stirn anschwellen, weil man sich vor Wut schon auf die Zunge beißen muss.
Theoretisch ist auch das Folgende natürlich in jedem Kopf vorhanden, wenn es gelesen oder gehört wird. Woran liegt es aber dann immer und immer wieder, dass ich feststellen muss, dass dieses Wissen, in der Praxis, in keinem dieser Köpfe wirklich steckt oder von keinem umgesetzt wird? Das liegt an dem Motiv in diesen Köpfen; daran, was man mit dem Gelesenen oder dem Gehörten anfangen möchte; wofür die Köpfe es verwenden wollen. Benutzt man das, was man hier liest, hört oder sieht, wie die meisten Menschen nur unbewusst und egoistisch, wird man nur weiter blind urteilen aber nichts Sinnvolles daraus lernen – noch weniger sinnvoll wird man handeln. Das einzige, was in diesen »klugen« Köpfen immer wieder ganz laut klick macht, das ist der Schalter für das besonders helle Licht, womit sie das große Stoppschild in ihren Köpfen beleuchten oder mit dem sie den „Gefällt mir“-Button klicken.
Das irgendwelche Button oder Schalter klicken, ist ja eigentlich wünschenswert, es wäre nicht weiter schlimm oder überhaupt keiner Rede wert, wenn nicht so viele ständig so unglaublich sicher wären, dass sie so grandioses Recht damit haben, was sie anderen aufzwingen wollen.
Erst einmal noch etwas Wichtiges und Grundsätzliches, damit über das bereits zuvor schon »Gewusste« noch einmal neu nachgedacht werden kann. Erinnerung!
„Öffne die Tür zum Unbewussten und dir wird bewusst: Es gibt immer eine nächste Tür, nur erkennt man sie schlecht, weil sie alle gleich aussehen.“
Beginnen wir mit einer Redensart und einem Beispiel:
»Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!«
Eine Redensart, ein Motto oder ein einfach kluges Sprichwort, das man genau so stehen lassen kann. Dieses Sprichwort ist klug, richtig und wahr. Ein tolles Sprichwort über das man nicht weiter nachdenken muss – zumindest wenn man sich Dinge gerne schnell einreden lässt, wenn man es sich einfach macht, wenn man die Dinge so hinnimmt und für richtig oder wahr anerkennt, ohne sie zu hinterfragen, wenn man glaubt, dass etwas wahr ist, nur weil es jemand gesagt hat, der klug sein muss oder weil es wahr sein muss, weil man es nicht weiter versteht.
»Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!« halte ich für ein dummes, oberflächliches oder eher nicht ernstzunehmendes Sprichwort. Dennoch glauben viel zu viele Menschen solchen Weisheiten. Vor allem lassen sich viele Menschen besonders dann von großen Dummheiten überzeugen, wenn es ihnen in irgendeiner Form nützlich ist. Das tun sie dann auch noch viel zu schnell, weil sie es sich gerne einfach machen möchten. Meist glauben viele Menschen solchen Weisheiten und halten sie für wahr, weil sie darin ihre eigenen Erfahrungen so gerne bestätigt sehen. Deshalb denken sie auch oft nicht weiter über eine Sache nach. Menschen verschaffen sich selbst nur allzu gerne wohltuende Gefühle, indem sie sich aussuchen, was sie einfach ausblenden möchten, oder indem sie Dinge tatsächlich unbewusst ignorieren. In fortgeschrittener Weise handelt es sich bei solchen Typen um eine Art von Egozentrikern, die sich gerne selbst schmeicheln, auch wenn oder vor allem wenn sie dadurch anderen Menschen schlechte Gefühle verpassen können. Schließlich erhebt es sie. Es gibt ihnen Recht.
Die Weisheit »Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm« wäre schon eine Diskussion wert, denn wer diesen Spruch zu ernst nimmt, hat anscheinend noch nicht wirklich über Erziehung, Kinder oder Familie nachgedacht, obwohl es in diesem Satz doch genau darum geht. Fällt da der Apfel vielleicht nicht weit vom Stamm? Muss nicht sein oder?
Es gibt sehr viele Kinder, die das Gegenteil von dem tun, was ihre Eltern ihnen vorleben oder was die Eltern ihren Kindern anerziehen wollten. Richtig ist natürlich, dass sich Kinder immer ein Beispiel an ihren Eltern nehmen, schließlich haben sie in der Regel keine anderen Bezugspersonen. Das bedeutet aber nicht, dass Eltern auch ein erstrebenswertes Vorbild für ihre Kinder sein müssen. Was Kinder für richtig und gut halten, kann doch sehr unterschiedlich sein und das ändert sich unter anderem durch ihr Umfeld, das Alter und durch die Macht der eigenen Entscheidung. Auch Kinder denken nach, auch wenn sie manches Mal etwas länger für ihre richtigen oder besseren Entscheidungen benötigen.
Geduld!
Drei banale und äußerst grobe Beispiele für das Verständnis, das Kinder nicht immer so wie ihre Eltern werden oder werden wollen:
  • der Rechtsradikale Pfarrerssohn,
  • der obdachlose Punk aus kultiviertem, ehrenwertem, gutbürgerlichem Haus,
  • der Akademiker, Soziologe oder Senkrechtstarter, aus zerrüttenden Familienverhältnissen.
»Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm« zeigt wieder einmal, dass große Klugheit große Dummheit sein kann, die aber aus großer Dummheit immer wieder für sehr klug gehalten wird. Leider ist das nicht nur einfach dumm, es ist leider sogar äußerst erwähnenswert. Es ist sogar unbeschreiblich traurig und verursacht gigantisches Leiden in der Welt. Es gibt tatsächlich genug Familien – ganz unabhängig von ihrem »sozialem Status« oder der Anzahl ihrer Kinder –, die solche Sprichworte wie mit dem Apfel und dem Stamm für wirklich klug, richtig und wahr halten, ohne sie jemals wirklich hinterfragt zu haben oder es zu hinterfragen wichtig sehen. Zu dem Zeitpunkt, als sie diesen Spruch das erste Mal gelesen oder gehört haben, sagte ihnen ihr Gehirn, dass an diesem Sprichwort etwas dran ist. Viele Menschen haben es als eine Erfahrung angesehen und diese dann nie wieder geändert, verworfen oder infrage gestellt. Aber auch Menschen, die dieses Sprichwort früher einmal für dumm hielten, sind nicht davor gefeit, es später doch noch für richtig und klug zu halten. Menschen, die dieses Sprichwort im Ernst, trotz einem Lächeln, für die Bewertung einer Person oder einer Familie heranziehen, können dieses Sprichwort auch nicht hinterfragen. Das liegt oft daran, dass diese Menschen mit etwas Wichtigerem beschäftigt sind; nämlich damit, sich mit ihren faszinierenden Erfahrungen zu brüsten und sich für besonders klug und intelligent zu halten. Es gibt tatsächlich nicht viele Menschen, die wirklich klug sind und das auch bleiben. Viele dieser Menschen, die so viel Wert darauf legen, andere Menschen anzuklagen oder zu verurteilen, ohne sich selbst zu hinterfragen und zu reflektieren, erfahren trotzdem oder grade deswegen oft genug große Anerkennung und Zuspruch von anderen unreflektierten Menschen – oft ein ganzes Leben lang.
Noch im Alter von ungefähr 26 Jahren habe ich geglaubt, dass alle Menschen mit zunehmendem Alter automatisch klüger werden, zumindest auf emotionaler Ebene. Das war ein sehr großer Irrtum. Nun arbeite ich daran, dass ich es wieder glauben kann, denn sonst glaube ich, dass diese Welt nicht lange glücklich bleibt – und ich ebenso wenig.
Wäre es so, dass Menschen mit zunehmendem Alter automatisch klüger werden, gäbe es überhaupt kein Problem mit der Erziehung oder mit dem Eltern-Sein. Es gäbe wohl überhaupt kein hier nennenswertes Problem. Dieses Thema, nein das ganze Buch, wäre vollkommen überflüssig. Womöglich läge ich in diesem Augenblick mit meiner Traumfrau an einem wunderschönen Strand oder ich würde zumindest ein schönes Kinderbuch malen, anstatt solch einen Unsinn schreiben zu müssen. Klug zu sein bedeutet zumindest, dass man über etwas, das man fest angenommen oder festgestellt hat, einmal richtig nachdenkt. Klug zu bleiben bedeutet darüber hinaus, dass man immer wieder daran denkt oder es einem bewusst bleibt, dass man doch einer Täuschung unterliegen kann. Zwar nimmt die Klugheit oder die Intelligenz der Menschen allgemein zu, aber für alte, bereits beantwortete Fragen können neue Lösungen und Antworten nötig werden. Klug zu sein bedeutet leider nicht klug zu bleiben. Das kann nun wieder für sehr viele nur allzu selbstverständlich klingen. Genau das möchte ich ja auch deutlich machen. Man sollte zuhören und aufmerksam bleiben!
Allgemein und grob ausgedrückt: Es ist ganz entscheidend, dass man für »das Neue« weiterhin offen bleibt und seine Gedanken, sein Wissen oder seine Erfahrungen nicht immer nur auf das Alte oder Bewährte aufbaut. Zu oft liest man nicht mehr weiter, hört nicht mehr hin oder verliert die Aufmerksamkeit, weil man glaubt, etwas bereits zu kennen, weil es doch so selbstverständlich, eindeutig und klar klingt oder weil es ganz einfach langweilt. Das aber hindert viele Menschen daran, ihren Horizont wirklich zu erweitern, obwohl sie die ganze Zeit genau danach streben und so drehen sich viele Menschen ständig nur im Kreis und werden starr im Denken. Oft unglaublich lange Zeit. Viele denken nicht weiter über eine Sache nach, nur weil sie schon einmal darüber nachgedacht haben und es somit erledigt ist und fest in ihren Köpfen geschrieben oder eingemeißelt stehen bleibt. Das ist dann ihre Wahrheit und man hört nur: „Weiß ich doch!“ Das muss man dann halt meist einfach glauben.
Statt Gedankenketten, mach dir dein eigenes Gedankengitter ohne es zu verschweißen und ohne es zu härten. Denk es.

Die kleinen Dinge machen die Welt

Die kleinen Dinge machen nun einmal die Welt und somit machen sie das Leben aus: dein Leben, mein Leben, unser Leben. Um die kleinen Dinge kümmern sich die meisten Menschen nun einmal nicht so gerne, weil sie klein und unbedeutend erscheinen und jeder doch lieber schneller an das Große heran möchte. Vor allem dann, wenn viele nur an das Große möchten, erkennen immer weniger, wie wichtig die kleinen Dinge sind.
»Ellbogen einfahren, Gehirn und Mund benutzen.«
Eine »große Sache« entsteht aus kleineren. Wenn man ein Problem nicht lösen oder eine Angelegenheit nicht klären kann oder mit einer großen Sache einfach nicht weiter kommt, dann liegt es meist daran, dass die kleinen Dinge einfach falsch gedeutet wurden oder noch zu unklar sind. Menschen biegen sich ihre Wahrheit immer nur so weit hin, bis sie für sich einen guten Grund gefunden haben, bis sie ihre Wahrheit ausreichend denken können oder bis die Wahrheit ihnen ausreicht. An dieser Wahrheit halten sich Menschen dann nur zu gerne fest, manche klammern sich oder verschmelzen mit ihr und möchten sie gegen andere durchsetzen. Deshalb lernen die meisten Menschen nichts wirklich Neues und nichts wirklich Wahres kennen – oft bis an das Ende ihrer Tage. Sie werden störrisch. Warum sollten sie da noch einmal drüber nachdenken?
Eher neigen viele Menschen dazu, blind für das wirklich Wahre zu werden, weil sie alles auf das bisher Gewusste aufbauen, aber nichts wirklich zusammen oder ineinanderpasst. Sie wollen ihre Ruhe oder ihre Freiheit und dabei verlaufen sie sich, unabhängig vom Alter. So kann ein absolutes Missverständnis entstehen: ein totaler Irrglaube, obwohl ein Mensch ganz fest von seiner Welt überzeugt ist und für alles eine Antwort hat. Zum Beispiel kann die Selbstsicherheit eines Menschen so weit gehen, dass ein derart verklärter Mensch völlig wertfreie Aussagen von netten, einfachen und zuvorkommenden Menschen als ständig schlecht, negativ oder böse empfindet und bewertet; als wollten sich diese eigentlich nur netten Personen mit ihren Aussagen profilieren oder hervorheben, obwohl sie daran überhaupt nicht gedacht haben. Diese netten Menschen merken nicht, wie böse ein böser Mensch sein kann, bis so ein böser Mensch sich über diese netten Menschen stellen möchte. Anders herum können die netten Menschen die bösesten Personen als besonders nett oder sogar als lustig und lieb empfinden. Aus guten Menschen werden somit schlechte und aus schlechten werden somit gute Menschen, weil diese Menschen nichts anderes kennengelernt haben. Diese verklärten oder naiven Menschen haben eine geringe Bandbreite an Erfahrungen oder an Einfühlungsvermögen. Oder sie haben Ängste.
Oh Gott, wie unglaublich naiv ich früher war und immer noch bin!?
Bleiben wir bei dem Menschen, der sich sogar durch die schönsten, nettesten, positivsten oder schmeichelhaftesten Aussagen von anderen angegriffen oder belogen fühlt. Diese Menschen halten sich natürlich auch soweit für klug und können mit ihrer Wahrheit, mit ihrer Sicht auf die Dinge und der daraus entstehenden Argumentation grandios überzeugend sein, weil sie durch ihre eigene Überzeugung für andere Menschen sehr oft stark, erfahren, wissend und klug wirken. Diese »erfahrenden« Menschen können somit auch auf andere oft einschüchternd wirken und sogar innere Zweifel bei sonst selbstbewussten Menschen hervorrufen. Diese scheinbar erfahrenden Menschen rufen wie so oft den Eindruck hervor, als wüssten sie ganz genau von was sie da ständig reden, als wüssten sie besser Bescheid als es die meisten anderen tun. Als wüssten sie immer genau, wo der Hase langläuft. Diese scheinbar erfahrenen Menschen spiegeln ihre Gedankenwelt oder ihre Wahrheit nur umso extremer auf ihr Gegenüber oder auf andere Menschen, je erfahrener und selbstsicherer sie durch die Bestätigung und Anerkennung anderer erst geworden sind. Obwohl diese Menschen im Denken stehen bleiben, oft sogar bis ins hohe Alter, folgen ihnen andere Menschen und stellen ebenfalls ihr Denken ein, in dem sie ihr Denken gegen eine absolute Sicherheit eintauschen. Tiefere und erkenntnisreiche Gespräche oder Diskussionen erlauben sie nicht oder werden nur in einem sehr begrenzten Rahmen gestattet. Meist bis dahin: „Weiß ich doch!“ oder: „Ist doch klar!“
Je falscher solche Menschen liegen, umso überzeugter und umso überzeugender können solche Menschen nach außen wirken, um ihre Wahrheiten hochmütig und ignorant in die Köpfe anderer zu übertragen. Wie die „Gefällt mir“-Klicker und Kommentarschreiber. So können diese Menschen äußerst widerstandsfähig dagegen werden, neue Erfahrungen zu machen, neue Erfahrungen zuzulassen oder so können sie sogar resistent dagegen werden, anderen Menschen aufrichtig zuhören zu wollen, um sie tatsächlich zu verstehen und um neue Erfahrungen zu machen. Schließlich glauben sie immer wieder, alle nötigen Erfahrungen zu besitzen. Wenn sie – wie auch immer das geschehen ist – eine neue grundlegende Erfahrung machen können, durch die sich eine vorherige Erfahrungen als falsch entpuppt hat, dann rückt die neue »richtige« Erfahrung an die Stelle der alten. Diese neue Erfahrung ist dann die neue, unumstößlich richtige und letzte Erfahrung, mit der sie andere Menschen auch zum »Nicht-weiter-Denken« überreden wollen, weil es sich jeder Mensch gerne einfach machen möchte, in dem er sich groß macht.
Anders als mit der Wahrheit, der Geduld und dem Wohlwollen kann man solche verhärteten Menschen nicht überzeugen, weil man sie sonst nur in ihren negativen Gedanken bestärkt, weil sie sich sonst noch mehr nach außen verschießen und weil sie sonst keine neuen Erfahrungen machen können oder wollen, durch die sie sich überhaupt erst für Neues öffnen. Damit sich solche verhärteten Menschen wieder für einen öffnen, kann auch schon einmal großer Mut und viel Verstand nötig werden, um in diesem Menschen Vertrauen und Verständnis zu erzeugen. – Wenn man es denn möchte. – Manchen Menschen ist vielleicht wirklich nicht mehr zu helfen, zumindest wenn niemand da ist, der noch Hoffnung und Geduld mit ihnen hat und sich mit ihnen Mühe gibt.
Ich möchte auf etwas hinaus, deshalb noch ein weiteres unwahres oder falsches Sprichwort.
»Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.«
Das sehen nur Menschen so, die selbst nichts Neues zu lernen imstande und selbst starr im Denken sind. Vor allem geben überzeugte und starre Eltern gerne ihre Wahrheit eindrucksvoll an ihre Kinder weiter und diese Kinder halten oft besonders stark und sogar stolz an diesen Überzeugungen und Wahrheiten fest. Diese Kinder verteidigen diese Wahrheit dann oft sogar noch durchsetzungsfähiger gegenüber anderen Menschen und hinterfragen noch weniger als es ihre Eltern je taten. Das liegt natürlich daran, dass man das Zuhören nicht einmal mehr wirklich lernen konnte. Also stimmt es doch!
»Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.«
Vielleicht fragt sich nun jemand, was er glauben soll, wenn ich anfangs geschrieben habe, dass dieser Spruch ein sehr dummer Spruch ist. Man braucht nur wissen, dass dieser Spruch für mich ein dummer Spruch ist und bleibt. Dann braucht man darüber nur noch einmal nachdenken und für sich selbst entscheiden – völlig zwanglos. So hinterlässt man wichtige Wege in seinem Kopf, die vielleicht einmal sehr nützlich werden können. Wahrheit ist mehr als eine einzige Feststellung. War das schon klar oder war dir diese Kleinigkeit unbewusst?
»Offen bleiben will IMMER WIEDER neu gelernt werden.«
Es muss einem erst einmal etwas bewusst werden, bevor man wirklich etwas Neues verstehen kann, sonst ist eine Redewendung, ein Spruch, ein Sprichwort, eine Weisheit oder eine Erkenntnis nur ein Satz, der sich in einem Kopf befindet; eine Theorie, die in der Praxis nicht vorha...

Inhaltsverzeichnis

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Mama, ich rette die Welt
  3. Warum ist dieses Buch wichtig?
  4. Böses geschieht in unserer Welt
  5. Beispiel Facebook – Die Schwarm-Un/Intelligenz
  6. Ich will
  7. Größenwahn
  8. Bist du Musterknabe oder Klassenkasper?
  9. Die ewigen Sucher
  10. Gedanken-Kapitalismus
  11. Wer etwas Arroganz braucht
  12. Meine Arroganz auch für die klugen und schlauen Alten
  13. Wenn ich arrogant bin, dann für dich
  14. Nur noch eins für den Zyniker oder zur Erinnerung
  15. Beginnen wir langsam
  16. Beginn
  17. Teilnahme an der Gesellschaft
  18. Erziehung und die Weisheit der Autorität
  19. Der gute Lehrer & der schlechte Schüler
  20. Das Leben ist eine Kunst
  21. Pokerst du noch oder puzzelst du schon?
  22. Glaube, Gott und Liebe
  23. Liebe, Geist, Gott, Materie oder Energie. Alles ist Liebe
  24. Die Information und die Logik der Liebe
  25. Noch etwas zum Vordenken für die Zukunft
  26. Zum Ende des Buches auf den Boden zurück
  27. Warum die Vernunft nur zu oft an der Masse scheitert oder das Tor zur Niedertracht
  28. Anmaßung Institutionen und Arbeitgeber
  29. Kinder
  30. Letzter Dank
  31. Noch was mich denken lässt. Was mich traurig macht
  32. Literaturhinweise
  33. Die Frage vom Anfang des Buches
  34. Impressum